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Bauen mit Sand

Sand ist nicht gleich Sand. Um als Bausand für unterschiedliche Zwecke Verwendung zu finden, muss abgebauter oder maschinell produzierter Sand erst verarbeitet werden. Erstaunlich: Statistisch gesehen verbraucht jeder Bundesbürger täglich 10 Kilogramm Kies und Sand.

 
Neben Putz- und Mauersand werden noch 5 weitere Sandsorten unterschiedlichster Körnung vorgestellt. © Chris Lambertsen
Neben Putz- und Mauersand werden noch 5 weitere Sandsorten unterschiedlichster Körnung vorgestellt.

Definition und Arten

Nach EU-Norm besteht Sand aus losen Sedimenten, mit Korndurchmesser zwischen 0,063 und 2 mm. Je nach Kornform wird er in gebrochenen Sand oder Rundsand und je nach Korngröße in Fein-, Mittel- oder Grobsand eingeteilt. Gemäß Aufbereitungsart spricht man von gewaschenen und gesiebten Sandsorten.

Industrielle Gewinnung

Nach Abbauart des Sandes unterscheidet man zwischen Grubenoder Wandsand. Dieser muss zur Verwendung als Bausand gewaschen und gesiebt werden. Eine andere Art der Sandgewinnung ist die künstliche Zerkleinerung von Gestein. Beim anschließenden Sieben wird der Sand nach Korngrößenklassen getrennt.

Natürliche Entstehung

Sand ist zerriebenes Gestein. Durch Wind und Wetter lösen sich mineralische Teile aus Gestein, die durch Wind und Wasser immer weiter aneinander gerieben werden und feiner und glatter werden. Die Farbe von Sand bestimmt im Wesentlichen sein Hauptausgangsgestein (etwa Granit, Kalkstein, Gneis) oder Entstehungsmineral.

Verwendung im Baugewerbe

90 Prozent der Menge des hierzulande gewonnenen Sandes wird im Baugewerbe verwendet. Haupteinsatzgebiete sind Hoch- und Tiefbau, Spiel- und Sportplatzbau sowie Garten und Landschaftsbau. Bausand kommt zum Beispiel als Zuschlag von Beton, Mörtel und Asphalt sowie für Trag- und Frostschutzschichten zum Einsatz.


 

Plattensand ist gesiebt und mit einer Körnung 0-8 (von 0 bis 8 mm) ein relativ feiner Sand.
Er dient als maximal 5 cm dicke Ausgleichsschicht zur Tragschicht (siehe Kies-Sand-Gemisch)
etwa unter Gehwegplatten und Betonpflaster.


 

Fugensand ist sehr feiner, meist gebrochener Sand (Körnung 0-2) und eignet sich zum 
Füllen von Platten- und Pflasterfugen. Dafür wird er mit dem Besen in die Fugen gekehrt und
mit reichlich Wasser eingeschlämmt.


 

Mauersand zeichnet sich durch gewaschene Qualität und extreme Feinkörnigkeit (0–2)
aus. Drei Teile davon auf einen Teil Zement ergeben perfekten Mauermörtel. Mauersand
macht sich aber auch gut in der Sandkiste.


 

Putz- und Mauersand ist noch eine Spur feiner als reiner Mauersand. Damit lässt sich ein fein
strukturierter Putzmörtel anmischen. Außerdem eignet er sich durch seine Beschaffenheit optimal
für Fugenmörtel. 


 

Estrichsand ist Bestandteil von Beton, also auch Estrich (bis zu 80 Prozent). Für Estrich
nimmt man gewaschenes Sand-Kies-Gemisch mit feiner Körnung von 0–8,  für Beton wird eine
Körnung von 0–16, meist aber 0–32 verwendet.


 

Kies-Sand-Gemisch (0–16) eignet sich gut als Tragschicht für Wege und Stellplätze, die mit 
Platten oder Pflaster belegt werden sollen. Der Kies verbessert die Wasserdurchlässigkeit
gegenüber reinem Plattensand. 

 

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