Alles was Sie für die eigene Kompost-Anlage benötigen! | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Laub und Grünabfalle im Garten

Alles was Sie für die eigene Kompost-Anlage benötigen!

Haben Sie schon einen praktischen Arbeitsplatz im Garten, wo Sie Laub und Grünabfälle sammeln und kompostieren, häckseln, Kompost sieben oder Pflanzen ein- und umtopfen können? Hier ist er!

 
SELBER MACHEN baut mit Ihnen ihre eigene Kompost-Anlage. © Tillmann Straszburger
SELBER MACHEN baut mit Ihnen ihre eigene Kompost-Anlage.

Mit dem Kompost ist es eine widersprüchliche Sache: Einerseits ist er hochgeschätzt und für Gärtner unersetzlich, andererseits wird mit Platz für den Komposthaufen meistens geknausert.

Unser Vorschlag: Teilen Sie ein Stück Ihres Gartens ab, und verwandeln Sie es in ein Garten-Arbeitszimmer.

Auf etwa 18 Quadratmeter bringen Sie alles Notwendige übersichtlich unter und schaffen einen Platz, wo das Arbeiten Spaß macht.

Das alles wird unsere selbstgebaute Kompost-Anlage am Ende beheimaten:

  • Geräteschuppen: Hier haben Sie Gartengeräte, Saatschalen, Staudenhalter, Schubkarre und so weiter schnell zur Hand. Installieren Sie eine Gartensteckdose im Schuppen, denn für den Häcksler, mit dem Sie Gartenabfälle für den Kompost zerkleinern, brauchen Sie Strom. Ein angebauter Arbeitstisch ist praktisch, zum Beispiel, wenn Sie Pflanzen ein- oder umtopfen.
  • Kompostbehälter: Selbst für kleine bis mittelgroße Gärten sind zwei Kompostsilos praktisch. Sie werden nacheinander mit Material beschickt und liefern immer Kompost mit unterschiedlichem Reifegrad. Der Platz für die Behälter sollte windgeschützt und schattig sein, damit das Material darin nicht austrocknet. Fassen Sie das Gartenzimmer mit Hecken, Sichtschutzwänden oder Rankzäunen ein. Dann fühlen sich auch die Nachbarn nicht gestört.
  • Baum oder Strauch: Der lichte Schatten unter Gehölzen ist genau das richtige für den Kompostplatz. Als besonders geeignet haben sich Holunder und Haselnuss erwiesen, aber auch Obstbäume und beerentragende Wildsträucher passen gut. Mit den Gehölzen am Kompostplatz können Sie Vögeln Nistplätze und Nahrung bieten und sie im Garten heimisch machen. Als Helfer im Kampf gegen Schädlinge sind sie sehr willkommen.
  •  Lagerplatz: Im Garten fällt viel Material an, das nicht sofort kompostiert werden kann. Der Kompost soll ja schließlich mit der richtigen Materialmischung aufgesetzt werden und nicht einfach ein Grünabfall-Sammelbehälter sein. Noch nicht gehäckselter Astschnitt, Staudenreste, Laub oder auch Küchenabfälle können in geräumigen Buchten gelagert werden, die durch Drahtgitterwände unterteilt sind.
  • Befestigter Boden: Die Kompostbehälter müssen auf offenem Boden stehen, doch der Rest der Fläche sollte gepflastert oder so befestigt sein, dass er bei jedem Wetter gut begehbar beziehungsweise mit der Schubkarre befahrbar ist. Auch beim Sieben von Kompost oder beim Arbeiten mit dem Häcksler ist ein ebener, fester Boden angenehm.
  • Spritzbrühen und Jauchen: Neben Kompost sind auch Spritzbrühen und Jauchen wertvolle Dünge- und Pflanzenstärkungsmittel, die nichts kosten. Im Gartenarbeitszimmer ist Platz, die Jauchen vorzubereiten, anzusetzen und gären zu lassen. Stellen Sie die Bottiche an einen sonnigen Platz, dann verläuft der Gärprozess schneller.
  • Hecken und Zäune: Was möchten Sie sehen, wenn Sie vom Haus in den Garten gucken? Eine Hecke als Trennung zwischen den Gartenteilen ist schön als Hintergrund für Blumenbeete, ein Rankzaun bietet Plätze für Kletterpflanzen. In jedem Fall sollte der Durchgang mindestens 1 m breit sein, damit Sie mit der Schubkarre bequem passieren können.

Kompost - Die Basics 

  1. Erde siebenErde sieben© PR

    Erde sieben

    Bewegungsfreiheit muss sein: Kompost lässt sich nicht auf 1 oder 2 qm umsetzen, und wenn das Material gesiebt wird, muss man richtig ausholen können.
  2. Zweige häckselnZweige häckseln© PR

    Zweige häckseln

    Und auch beim Häckseln braucht man Platz, denn wenn Äste und Zweige im Weg liegen, kann es gefährlich werden.
  3. EinteilungEinteilung© Tillmann Straszburger

    Einteilung

    In langen Reihenhausgärten ist es leicht möglich, einen Teil abzutrennen. Ob rechteckig, quadratisch oder winklig: Planen Sie Ihr Gartenzimmer erst einmal auf dem Papier, damit Sie wissen, wie viel Platz Sie brauchen.
  4. RosenbogenRosenbogen© PR

    Rosenbogen

    Kletterrosen wachsen im lockeren, nährstoffreichen Boden an den Kompostern bestens. Der extrabreite Rosenbogen ist Maßarbeit.
  5. WeidenrutenWeidenruten© PR

    Weidenruten

    Weidenruten für die Wände: Wer im eigenen Garten Weidenruten zu schneiden hat, kann daraus einen dekorativen Sammelbehälter für grobe Grünabfälle und Gehölzschnitt machen. Die mindestens 100 cm langen Weidenruten vor dem Flechten gründlich wässern. Die Pflöcke werden im Abstand von etwa 30 cm eingeschlagen und sind für die hintere Wand etwa 150 cm hoch, für die Seiten 80 cm und vorne 40 cm.
  6. FlüssigdüngerFlüssigdünger© PR

    Flüssigdünger

    **Flüssigdünger aus Wildkräutern** Brennnesseln sind bei den meisten Gärtnern nicht sehr beliebt. Jedenfalls so lange, wie sie sie noch nicht zur Herstellung einer stickstoffreichen Jauche verwenden, mit der die Pflanzen während der Wachstumsphase gedüngt werden. Mit Ausnahme von Bohnen, Erbsen, Zwiebeln und Knoblauch bekommt Brennnesseljauche den meisten Pflanzen des Blumen-, Gemüse- und Obstgartens. Gegen Ende der Wachstumsphase ist eine Jauche aus Beinwellblättern gut, denn Beinwell enthält sehr viel Kalium, das die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen fördert. Auch Hirtentäschel, Schachtelhalm, Kamille und Löwenzahn sowie Küchenkräuter eignen sich für Jauchen. Die kleingeschnittenen Blätter werden in eine Tonne gefüllt und mit Wasser aufgegossen. An einem sonnigen Platz beginnt das Ganze schnell zu gären; unangenehme Gerüche, die dabei entstehen, lassen sich mit Steinmehl binden. Die Jauche wird einmal am Tag umgerührt und ist fertig, wenn sie nicht mehr gärt und das Kraut sich aufgelöst hat. Zum Gießen verdünnt man die Jauche im Verhältnis 1: 10 mit Wasser.
  7. KompostmischungKompostmischung© Tillmann Straszburger

    Kompostmischung

    **Die richtige Kompostmischung** Alle organischen Abfälle mit Ausnahme von Fleisch, Fisch und Gekochtem können kompostiert werden. Samentragende und hartnäckige Unkräuter (Giersch, Quecke) lieber nicht verwenden, denn es ist nicht sicher, dass die zum Abtöten der Samen und Wurzelstücke notwendigen Temperaturen erreicht werden. Die verschiedenen Materialien werden in etwa 10 cm dicken Schichten aufgesetzt; je mehr Verschiedenes zur Verfügung steht, desto besser. Zwischen Schichten mit feinem oder sehr feuchtem Material braucht man Gröberes, damit der Haufen gelüftet ist. Steht zu Beginn noch kein Kompost aus dem Vorjahr zur Verfügung, mit dem das frische Material mit den wichtigen Mikroorganismen geimpft werden kann, sollte man Kompoststarter zwischen die Lagen streuen. **Von Unten nach Oben** 1 grob gehäckselte Äste und Zweige 2 Kompost aus dem Vorjahr 3 halbreifer Kompost 4 gehäckselter Grünschnitt 5 gemischte Garten- und Küchenabfälle 6 Rasenschnitt (leicht angetrocknet) 7 Laub oder holziges Häckselgut 8 Stroh als Abdeckung, die die Verdunstung von Feuchtigkeit vermindert und isoliert.

Kompostieren im Silo oder im geschlossenen Behälter?

Der traditionelle Komposthaufen, der in einer Gartenecke einfach aufgeschichtet wurde, gehört in den meisten Gärten der Vergangenheit an, denn er braucht einfach zu viel Fläche. An seine Stelle sind offene Kompostbehälter aus Holz oder Streckmetall, Kunststoff oder Beton getreten.

Sie sind preiswert, haltbar und nehmen viel Material auf – für große Gärten ein entscheidender Punkt. Die luftdurchlässigen Wände garantieren, dass die organischen Abfälle von außen mit Sauerstoff versorgt werden und nicht faulen. Da sie nicht isoliert sind, entstehen allerdings nur im Kern Temperaturen, bei denen auch Unkrautsamen abgetötet werden.

Bei Trockenheit muss das Kompostmaterial begossen, bei Kälte mit Laub oder Stroh abgedeckt werden.

Je nach Zusammensetzung und Außentemperatur ist das Material etwa nach einem halben Jahr so weit verrottet, dass es im Garten verwendet werden kann. Sehr viel schneller (und auch sauberer) geht das in einem geschlossenen Komposter mit doppelwandiger Konstruktion, denn hier entstehen Temperaturen von bis zu 70 Grad und innerhalb von wenigen Wochen kann Schnell- oder Mulchkompost entnommen werden, der noch besser als Reifekompost zur Bodenverbesserung und Nährstoffanreicherung geeignet ist. Da die Umsetzung des Materials so schnell geht, ist auch das begrenzte Fassungsvermögen kein großes Problem.

Kompost - Silo

  1. EinfüllenEinfüllen© PR

    Einfüllen

    Oben einfüllen, unten entnehmen: Die meisten geschlossenen Behälter werden von oben befüllt ...
  2. EntnehmenEntnehmen© PR

    Entnehmen

    ... und haben unten Klappen zum Entnehmen der verwendbaren Erde. Je größer die Menge von gemischtem, zerkleinertem Material ist, die auf einmal angesetzt wird, desto schneller die Verrottung.
  3. Offener BehälterOffener Behälter© PR

    Offener Behälter

    Sehr geräumig: Offene Kompostbehälter fassen viel Material und eignen sich auch zum Sammeln von Grünabfällen, die noch nicht kompostiert werden sollen. Zum Leeren öffnet man die vordere Wand oder nimmt – bei Holzcontainern – die obersten Planken heraus.

Grün und Blüten verdecken den Kompostplatz

Diese Trennwand zwischen Kompostplatz und dem Ziergarten ist schnell gebaut und sehr haltbar. Mit Kletterpflanzen oder Bambus bepflanzt, bietet sie guten Sichtschutz.

Kompost - Einhegung

  1. EinhegungEinhegung© Selbermachen

    Einhegung

    Diese Trennwand zwischen Kompostplatz und dem Ziergarten ist schnell gebaut und sehr haltbar. Mit Kletterpflanzen oder Bambus bepflanzt, bietet sie guten Sichtschutz.
  2. Pfosten setzenPfosten setzen© Selbermachen

    Pfosten setzen

    1 Für eine Trennwand von 3 m Länge setzen Sie drei Pfosten. Die Pfostenanker einbetonieren, Pfosten einsetzen, mit der Wasserwaage genau ausrichten und dann festschrauben.
  3. EisenstäbeEisenstäbe© Selbermachen

    Eisenstäbe

    2 Kletterpflanzen finden an den Eisenstäben zwischen den Pfosten Halt. Die Pfosten durchbohren und die 8 mm dicken Eisenstäbe einschieben. Damit kein Wasser hineinläuft, die Bohrlöcher an den beiden äußeren Pfosten von außen mit PU-Dichtmasse verschließen.
  4. Fertige TrennwandFertige Trennwand© Selbermachen

    Fertige Trennwand

    3 Die Stäbe sollten etwa 30 cm Abstand voneinander haben. Bereiten Sie die Pfosten am besten vor, bevor Sie sie einsetzen: Legen Sie sie nebeneinander, zeichnen Sie die Bohrpunkte mit Hilfe einer über alle Pfosten reichenden Leiste an.

Kompostieren auf Balkon oder Terrasse

Balkonkomposter© PRAuch Wohnungsbesitzer können ihre Küchenabfälle nutzen und Hilfe von Kompostwürmern (Eisenia foetida) in nährstoffreichen, lockeren Wurmhumus verwandeln, der zum Beispiel zur Verbesserung von Blumentopferde verwendet werden kann.

Die Tiere setzen im Wurmkomposter täglich mehr als die Hälfte ihres Körpergewichts um. Als Behälter reicht eine 60 x 40 x 40 cm große Kiste, die durch eine durchlässige Wand geteilt ist. Die Kammern werden abwechselnd befüllt und die Würmer wechseln von einer Hälfte in die andere, wenn sie frisches Futter brauchen.

Wurmkisten kann man fertig kaufen oder leicht selbst bauen. Wichtig sind ein luftdurchlässiger Deckel und eine Auffangwanne für die Verrottungsflüssigkeit (gut als Dünger). Sehr sauber und bequem funktioniert das Kompostieren mit Würmern im „Can-o- Worms“: Auf einen Sammelbehälter werden nach und nach immer neue Schalen mit frischem Kompostgut aufgesetzt. Ganz unten sammelt sich der Wurmhumus (www.kompostladen.de).

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