Die Gartenhaus-Fassade: Die Wände werden verkleidet | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Gartenhaus selber bauen – Bauabschnitt 6

Die Gartenhaus-Fassade: Die Wände werden verkleidet

Unser Atelier-Gartenhaus bekommt eine Fassade. Denn die nackten OSB-Platten der Wände sind zwar technisch nicht zu toppen, aber in der Regel doch eher unansehnlich. Deshalb ist unser Gartenhaus mit einer Verschalung aus Profilbrettern versehen, hinter denen eine Luftschicht für allzeit trockene Wände sorgt.

 
Das Gartenhaus bekommt einer Fassade: Die Wände werden verkleidet © Christian Bordes
Das Gartenhaus bekommt einer Fassade: Die Wände werden verkleidet

Profilbretter als Außenverschalung haben vielfältige Aufgaben bei einem Gartenhaus zu erfüllen: Durch ihre Nut- und Federverbindung machen Sie das Haus wind- und wasserdicht, was die stumpf gestoßenen OSB-Platten nicht können.

Sie bieten außerdem eine wesentlich schönere und homogenere Fläche für den nachfolgenden Farbauftrag. Und schließlich wirkt das Haus durch die feinen Brettstrukturen wesentlich schlanker und weniger wuchtig als eines mit völlig glatten Außenwänden.

Grundsätzlich sollten Sie im Außenbereich die Profilbretter immer senkrecht verbauen. Senkrechte Fugen bieten nämlich weniger Angriffs- und Verweilmöglichkeiten für das Regenwasser.

Falls Sie doch lieber waagerecht verbrettern wollen, so müssen die Nuten der Bretter stets nach unten zeigen, damit sich darin nicht das Wasser sammeln kann.

Das Verbrettern von solch großen Flächen ist eine zeitintensive Arbeit. Sie müssen, wie in unserem Falle, acht Schrauben pro Brett setzen, und die sollten möglichst noch exakt gefluchtet sein, damit es ein harmonisches Schraubenbild ergibt.

Beim Nageln gilt übrigens das Gleiche. Wichtig ist die sehr sorgfältige, lotrechte Ausrichtung des ersten Bretts, denn schräg verlaufende Bretter sind später ein echtes optisches Ärgernis.

Spätestens alle vier bis fünf Bretter müssen Sie dann die Senkrechte per Wasserwaage überprüfen. Bei den ersten und letzten Brettern einer Fläche müssen Sie Nut respektive Feder abschneiden, damit Sie Rechteckleisten an die jeweiligen Eckstöße setzen können.

Um die Profilbretter problemlos ineinanderschieben zu können, sollten Sie sich eines kleinen Tricks bedienen: Verschrauben (oder vernageln) Sie zuerst nur die Schrauben auf der linken (Nut)-Seite der Bretter (wenn Sie die Wand von links aus zumachen).

So können Sie die rechte (Feder)-Seite immer noch leicht von der Konterlattung wegziehen, um die Nut des nächsten Bretts sauber auf die Feder schieben zu können. Erst dann setzen Sie die zweite Reihe Schrauben.

Generell ist es gut, wenn Sie einen Helfer haben, der die Profilbretter ausrichtet und fixiert, während Sie schrauben. Wollen oder müssen Sie alles allein machen, so können Sie auch hier einen Spanngurt einsetzen, mit dem Sie das jeweils nächste Profil ganz an das vorherige heranziehen können.

Aber Achtung: Bei dieser Lösung sollten Sie immer ein Zulagebrett einschieben, denn selbst so ein vergleichsweise weicher Spanngurt kann die empfindlichen Federn der Bretter beschädigen.

Das Material für die Fassade

Profilbretter

Als Verschalung kommen Fasebretter aus Lärchenholz (22,5 x 121 x 3000 mm) zum Einsatz. Die gefasten Kanten können nicht so leicht splittern, und sie geben der Fassade eine schöne streifige Struktur. Wählen Sie Ihre Fassadenbretter nicht zu breit – je breiter ein Brett ist, desto größer ist dessen Schwindmaß.

Fassadenfarbe

Fassadenfarbe© Selbermachen

Obwohl Lärchenholz nicht zwingend einen Oberflächenschutz braucht, so ist eine solch große Oberfläche in Holzfarben auf die Dauer doch langweilig. Bei der Wahl eines farbigen Anstrichmittels sollten Sie auf ausgewiesene Wetterschutzoder Fassadenfarben zurückgreifen.

Die bieten einen „umhüllenden“ Schutz für die Bretter und sind vor allem so elastisch eingestellt, dass auch die hohen Oberflächentemperaturen im Hochsommer sie nicht zum Reißen und Abblättern bringt. Wählen Sie am besten einen nicht zu dunklen (heizt sich stark auf) und einen nicht zu hellen (wenig schützende Pigmente) Farbton aus.

Mit dem Dach wird das Gartenhaus endlich regendicht

Die vom Dach herunterlappende Dampfbremsfolie ziehen Sie stramm auf die Wandflächen herunter und tackern sie dort fest.

Die vom Dach herunterlappende Dampfbremsfolie ziehen Sie stramm auf die Wandflächen herunter und tackern sie dort fest. Dann müssen Sie sie nicht zwingend abschneiden.

Die Konterlattung verläuft waagerecht und hat einen maximalen Abstand von 65 cm. Wichtig: Verschrauben Sie sie über Eck.

Die Konterlattung verläuft waagerecht und hat einen maximalen Abstand von 65 cm. Wichtig: Verschrauben Sie sie über Eck.

Beim ersten Brett bohren und senken Sie die Schraublöcher vor. Die Nut des ersten Bretts wird per Handkreissäge abgeschnitten.

Beim ersten Brett bohren und senken Sie die Schraublöcher vor. Die Nut des ersten Bretts wird per Handkreissäge abgeschnitten. Lassen Sie beim Verschrauben etwa 10 mm Luft zum Dachunterschlag für die Hinterlüftung.

Das zweite Brett setzen Sie ans erste an. Verlängern Sie die Fluchten der Schraublöcher und bohren Sie sie vor.

Das zweite Brett setzen Sie ans erste an. Verlängern Sie die Fluchten der Schraublöcher und bohren Sie sie vor. Anschließend können sie die ganze Reihe anschrauben.

Um die Bretter ohne Schaden für Nut oder Feder ineinandertreiben zu können, sollten Sie neben dem Latthammer einen Brettabschnitt verwenden.

Um die Bretter ohne Schaden für Nut oder Feder ineinandertreiben zu können, sollten Sie neben dem Latthammer einen Brettabschnitt verwenden.

Die Fensterausschnitte werden ausgemessen und die Bretter auf Länge vorgeschnitten.

Die Fensterausschnitte werden ausgemessen und die Bretter auf Länge vorgeschnitten. Den Ausschnitt nach der Montage herauszschneiden ist nur schwer möglich.

Ganz wichtig: Damit nicht die Holzinhaltsstoffe auf den Farbanstrich durchschlagen, müssen Sie die Bretter mit einem Isoliergrund vorstreichen.

Ganz wichtig: Damit nicht die Holzinhaltsstoffe auf den Farbanstrich durchschlagen, müssen Sie die Bretter mit einem Isoliergrund vorstreichen.

Nach der Grundierung verstreichen Sie die Holzschutzfarbe mit einem breiten Pinsel in Maserrichtung.

Nach der Grundierung verstreichen Sie die Holzschutzfarbe mit einem breiten Pinsel in Maserrichtung.

Dem Fensterbrett schneiden Sie die Feder ab. Auf der Unterseite ist es genutet, damit eine saubere Tropfkante entsteht. Am besten lässt sich das Brett auf einer Tischkreissäge nuten.

Dem Fensterbrett schneiden Sie die Feder ab. Auf der Unterseite ist es genutet, damit eine saubere Tropfkante entsteht. Am besten lässt sich das Brett auf einer Tischkreissäge nuten.

Setzen Sie zuerst das Fensterbrett ein. Es wird von oben verschraubt.

Setzen Sie zuerst das Fensterbrett ein. Es wird von oben verschraubt.

Es folgt das obere Laibungsbrett. Das darf keinesfalls über die Fassade überstehen, sonst sammelt sich Wasser.

Es folgt das obere Laibungsbrett. Das darf keinesfalls über die Fassade überstehen, sonst sammelt sich Wasser.

Montieren Sie die seitlichen Laibungsbretter. Schraubenköpfe mit Farbe abtupfen.

Montieren Sie die seitlichen Laibungsbretter. Schraubenköpfe mit Farbe abtupfen.

Redakteur Ulrich Wolf über Profile und Bretter

Profilbretter verarbeiten ist meine Hassarbeit. Es gibt dabei so viel zu beachten: Ständig musste ich das Lot kontrollieren, dabei die Flucht der Schraubenköpfe nicht aus den Augen verlieren, sicherstellen, dass Nut und Feder auf ganzer Länge komplett zusammengeschoben sind und natürlich – schrauben im Akkord!

Unser Akkuschrauber von DeWalt hat zwar tapfer mitgezogen, aber selbst ein so leichter Schrauber hängt nach drei Stunden einfach bleischwer am langen Arm.

Übrigens macht sich auch hier eine erstklassige Holzqualität schnell bemerkbar, wenn man die sehr geraden Profile nämlich relativ leicht ineinander schieben kann. Trotzdem benötigten wir zu zweit zwei volle Tage, bis die Fassade dicht war.

Dagegen war das Streichen eine Erholungskur. Spaßeshalber haben wir unsere blaue Farbe einmal mit und einmal ohne Isoliergrund verstrichen – das Ergebnis war verblüffend. Ohne die Absperrung war das Blau kaum noch als Blau zu erkennen. Unser Tipp also: Niemals auf den Isoliergrund verzichten!

 

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Fotos: 
Christian Bordes
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