Die Gartenhaus-Veranda: Ein extragroßer Schattenspender | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Gartenhaus selber bauen – Bauabschnitt 5

Die Gartenhaus-Veranda: Ein extragroßer Schattenspender

Die Veranda ist das kleine, besondere Extra an unserem Atelier-Gartenhaus. Sie bietet Ihnen eine Menge Platz für den gemütlichen Nachmittagstee, spendet im Hochsommer wohltuenden Schatten und hat obendrauf noch eine bunte Dachbegrünung.

 
Gartenhaus selber bauen. Die Veranda - Ein extragroßer Schattenspender © Christian Bordes
Gartenhaus selber bauen. Die Veranda - Ein extragroßer Schattenspender

Logischerweise schließt die Veranda direkt an die vordere Längsseite des Hauses an. Die Verandadielen liegen auf zwei eigenen tragenden Bodenbalken auf, die Bodenbretter laufen aber nicht vom Innenraum bis zur Verandaaußenseite durch. Das dürfen Sie auch nicht, denn dann wären die Bretter im Winter an einem Ende der beheizten Raumluft und am anderen Ende der kalten Außenluft ausgesetzt und würden früher oder später reißen.

Das Verandadach wird von fünf 10 x 10 cm starken Pfosten getragen, die direkt an den Bodenbalken über verzinkte Stahlwinkel angeschlossen werden. Die Pfosten sind aus Leimholz, was sie besonders maßhaltig und unempfindlicher gegen das typische Arbeiten macht.

Das ist auch nötig, denn die Pfosten müssen die Last des begrünten Daches ableiten. Das bringt bei einem Quadratmetergewicht von 90 kg insgesamt immerhin satte 650 kg auf die Waage.

Der an der Wand des Hauses anliegenden Pfosten wird durch die Wandschalung hindurch mit einem Ständer verschraubt, damit er einen Teil der Längsaussteifung der Veranda übernehmen kann.

Trotz dieser guten Verankerung muss auch er auf dem Bodenbalken aufstehen, damit seine vertikalen Lasten nicht alleine von den Schrauben getragen werden.

Etwas schwierig ist die sorgfältige Abdichtung des Verandadaches für die Dachbegrünung. Die Dachfläche stößt nämlich knapp 30 cm unter dem Hausdach an die Außenwand, was den Einsatz der Heißluftpistole und des Kaltschweißmittels sehr fummelig macht.

Pfosten und Kanthölzern: Das Tragwerk für die Veranda

Auch die Veranda ist im Grundsatz ein Tragwerk aus Pfosten und Kanthölzern, das in unserem Falle gänzlich ohne die aussteifenden, aber auch manchmal störenden schrägen Kopfbänder auskommt.

Möglich machen das zwei Tatsachen: Erstens ist einer der fünf Pfosten mit drei 180er-Spaxschrauben an einen der tragenden Ständer der vorderen Längswand verankert, was ein Kippen in alle vier Richtungen unmöglich macht.

Zweitens ist das Verandadach nicht wie das Hausdach aus Rauspund, sondern aus großformatigen Sperrholzplatten, die mittels kräftiger Schrauben an die Sparren geschraubt sind und so das Ganze zusätzlich aussteifen.

Das Verandadach hat mit etwa 8° die gleiche Dachneigung wie das Hausdach, und auch die Sparrenstärke von 12 cm ist wegen der großen Flächenlasten durch die Dachbegrünung unabdingbar.

Aus optischen Gründen verläuft das Dach etwa 30 cm um die Hausecke herum. Das wirkt leicht „verschachtelt“, birgt aber Fummeleien bei der Dachbegrünung.

Einen fünften Pfosten haben wir vorn an der Veranda deshalb eingezogen, um zum einen die Spannweite zwischen den beiden äußeren zu verkürzen.

Zum anderen bietet das „Pfostendoppel“ sehr vielfältige Möglichkeiten, um beispielsweise eine kleine Sichtschutzwand, ein Regal oder ein Rankgitter absolut windsicher anzubringen.

Das Material für die Veranda

Dielen

Holzdielen© SelbermachenAuch der Verandabelag ist aus dem bewährten Lärchenholz geschnitten, diesmal sind es 28 x 145 x 2000 mm große, an der Oberseite geriffelte Terrassendielen. Gute Terrassendielen erkennen Sie daran, dass das Hirnholz stehende Jahresringe aufweist, weil das Holz dann weniger arbeitet. Auch Kernholz (im Bild oben die untere Diele) eignet sich hervorragend. Im Laufe der Zeit wird die Riffelung sich mit Schmutz und Moos zusetzen. Zur Reinigung sollten Sie keinesfalls einen Hochdruckreiniger verwenden, sondern lediglich einen harten Besen und gegebenenfalls einen Grünentferner. Zur jährlichen Pflege können Sie ein Lärchenöl auftragen, Sie müssen es aber nicht, weil Lärche auch ohne Schutz überlebt.

Dachplatten

Holzmaterial© SelbermachenBei den Dachplatten für die Veranda griffen wir auf einfachste Sperrholzplatten der Größe 1220 x 2440 x 25 mm zurück. Sperrholz deshalb, weil die Unterseiten der Platten einfach nur weiß lackiert werden sollten, was bei der porösen Oberfläche der OSB-Platten nur schwierig möglich ist. Die Stärke von 25 mm ist bei einem Sparrenabstand von 58 cm nötig, um die Dachlast durchbiegungsarm tragen zu können.

Gerüstbau auf die elegante Art und Weise

Der Wandpfosten wird auf den Bodenbalken aufgesetzt, an die Wand gedrückt, lotrecht ausgerichtet und mit 180er Spaxschrauben verankert.

Der Wandpfosten wird auf den Bodenbalken aufgesetzt, an die Wand gedrückt, lotrecht ausgerichtet und mit 180er Spaxschrauben verankert. Bohren Sie den Pfosten mit 8 mm vor.

Legen Sie die Pfette in die Ausklinkung des Pfostens, ohne sie zunächst zu verankern. Ein Helfer hält das andere Ende.

Legen Sie die Pfette in die Ausklinkung des Pfostens, ohne sie zunächst zu verankern. Ein Helfer hält das andere Ende.

Dann folgt der zweite Pfosten. Auch hier legen Sie die Pfette auf und verschrauben Sie von oben und durch die Ausklinkung.

Dann folgt der zweite Pfosten. Auch hier legen Sie die Pfette auf und verschrauben Sie von oben und durch die Ausklinkung.

Die vorderen Pfosten verschrauben Sie vorab mit der Pfette. Richten Sie die drei rechtwinklig aus.

Die vorderen Pfosten verschrauben Sie vorab mit der Pfette. Richten Sie die drei rechtwinklig aus.

Kervenabstand und Dachneigungswinkel (8°) reißen Sie mit Winkel und Bleistift an.

Kervenabstand und Dachneigungswinkel (8°) reißen Sie mit Winkel und Bleistift an. Per Säge und Stechbeitel ausarbeiten.

Den Rahmen aus drei Pfosten und der Pfette stellen Sie zu zweit auf dem Bodenbalken auf.

Den Rahmen aus drei Pfosten und der Pfette stellen Sie zu zweit auf dem Bodenbalken auf. Er muss mit dem hinteren Rahmen in einer Flucht stehen.

Verschrauben Sie zunächst die beiden Randsparren bündig zu den Schwellenkanten.

Verschrauben Sie zunächst die beiden Randsparren bündig zu den Schwellenkanten. Dann messen Sie die anderen Sparren ein und verschrauben sie. Maximaler Sparrenabstand: 60 cm.

Eine Strebe hält den vorderen Rahmen im Winkel, während Sie die Sparren montieren.

Eine Strebe hält den vorderen Rahmen im Winkel, während Sie die Sparren montieren. Danach können Sie sie entfernen.

Geriffelte Terrassendielen bilden die Bodenfläche

Das Traggerüst ist fertig, wenn Sie unter den Pfosten eine aufgedoppelte Dachlatte am Bodenbalken fixieren.

Das Traggerüst ist fertig, wenn Sie unter den Pfosten eine aufgedoppelte Dachlatte am Bodenbalken fixieren. Die bieten später in diesem Bereich den Dielen eine Auflagefläche zum Schrauben.

Die Dachschalung aus Sperrholzplatten schieben Sie über die tiefste Stelle auf die Dachfläche.

Die Dachschalung aus Sperrholzplatten schieben Sie über die tiefste Stelle auf die Dachfläche. Die Platten müssen Sie quer zu den Sparren verschrauben.

Legen Sie die Platten so, dass die Stöße mittig auf einem Sparren liegen.

Legen Sie die Platten so, dass die Stöße mittig auf einem Sparren liegen. Verwenden Sie 6 x 80 mm starke Schrauben, denn die Kombination großformatige Platte und dicke Schrauben sichert die Längsaussteifung der vorderen Pfosten.

Das Verandadach verläuft etwa 30 cm um die Hausecke herum, deswegen müssen Sie zum Schluss hier ein Passstück hinter der oberen Plattenreihe ausmessen und zuschneiden.

Das Verandadach verläuft etwa 30 cm um die Hausecke herum, deswegen müssen Sie zum Schluss hier ein Passstück hinter der oberen Plattenreihe ausmessen und zuschneiden.

Die erste Diele steht mindestens 2 cm über die Bodenbalken über, damit eine Tropfkante entsteht.

Die erste Diele steht mindestens 2 cm über die Bodenbalken über, damit eine Tropfkante entsteht. An den ersten Pfosten müssen Sie diese Diele ausklinken. Etwa 5 mm Dehnungsfuge lassen.

Mit der Stichsäge schneiden Sie die Ausklinkung heraus.

Mit der Stichsäge schneiden Sie die Ausklinkung heraus. Bei Passungenauigkeiten arbeiten Sie die Ausklinkung mit einer Feile oder Raspel nach, das ist feiner und genauer als mit der Säge oder einem Stechbeitel.

Die zweite Diele braucht neben der Ausklinkung für den Pfosten auch eine für den darunter liegenden Stahlwinkel.

Die zweite Diele braucht neben der Ausklinkung für den Pfosten auch eine für den darunter liegenden Stahlwinkel. Per Stechbeitel ausarbeiten.

In der Mitte der Dielenlänge montieren Sie von Anfang an eine sogenannte Lastverteilungslatte, ebenfalls mit zwei Schrauben pro Brett.

In der Mitte der Dielenlänge montieren Sie von Anfang an eine sogenannte Lastverteilungslatte, ebenfalls mit zwei Schrauben pro Brett.

Spannung im Holz? Kein Problem!

Auf einer Länge von fast 4 m kann die Pfette oder der Bodenbalken sich durchaus um einige Millimeter verziehen. Das macht sich dann bei der Passgenauigkeit der Pfostenlänge bemerkbar, der, weil oben vormontiert, am unteren Ende in der Luft steht.

Ein einfacher Trick ist es dann, mit einem Spanngurt, den Sie um Bodenbalken und Pfette schlingen, die beiden einander näher zu bringen, bis die Fuge sich schließt. Dann montieren Sie den Stahlwinkel, der die beiden zusammen hält.

Redakteur Ulrich Wolf über Leimholzpfosten und Regenwasserableitung

Regenwasserableitung© SelbermachenSpätestens beim Traggerüst der Veranda macht sich der Kauf von hochwertigem Holz echt bemerkbar. Von früheren Produktionen kenne ich das brachiale Gefummel bei der Montage, weil das Holz teils zentimeterweise verzogen war. Nicht so in Belsch: Die Leimholzpfosten waren von Anfang bis Ende kerzengerade, und die 6 mm Verzug auf 4 m Länge kann man bei der Pfette und dem Bodenbalken nur erstklassig nennen.

Das Bild für unseren Tipp mit dem Spanngurt auf der vorigen Seite mussten wir deshalb auch nachstellen. Lange haben wir uns auch eine des Gesamthauses würdige Art der Abwasserleitung vom Dach überlegt. Gewonnen mit 4:1- Teamstimmen hat die allseits bekannte Kettenvariante die einfach auch die filigranste ist. Das Loch dafür müssen Sie natürlich in die Schalung bohren, bevor die Dachbegrünung draufkommt.

 

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Fotos: 
Christian Bordes
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