Die vier Wände des Gartenhaus stellen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Gartenhaus selber bauen – Bauabschnitt 2

Die vier Wände des Gartenhaus stellen

Die Wände unseres Gartenhauses sollen nicht nur das Dach auf Höhe halten, sondern durch die integrierte Dämmung den Innenraum auch schön behaglich halten. Die doppelseitige Beplankung aus OSB-Platten machen sie zudem unglaublich stabil.

 
Gartenhaus selber bauen – Bauabschnitt 2: Die Wände stellen © Christian Bordes
Gartenhaus selber bauen – Bauabschnitt 2: Die Wände stellen

Der zweite Bauabschnitt unseres Gartenhauses widmet sich den Wänden. Sie sorgen dafür, dass das Dach auf Höhe gehalten wird. Außerdem integrieren wir eine Dämmung, die das Innere angenehm gemütlich macht.

Die Wahl der richtigen Holzdimensionen

Viele Dinge bei unserem Gartenhaus sind maßgeblich für die Wahl der richtigen Holzdimension der Wände.

Wir entschieden uns für 6 x12-cm-Kanthölzer, denn die sind erstens in der Lage, die recht schwere Dachbegrünung zu tragen (90 kg/qm).

Zweitens bieten sie einer adäquaten Innendämmung genügend Platz (6 cm), und sie bieten drittens der beidseitigen Beplankung genügend Auflage zum Verschrauben (12 cm).

Da bei einem klassischen Ständerwerk die längsaussteifenden Streben fehlen, müssen die großformatigen OSB-Platten von der Größe 122 x 244 cm die Aussteifung übernehmen.

Unser Tipp ist deshalb, so viele ganze Platten wie möglich zu verbauen und den Zuschnitt möglichst begrenzt zu halten.

Wichtig: Bevor Sie die Platten auf das Ständerwerk schrauben, müssen Sie zuvor noch eine Dampfbremsfolie auftackern. Die verhindert, dass die wärmere Luft, die von innen nach außen diffundiert, sich als Kondenswasser in der Dämmung niederschlägt und die Dämmwirkung dahin ist.

dahin ist.

Als Module werden die Gartenhaus-Wände vorgefertigt

Um die Wände zum Teil vorfertigen zu können, brauchen Sie eine relativ große, waagerechte und ebene Fläche. In der Waagerechten zu arbeiten ist hier nämlich wesentlich angenehmer und genauer.

Haben Sie diese Fläche nicht zur Verfügung, sollten Sie sich vier bis fünf Arbeitsböcke (Baumarkt) besorgen, auf die Sie den Ständerrahmen auflegen können. Hierauf lässt sich dann ganz bequem die Folie auftackern und die OSB-Beplankung exakt rechtwinklig verschrauben.

Die einseitig beplankten Wände sind gerade leicht genug, um sie zu Zweit als Ganzes auf dem Boden aufzustellen.

Zum Transport zwischen Scheune und Baustelle griff das Team auf die Hilfe zweier Fahrräder zurück, auf deren Pedalen die Wände wunderbar geschoben werden konnten.

Auch die Glaselemente sollten Sie erst einbauen, wenn die Wände exakt stehen und verankert sind. Die vier Wände verschrauben Sie miteinander und mit dem Boden.

Die Tür- und Fensterelement

Weiß lackierte und mit Doppelverglasung ausgestattete Türen und Fenster selbst zu bauen, wäre ein eigenes Sonderheft wert.

Wir entschieden uns für den einfacheren Weg und bestellten die drei Elemente nach unseren Maßen in einem Baumarkt.

Nachteile: Vier bis sechs Wochen Lieferzeit und knapp 1500 Euro sollte das Ganze kosten. Dafür waren die Holzrahmen erstklassig lackiert und auf den Millimeter genau gebaut.

Entscheidend für die Elementgröße sind immer die Öffnungsmaße, also die lichten Höhen und Breiten zwischen zwei Ständern respektive Riegeln.

Lassen Sie die Rahmen so lange in der Verpackung, bis Sie sie wirklich einsetzen. Die Holzrahmen müssen Sie nach etwa fünf bis sechs Jahren zum ersten Mal nachlackieren.

Der Aufbau der Wände

Die Wände bestehen jeweils aus einem Ständerrahmen, der Dampfbremsfolie und der Innenbeplankung. Für den Baufortschritt und vor allem für die Genauigkeit sollten Sie die Wände genau soweit vorfertigen, denn als Ganzes sind sie einfacher aufzustellen und auszurichten.

Wichtig: Fangen Sie mit der hinteren Längswand an, denn die läuft über die gesamte Bodenlänge und ist somit leicht auszurichten. Zwei Streben, die Sie an Wand und Boden verschrauben halten die Wand im Lot, während Sie sie verankern können.

Weil die zweite Längswand gegen die äußeren Ständer der Querwände gestoßen wird, müssen Sie die beiden Fensterelemente in den Querwänden bereits vor deren Montage einsetzen.

Nur so können Sie die Glaselemente nämlich noch durch den Ständer hindurch verschrauben, später ist das nicht mehr möglich. Ab dann gilt es allerdings, mit höchster Vorsicht weiter zu arbeiten, damit nicht durch Bummeligkeit das Glas zerstört wird.

SELBER MACHEN Redakteur Ulrich Wolf über Platten, Wände und Tacker

Abdeckung© PRNach dem relativ leichten Aufbau des Bodens war das Aufstellen der Wände echte Knochenarbeit. Der Weg zwischen der Scheune, in der wir die Wandelemente vorgefertigt hatten und der Baustelle war nämlich etwa 150 m lang.

Das hört sich nicht nach viel an, aber mit einer über 3 m langen Wand auf dem Buckel ist jeder Meter zu viel. Zum Glück kam uns die Idee mit den beiden Fahrrädern.

Beim Zusammenschrauben der verschiedenen Wandschichten ist wirklich Millimeterarbeit gefragt, denn die Wände müssen exakt rechtwinklig sein. Durch die großformatigen und rechtwinklig geschnittenen OSB-Platten fiel uns das Ausrichten aber sehr leicht.

Mein Tipp: Die Wände sollten Sie am besten in der Waagerechten zusammenbauen. So können Sie die Ständerrahmen und Platten millimetergenau verschieben und müssen Sie dabei nicht immer aufwendig fixieren.

Übrigens: Für alle Folien ist ein guter Handtacker als Werkzeug einfach unschlagbar.

Die vier Wände des Gartenhauses richten sich gegenseitig aus

Den Ständerrahmen bauen Sie zuerst, indem Sie die Stöße einfach stumpf verschrauben.

Den Ständerrahmen bauen Sie zuerst, indem Sie die Stöße einfach stumpf verschrauben. Darauf tackern Sie die Folie auf, dann beplanken Sie.

Eine Dachlatte dient als Strebe beim Aufstellen der ersten Wand.

Eine Dachlatte dient als Strebe beim Aufstellen der ersten Wand. Verschrauben Sie sie am letzten Bodenbalken.

Steht die erste Wand am Platz und im Lot (Wasserwaage), verschrauben Sie eine Strebe pro Seite an ihr.

Steht die erste Wand am Platz und im Lot (Wasserwaage), verschrauben Sie eine Strebe pro Seite an ihr.

Mit kräftigen Spaxschrauben verankern Sie die Wand durch die Schwelle hindurch im Boden.

Mit kräftigen Spaxschrauben verankern Sie die Wand durch die Schwelle hindurch im Boden. Die 180er-Schrauben müssen Sie natürlich vorbohren.

Entfernen Sie eine Strebe und stellen Sie die Querwand auf.

Entfernen Sie eine Strebe und stellen Sie die Querwand auf. Sie muss auf ganzer Ständerlänge an die Längswand geschoben und dort verschraubt werden. Dann die Schwelle verschrauben.

Die Fensterelemente verschrauben Sie durch die Riegel und Ständer hindurch.

Die Fensterelemente verschrauben Sie durch die Riegel und Ständer hindurch. Die Löcher bohren Sie jetzt schon mal vor.

Setzen Sie das Fenster ein, richten Sie es bündig zur Ständeraußenkante aus und setzen Sie drei Schrauben auf den langen und zwei Schrauben auf den kurzen Seiten.

Setzen Sie das Fenster ein, richten Sie es bündig zur Ständeraußenkante aus und setzen Sie drei Schrauben auf den langen und zwei Schrauben auf den kurzen Seiten. Nicht zu tief schrauben!

Das senkrechte Fenster müssen Sie einbauen, bevor die zweite Längswand aufgestellt wird.

Das senkrechte Fenster müssen Sie einbauen, bevor die zweite Längswand aufgestellt wird. Nur so können Sie die Schrauben durch den vorderen Ständer in das Element setzen.

Der obere Querwandabschluss ist gleich der erste Sparren

Die Dampfbremsfolie muss unbedingt auf der Innenseite der Dämmung liegen. Die Gesamtdicke der Wand beträgt 9 cm, dazu kommen später noch Konterlattung und Schalung.

Bohren Sie auch hier vor und verschrauben Sie fünf 150er-Spaxschrauben leicht ins Holz gesenkt.

Bohren Sie auch hier vor und verschrauben Sie fünf 150er-Spaxschrauben leicht ins Holz gesenkt. Drehen Sie sie nicht zu tief ein, sonst könnte Ihnen das Glas knacken.

Stehen die Querwände, brauchen Sie keine Streben mehr zur Abstützung.

Stehen die Querwände, brauchen Sie keine Streben mehr zur Abstützung. Die Längswand wird einfach von vorne gegen die Ständer der Querwände gesetzt und verschraubt.

Nach Plan oder direkt reißen Sie die Ausklinkungen des oberen Sparrens an.

Nach Plan oder direkt reißen Sie die Ausklinkungen des oberen Sparrens an. Arbeiten Sie die dann mit einem Fuchsschwanz für den Begrenzungsschnitt und per Stechbeitel zum Ausstemmen heraus.

Damit die Spaxschraube nicht ganz so lang und somit bruchanfällig wird, senken Sie die Bohrlöcher über den Ausklinkungen mit einem Forstnerbohrer etwa 20 mm tief vor.

Damit die Spaxschraube nicht ganz so lang und somit bruchanfällig wird, senken Sie die Bohrlöcher über den Ausklinkungen mit einem Forstnerbohrer etwa 20 mm tief vor.

Die fertige Querwand in der Ansicht. Beachten Sie, dass der Sparren auch über dem mittleren Ständer eine Ausklinkung benötigt.

Die fertige Querwand in der Ansicht. Beachten Sie, dass der Sparren auch über dem mittleren Ständer eine Ausklinkung benötigt. Der Dachüberstand beträgt 30 cm.

 

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