Eine Gartenlaube zum Wohlfühlen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Philosophenbank

Eine Gartenlaube zum Wohlfühlen

Wer braucht schon teure Flüge und übervolle Strände? Mit einer Philosophenbank und einem spannenden Buch verbringt man freie Tage nur noch im eigenen Garten. Tolle Farben und bequeme Details machen unser Projekt "Gartenlaube" schnell zur neuen Heimat.

 
Die eigene Gartenlaube: eine Philosphenbank zum Entspannen © Chris Lambertsen
Die eigene Gartenlaube: eine Philosphenbank zum Entspannen

Wer wünscht sich nicht einen weiteren schönen Sitzplatz im Garten? Kleine schmucke Bauten wie unsere Gartenlaube - Modell Philosophenbank - bilden hier den perfekten Rückzugsort nach einem langen Arbeitstag oder für ein ungestörtes Wochenende mit einem spannenden Buch.

Die Einzelteile für unsere Gartenlaube haben wir, vor Regen geschützt, in der Werkstatt gefertigt. Im Garten wird alles zusammengebaut und das Dach mit Kerabit-Bitumenschindeln eingedeckt. Die kommen in der Wirkung schon fast an echten Schiefer heran, sind aber günstiger, einfacher und materialsparender zu verlegen.

Als Grundmaterial wählten wir günstiges Kiefernholz ohne Kesseldruckimprägnierung. Den guten Schutz gegen Bläue und Fäulnis besorgt das allseitige Streichen aller Holzteile mit einer lösemittelhaltigen Grundierung. Tipp: Bitte nur im Freien anwenden, da sie schnell in die Nase zieht! Obwohl sie auch als Haftverbesserer für nachfolgende Anstriche dient, haben wir als Zwischenschritt vor dem Lackieren noch eine Grundierung (Primer) eingesetzt.

Richtig gemütlich wird unsere Zweierlaube natürlich nur mit dicken Polstern, die wir mit Outdoorstoff von Jab Anstoetz bezogen haben. Sie können ihn bei Ihrem Raumausstatter vor Ort bestellen. Das Material ist gegen Flecke und Schimmel imprägniert, im Härtefall hilft eine leichte Seifenlauge. Ist die Outdoorsaison im Oktober vorbei, lohnt ein Einlagern auf dem Dachboden bis zu den ersten Sonnenstrahlen im April.

Jetzt sollten Sie Ihr Schmuckstück aber erst mal nach dem persönlichem Tagesrythmus ausrichten: gen Osten als Frühaufsteher für den ersten Kaffee oder gen Westen, wenn man nach Feierabend noch einen Rotwein in der Abendsonne genießen möchte. Und dann können Sie richtig genießen: Mit Kerzenhaltern und ein paar Decken für die kühleren Abendstunden kommt stimmungsvolle Romantik auf, ob mit einem guten Buch oder zwei Gläsern Wein in guter Gesellschaft.

Alle Maße für den erfolgreichen Nachbau

Auf die Maße achten!
Unsere große Konstruktionszeichnung gibt alle Größen und Winkel vor. Es lohnt sich, die Seitenwände, die Rückwand und die Sitzfläche mit Fußbänken in der Werkstatt zu bauen. Draußen erfolgt mit dem Dach die Endmontage.

 
 
  

 

 

 
   
Dekoelement für den Giebel
Das Dekoelement für den Giebel der Laube überträgt man aus der Vorlage auf ein 10 × 10 cm-Raster auf einer großen Pappe. Die untere Rundung stellt man dabei mit einer gebogenen dünnen Holzleiste oder einem Gartenschlauch her.

  
 

Zierköpfe
Die Zierköpfe von Sparren und Pfetten werden ebenfalls auf eine Pappschablone übertragen – im Raster von 5 × 5 cm Größe.

  
 

Die Montage erfolgt vor Ort

  1. Tiefenschutz auftragen© Chris Lambertsen

    Tiefenschutz auftragen

    Wichtig: Schutz vor Feuchtigkeit. Zuerst wird ein lösemittelhaltiges Imprägnieröl als Tiefenschutz aufgetragen, dann folgen eine Grundierung und zwei Anstriche mit Decklack. Dabei die Trocknungszeiten gut beachten!
  2. Außenlack auftragen© Chris Lambertsen

    Außenlack auftragen

    Exakt verklebter Maler krepp sorgt für gerade Kanten. Die Außenlacke aus England gibt es in 132 stimmungsvollen Tönen (Farrow & Ball).
  3. Querbalken verschrauben© Chris Lambertsen

    Querbalken verschrauben

    Nun werden die Querbalken der Rückwand verschraubt – holen Sie sich den Nachbarn zu Hilfe.
  4. Tellerkopfschrauben verbinden© Chris Lambertsen

    Tellerkopfschrauben verbinden

    Für eine haltbare Verbindung sorgen bei uns 8-×-180er-SPAX-Tellerkopfschrauben.
  5. Abstandsleiste anbringen© Chris Lambertsen

    Abstandsleiste anbringen

    Eine vormontierte Abstandsleiste bringt Stabilität beim Aufbau. So lässt sich der Sparren sauber positionieren und wird zugleich entlastet.
  6. Tellerkopfschraube eindrehen© Chris Lambertsen

    Tellerkopfschraube eindrehen

    Im Detail zu sehen und wichtig als Arbeitsgang vor den Schritten in Bild 4 und 5: Mit einem Forstnerbohrer (20 mm) wird 4–5 mm tief vorgebohrt, damit sich der Tellerkopf sauber einsenken kann.
  7. Schraubenlöcher verspachteln© Chris Lambertsen

    Schraubenlöcher verspachteln

    Mit einem 2-Komponenten-Spachtel werden die Löcher gefüllt und die Schrauben verdeckt. Dabei füllt man Löcher nur Stück für Stück, damit keine Luftblasen eingeschlossen werden.
  8. Spachtel schleifen© Chris Lambertsen

    Spachtel schleifen

    Schon nach einer halben Stunde ist der Spachtel durchgehärtet und wird plan geschliffen. Jetzt die Lackierung noch einmal ausbessern.
  9. Eingefräste Phasen© Chris Lambertsen

    Eingefräste Phasen

    Schönes Detail: Eingefräste Phasen sorgen für das zierliche und harmonische Bild der Laube.
  10. Sparren positionieren© Chris Lambertsen

    Sparren positionieren

    Die Sparren werden hinten bündig positioniert, vorn sind sie 14 cm weit eingerückt.
  11. Sparren befestigen© Chris Lambertsen

    Sparren befestigen

    Mit 8-×-200er-Tellerkopfschrauben werden die Sparren auf den Pfetten befestigt. Die SPAX ziehen sich ohne Vorbohren ganz leicht ins Holz.
  12. Dach beplanken© Chris Lambertsen

    Dach beplanken

    Als Nächstes wird das Dach mit einseitig gestrichenen Profilbrettern beplankt.
  13. Dekoelement anschrauben© Chris Lambertsen

    Dekoelement anschrauben

    Von innen wird das Dekoelement gegen eine aufgeschraubte Leiste (2 × 2 × 60 cm) geschraubt. Es stützt auch das Dach statisch.
  14. Dach aufdoppeln© Chris Lambertsen

    Dach aufdoppeln

    Eine Aufdopplung mit einer 1-cm-Sperrholzplatte bringt die passende Schichtdicke, damit die Dachpappnägel nicht durchstoßen.
  15. Profilbretter aufnageln© Chris Lambertsen

    Profilbretter aufnageln

    Danach werden die Profilbretter für Rück- und Seitenwände mit Drahtstiften aufgenagelt.

Bitumenschindeln sind im Nu verlegt!

  1. Traufstreifen befestigen© Chris Lambertsen

    Traufstreifen befestigen

    Alles beginnt mit dem Befestigen des Traufstreifens durch Pappnägel (20 × 2,8 cm). Unten steht der Streifen 2 cm als Tropfkante über.
  2. Schutzfolie abziehen© Chris Lambertsen

    Schutzfolie abziehen

    Von jeder Lage wird die Schutzfolie abgezogen, der Bitumenkleber verbindet sich bei Sonne.
  3. Lagen aufnageln© Chris Lambertsen

    Lagen aufnageln

    Beim Aufnageln der neuen Lagen sollte man genau auf den Musterverlauf achten.
  4. Überstand abtrennen© Chris Lambertsen

    Überstand abtrennen

    Überstehende Bitumenschindeln werden mit einem stabilen Cuttermesser an der Dachkante abgetrennt. Bei Bedarf hilft eine Metallschiene.
  5. Kantenabdeckleiste aufschrauben© Chris Lambertsen

    Kantenabdeckleiste aufschrauben

    Nun wird die endlackierte Kantenabdeckleiste aufgeschraubt. Gut im Bild: die 2-cm-Tropfkante.
  6. Das fertige Dach© Chris Lambertsen

    Das fertige Dach

    Die Bitumenschindeln aus Finnland passen sich durch das hübsche Wellenmuster und die schwarzgrüne Schattierung gut in den Garten ein (Kerabit).

Fußbank für Komfort

Raffiniertes Detail ist die ausziehbare Stütze, wenn man beim Lesen die Beine lang machen möchte. Der Auszug eignet sich auch prima als Beistelltisch. Eine Schraube dient als Anschlag, damit der maximale Auszug begrenzt wird (rechts). Die Polster der Fußbank werden mit Klettband befestigt. Das Flauschband wird auf den Stoff genäht, das Hakenband vorsichtig mit Kraftkleber aufs Holz geklebt (Uhu).

FOTO: Chris Lambertsen; Zeichnungen: Tillmann Straszburger

Tags: 
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren