Gerätehaus selber bauen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Schilderhaus, Gartenhaus, Gerätehaus

Gerätehaus selber bauen

Wer sagt eigentlich, dass Gerätehäuschen für den Garten immer nur braune Kisten sein dürfen? Wir beweisen Mut und bauen ein Schilderhäuschen nach – in Anlehnung an die eines berühmten europäischen Königshauses. „Aaachtung! Harken zusammen! Kehrt aus!“

 
Gerätehaus © Chris Lambertsen
Gerätehaus

Mehr Platz als ein königlicher Wachsoldat bei Regenwetter brauchen auch die Gartengeräte nicht. Nur 0,6 qm Grundfläche hat unser Häuschen, aber es ist so geschickt genutzt, dass Sie erstens alles und zweitens das auch noch sehr übersichtlich unterbringen können. Dass Sie hier jederzeit selbst noch mit reinpassen und bei Bedarf auch die ein oder andere Pirouette drehen können, sei der Türhöhe von gut 2 m und der Innenhöhe von 2,17 m gedankt. Die Geräte stehen bei allzeit offener Tür bestens belüftet, aber dennoch regensicher. Bodenbretter, die auf Lücke gelegt werden, verhindern, dass sich Nässe im Haus sammeln und dort den üblichen Schaden anrichten kann.

Der besondere Clou des Ganzen ist ein ebenso einfaches wie sicheres Fundament. Da unser Gartenhaus zwar relativ klein ist, aber dem Wind eine nicht zu unterschätzende Angriffsfläche bietet, muss es stabil in der Erde verankert sein. Das übernehmen insgesamt vier Gehwegplatten in den Maßen 50 x 50 x 5 cm. Die graben Sie einfach paarweise so weit senkrecht in den Boden ein, dass sie noch etwa 6 bis 8 cm herausragen. Wichtig: Alle vier Kanten müssen waagerecht auf einer Höhe verlaufen, so dass der Bodenrahmen aus KDI-Fichtenholz eine ebene Auflage zum Verschrauben findet.

Zugeschnitten wird erst am Schluss

 

Fichtenholz ist auch das Material für den Rest des Gerätehäuschens, und zwar in Form von Profilbrettern, Quadrat- und Rechteckleisten. Wir haben uns bemüht, gängige Holzquerschnitte aus dem Baumarkt zu verwenden. Falls Ihr Holz in seinen Abmessungen nicht hundertprozentig übereinstimmt, hat das keinen Einfluss auf das Bauprinzip und die Außenmaße der Bauteile. Die werden nämlich grundsätzlich erst nach dem Zusammenstecken und rückseitigen Verschrauben mit einer Handkreissäge auf Maß geschnitten. So fallen automatisch an den Rändern Nuten und Federn weg, außerdem entfällt das Ausrichten von fertig zugeschnittenen Brettern. Bei dem günstigen Preis von Fichtenholz kann man den etwas höheren Verschnitt verkraften.

Einzige konstruktive Herausforderung ist das Ausschneiden des Türbogens aus den Profilbrettern der vorderen Giebelwand. Wir empfehlen, den Halbkreis mit dem Radius von 30 cm mit einem Zirkel auf ein Stück Pappkarton vorzuzeichnen, mit der Schere auszuschneiden und dann erst auf das Holz zu übertragen. Durch das Profil der Bretter ist es nämlich äußerst fummelig, einen sauberen Halbkreis mit dem Zirkel auf dem Holz zu schlagen. Fichte im Außenbereich bedarf dringend des Schutzes. Der besteht aus einem Anstrich mit Universalgrund und einem schönen bunten Decklack Ihrer Wahl. Den werden Sie sicherlich zweimal verstreichen müssen, damit das Holz nicht mehr saugt. Verwenden Sie Acryllacke. Die trocknen schneller als Alkydharzlacke, und Sie können Ihren Pinsel mit Wasser auswaschen.

Und das brauchen Sie:

 

Profilbretter, Fichtenholz

16 Stück à 203 cm* (19,5 x 96 mm; Seiten)

19 Stück à 235 cm* (19,5 x 96 mm; Giebel)

7 Stück à 40 cm* (19,5 x 96 mm; Eingang)

18 Stück à 81,5 cm* (19,5 x 96 mm; Dach)

Rechteckleisten, Fichtenholz

2 Stück à 101 cm (25 x 55 mm; Rückwand)

1 Stück à 107,5 cm (25 x 55 mm; Rückw. unten)

8 Stück à 61 cm (25 x 55 mm; Seiten)

6 Stück à 20 cm (25 x 55 mm; Giebel vorne)

8 Stück à 66 cm* (25 x 55 mm; Dach)

4 Stück à 80 cm (10 x 55 mm; Ortgang)

2 Stück à 81,5 cm (20 x 30 mm; Traufleisten)

Bretter, Fichtenholz kdi

3 Stück à 54 cm (30 x 70 mm; Bodenrahmen)

2 Stück à 107 cm (30 x 70 mm; Bodenrahmen)

7 Stück à 102 cm (21 x 90 mm; Boden)

Sonstiges:

1 Packung Bitumenschindeln (etwa 3 qm)

1 Spleitex-Seil, Länge 6 m

4 Gehwegplatten, 50x50x5 cm

etwa 400 Spaxschrauben, 4x40 mm

  1. Zeichnung des GerätehäuschensZeichnung des Gerätehäuschens© Tillman Straszburger

    Zeichnung des Gerätehäuschens

    Achtung: Bei allen Bauteilen, die einen Schräg- oder Gehrungsschnitt erhalten, handelt es sich in der Zeichnung um die genauen Zuschnittmaße. In der Materialliste finden Sie hingegen die Rohmaße der Hölzer.
  2. BodenkonstruktionBodenkonstruktion© Chris Lambertsen

    Bodenkonstruktion

    Die Bodenkonstruktion ist ein einfacher Rahmen aus kesseldruck imprägniertem Fichtenholz, der mit 120er-Spaxschrauben verbunden ist. Er liegt auf den Gehwegplatten auf und trägt sowohl die Wände als auch die Bodenbretter.
  3. Bretter grundierenBretter grundieren© Chris Lambertsen

    Bretter grundieren

    Bevor Sie die Profilbretter zusammenstecken, müssen sie grundiert und vorlackiert werden. So erscheinen später am fertigen Gartenhaus nach dem unvermeidlichen Arbeiten des Holzes keine ungestrichenen Federn.
  4. Querriegel und Leisten zuschneidenQuerriegel und Leisten zuschneiden© Chris Lambertsen

    Querriegel und Leisten zuschneiden

    Alle Querriegel und Leisten lassen sich hervorragend in einer Schneidlade auf Länge schneiden. Eine Tischkreissäge ist somit unnötig, eine Stichsäge zu unpraktisch.
  5. Markierung setzenMarkierung setzen© Chris Lambertsen

    Markierung setzen

    Stecken Sie so viele Bretter zusammen, bis die geforderte Breite erreicht ist. Die Querriegel legen Sie auf, richten sie aus und zeichnen zwei diagonal versetzte Bohrlöcher je Brett an.
  6. Querriegel verschraubenQuerriegel verschrauben© Chris Lambertsen

    Querriegel verschrauben

    Haben Sie die Bohrlöcher vorgebohrt und, ganz wichtig, angesenkt, verschrauben Sie die Querriegel mit den Profilbrettern. Achten Sie darauf, dass die Schrauben nicht auf der Vorderseite wieder austreten.
  7. Wände zusägenWände zusägen© Chris Lambertsen

    Wände zusägen

    Erst wenn die Querriegel verschraubt sind, schneiden Sie die Wände mit der Handkreissäge in Länge und Breite auf Maß. Achtung: Die beiden Seitenwände erhalten oben einen 30°-Schrägschnitt. Benutzen Sie immer eine festgeklemmte Anschlagsleiste.
  1. TürausschnittTürausschnitt© Chris Lambertsen

    Türausschnitt

    Die vorderen Giebelwand erhält den Türausschnitt. Um den Verschnitt zu minimieren, legen Sie Restbretter so aus, das sie Giebel und halbrunden Ausschnitt abdecken. Federn vorstreichen nicht vergessen!
  2. Tür aussägenTür aussägen© Chris Lambertsen

    Tür aussägen

    Sind die Bretter mit Querriegeln verschraubt, legen Sie sich eine Pappschablone mit der Rundung auf, übertragen die auf die Bretter und schneiden sie per Stichsäge aus. Für die Schrägen verwenden Sie wieder die Handkreissäge.
  3. Montageleiste verschraubenMontageleiste verschrauben© Chris Lambertsen

    Montageleiste verschrauben

    Vorder- und Rückwand benötigen aufrechte Leisten an den Seiten für die Verbindung mit den Seitenwänden. Sie springen um Profilbrettstärke von den Außenkanten zurück. Eine Montageleiste hält den Ausschnitt stabil.
  1. Dachflächen verschraubenDachflächen verschrauben© Chris Lambertsen

    Dachflächen verschrauben

    Für die beiden Dachflächen können Sie die Spaxschrauben von außen in die beiden Sparren setzen. Vorbohren und versenken sind auch hier Pflicht. Wichtig: Überprüfen Sie immer wieder die Rechtwinkligkeit der Flächen.
  2. Erste Bahn Schindeln anbringenErste Bahn Schindeln anbringen© Chris Lambertsen

    Erste Bahn Schindeln anbringen

    Das Verlegen der Bitumenschindelbahnen beginnt an der Traufkante. Von der ersten Bahn schneiden Sie mit dem Cutter die Schindeln ab und nageln sie mit der Schnittkante nach oben auf die Dachflächen, so dass auch die unbesandete Kontaktfläche oben liegt. Wichtig: 1. Die Nägel sollen mit etwa 3 cm Abstand zum oberen Rand und mittig zu den Schindeln der zweiten Bahn angeordnet sein. 2. Die Nägel sollen so weit eingeschlagen werden, dass die Köpfe auf der Bahn aufliegen, sich aber nicht eindrücken. 3. Die Bahn soll etwa 2 cm Traufüberstand haben.
  3. Zweite Bahn Schindeln anbringenZweite Bahn Schindeln anbringen© Chris Lambertsen

    Zweite Bahn Schindeln anbringen

    Die zweite Bahn beginnt mit einer ganzen Schindel, die dritte mit einer halben und so weiter. Der Klebestreifen der Unterseite (Schutzfolie nicht abziehen!) liegt auf der Kontaktfläche der Oberseite; die Bahnen verkleben durch das Auflagegewicht miteinander. Die Nägel werden 3 cm oberhalb der Einschnitte eingeschlagen.
  1. Wände und Boden verschraubenWände und Boden verschrauben© Chris Lambertsen

    Wände und Boden verschrauben

    Bei der Montage Wände miteinander und dem Bodenrahmen verschrauben. Löcher vorbohren und ansenken.
  2. Bodenbretter verschraubenBodenbretter verschrauben© Chris Lambertsen

    Bodenbretter verschrauben

    Die Bodenbretter auf Lücke setzen und mit dem Bodenrahmen verschrauben.
  3. Ortgangsleisten verschraubenOrtgangsleisten verschrauben© Chris Lambertsen

    Ortgangsleisten verschrauben

    Die Ortgangleisten sind L-förmig verleimt. Das erleichtert das Anschrauben unter den Dachflächen.
  4. Übergänge abdichtenÜbergänge abdichten© Chris Lambertsen

    Übergänge abdichten

    Übergänge zwischen Ortgangsleisten und Dachflächen dichten Sie mit Bitumen ab.
  1. GerätehausGerätehaus© Chris Lambertsen

    Gerätehaus

    Ordnung muss sein, gerade wenn der Platz begrenzt ist.
  2. Aufhänger für GartenwerkzeugeAufhänger für Gartenwerkzeuge© Chris Lambertsen

    Aufhänger für Gartenwerkzeuge

    Einfache, an die Querriegel geschraubte Bretter sorgen für eine breite Aufhängung und gesicherte Ablagen.
  3. Kabelschelle und FahrradspannerKabelschelle und Fahrradspanner© Chris Lambertsen

    Kabelschelle und Fahrradspanner

    Kabelschellen und Fahrradspanner bieten Kleingeräten einen guten und elastischen Halt.
  4. Spleitex-SeilSpleitex-Seil© Chris Lambertsen

    Spleitex-Seil

    Ein Spleitex-Seil (∅ 20 mm), mit Goldspray lackiert, verdeckt die unschönen Profilholzkanten am Eingang.

Wo gibt´s...?

 

Bitumenschindeln: Iko GmbH | Tel. (0 35 23) 726 73

Grundierung & Lack: Schöner Wohnen Farbe über J.D. Flügger | Tel. (0 1805) 35 8344 37 (12 Cent/Minute)

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