Gewächshaus renovieren leicht gemacht! | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Stegdoppelplatten

Gewächshaus renovieren leicht gemacht!

Wenn die alte Eindeckung auf dem Gewächshaus spröde und brüchig ist, wird es Zeit für eine Renovierungsaktion. Durch neue Stegdoppelplatten kommt wieder viel Sonnenlicht ins Innere und verhilft den Pflanzen zu bestem Wachstum.

 
Gewächshaus renovieren © Chris Lambertsen
Gewächshaus renovieren

© SelbermachenSchon lange war mir die Eindeckung meines Gewächshauses ein Dorn im Auge: Selbst große Putzaktionen haben die Stegdoppelplatten nicht mehr richtig sauber bekommen. Über 20 Jahre alt, lagern sich nun Schmutz und Algenbeläge auf der spröden Oberfläche an. Die Folge: Es dringt zu wenig Sonnenstrahlung ins Innere.

Dadurch treiben die Pflanzen weiche Riesenblätter und setzen zu wenig Blüten und Früchte an.Unbedingt muss eine neue Außenhülle her! Dafür habe ich die Platten ausgemessen und entsprechende Ware bequem per Internet bestellt.

Planung und Preise

Die Quadratmeterpreise liegen bei circa zehn Euro. Einige Firmen bieten gegen Aufpreis einen Zuschnittservice. Da mein Gewächshaus im Windschatten liegt und ich über den Winter nicht heize, reichen mir vier Millimeter starke Stegdoppelplatten. Die kann ich gut per Cutter und Metallschiene in Form bringen. Für ein ganzes Haus lohnt jedoch eine Handkreissäge.

Regale soll es auch geben, die müssen aber erst noch bestellt werden. Wichtig beim Arbeiten: Die beidseitige Schutzfolie wird erst kurz vor dem Eindecken entfernt. Sie markiert die gegen UV-Strahlung vergütete Oberseite. Kommt fälschlicherweise die Unterseite nach oben, wird diese schon nach wenigen Jahren blind. Befestigt werden die Platten mit praktischen Glasklemmen.

Die Oberkanten am Firstbereich, an Dach-, First- und Seitenwänden werden zusätzlich mit Silikon abgespritzt – so hat Wind keine Chance, und vor allem können Wasser und Schmutz nicht in die Hohlkammern gelangen.

Tipp: Wer Materialkosten sparen möchte und bei wem die Optik dank hoher Hecke keine große Rolle spielt, deckt einfach nur Stehwand- und Dachfläche auf der Südseite ein – das reicht schon aus, um die Sonne hereinzulassen.

Am längsten dauern die Vorarbeiten ...

  1. Dachfenster anheben© Chris Lambertsen

    Dachfenster anheben

    Als Erstes werden die Dachfenster angehoben und aus der Führungsschiene geschoben.
  2. Schmutz entfernen© Chris Lambertsen

    Schmutz entfernen

    Dann werden die alten Platten aus der Konstruktion entfernt. Sie dienen später als Maß für den Zuschnitt. Liegt alles frei, werden Schmutz und Algen mit einem groben Besen oder Handfeger entfernt.
  3. Hohlkammerplatte zuschneiden© Chris Lambertsen

    Hohlkammerplatte zuschneiden

    Die neuen Hohlkammerplatten sind ebenfalls nur 4 mm stark, werden per Cutter passend geschnitten.
  4. Alternativ: mit Handkreissäge zuschneiden© Chris Lambertsen

    Alternativ: mit Handkreissäge zuschneiden

    Genauer und schneller geht es per Handkreissäge. Festool liefert dazu eine praktische Führungsschiene.
  5. Klammern einsetzen© Chris Lambertsen

    Klammern einsetzen

    Sechs Klammern halten je eine Platte in Form. Bei 180 cm Länge mit Abständen von 30, 60, 60, 30 cm. Der breite Klammersteg sollte beim Einsetzen immer auf der Plattenoberfläche lagern. Eine Maurerschnur spart ständiges Messen bei der Positionierung.
  6. Klebemittelreste heraustrennen© Chris Lambertsen

    Klebemittelreste heraustrennen

    Jetzt sind die Dachfenster dran: Mit einem scharfen Cutter werden Reste von altem Klebemittel herausgetrennt, dann wird das Fenstergestell mit Seifenlauge (Geschirrspülmittel) gründlich abgebürstet und mit viel klarem Wasser abgespült.
  7. Silikon auftragen© Chris Lambertsen

    Silikon auftragen

    Sind die Oberflächen getrocknet, kommt „Schimmelblocker Aktiv-Silikon“ zum Einsatz – als dauerhafter Kleber für die zugesägten Fensterplatten (Pattex).
  8. Fensterscheibe einlegen© Chris Lambertsen

    Fensterscheibe einlegen

    Vorsichtig die Fensterscheiben einlegen und nach einem Tag Aushärten wieder einsetzen.
  9. Automatischer Fensterheber© Chris Lambertsen

    Automatischer Fensterheber

    Ein automatischer Fensterheber erleichtert die Lüftung und verhindert Hitzestau (Beckmann KG). Wichtig: Er wird im Winter demontiert, sonst friert er kaputt.
  10. Fertig ist das neue Dach.© Chris Lambertsen

    Fertig ist das neue Dach.

    Die glatte Oberfläche der neuen Platten erübrigt Putzaktionen und verhindert Algenwuchs.

Ein neuer Weg – im Handumdrehen fertig

  1. Rasenkanten verlegen© Chris Lambertsen

    Rasenkanten verlegen

    Nach der Außenhülle geht es jetzt an das Innenleben – für Pflanz- und Pflegearbeiten sowie das tägliche Gießen braucht man einen festen Weg unter den Füßen. Rasenkanten (oder Rasenborde) aus Beton sind preisgünstig und im Nu verlegt. Ist der Boden im Gewächshaus noch sehr locker, lohnt das Verdichten per Handstampfer.
  2. Mauerschnur spannen© Chris Lambertsen

    Mauerschnur spannen

    Jetzt spanne ich eine Maurerschnur an Bambusstangen (oder Schnurnägeln) als waagerechte Orientierungshilfe für das Abziehen des Untergrundes. Die Vorgabe ergibt sich aus der Türbreite, die genauso groß ist wie ein Feld der Rückwand. Weil der Untergrund locker und steinfrei ist, nehme ich anstelle eines Abziehbrettes einfach die Wasserwaage.
  3. Unebenheiten ausgleichen© Chris Lambertsen

    Unebenheiten ausgleichen

    Die Platten werden mittig zwischen den Schnüren verlegt. Wenn die Übergänge noch nicht ganz stolperfrei sind, gleicht man die Unebenheiten vorsichtig mit dem Gummi hammer aus. Tipp: Schlagen Sie dabei nicht zu stark in der Plattenmitte auf – das gerade mal 4 cm starke Material könnte sonst brechen.
  4. Steinmehl einarbeiten© Chris Lambertsen

    Steinmehl einarbeiten

    Dann wird der sandige Boden mit „Luzian“-Steinmehl verbessert. Es wird nach Anleitung aufgestreut und intensiv in die oberste Bodenschicht eingegrubbert. So verbessert es die Struktur und Wasserhaltefähigkeit, erspart häufiges Gießen.
  5. Pflanzen im Gewächshaus© Chris Lambertsen

    Pflanzen im Gewächshaus

    Denkt man noch an reifen Kompost und Guano-Dünger, gedeihen Tomaten im Gewächshaus besonders gut. Zu ihren Füßen wird bald in Topfplatten vorgezogener Feldsalat ausgepflanzt und übernimmt damit die Vitaminversorgung im Winter.

Text: Arne Janssen; Fotos: Chris Lambertsen, Privat

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