Pavillon selber bauen: Rundum-Ausblick ins Grüne | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Achtkantige Gartenlaube

Pavillon selber bauen: Rundum-Ausblick ins Grüne

Nach wie vor ist der kleine Garten-Pavillon das lauschigste Plätzchen für den sommerlichen Nachmittagstee. Unser kleines Modell bietet dazu genug Raum für Ihre Gäste und einen ungetrübten Rundum-Ausblick ins Grüne. Nachgebaut und hereinspaziert!

 
Unser Garten-Pavillon aus Lärchenholz © Chris Lambertsen
Unser Garten-Pavillon aus Lärchenholz

Bei einem klassischen Pavillon müssen Sie auch als versierter Selbermacher immer gleich um mehrere Ecken denken. Sechs oder acht Ecken hat er in der Regel, um die Grundfläche so klein wie möglich zu halten. Umso wichtiger ist es, in den konstruktiven Details möglichst einfach und unkompliziert zu bleiben. In unserem Falle ist das achtekkige Dach selbst für Nicht-Zimmerleute einfach nachzubauen, weil wir auf die schwierigen, weil mehrfach schrägen Schnitte verzichteten.

Um nicht nur den Aufbau, sondern auch die Kosten überschaubar zu halten, verwendeten wir Fichtenholz als sogenanntes KVH (Konstruktionsvollholz) als Baumaterial. Die acht Pfosten sind in Leimholz gewählt, die sind erstens dimensionsstabil und bieten zudem eine gute optische Qualität ohne Schälkante und (sonst zulässige!) Bläue. Fichtenholz müssen Sie allerdings mit Bläueschutz und Wetterschutzfarbe gegen die Witterung schützen. Im Bodenbereich sollten Sie für die Nut- und Federdielen auf Lärchenholz zurückgreifen. Das ist etwas härter als Fichte, und Sie müssen es nicht oberflächenbehandeln, was bei einem Bodenbelag immer etwas schwierig ist.

Die Firstplatte hält alle Sparren zusammen

Die beiden Grundmaße, aus denen sich der gesamte Grundriss von selbst ergibt, sind zum einen die 90 cm Breite der Rankgitter, die wir als Zierelement in vier der acht Wände einbauen, und die 110 cm Durchgangsbreite zwischen zwei Pfosten. Falls Sie nicht unserern Bauplan zu diesem Pavillon bestellen, empfehlen wir Ihnen, sich zumindest eine Hälfte des Grundrisses im Maßstab 1:1 oder 1:2 auf eine Spanplatte aufzureißen. Das gilt besonders für die Platzierung des Pfettenkranzes, der ähnlich einem Ringanker die acht Pfosten miteinander verbindet. Diese Pfetten sind verdeckt überblattet, um von der Vorderansicht kein Hirnholz zu sehen. Da die überblatteten Pfettenstöße, die darunter stehenden Pfosten und die darauf aufliegenden Sparren später mit einer 10 mm-Gewindestange und Muttern verbunden werden sollen, ist hier absolute Maßarbeit angesagt.

Für die Befestigung der Bodenhölzer an den Pfosten benötigen Sie sogenannte Balkenschuhe (Typ B). Diese Beschläge sind auf der Innenseite der Schuhe zu nageln. Den Bodenbelag aus Nut- und Federbrettern nageln Sie dann auf die Bodenhölzer auf.

Das Dach ist eine zweischalige Konstruktion aus Rauspund auf den Sparren und einer darauf aufliegenden Stülpschalung aus schmalen Glattkantbrettern. Die untere Schalung dient der Aussteifung des Pavillons, die obere Schicht ist lediglich optisches Element. Die acht Dachgrate erhalten zur wasserfesten Abdichtung eine T-förmige Holzleiste.

Um dem Ganzen Farbe und Schutz zu geben, ist ein Anstrich mit deckender Wetterschutzfarbe angesagt. Die Farbe ist so elastisch eingestellt, dass selbst hohe Oberflächentemperaturen im Hochsommer sie nicht zum Reißen und Abplatzen bringen. Vorab müssen Sie alle Fichtebauteile mit einem Bläueschutzanstrich versehen.

Fertiger Gartenpavillon© SelbermachenEine Firstplatte, acht Sparren und der Pfettenkranz bilden die sehr unaufwendige Dachkonstruktion.

Bauanleitung Garten-Pavillon

  1. Zeichnung mit allen DetailsZeichnung mit allen Details© Tillman Straszburger

    Zeichnung mit allen Details

    Die Zeichnung enthält alle Details, die in den Arbeitsfotos nicht gezeigt werden konnten. Falls Ihnen das zum Nachbauen nicht ausreicht, empfehlen wir Ihnen unseren Bauplan.
  2. Fundamentlöcher ausrichtenFundamentlöcher ausrichten© Chris Lambertsen

    Fundamentlöcher ausrichten

    Die Fundamentlöcher für die Pfosten müssen genau ausgerichtet sein. Eine Schablone aus Latten hilft dabei. Anschließend bohren Sie die Sacklöcher für die Dollen der Pfostenschuhe sowie für die Sicherungsmuttern der Gewindestangen.
  3. Pfosten auf Pfostenschuhe schraubenPfosten auf Pfostenschuhe schrauben© Chris Lambertsen

    Pfosten auf Pfostenschuhe schrauben

    Die Pfosten (10 x 10 cm) werden auf Pfostenschuhe mit durchgehender Dolle geschraubt. Verwenden Sie Edelstahlschrauben, damit das Holz sich nicht verfärbt.
  4. Pfosten befestigenPfosten befestigen© Chris Lambertsen

    Pfosten befestigen

    Mit Hilfe der Schablone werden die Pfosten so über den 60 cm tiefen Fundamentlöchern befestigt, dass die Dollen in die Löcher ragen. Estrichbeton anmischen, in das Loch füllen und mindestens fünf Tage lang aushärten lassen.
  5. Markierte Bereiche herausarbeitenMarkierte Bereiche herausarbeiten© Chris Lambertsen

    Markierte Bereiche herausarbeiten

    Den Pfettenkranz aus acht Kanthölzern überblatten Sie unter 22,5°. Mit Stechbeitel und Hammer werden die markierten Bereiche herausgearbeitet.
  6. Loch bohrenLoch bohren© Chris Lambertsen

    Loch bohren

    In der Mitte der Überblattung bohren Sie ein Loch für die Gewindestange, die die Verbindung zum Pfosten sicher stellt.
  7. Überblattungsflächen verleimenÜberblattungsflächen verleimen© Chris Lambertsen

    Überblattungsflächen verleimen

    Beim Aufsetzen auf Pfosten und Gewindestange werden die Überblattungsflächen der Pfetten mit PU-Leim verleimt.
  8. Sicherung durch Muttern und UnterlegscheibenSicherung durch Muttern und Unterlegscheiben© Chris Lambertsen

    Sicherung durch Muttern und Unterlegscheiben

    Das untere Ende der Gewindestangen sichern Sie durch durch Muttern und Unterlegscheiben.
  9. Aufstellen der KonstruktionAufstellen der Konstruktion© Chris Lambertsen

    Aufstellen der Konstruktion

    Beim Aufstellen sichern Sie die Konstruktion vorläufig mittels diagonal befestigter Latten.
  10. Sparren verschraubenSparren verschrauben© Chris Lambertsen

    Sparren verschrauben

    Die Sparren werden an der Firstplatte, dem Herzstück der Dachkonstruktion, verschraubt. Die Sparren laufen nicht bis in den Firstpunkt, um schwierige Winkelschnitte zu vermeiden.
  11. Unterkonstruktion befestigenUnterkonstruktion befestigen© Chris Lambertsen

    Unterkonstruktion befestigen

    Die Unterkonstruktion wird mittels Lochplatten und Balkenschuhen sowie Ankernägeln an den acht Pfosten befestigt.
  12. Brüstungsbretter in Form bringenBrüstungsbretter in Form bringen© Chris Lambertsen

    Brüstungsbretter in Form bringen

    Um die Brüstungsbretter in Form zu bringen, presst man mehrere mit Schraubzwingen zusammen und sägt dann mittels Handkreissäge Dreiecke auf beiden Seiten heraus.
  13. Brüstungsbretter lackierenBrüstungsbretter lackieren© Chris Lambertsen

    Brüstungsbretter lackieren

    Die zuvor mit Holzschutzgrund behandelten Brüstungsbretter sollten mindestens zweimal im gewünschten Farbton lackiert werden.
  14. Dachschalung aufnageln und zuschneidenDachschalung aufnageln und zuschneiden© Chris Lambertsen

    Dachschalung aufnageln und zuschneiden

    Die grundierte Dachschalung nageln sie mit Überstand auf und schneiden diesen per Handkreissäge auf Maß.
  15. Dacheindeckung aufnagelnDacheindeckung aufnageln© Chris Lambertsen

    Dacheindeckung aufnageln

    Die eigentliche Dacheindeckung besteht aus grundierten und zweimal gestrichenen Glattkantbrettern (9,4 cm x 1 cm), die überlappend auf die Schalung genagelt und durch jeweils eine mit Universaldichtung versehene T-Leiste auf jedem Sparren abgedichtet werden.
Artikel aus selber machen Ausgabe 09/2008. Jetzt abonnieren!
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