Gartenhaus selber bauen - Dachbegrünung
Gartenhaus selber bauen – Bauabschnitt 4

Gartenhaus: Dachbegrünung selber machen

Die Dachbegrünung und die damit verbundene hundertprozentige Abdichtung der Dachhaut unseres Gartenhauses haben wir komplett den Profis der Firma Re-Natur überlassen. Das vor allem deshalb, weil das Verschweißen und Verkleben der verschiedenen PVC-Komponenten viel Erfahrung und ein verlässliches Augenmaß erfordert, vor allem beim Umgang mit dem Quellschweißmittel und der Heißluftpistole.

 
Gartenhaus selber bauen – Bauabschnitt 4: Dachbegrünung selber machen © Christian Bordes
Gartenhaus selber bauen – Bauabschnitt 4: Die Dachbegrünung

Für den Zuschnitt der Dachrandprofile unserer Gartenhauses benötigt man übrigens einen rechten und einen linken Knabber, um die beidseitigen Winkel im Profil sauber herausschneiden zu können.

Bei einer wie hier eingebauten extensiven Dachbegrünung sind die Substratdicken nur zwischen 3 und 15 cm hoch (bei intensiver Begrünung zwischen 25 und 35 cm). Das spart enorm an Gewicht, dämmt aber nicht ganz so gut, was bei einem ohnehin gut gedämmten Gartenhaus wie unserem allerdings zweitrangig ist.

Die hier eingesetzten Sukkulenten sind Pflanzen, die in ihren Blättern und Wurzeln viel Wasser speichern können und dementsprechend sehr sonnige Plätze wie Dachflächen gut vertragen können.

Mit der Zeit kommen sicher auch ein paar Gäste aufs Neue Dach, vor allem die Moose. Auch sie sind sehr genügsam, brauchen nur etwa 2 cm an Substratdicke.

Um einen allzeit funktionierenden Ablauf des Regenwassers zum Abflussstutzen hin zu gewährleisten, wird entlang des Dachrandes gerne ein Streifen aus mittelgroßen Kieselsteinen verlegt.

Die lassen das Wasser gut passieren und verhindert außerdem, dass die Pflanzen allzu wild über den Dachrand wuchern. An den Abflusstutzen schließen Sie ein Fallrohr oder eine Kette an.

Dachbegrünung selber machen ist eine echte Schichtarbeit

  1. Ränder abschneidenRänder abschneiden© Christian Bordes

    Ränder abschneiden

    Erst wenn die Fläche fertig verschalt ist, schneiden Sie die Ränder mit der Handkreissäge auf Länge und Breite. Eine aufgeschraubte Anschlagleiste hilft, die Richtung zu halten.
  2. Aufkantungen montierenAufkantungen montieren© Christian Bordes

    Aufkantungen montieren

    Die Aufkantungen montieren Sie komplett und mit den fertigen Längen vor.
  3. Aufkantungen verschraubenAufkantungen verschrauben© Christian Bordes

    Aufkantungen verschrauben

    Setzen Sie die Aufkantungen auf den Dachrand auf und verschrauben Sie sie durch die Blende hindurch in die Dachschalungskante. Achten Sie darauf, dass die Blende lotrecht steht.
  4. © Christian Bordes

    Setzen Sie die Schrauben im maximalen Abstand von 30 cm.
  5. Auskantungen verschraubenAuskantungen verschrauben© Christian Bordes

    Auskantungen verschrauben

    Verschrauben Sie die Aufkantungen auch von unten durch die Dachschalung. Die Eckstöße haben Sie schon bei der Vormontage passend ausgeklinkt.
  6. PVC-WurzelschutzbahnPVC-Wurzelschutzbahn© Christian Bordes

    PVC-Wurzelschutzbahn

    Das Geovlies läuft an den Rändern hoch. Es folgt die PVC-Wurzelschutzbahn, die ausgerollt wird und an den Stößen etwa 15 cm überlappt.
  7. Ränder fixierenRänder fixieren© Christian Bordes

    Ränder fixieren

    Die Ränder der Wurzelschutzbahnen sind exakt auf die Dachflächengröße zugeschnitten. Sie werden alle etwa 10 cm mit Dachpappennägeln fixiert.
  8. PVC-Bahn zurecht schneidenPVC-Bahn zurecht schneiden© Christian Bordes

    PVC-Bahn zurecht schneiden

    Am Ablaufstutzen schneidet man die PVC-Bahn vorsichtig mit dem Cutter kreisförmig aus. Das Loch in der Bahn sollte nicht größer als das Ablaufloch sein.
  9. Wurtzelschutzbahn verschweißenWurtzelschutzbahn verschweißen© Christian Bordes

    Wurtzelschutzbahn verschweißen

    Mit Quellscheißmittel werden nun Wurzelschutzbahn und Ablaufstutzen miteinander verschweißt. Das ergibt eine absolut wasserdichte Verbindung.

Montage der Aufkantung

  1. HolzdachHolzdach© Christian Bordes

    Holzdach

    Die Dachbegrünung beginnt nach der Montage der Aufkantung.
  2. Loch schneidenLoch schneiden© Christian Bordes

    Loch schneiden

    Am tiefsten Punkt des Dachs (im Dachüberstand) müssen Sie ein Loch für den Wasserablauf in die Dachhaut schneiden, am besten mit einer Lochsäge.
  3. Ablaufstutzen gefügig machenAblaufstutzen gefügig machen© Christian Bordes

    Ablaufstutzen gefügig machen

    Den Ablaufstutzen aus PVC machen Sie mit einer Heißluftpistole gefügig.
  4. Ablaufstutzen anschmiegenAblaufstutzen anschmiegen© Christian Bordes

    Ablaufstutzen anschmiegen

    Ablaufstutzen an die Aufkantung und die Dachfläche vollflächig anschmiegen.
  5. Geovliesbahnen ausrollenGeovliesbahnen ausrollen© Christian Bordes

    Geovliesbahnen ausrollen

    Montiert wird er aber erst, wenn die Geovliesbahnen ausgerollt und mit Dachpappennägeln fixiert sind.
  6. Stutzen vernagelnStutzen vernageln© Christian Bordes

    Stutzen vernageln

    Dann setzen Sie den Stutzen ein und vernageln ihn ebenfalls.

Der Umgang mit Quellschweißmittel ist Profisache

  1. Bahnen vernagelnBahnen vernageln© Selbermachen

    Bahnen vernageln

    Nachdem Schweißen folgt das Vernageln der losen PVC-Bahnränder. Die Fläche sollte ohne Beulen und Blasen sein.
  2. Zuschnitt per CutterZuschnitt per Cutter© Selbermachen

    Zuschnitt per Cutter

    Am anderen Ende der Bahn folgt der Zuschnitt per Cutter. Wichtig: Das Vlies darf nicht getrennt werden.
  3. Bahnenstöße absichtenBahnenstöße absichten© Selbermachen

    Bahnenstöße absichten

    Die Bahnenstöße müssen ebenfalls abgedichtet werden. Auch dafür wird das Quellschweißmittel auf ganzer Länge bei möglichst großer Kontaktfläche eingesetzt.
  4. Material für DachrandprofileMaterial für Dachrandprofile© Selbermachen

    Material für Dachrandprofile

    Für die Dachrandprofile, die in bis zu 4 m Länge geliefert werden, benötigt der Profi zwei Blechscheren (links und rechts) sowie Bleistift und Winkel zur Verarbeitung.
  5. Dachrandprofile für EckenDachrandprofile für Ecken© Selbermachen

    Dachrandprofile für Ecken

    Um die Dachrandprofile um die Ecken zu biegen, müssen an allen Flächen dreieckförmige Einschnitte vorgenommen werden – eine absolute Profisache.
  6. Längsstöße unterfütternLängsstöße unterfüttern© Selbermachen

    Längsstöße unterfüttern

    Die Längsstöße der Profile werden mit kurzen Profilabschnitten unterfüttert und verschweißt, damit sie später absolut wetter- und wasserfest sind.
  7. Dachrandprofil Dachrandprofil © Selbermachen

    Dachrandprofil

    Die Dachrandprofile sind auch am unteren Rand noch einmal gebogen, damit der eine saubere und keine verletzungsträchtige Tropfkante für das ablaufende Regenwasser bildet.
  8. WurtzelschutzbahnenWurtzelschutzbahnen© Selbermachen

    Wurtzelschutzbahnen

    Für die Dachränder gibt es schmale Wurzelschutzbahnen.
  9. Wurtzelschutzbahn anklebenWurtzelschutzbahn ankleben© Selbermachen

    Wurtzelschutzbahn ankleben

    Die Wurtzelschutzbahnen sind so breit, dass sie sowohl auf die Dachrandprofile geklebt wie auch auf die Wurzelschutzbahn des Dachs geschweißt werden können.
  10. Lückenlos arbeitenLückenlos arbeiten© Selbermachen

    Lückenlos arbeiten

    Wichtig: Die Klebe- und Schweißnähte müssen lückenlos sein, damit kein Wasser unter die Bahnen vordringen kann.

Dachaufbau Gründach

  1. HolzdachHolzdach© Christian Bordes

    Holzdach

    Der Dachaufbau beim Gründach ist im wahrsten Wortsinne vielschichtig.
  2. VliesschichtenVliesschichten© Christian Bordes

    Vliesschichten

    Die beiden Vliesschichten dienen vor allem dazu, die abdichtende PVC-Schicht vor mechanischen Beschädigungen von oben und unten zu schützen.
  3. Vliesschicht zuschneidenVliesschicht zuschneiden© Christian Bordes

    Vliesschicht zuschneiden

    Sie gehen nicht (wie das PVC) über die Aufkantung drüber, sondern werden exakt auf die Dachfläche zugeschnitten.
  4. Kiesstreifen als DrainageKiesstreifen als Drainage© Christian Bordes

    Kiesstreifen als Drainage

    Der Kiesstreifen am Dachrand ist die notwendige Drainage für das ablaufende Regenwasser.
  5. NährbodenNährboden© Christian Bordes

    Nährboden

    Die 7 bis 8 cm dicke Substratschicht ist der Nährboden für die Pflanzen.

Für die Abdichtung braucht’s Erfahrung

  1. Skizze DachbegrünungSkizze Dachbegrünung© Tillman Straszburger

    Skizze Dachbegrünung

    Die Garfik verdeutlicht den grundsätzlichen Schichtaufbau einer einfachen Dachbegrünung. Wichtig: Das Holz des Dachs muss auf jedem Zentimeter gegen den Wurzelwuchs der Pflanzen durch eine PVC-Schicht geschützt sein. Die Kiesschüttung am Rand erleichtert die Drainage.
  2. Kontrolle der SchweißnähteKontrolle der Schweißnähte© Christian Bordes

    Kontrolle der Schweißnähte

    Hochstehende Blasen oder Fugen können im Eifer des Gefechts entstehen. Bevor es mit dem Substrat weitergeht, ist ein kontrollierender Blick auf alle Schweißnähte unerlässlich. Jetzt kann nämlich noch ausgebessert werden, später nicht mehr.
  3. Heißluftpistole bei UnregelmäßigkeitenHeißluftpistole bei Unregelmäßigkeiten© Christian Bordes

    Heißluftpistole bei Unregelmäßigkeiten

    Bei kleinen Unregelmäßigkeiten hilft der Einsatz der Heißluftpistole und eines Nahtrollers. Die aufgegangenen Stellen und Nähte der PVC-Bahnen werden nur kurz erhitzt und mit dem Roller wieder dichtgedrückt.
  4. Abflussstutzen anklebenAbflussstutzen ankleben© Christian Bordes

    Abflussstutzen ankleben

    Der Abflussstutzen muss ebenfalls sauber mit den verschiedenen Dachschichten verklebt werden.
  5. FilterstopfenFilterstopfen© Christian Bordes

    Filterstopfen

    Ein Filterstopfen, den Sie jederzeit entfernen und reinigen können, verhindert, dass die Kieselsteine oder grober Schmutz den Abflussstutzen verstopfen.
  6. Verandadach vorbereitenVerandadach vorbereiten© Selbermachen

    Verandadach vorbereiten

    Auch das Verandadach muss auf die gezeigte Weise vorbereitet und abgedichtet werden. Am Anschluss zum Gartenhaus ist nur wenig Platz, hier ist Fummelarbeit im Liegen gefordert.
  7. Ecken abdichtenEcken abdichten© Christian Bordes

    Ecken abdichten

    Die Innen- und Außenecken am Haus werden mit allerlei passgenau zugeschnittenen PVC-Resten abgedichtet. Vorsicht hier mit der Heißluftpistole!

Anschluss der Wurzelbahnen an den Dachecken

  1. Bahnen zuschneidenBahnen zuschneiden© Christian Bordes

    Bahnen zuschneiden

    Der Anschluß der Wurzelschutzbahnen an den Dachecken ist besonders fummelig. Die ankommenden schmalen Bahnen müssen zunächst auf Gehrung geschnitten werden.
  2. Gehrungsfuge abdeckenGehrungsfuge abdecken© Christian Bordes

    Gehrungsfuge abdecken

    Die Gehrungsfuge wird dann durch zurechtgeschnittene Bahnstücke gut abgedeckt.
  3. Nähte verklebenNähte verkleben© Christian Bordes

    Nähte verkleben

    Die Nähte zu den Dachbahnen und die zu den Dachrandprofilen sind mit Heißluft verklebt und sorgfältigst angedrückt.
  4. PVC-Stück rundPVC-Stück rund© Christian Bordes

    PVC-Stück rund

    Als Abschluss verklebt der Profi über dem Gehrungsstoß noch ein kreisrundes PVC-Stück, um wirklich alle Fugen und Nähte sauber abzudichten.
  5. PVC-Stück festklebenPVC-Stück festkleben© Christian Bordes

    PVC-Stück festkleben

    PVC-Stück mit der Heißkleberpistole festkleben.
  6. PVC-Stück festhaltenPVC-Stück festhalten© Christian Bordes

    PVC-Stück festhalten

    Wichtig: PVC-Stück sorgfältig festhalten.

Eine extensive Dachbegrünung kommt mit wenig Substrat aus

  1. KieselsteineKieselsteine© Selbermachen

    Kieselsteine

    Die Kieselsteine sind in ihrer Menge genau auf die Geometrie des Dachs ausgerechnet und werden vom Profi gleich mitgeliefert.
  2. Geovlies auslegenGeovlies auslegen© Selbermachen

    Geovlies auslegen

    Ein weiteres Geovlies auf der PVC-Wurzelschutzschicht verhindert, dass diese durch die Steine in irgendeiner Weise mechanisch beschädigt wird.
  3. Kieselsteine verteilenKieselsteine verteilen© Selbermachen

    Kieselsteine verteilen

    Beginnend am Ablaufstutzen werden die Steine vorsichtig auf einer Breite von etwa 30 cm am Dachrand verteilt. Die Höhe ist die der Dachkante.
  4. SubstratSubstrat© Selbermachen

    Substrat

    Das Substrat ist in handliche Säcke verpackt, die in gleichmäßigen Abständen auf dem Dach verteilt werden. So fällt nämlich die Verteilung auf eine einheitliche Höhe leichter.
  5. Substrat verteilenSubstrat verteilen© Selbermachen

    Substrat verteilen

    Das können Sie selbst, denn das Leeren der Säcke erfordert keine Fachkenntnisse. Die Haufen verteilen Sie mit einem Besen. Verwenden Sie keine Harke oder Schaufel, die könnten die PVC-Schicht verletzen.
  6. Substratdicke messenSubstratdicke messen© Selbermachen

    Substratdicke messen

    Die Substratdicke liegt bei etwa 7 bis 8 cm.
  7. Übergang angleichenÜbergang angleichen© Selbermachen

    Übergang angleichen

    Den Übergang vom Kiesrand zur Substratfläche gleichen Sie am besten per Hand an.
  8. Sukklenten einsetzenSukklenten einsetzen© Selbermachen

    Sukklenten einsetzen

    Die Sukkulenten setzen Sie in lockerer Formation einfach mit ihrem Wurzelwerk in das Substratbett ein.
  9. Fertige DachbegrünungFertige Dachbegrünung© Selbermachen

    Fertige Dachbegrünung

    Nach einiger Zeit entsteht ein dichtes und buntes Pflanzendach – und zwar ganz von alleine.

Nageln versus Schrauben

Nagelmaschine© SelbermachenIhr Akkuschrauber muss sehr leistungsstark sein, um die Hunderte von Schrauben zu versenken. Eine gute Alternative gerade bei Verbretterungen ist ein Nagler. Der schlägt die 50er-Nägel per Druckluft in Bretter und OSB-Platten, was auf Dauer wesentlich schneller geht. Aber Achtung: Das Gerät müssen Sie richtig anpressen. Nagler und Kompressor können Sie im Baumarkt leihen.

Redakteur Ulrich Wolf über Statik, Dachlasten und PVC-Rollen

Redakteur Wolf© SelbermachenDie Abdichtung des Dachs war mir fachlich und handwerklich doch zu heikel, und so war mir der Einsatz der Re-Natur-Profis ganz lieb. Wir mussten vorab lediglich die Dachform (Pultdach auf Haus und Veranda) und die Dachflächengröße angeben und, auf keinen Fall zu vergessen, die anzunehmende Flächenlast für die statische Berechnung der Sparren erfragen. Ein durchhängendes Gründach ist nämlich nicht nur nicht schön, sondern wegen des sich sammelnden Wassers hochgefährlich.

Natürlich waren wir während der Dichtarbeiten zugegen und wollten den Re-Natur-Männern auch zur Hand gehen. Bei der Gelegenheit erfuhr ich am eigenen Leibe, wie unglaublich schwer PVC-Rollen von 1 m Breite und 10 m Länge sind, wenn man sie auf einer Schulter über die wacklige Leiter aufs Dach bugsieren muss. Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für die Eimer mit dem Kieselsteinen und die Substratsäcke. Dass die Profis trotz ihrer Erfahrung und den relativ kleinen Dachflächen bis in die späten Abendstunden arbeiteten, lag an ihrem ungeheuren Perfektionismus – Respekt dafür!

 

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Fotos: 
Christian Bordes
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