Baumbank im Kleinformat - Schattenspender inklusive | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Funktionelles Gartenmöbel

Baumbank im Kleinformat - Schattenspender inklusive

Diese selbst gebaute Baumbank der außergewöhnlichen Art beeindruckt im Garten, auf der Terasse oder dem Balkon nicht nur mit moderner Eleganz. Das Bäumchen sorgt zudem immer für angenehmen Sonnenschutz.

 
Funktionelles Gartenmöbel: So bauen Sie eine schattenspendende Baumbank selber © Christian Bordes
Funktionelles Gartenmöbel: So bauen Sie eine schattenspendende Baumbank selber

Unter einer Baumbank stellt man sich eine meist sechseckige oder runde Bank vor, die vollständig um einen Stamm platziert ist. Meist sind sie sehr ausladend – sowohl der Baum als auch die ihn umgebende Bank.

Im Vergleich dazu kommt unser elegantes Modell aus Eiche geradezu grazil daher. Trotz seiner gut 1,30 Meter Länge hat es die Bezeichnung Baumbank trotzdem verdient. Denn das schlichte Sitzmöbel für den Garten umschließt immerhin vollständig einen Baum …

Dabei dient der Topf der Pflanze gleichzeitig als Stütze für die Sitzplatte. Den Nachbau unseres Entwurfs müssen Sie den Maßen Ihres stabilen (!) Topfs anpassen, der 38 bis 42 Zentimeter hoch sein sollte.

Unser Modell aus Steingut hat eine Höhe von 39 Zentimeter, was mit der Plattenstärke eine angenehme Sitzflächenhöhe von knapp 42 Zentimeter ergibt.

Achten Sie beim Topfkauf zudem bitte auf einen horizontalen und möglichst breiten Randverlauf, um das Gewicht von Platte und Sitzendem gleichmäßig auf den Topf(rand) zu verteilen.

Das benötigte Material für die Baumbank

Baustoffe: Das hier vorgestellte Projekt ist aus 27 Millimeter starkem Eichenleimholz gefertigt. Kürzer als 120 Zentimeter sollten Sie die Bank (60 Zentimeter tief) aus optischen Gründen nicht bauen. Die Leisten sind 35 x 27 Millimeter groß. Der frostsichere Topf muss in der Höhe zur geplanten Sitzhöhe der Bank passen.

Werkzeuge: Stichsäge, Akkuschrauber, Schleifer (Schleifgerät).

Verbrauchsstoffe: Wasserfester PUR-Kleber, Konstruktionsschrauben und ein Hartholz-Öl zur Versiegelung.

Die Maße der Bank im Detail

Das Bankloch darf, im Verhältnis zum Topfdurchmesser, nicht zu groß geraten, damit die Platte immer gut liegt. Zur Sicherheit kann man drei Klötzchen unter der Bank um den Topf befestigen, die jedes Verrutschen verhindern.

Das Bankloch darf, im Verhältnis zum Topfdurchmesser, nicht zu groß geraten, damit die Platte immer gut liegt. Zur Sicherheit kann man drei Klötzchen unter der Bank um den Topf befestigen, die jedes Verrutschen verhindern.

Vorbereiten der Leisten

Beachten Sie beim Zuschneiden der schmalen Leisten, dass diese eingerückt unter der Bank verlaufen und nicht die Tiefe der Deckplatte übernehmen. Die Platte müssen Sie vorher anschleifen.

 Die Oberfläche der Leimholzplatte wird mit 120er-Korn angeschliffen. Das garantiert besten Halt für die spätere Versiegelung.Die Kanten der Platte werden anschließend gebrochen. Dafür nehmen Sie einen Schleifklotz, auf den Sie 80er- bis 120er-Papier spannen.

1.) Die Oberfläche der Leimholzplatte wird mit 120er-Korn angeschliffen. Das garantiert besten Halt für die spätere Versiegelung.

2.) Die Kanten der Platte werden anschließend gebrochen. Dafür nehmen Sie einen Schleifklotz, auf den Sie 80er- bis 120er-Papier spannen

Ein Mittelriss für die Bohrungen kommt auf die Schmalseiten der Leisten. Tipp: Blei stift fixieren, Fingerkuppe als Führung nutzen.Die Bohrpositionen ungefähr 5 cm vom Ende anzeichnen und den Riss mit dem Tischlerwinkel auf die parallel liegende Leiste übertragen.

3.) Ein Mittelriss für die Bohrungen kommt auf die Schmalseiten der Leisten. Tipp: Blei stift fixieren, Fingerkuppe als Führung nutzen.

4.) Die Bohrpositionen ungefähr 5 Zentimeter vom Ende anzeichnen und den Riss mit dem Tischlerwinkel auf die parallel liegende Leiste übertragen.

Vorbohren und Senken der Löcher erfolgt hier in einem Schritt, denn für das Senken einer Bohrung müssen Sie nicht zwangsläufig das Werkzeug wechseln. Es gibt auch sogenannte Aufstecksenker (im Bild dunkel), die auf den Bohrer gesetzt werden.

5.) Vorbohren und Senken der Löcher erfolgt hier in einem Schritt, denn für das Senken einer Bohrung müssen Sie nicht zwangsläufig das Werkzeug wechseln. Es gibt auch sogenannte Aufstecksenker (im Bild dunkel), die auf den Bohrer gesetzt werden.

Mit kleinen Innensechskantschrauben wird der Aufsatz fest mit dem Bohrer verbunden. Beim Einzelkauf achten Sie auf den passenden Innendurchmesser. Meist werden sie im Set angeboten.

 

Der Kreisausschnitt

Wählen Sie den Durchmesser des Kreises in der Platte mindestens zwei Zentimeter geringer als den Innendurchmesser des Topfs. Zum Anzeichnen fertigen Sie sich einen behelfsmäßigen Zirkel mit Leiste und Heftzwecke oder einem kleinen Nagel.

Den Kreisausschnitt zeichnen Sie mit Behelfszirkel und Heftzwecke an. Dazu genügen zwei winzige Löcher in einer dünnen Leiste.Zum Ansetzen der Stichsäge bohren Sie ein großes Loch an die Innenseite des Kreisausschnitts. Dort die Säge ansetzen.

1.) Den Kreisausschnitt zeichnen Sie mit Behelfszirkel und Heftzwecke an. Dazu genügen zwei winzige Löcher in einer dünnen Leiste.

2.) Zum Ansetzen der Stichsäge bohren Sie ein großes Loch an die Innenseite des Kreisausschnitts. Dort die Säge ansetzen. 

Den Kurvenschnitt mit wenig Hub ausführen. Keinesfalls seitlichen Druck ausüben,nur die Maschine hinten eindrehen.  Das Ausbrechen der Scheibe verhindern Sie, indem Sie unten ein Holz zulegen oder (überhängend) an der Ecke einer Werkbank sägen.

3.) Den Kurvenschnitt mit wenig Hub ausführen. Keinesfalls seitlichen Druck ausüben,nur die Maschine hinten eindrehen. 

4.) Das Ausbrechen der Scheibe verhindern Sie, indem Sie unten ein Holz zulegen oder (überhängend) an der Ecke einer Werkbank sägen

Ein Schleifklotz für Radien wird mit 60er Korn bespannt. Damit die innere Schnittkanteschleifen, dann feiner (120er) nachschleifen.

5.) Ein Schleifklotz für Radien wird mit 60er Korn bespannt. Damit die innere Schnittkante schleifen, dann feiner (120er) nachschleifen.

 

Die vorderen Längsleisten

Die vorderen Längsleisten sind für die Stabilität verzichtbar – aber nicht für die richtige Optik!

Die Holzlager werden mit PU-Leim (für den Außenbereich) angesetzt. Leim nicht zu dünn auftragen – er kann später leicht herausquillen.Die Konstruktionsschrauben werden anschließend in die Leisten gesetzt und sorgen dabei für den Anpressdruck.

1.) Die Holzlager werden mit PU-Leim (für den Außenbereich) angesetzt. Leim nicht zu dünn auftragen – er kann später leicht herausquillen.

2.) Die Konstruktionsschrauben werden anschließend in die Leisten gesetzt und sorgen dabei für den Anpressdruck.

Info: Was ist Pur-Kleber? Obwohl unsere Baumbank aus Eichen(leim)holz gefertigt ist, sitzen Sie am Ende auch auf einem Stück Kunststoff. Denn im verwendeten PUR Kleber (diverse Hersteller, hier von Ponal) stecken Polyurethane (PU bzw.PUR abgekürzt). Sie verbinden sich bei Reaktion mit Treibmitteln (oder wie hier mit Wasser) mit den umgebenden Oberflächen und härten dabei aus.Auch Holz-Kombinationsverklebungen mit Kunststoff oder Metall sind möglich, ebenso Verbindungen mit mineralischen Untergründen. Die Haltekraft ist enorm. Wie Holz sollten im Außenbereich auch die Klebefugen vor direkter Witterung geschützt werden.

 Im 90-Grad-Winkel wird die nächste Platte (hier liegend) angesetzt. Ein außen angelegtesHilfsholz sorgt für den bündigen Sitz.Die Längsverstrebungen werden angeschraubt und -geklebt. Aus optischen Gründen genau auf parallelen Verlauf zur Kante achten.

3.) Im 90-Grad-Winkel wird die nächste Platte (hier liegend) angesetzt. Ein außen angelegtes Hilfsholz sorgt für den bündigen Sitz.

4.) Die Längsverstrebungen werden angeschraubt und -geklebt. Aus optischen Gründen genau auf parallelen Verlauf zur Kante achten.

Kontrollieren Sie vor dem Fixieren noch einmal das eingerückte Maß der Leisten, die für Stabilität und gute Optik sorgen.

5.) Kontrollieren Sie vor dem Fixieren noch einmal das eingerückte Maß der Leisten, die für Stabilität und gute Optik sorgen.

6.) Der angetrocknete Kleber kann nach ein paar Minuten mit einem scharfen Stechbeitel leicht aus den Ecken geschnitten werden.

Die letzten Reste des ausgetretenen und harten PU-Klebers werden mit einem gefalteten Stück Schleifpapier entfernt. Die gesamte Außenfläche mit einer für den Außenbereich geeigneten Versiegelung behandeln. Hier: Öl von Bondex.

7.) Die letzten Reste des ausgetretenen und harten PU-Klebers werden mit einem gefalteten Stück Schleifpapier entfernt.

8.) Die gesamte Außenfläche mit einer für den Außenbereich geeigneten Versiegelung behandeln. Hier: Öl von Bondex.

Info: Hartholzöl. Massives Holz ist meist zu schade, um unter einer Lackschicht zu verschwinden. Eine alternative Lasur bietet meist (zu) wenig Schutz im Außenbereich. Eine Versiegelung mit Öl vereint die meisten Vorteile: Es ist ein guter Feuchtigkeitsschutz gewährleistet (trotzdem: stehendes Wasser vermeiden). Das Öl feuert die Maserung des Holzes an, es kommt besser zur Geltung. Es ist leicht zu verarbeiten, bildet keine Tröpfchen. Überschüssiges Öl muss nur abgewischt werden. Das Holz behält seine offenen Poren, kann also „atmen”. Spezielles Hartholz-Öl ist besonders dünn flüssig, um zwischen den dicht liegenden Fasern ins Holz einzudringen. Achtung: Öl trocknet oft tagelang – also nach dem Einölen erst einmal gut vor Staub und Dreck schützen.

Artikel aus selber machen Ausgabe 04/2015. Jetzt abonnieren!
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