Eckbank für den Garten | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Garten, Bank

Eckbank für den Garten

Eckbänke für die Terrasse sind schwer zu bekommen. Das ist erstaunlich, denn sie sind urgemütlich und praktisch, vor allem wenn sie dank unserer Elementbauweise in vielen Kombinationen aufgestellt werden können.

 
Eckbank © Chris Lambertsen
Eckbank für den Garten

Wenn Sie sich das Sommer-Gartenprogramm der Baumärkte anschauen, werden Sie keine einzige Eckvariante unter all den billigen Holzbänken finden. Das hat den Grund, dass in einer Eckbank ein ganzes Stück Handwerksarbeit steckt, weil Zargen und Sitzbretter auf eine 45°- oder, wie bei uns, 22,5°-Gehrung geschnitten werden wollen. Das macht es für den Baumarktverkauf zu teuer und für uns als SELBER MACHEN erst interessant. Unsere Idee geht sogar noch weiter: Die einzelnen Bankelemente mit ihren schrägen Enden können Sie auf ganz unterschiedliche Weise zusammenstellen, von der einfachen geraden bis zur halben Baumbank.

Eine sichere Stellung bei der Bank

Abnehmbare Rückenlehnen

Um unsere Eckbank im Viertel- oder Halbkreis um den Baum herum aufzustellen, müssen die Lehnen einfach zu demontieren sein. Das geschieht über jeweils zwei M8x100-mm-Bolzen mit Flügelmuttern, die Sie durch die unteren Querholme der Lehnen und die Bankzargen führen und festziehen. Zwischen den Beinen von Lehne und Bank entsteht ein Spalt, den Sie unten durch eine passende Leiste als Widerlager ausgleichen.

Vorsicht: zweierlei Maß!

Die Wahl der richtigen Materialien für den Außenbereich ist gerade im Plattenmarkt nicht ganz einfach. Die herkömmliche wasserfest verleimte Sperrholzplatte müssen Sie von allen Seiten gut gegen Feuchte schützen, alle anderen Platten kommen aufgrund ihrer Quellfreude erst gar nicht in Frage. Wir entschieden uns für eine besondere Art der Sperrholzvariante, nämlich zur sogenannten Karosseriebauplatte. Diese Platten sind in der Fläche mit einem Film beschichtet, lediglich die Kanten müssen Sie mit einem Klarlack nachbehandeln. Für die vielen nötigen Aufrechten und Querholme sowie die Sitzbretter entschieden wir uns für Lärchenholz. Das ist von Natur aus feuchteresistent, gänzlich unbehandelt allerdings vergraut es mit der Zeit. Falls Sie mit dem hölzernen Grau oder dem grauen Holz nicht leben wollen, sollten Sie die Lärche einmal im Jahr mit Lärchenholzöl behandeln.

Weil Holz ein Naturprodukt ist, ist es in der Regel so, dass die verwendeten 45 x 70 mm starken Latten erstens dieses Maß nicht genau einhalten und zweitens auch leicht krumm sein können. Wir empfehlen deshalb, dass Sie die Latten vom Tischler auf einheitliche und kerzengerade 40 x 60 mm abrichten und hobeln lassen. Das Gesamtbild der Bank wird wesentlich harmonischer, zudem ist die Kippelgefahr auf diese Art drastisch reduziert.

Für die Schraubverbindungen zwischen den Sperrholz- oder Karosseriebauplatten und Lärchenlatten sollten Sie sich aus den Lärchenbrettern ein paar 22 x 22 mm starke Leisten schneiden, da auch die dauerhaft zwar der Witterung, aber nicht Ihren kontrollierenden Blicken unterliegen.

Eckbank bauen

  1. Eckbank ZeichnungEckbank Zeichnung© Tillman Straszburger

    Eckbank Zeichnung

    Achtung bei den Lattenmassen! Bei den Lärchenlatten für die Aufrechten und Querriegel haben wir die Nennmaße angegeben, wie Sie sie im Holzhandel bekommen. In Klammern dahinter sind die Hobelmaße. Exemplarisch zeigen wir Ihnen die Zeichnung einer der beiden Elemente, die eine gerade und eine um 22,5° schräge Seite aufweisen. Die anderen Elemente ergeben sich logisch, wenn Sie die 73 cm als feststehendes Maß der Rückseite annehmen.
  2. Draufsicht Draufsicht © Chris Lambertsen

    Draufsicht

    Reißen Sie sich die Draufsicht der vier verschiedenen Bankelemente im 1:1-Maßstab auf ein Stück Sperrholz- oder Karosseriebauplatte auf. Den Winkel von 22,5° übertragen Sie mit einem Winkelmesser auf die Platte.
  3. Lärchenlatten schneidenLärchenlatten schneiden© Chris Lambertsen

    Lärchenlatten schneiden

    Die Lärchenlatten schneiden Sie mittels Gehrungslade auf Länge und auf Winkel.
  4. Querriegel markierenQuerriegel markieren© Chris Lambertsen

    Querriegel markieren

    Die Querriegel von Sitz- und Lehnenelement erhalten jeweils zwei Bohrungen an den Enden, über die sie später mit den Aufrechten verschraubt werden.
  5. Löcher vorbohrenLöcher vorbohren© Chris Lambertsen

    Löcher vorbohren

    Bei den Lehnen bohren Sie die Schraublöcher per 10er-Forstnerbohrer vor, dann mit dem 6er- Spiralbohrer weiter. So entsteht ein Sackloch, in das Sie die Holzdübel einsetzen. 6er-Löcher an den Querriegeln der Bank leicht ansenken.
  6. Querriegel verschrauben Querriegel verschrauben © Chris Lambertsen

    Querriegel verschrauben

    Aufrechte und Querriegel der Lehnen verschrauben Sie mit zwei Spax, nachdem Sie zuvor etwas PU-Leim auf der Kontaktfläche verstrichen haben.
  7. Holzdübel verleimenHolzdübel verleimen© Chris Lambertsen

    Holzdübel verleimen

    Hat der Leim abgebunden, verleimen Sie 10er-Holzdübel, die Sie aus dem Lärchenholz gebohrt haben, in den Schraublöchern. Achten Sie dabei auf übereinstimmende Maserrichtungen.
  8. Überstand abstoßenÜberstand abstoßen© Chris Lambertsen

    Überstand abstoßen

    Nach dem Aushärten des Leims stoßen Sie den Überstand der Dübel mit einem scharfen Stechbeitel ab und schleifen die ganze Fläche nach. Im Idealfall ist von den Dübeln kaum noch etwas zu sehen.
  9. Querriegel fixierenQuerriegel fixieren© Chris Lambertsen

    Querriegel fixieren

    Exakt 30 cm vom Fußende der Lehne gemessen, bohren Sie jeweils ein Schraubloch. Durch dieses Loch wird der untere Querriegel mit Spax und Leim fixiert, der später der Verbindung mit der Bank dient. Er ragt 2 cm über die Lehnenvorderkante.
  10. Bankständer verleimen Bankständer verleimen © Chris Lambertsen

    Bankständer verleimen

    Die Bankständer aus Aufrechten und Querriegeln verleimen und pressen Sie.
  11. Schrauben setzenSchrauben setzen© Chris Lambertsen

    Schrauben setzen

    Erst wenn der Leim abgebunden hat, setzen Sie die beiden 100er-Spaxschrauben als zusätzliche Sicherung. Ordnen Sie die immer leicht diagonal an.
  12. Zargen Zargen © Chris Lambertsen

    Zargen

    Die Zargen für die Ständer müssen Sie passgenau zwischen die beiden Aufrechten schneiden. Sie springen von deren Vorderkante um 10 mm zurück. Gehalten werden Sie rückseitig durch 20x20-mm- Leisten, die Sie mit Platte und Aufrechten verschrauben.
  13. Ständer fertigStänder fertig© Chris Lambertsen

    Ständer fertig

    Die fertigen Ständer werden durch die eingearbeitete Sperrholzzarge sicher ausgesteift. Die Zargenbreite ergibt sich aus der Breite der langen Zarge (13 cm) abzüglich der Holzstärke (4 cm).
  14. Zargen festschraubenZargen festschrauben© Chris Lambertsen

    Zargen festschrauben

    Genauso verfahren Sie bei den langen Zargen, mit denen Sie die beiden Ständer pro Bank verbinden. Auch hier ist der Versprung 10 mm und auch hier hält eine Quadratleiste die Verbindung. Die Unterkanten von langen und kurzen Zargen ist im Idealfall gleichhoch.
  15. StänderStänder© Chris Lambertsen

    Ständer

    Bei den schräg verlaufenden Ständern müssen Sie die Halteleisten und die Zargenenden auf 22,5° schneiden. Die genauen Längen ergeben sich aus Ihrem 1:1-Aufriss.
  16. Halteleisten Halteleisten © Chris Lambertsen

    Halteleisten

    Bei den Lehnen setzen Sie die Halteleisten für die Sperrholzblende leicht schräg ans Holz. Der Winkel sollte 4 bis 5° nicht überschreiten.
  17. Sitzflächen Sitzflächen © Chris Lambertsen

    Sitzflächen

    Die Sitzflächen bestehen aus drei 14-cm-Brettern und jeweils 1 cm Fuge dazwischen. Sie werden durch unterseitig aufgeschraubte Leisten gehalten. Die Leisten sind so angeordnet, dass sich die Sitzflächen auf den Bänken nicht mehr verschieben, wohl aber senkrecht herausnehmen lassen. Die genauen Brettmaße und -winkel sowie die Lage der Halteleisten entnehmen Sie Ihrem Aufriss.

Sperrholzplatte wie im Film

Sperrholzplatte© SelbermachenDie sogenannte Karosseriebauplatte ist eine wasserfest verleimte Sperrholzplatte aus Birkenfurnier. Das Besondere: Beide Seiten sind mit einem ebenfalls wasserfesten Film beschichtet, der die Platte zu einer Bauplatte für außen machen. Die Farben reichen von Hellbraun und Rot über Grün und Gelb bis hin zu Schwarz. Preise: ab 23 Euro/qm für 15 mm Stärke. Infos: Hofa, Telefon (0 40) 67 59 99-0

Artikel aus selber machen Ausgabe 09/2011. Jetzt abonnieren!
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren