Gartenküche selber bauen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Mobilküche

Gartenküche selber bauen

Sommer, Sonnenschein, draußen essen. Und warum nicht auch kochen? Schluss mit der Rennerei zwischen Küche und Terrasse, jetzt wird im Garten gekocht, und zwar mit der neuen Mobilküche von SELBERMACHEN.

 
Selbstgebaute Gartenküche © Chris Lambertsen
Selbstgebaute Gartenküche

Heiße Tage, kühle Getränke und gutes Essen mit der Familie: So sieht der ideale Sommertag im Garten aus. Damit Sie noch mehr Zeit dort verbringen können, wo Sie am liebsten sind, lässt sich unsere mobile Küche auf Bockrollen bewegen. Mit der Arbeitsfläche aus hochwertigen Granitplatten ist sie ein absoluter Hingucker. Beim Bauholz haben Sie die Wahl zwischen günstigem Fichtenholz, das gegen Witterungseinflüsse durch Grundierung und Anstrich geschützt werden muss oder teurerem kesseldruckimprägniertem Holz (KDI).

Unsere Gartenküche besteht aus einem großen und einem kleinen Tisch sowie einer kleinen Ablage zum Anhängen. Vom Bauprinzip her sind die beiden Tische identisch, sie unterscheiden sich lediglich in ihren Abmessungen und der Arbeitsplatte. Der kleine Tisch bietet einem Mini-Kühlschrank und einer Bierzapfanlage genügend Platz. Auf der Fläche des großen Tischs kann neben Geschirr, Gläsern, Besteck und Zutaten auch ein mit Gas oder Strom betriebener Tischgrill stehen.

Was so eine mobile Gartenküche Sie kostet?

Rechnen Sie für Holz in verschiedenen Abmessungen 175 Euro, Granit- und Wedi-Platten mit Mörtel etwa 50 Euro, vier Bockrollen 40 Euro, sechs Liko-Beschläge 6 Euro, etwa 90 Eichenholzdübel (kann man aus einem Eichenholzrundstab selbst anfertigen) 20 Euro, Alustifte 8 Euro, zwei Schellen 5 Euro, Schrauben 20 Euro. Macht zusammen etwa 330 Euro plus PU-Leim, Holzimprägnierung und etwas Farbe. Die zwei Wandpaneele (je 60 x 50 Zentimeter) als Spritzschutz stammen aus der Serie „Fastbo“ von Ikea und kosten je 9 Euro für die Variante aus Melamin-Hochdrucklaminat oder 18 Euro für die mit Aluminiumfolie beklebte Variante. Die zugehörigen 120 Zentimeter langen Aufhängeleisten sind für 15 Euro zu haben. Insgesamt brauchen Sie also keine 400 Euro.

Hier können Sie die komplette Materialliste als PDf downloaden: Materialliste Gartenküche
 

Alle Elemente auf einen Blick

Die angegebenen Maße beziehen sich auf die von uns verwendeten Holzdimensionen und Bockrollengrößen aus dem Baumarkt. Maßgebend waren die fertigen Granitplatten,die zumindest die Tiefe und die Breite der Rolltische bestimmen.

  1. © Tillman Straszburger

    Alle Maße im Überblick
  2. © Tillman Straszburger

    In der Vorderansicht können Sie noch einmal alle Längenmaße und Holzstärken des Tischs erkennen. Die Auflagerleisten für den Mittelboden laufen nicht bis zur Stollenaußenkante, sondern springen um ein paar Zentimeter zurück. Die Bretter der beiden Bodenbeplankungen am unteren und mittleren Boden laufen hingegen bis zur Außenkante durch. Eventuell müssen Sie bei den Brettern die beiden äußeren in der Breite anpassen. Das ist eleganter, als nur eines nach zuschneiden.
  3. © Tillmann Straszburger

    Wichtig: Die Auflagerleisten in der Mitte des Auf lager rahmens (rechts) sind so angeordnet, dass sie genau unter den Stößen der bruchempfindlichen Granitplatten liegen. Die Arbeitsfläche des großen Tischs (rechts unten) besteht aus vier Granitplatten. Weil die fertig zu kaufen sind, rich ten sich alle Maße des umlaufenden Rahmens nach deren Maß. Lassen Sie an jeder Seite des Rahmens höchstens 1 mm Luft zu den Platten, um sie bequem herauszunehmen. Das Holz arbeitet zwar, aber da es sich zur Außenseite hin ausdehnen kann, brauchen Sie keine Dehnungsfuge zwischen Granit und Rahmen. Die unter die Granitplatten geklebten Wedi-Platten brauchen ebenfalls keine Dehnungsfuge, sie sind elastisch genug.
  4. © Tillman Straszburger

    Beim kleinen Tisch ist die Arbeitsfläche (links) statt mit Granit platten mit Holzbrettern belegt. Auch sie liegen umlaufend auf dem Auflagerrahmen und werden durch ihn hindurch von unten verschraubt. In der Seitenansicht (unten) ist bis auf den Mittelboden alles genauso wie beim großen Tisch (rechts daneben). Dessen oberer Abschlussrahmen hat nur an den beiden Seiten und an der Vorderseite einen Überstand von 1 cm, nicht aber an seiner Rückseite.
  5. © Tillmann Straszburger

    Die zusätzliche Ablagefläche (unten) besteht aus einem stumpf verleimten Holzwinkel, jeweils einer von innen verschraubten Auflager leiste und der Beplankung mit Brettabschnitten. Den Holzwinkel sollten Sie mit Holzdübeln verleimen. Die Bretter verschrauben Sie unsichtbar von unten mit den Auflagerleisten. Dazu die Leisten vorbohren, sonst reißen sie auf. Angehängt an die Rollküche wird das Ganze mit Liko-Beschlägen aus dem Baumarkt, die Sie an die Stollen schrauben.
  6. © Tillmann Straszburger

    Die beiden kurzen Zargen sind mit der Innenseite der Pfosten, die beiden langen Zargen hingegen mit der Außenseite der Pfosten bündig. Durch den Versatz zwischen oberem Rahmen und Auflagerrahmen entsteht ein Falz, auf den die Granitplatten sicher gelegt werden können. Der obere Rahmen verläuft an der Rückseite des Gestells bündig mit der Zarge, damit Sie später die Rückwand einhängen können.

Arbeitsplatte vorbereiten

Auf die Rückseite der Granit-Arbeitsplatten kleben Sie Wedi-Platten. Damit verleihen Sie den spröden Steinplatten mehr Biegesteifigkeit. Zum kompletten Abbinden benötigt der Kleber einige Stunden.

  1. © Chris Lambertsen

    Die Wedi-Platten in ihren Abmessungen den Granitplatten anpassen. Dafür Schnittlinien mit Winkel und Bleistiftriss markieren.
  2. © Chris Lambertsen

    Mit dem Fuchsschwanz die Platten entlang der Linien zuschneiden. Dabei auf eine stabile, breite Unterlage legen, damit sie nicht federn.
  3. © Chris Lambertsen

    Auf eine Seite der Wedi-Platte flexiblen Fliesenkleber auftragen und die Granitplatte daraufkleben. 4-5 Stunden austrocknen lassen.
  4. © Chris Lambertsen

    Beachten Sie bei der Länge, dass die Stollen, unter die später die Räder montiert werden, um Rollenhöhe kürzer sein müssen.
  5. © Chris Lambertsen

    Die acht Stollen schneiden Sie mit dem Fuchsschwanz auf Länge. Winkeln Sie Ihren Bleistiftriss über drei Seiten, um die Säge gerade zu führen.
  6. © Chris Lambertsen

    Die Lage der Zargen mithilfe eines Streichmaßes an den Stollen anreißen, um sie später mit Rundholzdübeln zu verbinden.
  7. © Chris Lambertsen

    Die im Stollen gebohrten Löcher mit Dübelmarkern auf die Stirnseite der Zargen exakt übertragen.
  8. © Chris Lambertsen

    Alle Stollen und Zargen mit wetterfestem Montagekleber und Schraubzwingen verleimen. Achten Sie unbedingt auf Rechtwinkligkeit!
  9. © Chris Lambertsen

    Den Auflagerahmen für die Arbeitsplatten mit wetterfestem Montagekleber leimen und verschrauben. Außen auf Gehrung sägen.
  10. © Chris Lambertsen

    Auch die Zwischenträger des Rahmens verschrauben. Mit 80 Prozent des Schraubendurchmessers in die Stirn vorbohren.
  11. © Chris Lambertsen

    Den fertigen Rahmen in das Gestell einsetzen, an der Oberkante bündig halten und durch die Rahmenhölzer verschrauben. Köpfe versenken!
  12. © Chris Lambertsen

    Die Nut für die Aluhaltestifte des verstellbaren Mittelbodens mit einem 10-mm-Bohrer vorbohren und das restliche Holz heraussägen.

Boden und Rückwand anbauen

Beim Zusammenbau des Mittelbodens für den großen Tisch achten Sie darauf, dass er exakt rechtwinklig wird, damit er ins Tischgestell passt. Die Rückwand mittels Liko-Beschlägen (rechts) am Gestell anbringen.

  1. © Chris Lambertsen

    Zur Höhenverstellung des Mittelbodens je eine Lochreihe in 10 mm Stärke bohren und Haltestifte aus 10-mm-Alu-Rohr schneiden.
  2. © Chris Lambertsen

    Die Beplankung der Auflagehölzer verschrauben. Dazu die Brettbreiten anreißen, jeweils zwei Bohrlöcher pro Brett markieren und vorbohren.
  3. © Chris Lambertsen

    Wichtig ist die Rechtwinkligkeit, sonst passt der Mittelboden nicht in das Gestell. Zwingen Sie die Bretter und die Auflagehölzer zusammen.
  4. © Chris Lambertsen

    Das Ganze umdrehen und die Auflagehölzer mit den Auflagebrettern – pro Brett möglichst weit auseinander – verschrauben.
  5. © Chris Lambertsen

    Die beiden Bockrollen unter die beiden kürzeren Stollen montieren. Unbedingt mit 80 Prozent des Schraubendurchmessers vorbohren.
  6. © Chris Lambertsen

    Die Alu-Schienen „Fastbo” auf den langen Rahmenhölzern der Rückwand festschrauben. Die kurzen Hölzer jetzt noch nicht befestigen.
  7. © Chris Lambertsen

    Die Wandpaneele aus der „Fastbo”-Serie seitlich in die Alu-Leisten schieben. Erst dann die kurzen Rahmenhölzer auf die langen leimen.
  8. © Chris Lambertsen

    Jeweils zwei Liko-Beschläge als Aufhängung für die Rückwand am Gestell außermittig auf die senkrechten Stollen legen und markieren.
  9. © Chris Lambertsen

    Die Ausklinkungmuss kleiner sein als die Beschläge, damit sie nicht darin versinken. Mit dem Forstnerbohrer entsprechend vorbohren.
  10. © Chris Lambertsen

    Mit dem Stechbeitel den Rest heraus - stemmen. Erst sauber die beiden geraden Ränder abstechen, dann zur Mitte arbeiten.
  11. © Chris Lambertsen

    Mit Schrauben die Beschläge über den Ausklinkungen befestigen. An der Rückwand müssen je zwei Schrauben passend herausragen.

Das Finish: die Arbeitsplatte einpassen

Als Auflage für die Arbeitsfläche dient ein Rahmen mit Zwischenträgern. Auch dieser muss exakt auf Gehrung geschnitten werden, damit die vier rechtwinkligen, mit Wedi-Platten beklebten Granitplatten später hineinpassen.

  1. © Chris Lambertsen

    Für den oberen Rahmen die Holzleis ten auf 45er-Gehrung schneiden. Ecken mit Dübelmarkern markieren, bohren und verdübeln.
  2. © Chris Lambertsen

    Mit wetterfestem Montagekleber und langen Schraubzwingen die vier Hölzer zu einem rechtwinkligen Rahmen verleimen.
  3. © Chris Lambertsen

    Die kleine Ablage aus je zwei Hölzern recht - winklig verleimen und je ein Auflageholz aufschrauben. Die Schraubenköpfe versenken.
  4. © Chris Lambertsen

    Schrauben Sie die drei Ablagebretter von unten zusammen. Kontrollieren Sie nach jeder Schraube die Rechtwinkligkeit.
  5. © Chris Lambertsen

    Den oberen Rahmen aufs Gestell legen, ausrichten und mit Zwingen fixieren. Von unten mit mind. 6 Schrauben am Gestell befestigen.
  6. © Chris Lambertsen

    Nun die Verbundplatten aus Gewebe- und Granitplatte einlegen. Unter den Plattenstößen verlaufen im Idealfall die Zwischenträger. Fertig!

Die Gasflasche anschließen

  1. Öffnung für die Gasflasche© Selbermachen

    Öffnung für die Gasflasche

    Um den Einstellhahn der Gasflasche leicht von oben öffnen und schließen zu können, wird eine Öffnung in den Mittelboden gesägt. Die Öffnung dient gleichzeitig als Kippsicherung für die Flasche, wenn die Küche bewegt wird.
  2. Zusatzbord© Chris Lambertsen

    Zusatzbord

    Das Zusatzbord wurde etwas niedriger als die Arbeitsfläche angebracht. Wenn hier zum Beispiel das Brot angerichtet wird, befindet es sich gleich in einer Höhe, dass die Kleinen nach Herzenslust zugreifen können.
  3. Spritzschutz einhängen© Chris Lambertsen

    Spritzschutz einhängen

    Der Spritzschutz (Aufhängeleiste und Glaspaneel „Imperativ“ von Ikea) lässt sich mittels der Liko-Beschläge nach Benutzung platzsparend hinter die Mobilküche hängen.
Artikel aus selber machen Ausgabe 06/2010. Jetzt abonnieren!
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