Gartenküche zum Nachbauen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Draußen Kochen

Gartenküche zum Nachbauen

Warum in der stickigen Küche kochen, wenn draußen die Sonne scheint? Unsere neue Gartenküche bietet alles, was das Feinschmecker-Herz höher schlagen lässt: frische Luft, viel Platz und eine technische Ausstattung vom Feinsten. Wir wünschen Guten Appetit!

 
In der Gartenküche im Freien kochen © Selbermachen
In der Gartenküche im Freien kochen

Gartenküche© Selbermachen Das gemeinschaftliche Fußballgucken ("Public-Viewing") im heimischen Garten findet mittlerweile immer mehr Anhänger. Wir möchten das Feierspektrum um eine weitere Variante ergänzen – dem "Public-Cooking". Dreh- und Angelpunkt ist hier nicht ein überdimensionaler Bildschirm, sondern unser neuestes Gartenküchenmodell.

Das ermöglicht es nämlich nicht nur den Gästen, sondern auch dem Koch und seinen Gehilfen, während ihres Wirkens das gute Wetter, die frische Luft und den permanenten Blick aufs Spiel zu genießen.

Eine leichte Küche heißt in diesem Fall zweierlei: Leicht zu bauen, aber auch leicht zu bewegen. Unsere Konstruktion basiert deshalb auf einer modularen Bauweise, das heißt, wir haben keine klobige komplette Küchenzeile gebaut, sondern einzelne kleine Schränke, die nach Belieben und kulinarischen Erfordernissen zusammengestellt werden können.

Ferner haben wir weitestgehend auf schweres Plattenmaterial für die Korpusse verzichtet (von den Böden und der Arbeitsplatte abgesehen) und statt dessen auf das leichtere Fichten(voll)holz in Form von Rahmenhölzern (58 x 58 mm) und von Profilbrettern zurückgegriffen.

Drittens weisen alle vier Schränke unter ihren Hinterfüßen stabile Bockrollen auf, über die sie einfach durch leichtes Ankippen verschoben werden können.

Weil Fichtenholz zwar leicht und preiswert, aber auf Dauer nicht wetterfest ist, kommt übrigens noch eine Wetterschutzfarbe ins Spiel. Das Weiß macht zusammen mit der Eichen-Arbeitsplatte unsere Küche zur echten Landhausküche.

Besonderheiten der Gartenküche

  1. Reling über der ArbeitsplatteReling über der Arbeitsplatte© Selbermachen

    Reling über der Arbeitsplatte

    Die Reling aus einem 16er Alurohr hängt über der Arbeitsplatte und bietet die wichtigen Utensilien griffbereit in Augenhöhe.
  2. Küchenmodule auf BockrollenKüchenmodule auf Bockrollen© Selbermachen

    Küchenmodule auf Bockrollen

    Die Bockrollen unter den Küchenmodulen müssen für draußen geeignet sein. Gummiräder laufen besser als solche aus Kunststoff. (Wagner-System)
  3. WasseranschlussWasseranschluss© Selbermachen

    Wasseranschluss

    Wasser kommt durch einen schlichten Gartenschlauch in Ihre neue Küche, denn einen Außenwasseranschluss haben Sie garantiert an Ihrer Hauswand.
  4. Mini-KühlschrankMini-Kühlschrank© Selbermachen

    Mini-Kühlschrank

    Der Mini-Kühlschrank ist ein absolutes Muss, denn das obligatorische Bier schmeckt nur kalt. Der Cooler kühlt (und wärmt!) seine 24 l Inhalt mit 230-V- und 12-V-Anschluss, arbeitet aber nicht ganz geräuschfrei. Er ist im Internet unter www.techgalerie.de für 139 Euro zu bestellen.
  5. KüchenspüleKüchenspüle© Selbermachen

    Küchenspüle

    Die Spüle darf nicht zu breit sein, sonst passt sie nicht in den 50er Schrankkorpus. Die Einzelspüle bekommen Sie für 49 Euro bei Ikea. Die Armatur darf nur einen Kaltwasser-Zulauf haben, sonst läuft’s durch den zweiten wieder raus.
  6. Einbau-GasgrillEinbau-Gasgrill© Selbermachen

    Einbau-Gasgrill

    Der Einbau-Gasgrill heißt „Free Memphis“ und bietet über vier Gasbrennern eine Grillfläche von 79 x 50 cm. Für ein Barbecue im Freien der ideale Helfer. Für 500 Euro bekommen Sie den bei www.santosgrills.de
  7. KochplatteKochplatte© Selbermachen

    Kochplatte

    Die Kochplatte funktioniert nach dem Induktionsprinzip, hat 230-V-Anschluss und genug Power für jeden geeigneten Topf. 169 Euro bei Ikea.

Die Konstruktion der vier Grundmodule

  1. Seiten- und Rückenwände nagelnSeiten- und Rückenwände nageln© Selbermachen

    Seiten- und Rückenwände nageln

    Die Seiten- und Rückwände sind aus Rahmen und Profilhölzern genagelt. Die Rahmenhölzer werden auf das exakte Maß gekürzt, die Profilhölzer sind am oberen Rahmenholz bündig, am unteren stehen sie etwa 10 cm über.
  2. Profilhölzer abschneidenProfilhölzer abschneiden© Selbermachen

    Profilhölzer abschneiden

    Erst nach dem Nageln schneidet man die Profilhölzer per Handkreissäge als Ganzes ab, und zwar unter einem Winkel von 20° bis 30°, damit eine spitze Tropfkante entsteht.
  3. Rahmenhölzer verschraubenRahmenhölzer verschrauben© Selbermachen

    Rahmenhölzer verschrauben

    Die seitlichen Rahmenhölzer werden so verschraubt, dass sie mit den Profilbrettern nach außen bündig liegen. Zwei 100er-Schrauben pro Rahmenstoß reichen aus.
  4. Plattendreieck leimen und schraubenPlattendreieck leimen und schrauben© Selbermachen

    Plattendreieck leimen und schrauben

    In die Wandecken wird ein aussteifendes Plattendreieck geleimt und geschraubt.
  5. Löcher vorbohren und ansenkenLöcher vorbohren und ansenken© Selbermachen

    Löcher vorbohren und ansenken

    Für die Verschraubung von Rück- und Seitenwänden werden an Letzteren die Löcher auf 6 mm vorgebohrt und angesenkt.
  6. Wände zusammen zwingenWände zusammen zwingen© Selbermachen

    Wände zusammen zwingen

    Dann werden die Rück- und beide Seitenwände bündig zusammengezwungen und jeweils zwei Schrauben pro Rahmenstoß gesetzt.
  7. Rahmenhölzer ausklinkenRahmenhölzer ausklinken© Selbermachen

    Rahmenhölzer ausklinken

    Die Rahmenhölzer der Rückwand müssen dazu vorher ausgeklinkt werden, damit sie nicht mit denen der Seitenwände zusammenstoßen.
  8. Bodenplatte verschraubenBodenplatte verschrauben© Selbermachen

    Bodenplatte verschrauben

    Wenn der Rohbau steht, wird die Bodenplatte auf den unteren Rahmenhölzern verschraubt.
  9. Zusatzholz zwischen SeitenwändenZusatzholz zwischen Seitenwänden© Selbermachen

    Zusatzholz zwischen Seitenwänden

    Der Grillkorpus braucht auf der Vorderseite ein Zusatzholz zwischen den Seitenwänden
  10. Arbeitsplatten schleifen und ölenArbeitsplatten schleifen und ölen© Selbermachen

    Arbeitsplatten schleifen und ölen

    Alle Eiche-Arbeitsplatten müssen gründlich geschliffen und satt geölt werden.

Ausschnitte für Grill und Spüle herstellen

  1. Skizze: SpülenschrankSkizze: Spülenschrank© Selbermachen

    Skizze: Spülenschrank

    Das Abwasser aus der Spüle müssen Sie in einem passenden Kanister auffangen. Der steht im Spülenschrank hinter der Tür und ist mit einem flexiblen Schlauch direkt mit dem Abfluss verbunden.
  2. Skizze GartenkücheSkizze Gartenküche© Selbermachen

    Skizze Gartenküche

    Maßgebend für die komplette Gartenküche ist die Länge der Eichen-Arbeitsplatte: Aus deren 3 m können Sie zwei 1-m- und zwei 50-cm-Schränke mit Arbeitsflächen bestücken. Weil aber die Schnittbreite von der Länge verloren geht (jeweils 3 bis 4 mm), sind die Schränke nur 99,5 und 49,5 cm lang. In der Höhe orientieren Sie sich an der gängige Arbeitshöhe von insgesamt 90 cm.
  3. Aufbau GrundkorpusAufbau Grundkorpus© Selbermachen

    Aufbau Grundkorpus

    Der Grundkorpus ist bei allen vier Unterschränken gleich aufgebaut, lediglich die Länge der Rückwand variiert zwischen 49,5 und 99,5 cm.
  4. Ausschnitt aufzeichnenAusschnitt aufzeichnen© Selbermachen

    Ausschnitt aufzeichnen

    Anhand der Auflagemaße des Grills wird der Ausschnitt auf die Arbeitsplatte gezeichnet. Am saubersten schneiden Sie den Ausschnitt mit einer Tauchsäge, eine Stichsäge mit scharfem Sägeblatt und Pendelhub tut’s aber auch.
  5. Platte verschraubenPlatte verschrauben© Selbermachen

    Platte verschrauben

    Nach dem Ausschneiden bleibt eine U-förmige Platte übrig, die nun auf dem Korpus befestigt werden muss. Dazu bohrt man in die oberen Rahmenhölzer 6er-Löcher und senkt sie an. Dann wird von unten die Platte verschraubt.
  6. Grill auflegenGrill auflegen© Selbermachen

    Grill auflegen

    Der Grill sollte satt an allen drei Seiten aufliegen. Er ist so schwer, dass er nicht unbedingt fixiert werden muss. Das Zusatzholz im Korpus unter dem Grill dient als Stabilisation des Korpus, weil die Arbeitsplatte oben fehlt.

Woher bloß das ganze Holz nehmen?

Das Baumaterial muss Wind und Wetter standhalten, was nicht alle Holzsorten können. Als Plattenmaterial empfehlen wir Birken- Multiplex, das wasserfest verleimt ist. Allerdings benötigen die Kanten einem schützenden Anstrich.

Als Arbeitsplatte kommt nur Eiche in Frage, keinesfalls Buche – denn die reagiert auf Wasser mit einem ungeheuren Expansionsdrang, sprich, sie reißt auf. Für den Korpus verwendeten wir Profil- und Rahmenhölzer aus Fichte. Die werden durch den Anstrich geschützt. Alle Hölzer bekommt man im Baumarkt, wir haben unsere bei Max Bahr geholt.

Erst die Details machen die Schränke zur Küche

  1. Bodenhalter einsetzenBodenhalter einsetzen© Selbermachen

    Bodenhalter einsetzen

    Für die Zwischenböden in den Unterschränken werden Bodenhalter eingesetzt. Die Böden müssen an den Ecken in Stärke der Aufrechten ausgeklinkt werden.
  2. Löcher bohrenLöcher bohren© Selbermachen

    Löcher bohren

    Um die Reling zwischen die Rahmenhölzer setzen zu können, bohrt man in beide Aufrechte 16er-Löcher mit dem Forstnerbohrer, und
  3. Alurohr einfädelnAlurohr einfädeln© Selbermachen

    Alurohr einfädeln

    ... fädelt dann das 16er-Alurohr ein. Dazu müssen an einer Seite des Rahmens die Verbindungsschrauben etwas gelöst werden.
  4. Tresenholz ausklinkenTresenholz ausklinken© Selbermachen

    Tresenholz ausklinken

    Das Tresenholz muss um die Rahmenhölzer herum ausgeklinkt werden. Gehalten wird es mit je zwei über Kreuz gesetzten Spax.
  5. Rahmen verschraubenRahmen verschrauben© Selbermachen

    Rahmen verschrauben

    Der Rahmen selbst findet an der Rückseite des Unterschranks über insgesamt vier Schlossschrauben Halt. In seiner Breite entspricht er genau der des Schranks, so dass die Verbindung von Kantholz zu Kantholz besteht.
  6. Türen verbindenTüren verbinden© Selbermachen

    Türen verbinden

    Die Türen verbinden Sie mit jeweils zwei einfachen Bändern an den Aufrechten der Schränke. Berücksichtigen Sie die Scharnierstärke bei der Breitenberechnung der Türen.
  7. Eckventil verschraubenEckventil verschrauben© Selbermachen

    Eckventil verschrauben

    Um den Wasseranschluss möglichst elegant verschwinden zu lassen, verschrauben Sie das Eckventill innerhalb des Spülenschranks. Der Gartenschlauch wird durch ein 30er-Loch in der Rückwand geführt.
  8. Kanister in der Spüle platzierenKanister in der Spüle platzieren© Selbermachen

    Kanister in der Spüle platzieren

    Das Abwasser findet Platz in einem unter der Spüle platzierten Kanister. Für die Verbindung von Abfluss und Kanister verwenden Sie am besten einen flexiblen Abflussschlauch.
  9. Reling für SpültücherReling für Spültücher© Selbermachen

    Reling für Spültücher

    Für allerlei Hand- und Spültücher ist die Reling gedacht, die Sie einfach an die Seiten der Schränke schrauben können.

Der Wasseranschluss will durchdacht sein

Die einfachste Art, Wasser aus der Armatur zu bekommen, ist der Anschluss eines Gartenschlauchs. Für den Übergang benötigt man aus dem Baumarkt ein Eckventil zum Aufschrauben, ein Hahnstück für den Gartenschlauch sowie einen Flexschlauch für die Armatur. Eventuell müssen das Eckventil und das Hahnstück über ein passendes Reduzierstück verbunden werden.

Tipp: Um jedes Gewinde wird Teflonband gewickelt, welches das Ganze abdichtet. In jedem Fall braucht der Spülenunterschrank ein Loch, durch das der Gartenschlauch geführt wird.

Arbeitsschrank© SelbermachenGartenküche in einer Reihe© SelbermachenBei Nichtgebrauch lässt sich unsere Gartenküche einfach zu einer Zeile zusammenschieben. Haben Sie im Winter keinen geschützten Platz, nehmen Sie alle Geräte heraus und decken Sie die Küche mit einer Plane ab. Der rückseitig am „Arbeitsschrank“ angebrachte Rahmen bietet mit der Reling und dem Tresen eine erweiterte Arbeitsfläche und viel Platz für die benötigten „Werkzeuge“. Das Schrankinnere ist als einziges der vier voll nutzbar.

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