Gartenschaukel | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Hollywoodschaukel

Gartenschaukel

Ja, es gibt sie noch! Der guten alten Hollywoodschaukel, die früher als oft schlicht gestaltetes Metallgestänge so ächzend quietschte, haben wir uns angenommen und sie neu interpretiert. Heraus kam eine pfiffige Holzkonstruktion: So gemütlich wie immer, so elegant wie noch nie!

 
Hollywoodschaukel © Chris Lambertsen
Hollywoodschaukel

Nein, wir wollen Sie wirklich nicht verschaukeln. Im Grunde waren die alten Hollywoodschaukeln ja immer urgemütlich, aber von ihrer Optik eher Ungetüme aus einfachem Metall und billigem Stoff. Wir dachten uns, das müsste doch besser und schöner gehen – heraus kam dieses Modell. Der Clou: Durch das sehr einfache Konstruktionsprinzip können Sie es nicht nur gut nachbauen, Sie können ohne Mehraufwand sogar noch die Sitzbreite Ihren Wünschen und Größenverhältnissen anpassen.

Als Baumaterial dient uns das Holz der sibirischen Lärche. Die bietet zwei große Vorteile und einen kleinen Nachteil: Das feinjährige Holz ist nämlich erstens in jedem Holz- oder Gartenfachmarkt der Republik verfügbar, und es braucht zweitens (anders als beispielsweise die Fichte) keinen schützenden Anstrich. Der Nachteil ist eher konstruktionsbedingt: Durch die hohen Kräfte, die durch das Körpergewicht und die Schaukelbewegungen auf die Bauteile wirken, müssen Sie die Verbindungs- und Befestigungspunkte durch Muffen, Rohre und Haken verstärken.

Für die Aufhängung der Schaukelbank griffen wir nicht auf ein Drahtseil zurück, sondern auf 8 mm starke Gewindestangen, die wir mit 12 mm dicken Alurohren vor der Witterung schützen. Das hat im Wesentlichen den Grund, dass diese Gewindestangen viel besser in der Höhe feinjustierbar sind als Drahtseile. Die Schaukelbank muss nämlich exakt symmetrisch am Gestell hängen, damit ihre Schaukelbewegungen rund und harmonisch werden.

Den Anschluss an die Schaukelhaken in der tragenden Querleiste stellen Sie mit Schraubösen sicher, die Sie mit einer Mutter kontern. Da Sie im Baumarkt Gewindestangen nur mit einer Länge von 1 m bekommen, müssen Sie pro Aufhängung je zwei davon mit einer Koppelmutter verbinden, um auf die nötige Länge zu kommen. Längere Gewindestangen bekommen Sie nämlich nur im Fachhandel. Alle sonstigen nötigen Kleinteile, Beschläge und auch die 2-m-Alurohre bekommen Sie hingegen im Baumarkt Ihres Vertrauens. Bleibt der Stoff, aus dem die Hollywood- Träume sind: Es reicht ein einfacher Markisenstoff, den Sie an Vorder- und Hinterkante per aufgenähten Klettbändern einmal umschlagen. Die Schlaufen brauchen Sie, um die haltenden Alurohre einzuführen.


Hier finden Sie eine detaillierte Liste mit den für den Bau nötigen Abmessungen der Hölzer: 
Abmessungen Hollywoodschaukel aus Heft 06/16 zum Download > 

Hollywoodschaukel bauen

  1. Skizze© Tillman Strasburger

    Skizze

    Die Seitenteile der Schaukel sind immer gleich, für eine andere Bankbreite müssen Sie nur die Quer- und Sitzleisten verändern. Ab 1,6 m Sitzbreite sollten Sie die Sitzleisten in 36 mm Stärke wählen, um deren Durchbiegen zu verhindern
  2. Skizze Sitzfläche© Tillman Strasburger

    Skizze Sitzfläche

    Den Schaukelwinkel können Sie sich von dieser Rasterzeichnung hochkopieren oder übertragen. Rastermaß: 10x10 cm.
  3. Bretter zusägen© Chris Lambertsen

    Bretter zusägen

    **Gestell** Auf einer Kapp-und-Gehrungs-Säge schneiden Sie alle tragenden Bretter auf einen Winkel von 18° für die lange und auf einen Winkel von 10° für die kurze Seite.
  4. Bretter verkleben© Chris Lambertsen

    Bretter verkleben

    Die langen und kurzen Stützen sind dreischichtig: Verwenden Sie zum Verkleben der drei Brettschichten einen PU-Leim, denn der ist wasserfest. Für den Versatz der mittleren Bretter fertigen Sie sich eine Abstandsleiste. Die Querriegel gleich mit verleimen.
  5. Bretter pressen© Chris Lambertsen

    Bretter pressen

    Beim Verleimen der drei Brettschichten müssen Sie auf allseitige Bündigkeit des ersten und dritten Bretts achten. Unbedingt Zulagen beim Pressen benutzen!
  6. Bohrlöcher markieren© Chris Lambertsen

    Bohrlöcher markieren

    Das obere Ende der langen Stützen schneiden Sie einmal waagerecht und an der Vorderkante auch lotrecht ab. Markieren Sie die Bohrlöcher für den Querbalken und die Rampamuffe.
  7. Löcher bohren© Chris Lambertsen

    Löcher bohren

    Die Löcher müssen exakt rechtwinklig im Holz verlaufen, deshalb beim Bohren einen Bohrständer verwenden. Zuerst Sacklöcher bohren.
  8. Loch ansenken© Chris Lambertsen

    Loch ansenken

    Das Bohrloch für die Muffe sitzt exakt mittig. Loch ansenken, damit das Eindrehen der Muffe leichter geht.
  9. Weitere Muffen eindrehen© Chris Lambertsen

    Weitere Muffen eindrehen

    Auch in die Querleistenköpfe drehen Sie je zwei Muffen ein.
  10. Giebeldreiecke ausschneiden© Chris Lambertsen

    Giebeldreiecke ausschneiden

    **Dach** Aus einem Lärchenbrett schneiden Sie die beiden Giebeldreiecke nach unserer Zeichnung aus.
  11. Muffen eindrehen© Chris Lambertsen

    Muffen eindrehen

    Mit unserer Einschraubhilfe die Muffen eindrehen.
  12. Löcher ansenken© Chris Lambertsen

    Löcher ansenken

    Die Sparren müssen Sie an der Innenseite mit einem 12-mm-Sackloch versehen. Anschließend mit einem 6-mm-Bohrer durchbohren. Von der Außenseite her Löcher ansenken.
  13. Sparren und Giebeldreieck verleimen© Chris Lambertsen

    Sparren und Giebeldreieck verleimen

    Verleimen Sie Sparren und Giebeldreieck mit Versatz.
  14. Alurohre einschlagen© Chris Lambertsen

    Alurohre einschlagen

    In die Enden der 12-mm-Alurohre schlagen Sie je eine 10 mm starke Kunststoff-Einschlagmuffe ein.
  15. Lehnenbrett ausrichten© Chris Lambertsen

    Lehnenbrett ausrichten

    **Schaukelbank** Lehnenbrett ausgerichtet auf den Riegel legen und mit Winkel und Bleistift den Ausschnitt markieren.
  16. Dübellöcher bohren© Chris Lambertsen

    Dübellöcher bohren

    Ist das Lehnenbrett ausgeschnitten, bohren Sie Dübellöcher in den Querriegel und übertragen sie per Dübelmarker auf die Brettunterseite.
  17. Alurohre montieren© Chris Lambertsen

    Alurohre montieren

    Montieren Sie die querlaufenden Alurohre mit Senkkopf-Inbusschrauben aus Edelstahl (6 mm) zwischen die bereits montierten Sparren.
  18. Markisenstoff umlegen© Chris Lambertsen

    Markisenstoff umlegen

    Markisenstoff mit aufgenähtem Klettband zu Schlaufen umlegen und die Alurohre durchführen.
  19. Schaukelwinkel zuschneiden© Chris Lambertsen

    Schaukelwinkel zuschneiden

    Auch die Schaukelwinkel sind dreischichtig. Einen Winkel aus zwei Brettern verleimen und nach Schablone exakt ausschneiden, die zwei anderen etwas grober zuschneiden.
  20. Schaukelwinkel verleimen© Chris Lambertsen

    Schaukelwinkel verleimen

    Verleimen Sie die drei Winkel für die Leistenauflage mit dem genau geschnittenen Passstück in der mittleren Schicht. Dann die beiden äußeren Bretter und die dort eingeleimten Passstücke mit dem Bündigfräser exakt nacharbeiten.
  21. Sitzleisten verschrauben© Chris Lambertsen

    Sitzleisten verschrauben

    Die Sitzleisten verschrauben Sie mit je zwei Edelstahlschrauben an den Schaukelwinkeln.
  22. Sitzbank fixiert© Chris Lambertsen

    Sitzbank fixiert

    Die Sitzbank ist an zwei Schaukelhaken in der oberen Querleiste fixiert.
  23. Alurohre befestigen© Chris Lambertsen

    Alurohre befestigen

    Am unteren Ende der Aufhängung stecken Sie eine Einschrauböse durch die Schaukelwinkel und die Auffütterung hindurch und kontern sie von innen per Mutter. Die in Alurohren versteckten Gewindestangen durch die Ösen führen und mit Mutter und zwei U-Scheiben kontern.
  24. Gewindestangen verlängern© Chris Lambertsen

    Gewindestangen verlängern

    Die 1-m-Gewindestangen müssen Sie mit Koppelmuttern verlängern.

Fertige Bank in gebautem Gestell

© SelbermachenArbeit sparen Sie sich, wenn Sie unser Holzgestell bauen und dann diese fertige Schaukelbank aus gesottener Weide einhängen. Die Maße müssen Sie in der Breite natürlich anpassen. Preis der Bank: 169 Euro.

Car Selbstbaumöbel, Tel. (0 41 93) 75 55-0

 

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