Holzterrasse | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Holzdeck, Terrassendielen

Holzterrasse

Eine Alternative zu Bangkirai-Dielen sind die Terrassendielen „Terrazza“ von Werzalit - Wir haben mit diesem Holz-Kunststoff-Gemisch ein Holzdeck für den Garten gebaut.

 
Holzterrasse © Chris Lambertsen
Holzterrasse

Garten vorher© Selbermachen„Terrazza“ von Werzalit © Selbermachen

Holzdecks sind der Renner vor der heimischen Terrassentür, vor allem die aus edlen Bangkirai-Dielen. Doch dieses Holz wirft viele Probleme auf: Es ist teuer, arbeitet stark und ist meist schwer zu verarbeiten. Wir haben ein Alternativ-Material für Sie. Wetterfestes Holz – der Mix macht’s. Bei „Terrazza“, den hier gezeigten Dielen, handelt es sich genau genommen um ein Holz-Kunststoff- Gemisch. Die wahlweise braunen oder grauen Dielen bestehen nämlich zu 60 % aus Holzfasern und zu 40 % aus Poly propylen (PP). Diese Mischung bewirkt, dass die Dielen Sonne, Wasser und Insekten gleichermaßen trotzen und im Frühjahr einfach mit klarem Wasser zu reinigen sind. Das bangkirai - typische leichte Reißen und starke Arbeiten findet bei „Terrazza“ nicht mehr statt.

Die Alternative für Bangkirai-Dielen

Was wäre Holz doch für ein toller Baustoff, würde er nicht so fleißig arbeiten und sich unentwegt an die umgebende Luftfeuchtigkeit anpassen. Versuche, dieses Fleißes Herr zu werden, gab es gerade im Innenbereich viele, nun versuchen es einige Hersteller im Außenbereich, zum Beispiel beim Terrassenholz. In unserem Beispiel verbauten wir „Terrazza“ von Werzalit.

Der Trick, dem Holz beizukommen, ist dabei mehr oder weniger gleich: Einem Brei aus Holzfasern wird ein gewisser Prozentsatz Kunststoff beigegeben, der die Fasern bindet und sie beim Schwinden, Quellen und Verwinden behindert. Die äußere Anmutung des Holzes wird dabei dem beliebten, aber leider besonders arbeitsamen Bangkirai täuschend echt nachempfunden. Die Formstabilität hat ihren Preis: Mit 65 Euro/qm ist „Terrazza“ rund 10 Euro teurer als das Original. Allerdings müssen Sie wegen Tropenholznutzung kein schlechtes Gewissen mehr haben, und außerdem funktioniert die Arbeitsbremse bei „Terrazza“ tatsächlich – das Holzdeck ist auch nach knapp einem Jahr frei von Rissen und krummen Dielen.

So funktioniert das Terrazza-System

Die von uns verwendeten Terrassendielen können Sie auf zweierlei Art zusammenstecken: einmal mit sichtbarer Fuge und einmal mit geschlossener Oberfläche. In beiden Fällen entsteht allerdings eine absolut wasserdichte Terrassenfläche. Sie müssen das Regenwasser also ableiten, was Sie sinnigerweise in Verlegerichtung der Dielen machen sollten. Etwa 1 % Gefälle reicht völlig aus, das Sie auf eingeschlagenen Holzpflöcken und mit Maurerschnur markieren sollten. In unserem Fall, wo wir die Dielen auf Grund der Gesamtlänge in der Mitte auf Stoß legen, verläuft das Gefälle ab Stoß in beide Richtungen, um den Wasserweg so kurz wie möglich zu halten.

Wichtig: Das Gefälle müssen Sie schon in die Unterkonstruktion einarbeiten, was aber auf der lockeren Splittoberfläche kein Problem ist.

Die Dielenschrauben sind unsichtbar

Fertige Terrasse© SelbermachenAuf den ersten Blick ist „Terrazza“ nicht von Bangkirai-Dielen zu unterscheiden

Im Gegensatz zu herkömmlichen Terrassendielen haben die „Terrazza“- Dielen ein Nut-und-Feder- System an den Längsseiten. Das hat, neben der dichten Verlegung, auch den Vorteil, dass Sie sie durch die Nutwange hindurch unsichtbar mit der Unterkonstruktion verschrauben können. Lediglich das letzte Passstück an der Hauswand müssen Sie durch die Oberfläche schrauben.

Verwenden Sie entweder die vom Hersteller empfohlenen Spax- oder aber Edelstahlschrauben, die Ihnen auch nach Jahren nicht wegrotten können. Wichtig: Die Schrauben müssen Sie in den Nutwangen sorgfältig versenken, damit die nächste Diele einrasten kann.

Ein Holzdeck für die Terrasse bauen: So funktioniert's

  1. Holzterrasse bauen und entwerfenHolzterrasse bauen und entwerfen© Chris Lambertsen

    Holzterrasse bauen und entwerfen

    Geschlossenes System: Die Kiesschüttung brauchen Sie, um die Bodenunebenheiten auszugleichen und um die Lagerhölzer frostsicher zu lagern. Darüber liegt die Holzterrassen Unterkonstruktion. Auf den Querbalken können Sie anschließend die Terrassendielen verlegen.
  2. Terrasse bauen: Rahmenwände aufstellenTerrasse bauen: Rahmenwände aufstellen© Chris Lambertsen

    Terrasse bauen: Rahmenwände aufstellen

    Die Umrisse der Terrassenfläche markieren Sie mit der Maurerschnur. und stellen Sie die bereits zusammengesteckten Rahmenwände entlang der Markierung auf. Das Gefälle aus der Mitte zu beiden Seiten beträgt 1 Prozent.
  3. Terrasse bauen: Riegelabschnitte setzenRiegelabschnitte für die Holzterrasse setzen© Chris Lambertsen

    Riegelabschnitte für die Holzterrasse setzen

    Für einen stabilen Halt, werden die beiden Dielen zusätzlich durch innen aufgeschraubte Riegelabschnitte zusammengehalten.
  4. Stahlwinkel fixierenStahlwinkel fixieren© Chris Lambertsen

    Stahlwinkel fixieren

    An den Eckstößen ordnen Sie verzinkte Stahlwinkel an, die Sie mit kurzen Edelstahlschrauben fixieren.
  5. Holzterrasse Unterkonstruktion: Splitt einfüllenHolzterrassen Unterkonstruktion: Splitt einfüllen© Chris Lambertsen

    Holzterrassen Unterkonstruktion: Splitt einfüllen

    Den fertigen Rahmen verfüllen Sie mit Splitt (0/16 mm). Vorsicht mit der Schubkarre, sonst beschädigen Sie die Rahmenoberkante.
  6. Holzterrasse Unterkonstruktion: Rahmenhöhe markierenHolzterrassen Unterkonstruktion: Rahmenhöhe markieren© Chris Lambertsen

    Holzterrassen Unterkonstruktion: Rahmenhöhe markieren

    Eine diagonal gespannte Maurerschnur markiert auch in der Flächenmitte die Rahmenhöhe.
  7. Holzterrasse Unterkonstruktion: Splitt verteilenHolzterrassen Unterkonstruktion: Splitt verteilen© Chris Lambertsen

    Holzterrassen Unterkonstruktion: Splitt verteilen

    Den Splitt mit dem Rechen verteilen. Die Schütthöhe beträgt Rahmenhöhe minus Stärke der Lagerhölzer (38 mm) und der Auflager (20 mm).
  8. Holzauflager: SolbankklinkerHolzauflager: Solbankklinker© Chris Lambertsen

    Holzauflager: Solbankklinker

    Als Lagerholzauflager dienen Solbankklinker aus dem Baustoffhandel, keinesfalls einfache Tonplatten. Die platzen Ihnen bei Frost weg.
  9. Äußerstes Lageholz verlegenÄußerstes Lageholz verlegen© Chris Lambertsen

    Äußerstes Lageholz verlegen

    Verlegen Sie die beiden äußersten Lagerhölzer der Fläche etwa 10 cm vom Rahmen entfernt und richten Sie sie auf Rahmenhöhe aus.
  10. Lagerholz quer verlegenLagerholz quer verlegen© Chris Lambertsen

    Lagerholz quer verlegen

    Mit einem weiteren Lagerholz, das Sie quer zwischen die beiden äußeren legen, kontrollieren Sie noch einmal das Gefälle von 1 % über die Fläche.
  11. Lagerhölzer ausrichtenLagerhölzer ausrichten© Chris Lambertsen

    Lagerhölzer ausrichten

    Die Lagerhölzer legen Sie mit einem Abstand von maximal 60 cm auf die Auflager und richten Sie nach vorn waagerecht und in der Höhe nach Rahmenkante exakt aus.
  12. Fertige UnterkonstruktionFertige Unterkonstruktion© Chris Lambertsen

    Fertige Unterkonstruktion

    So sieht die fertig ausgerichtete Unterkonstruktion der Terrasse aus.
  13. Stahlwinkel verschraubenStahlwinkel verschrauben© Chris Lambertsen

    Stahlwinkel verschrauben

    Um die erste Diele zu montieren schrauben Sie provisorisch drei kleine Stahlwinkel an die Rahmenfront.
  14. Feder entfernenFeder entfernen© Chris Lambertsen

    Feder entfernen

    Entfernen Sie per Stichsäge die Feder der ersten Diele und verschrauben Sie sie an den Stahlwinkeln und durch die untere Nutwange mit allen Lagerhölzern der Unterkonstruktion.
  15. Diele zusammendrückenDiele zusammendrücken© Chris Lambertsen

    Diele zusammendrücken

    Drücken Sie die zweite Diele mittels Schraubzwingen in die erste, bis sie einrastet und...
  16. Diele verschraubenDiele verschrauben© Chris Lambertsen

    Diele verschrauben

    ...verschrauben Sie sie ebenfalls mit der Unterkonstruktion.
  17. Dielen eintreibenDielen eintreiben© Chris Lambertsen

    Dielen eintreiben

    Ab der dritten Diele können Sie alle nachfolgenden mit Hammer und Schlagklotz eintreiben. Auch die Hilfswinkel können jetzt entfernt werden.
  18. Dielen überstehen lassenDielen überstehen lassen© Chris Lambertsen

    Dielen überstehen lassen

    Lassen Sie die Dielen überstehen. Sie werden später mit der Handkreissäge in einem Arbeitsgang abgesägt.
  19. Längsstoß der DielenLängsstoß der Dielen© Chris Lambertsen

    Längsstoß der Dielen

    Unter dem Längsstoß der Dielen muss ein Lagerholz liegen.
  20. Dielen kürzenDielen kürzen© Chris Lambertsen

    Dielen kürzen

    Für den Längsstoß der Dielen in der Deckmitte müssen Sie einige Dielen mit der Stichsäge kürzen.
  21. Wandabstand messenWandabstand messen© Chris Lambertsen

    Wandabstand messen

    Die letzte Diele vor der Hauswand wird angepasst, indem man diese auf die vorletzte legt, an die Wand drückt und den Abstand vom Rastpunkt ihrer Feder zum Ende der unteren Diele misst. Mit einem Holzstück in dieser Länge minus 20 mm (um das Passstück einschieben zu können) übertragen Sie den unebenen Wandverlauf auf die Diele.
  22. Schrauben setzenSchrauben setzen© Chris Lambertsen

    Schrauben setzen

    Da beim Passstück die Nut unzugänglich ist, müssen Sie es von oben mit Edelstahlschrauben festsetzen.
  23. Dielenenden abschneidenDielenenden abschneiden© Chris Lambertsen

    Dielenenden abschneiden

    Nun können Sie mit einer Handkreissäge die Dielenenden in einem Stück gerade abschneiden. Um den Anschlag zu fixieren, verwenden Sie entweder Schraubzwingen, oder Sie schrauben ihn mit vier bis fünf dünnen Schrauben auf der Fläche fest. Die Schraublöcher werden Sie später auf der geriffelten Oberfläche nicht mehr sehen können.
  24. Abdeckkappen aufsteckenAbdeckkappen aufstecken© Chris Lambertsen

    Abdeckkappen aufstecken

    Stecken Sie die Abdeckkappen auf die Dielenenden, bis sie spürbar einrasten.
  25. Kanten schleifenKanten schleifen© Chris Lambertsen

    Kanten schleifen

    Auch die Längsseite der vorderen Diele haben wir nachträglich geschnitten. Die Kante muss danach noch sauber verschliffen werden.
  26. Fertige DielenflächeFertige Dielenfläche© Chris Lambertsen

    Fertige Dielenfläche

    Die fertige Dielenfläche hat umlaufend einen Überstand von 1 bis 2 cm, damit eine Tropfkante für das Regenwasser entsteht.
  27. FlächenmitteFlächenmitte© Chris Lambertsen

    Flächenmitte

    Der Längsstoß der Dielen liegt in der Flächenmitte. Er ist der höchste Punkt der Terrasse, von dem aus die Dielen mit einem Gefälle von je 1 % in jede Richtung nach außen laufen.
  28. Letzte Diele einklickenLetzte Diele einklicken© Chris Lambertsen

    Letzte Diele einklicken

    Ist die Diele zugeschnitten, wird sie eingeklickt, am besten mit einem Kuhfuß, mit dem Sie das Dielenstück von der Wand wegdrücken.

So gestalten Sie die Holzterrasse individuell

Miniteich© SelbermachenJunge auf der fertigen Terrasse© Selbermachen

Die große Aussparung in der Terrassenfläche wurde uns von der Natur in Form eines wunderschönen Apfelbaums quasi vorgegeben. Der Dielenrahmen, der das Ganze einfasst, wurde also um diesen Apfelbaum herumgezogen. Damit die Aussparung auch zu etwas nütze ist, wählten wir eine übergroße Aussparung, deren Breite wir an der Länge einer handelsüblichen Mörtelbütt/eines Mörteltrogs (70 cm) aus dem Baumarkt ausrichteten. Auf diese Art zauberten wir ohne viel Aufwand zwei Mini-Teiche in die Terrasse, die bei Bedarf auch gegen ein kleines Beet oder einen Sandkasten ausgetauscht werden können. Diese Ideen funktionieren selbstverständlich auch ohne Apfelbaum.

Miniteich und Sandkasten in die Holzterrasse integriert

Gartenteich light In die unumgängliche Aussparung der Terrassenfläche setzten wir kurzerhand zwei Mörtelbütten (-tröge), die als Miniteiche zur Heimat einiger aus gewählter genügsamer Teichpflanzen werden.

  1. Erde schaufelnErde schaufeln© Chris Lambertsen

    Erde schaufeln

    Das Erdreich in der Aussparung nehmen Sie so weit raus, dass die Mörteltröge mit ihrer Oberkante entweder auf Höhe der Dielenober- oder -unterkante liegen.
  2. Tröge einsetzenTröge einsetzen© Chris Lambertsen

    Tröge einsetzen

    Mit Erdreich justieren Sie die Tröge in Lage und Höhe. Sie müssen waagerecht stehen. Die Vorderseite decken Sie später mit Kieselsteinen ab. Nach der genauen Positionierung werden die Tröge mit Wasser befüllt, am besten mit dem Gartenschlauch.

Alternative: Sandkasten© SelbermachenAlternativ zum Miniteich können Sie die Aussparung auch als integrierten Sandkasten für die Kinder nutzen. Dazu müssen Sie die Vorderseite natürlich schließen, am besten mit einem durchlaufenden Rahmen. Schlagen Sie die Kiste mit einem Mulchvlies (Gartencenter) aus, das den Sand drinhält, aber das Wasser rauslässt. Die Nutzung als Sandkasten schließt eine spätere Nutzung als Teich oder Beet natürlich nicht aus.

 

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