Terrasse: Alte Betonplatten aufpeppen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Terrasse, Betonplatte, Pflasterklinker

Terrasse: Alte Betonplatten aufpeppen

Die alte Terrasse mit den langweiligen grauen Betonplatten war überfällig. Aber warum viel Geld für neue Platten ausgeben, wenn man mit einigen Pflasterklinkern und dem Einsatz einer Steinsäge ein interessantes neues Muster legen kann? Der Fantasie sind da nur wenige Grenzen gesetzt.

 
Betonplatte mit Pflasterklinker © Selbermachen
Betonplatte mit Pflasterklinker

Wohn- und Arbeitsbereich vorher© SelbermachenVorher und Nachher Ein Zimmer im Freien mit grünen Wänden, einer „Stuckleiste“ aus blühendem Blauregen und einer offenen Decke, durch die die Sonne auf die Sitzecke scheint. Der schönste Platz zum Frühstücken! Ein Teich in der Terrasse. Das Regenrohr speist über eine Betonrinne einen kleinen Teich – Sommerfrische für ein Zypergras (siehe Mini-Teich).

Grau, langweilig, unattraktiv – mit dem alten Terrassenbelag war wirklich kein Staat mehr zu machen. Und neben der Schönheit war über die Jahre auch die Funktionalität abhanden gekommen: Die Terrasse war auf der Seite ihres Ausgangs zum Garten immer weiter abgesackt, so dass zuletzt ein Gefälle von etwa 5 bis 6 Prozent zwar Regenwasser schnell abfließen ließ, bequemes Sitzen auf der Bank aber fast unmöglich machte. Deshalb hatte die Frau des Hauses zwei Bretter unter die Beine auf der rechten Bankseite gelegt – das sah zwar verboten aus, machte die Bank aber benutzbar. Mit einem Satz gesagt: Abhilfe tat Not, es musste endlich etwas geschehen!

Terrassen-Teich© SelbermachenBei der genauen Inspektion der Terrasse zeigte sich, dass die Betonplatten zwar wenig attraktiv, technisch aber völlig in Ordnung waren – wegwerfen kam also nicht in Frage. Was tun? Aufnehmen und einlagern? An weniger exponierter Stelle einen Weg damit legen? Oder einen Sitzplatz? Oder an selber Stelle neu verlegen? Dann musste sich aber einiges zur vorherigen Situation ändern!

Wie ändert man einen Bodenbelag, der grau ist und ein Format von 50 x 50 cm hat, also quadratisch ist? Zum Beispiel durch Hinzufügen einer neuen Farbe oder eines anderen Formats – oder durch beides. Indem man die Quadrate zu Dreiecken schneidet und rote Pflasterklinker ins Spiel bringt. Dann fehlt nur noch ein Verlegeplan. Der hat es aber in sich, besonders, wenn – wie in diesem Fall – die Größe der Terrasse durch eine Formschnitthecke begrenzt ist, und zwar auf 4,5 x 5 m.

Formen und Farben sorgen für Spannung

In so einem Falle zeigen sich die Vorzüge eines Layoutprogramms auf dem Computer. Man legt die äußere Form der Terrasse fest, stellt sich einen Vorrat an farbigen Quadraten, Recht- und Dreiecken her und schiebt diese so lange hin und her, bis die Fläche lückenlos belegt ist und das Muster gefällt. So weit, so einfach. Die Ausführung gestaltete sich dann doch etwas schwieriger. Am Ende waren fast zwanzig Verlegepläne entstanden und einige Wochen ins Land gegangen (eine kleine Auswahl zeigen wir auf Seite 78). Die letzte Aktion hieß, den Verlegeplan zu Stein werden zu lassen. Dafür wurden benötigt: 1 cbm Verlegesand, etwa 300 Pflasterklinker (Röben, etwa 35 Euro/qm), ein Steinplattenschneider (als Leihgerät etwa 65 Euro pro Tag), ein Rüttler mit Gummimatte (etwa 45 Euro pro Tag) sowie Plattenheber und Gummihammer, T-förmige Stahlschienen zum Abziehen der Sandfläche und ein 2-m-Richtscheit mit Wasserwaage (man kann auch ein wirklich gerades Brett in Verbindung mit einer Wasserwaage verwenden). Ebenfalls hilfreich bei der Ausführung: trockenes Wetter und ein kräftiger, zupackender Freund.

Betonplatten mit Pflasterklinker verschönern

  1. Platten säubernPlatten säubern© Selbermachen

    Platten säubern

    Die Arbeit beginnt mit dem Säubern der alten Platten. Da die Terrasse über die Jahre mehrmals erweitert und umgebaut wurde, legt die Dreckfräse des Hochdruckreinigers verschiedene Sorten Gehwegplatten frei.
  2. Platten aufnehmenPlatten aufnehmen© Selbermachen

    Platten aufnehmen

    Zweiter Schritt: Die Platten mit einem Plattenheber aufnehmen, nach Farben sortieren und zwischenlagern.
  3. Verlegesand verteilenVerlegesand verteilen© Selbermachen

    Verlegesand verteilen

    Das zu starke Gefälle wird angehoben, eingesackte Stellen aufgefüllt. Das Richtscheit mit Wasserwaage zeigt die Fehlstellen auf und hilft beim Verteilen des Verlegesands.
  4. Sand anrüttelnSand anrütteln© Selbermachen

    Sand anrütteln

    Der grob verteilte Sand wird angerüttelt, eventuell noch vorhandene Fehlstellen aufgefüllt und noch einmal gerüttelt
  5. Stahlschienen positionierenStahlschienen positionieren© Selbermachen

    Stahlschienen positionieren

    Wenn die Höhe für das Sandbett festgelegt ist (Terrassenniveau minus Plattenstärke), werden die Stahlschienen zum Abziehen positioniert. Wichtig: Gefälle vom Haus weg einbauen!
  6. Sandbett abziehenSandbett abziehen© Selbermachen

    Sandbett abziehen

    Das Sandbett wird mit Richtscheit und – vorsichtshalber – Wasserwaage abgezogen, das heißt, das Scheit wird auf die Schienen gedrückt und mit leichten Hin-und-her-Bewegungen über das Sandbett gezogen.
  7. Schnüre spannenSchnüre spannen© Selbermachen

    Schnüre spannen

    Bei dieser Art Muster wird aus der Mitte gearbeitet, deshalb wird diese mit zwei Schnüren, die von Ecke zu Ecke gespannt werden, festgelegt. Ein Stab markiert sie.
  8. Erste Platte positionierenErste Platte positionieren© Selbermachen

    Erste Platte positionieren

    Zwei Trittsteine (bei größeren Terrassen auch mehr) werden ausgelegt, und die erste Platte kann positioniert werden.
  9. Pflasterklinker zuschneidenPflasterklinker zuschneiden© Selbermachen

    Pflasterklinker zuschneiden

    Während die normalen Platten verlegt werden, kann damit begonnen werden, zunächst die Pflasterklinker zuzuschneiden. Wenn klar ist, wie groß die dreieckigen Platten werden müssen (ein paar Sandkörner in den Fugen können den schönsten Plan über den Haufen werfen), sollten auch die mit dem Steinplattenschneider zur Verlegung vorbereitet werden. **Ganz wichtig:** Schützen Sie Ihre Augen, Ohren und Hände!
  10. Lehre erleichtert die ArbeitLehre erleichtert die Arbeit© Selbermachen

    Lehre erleichtert die Arbeit

    Da bei diesem Muster nur 45°-Winkel benötigt werden, kann man sich mit einer Lehre (zur Not kann man sich die selbst aus einem Brett zuschneiden) die Arbeit enorm erleichtern.
  11. Platten nach schneidenPlatten nach schneiden© Selbermachen

    Platten nach schneiden

    Platten von 50 x 50 cm messen über die Diagonale rund 70 cm. Bei manchen Maschinen muss man die Platte drehen und den Grat nach schneiden.
  12. Platten verlegenPlatten verlegen© Selbermachen

    Platten verlegen

    Das Verlegen der Platten geht trotz ihres Gewichts von rund 30 kg zügig voran. Auch die Klinker machen keine Probleme, da sie nur etwas dicker sind als die Platten. Die Überstände werden mit dem Gummihammer eingeschlagen.
  13. Graben aushebenGraben ausheben© Selbermachen

    Graben ausheben

    Eine Gipskelle eignet sich gut, um den Graben für die Setzstufe auszuheben.
  14. Stufe einsetzenStufe einsetzen© Selbermachen

    Stufe einsetzen

    Durch den Wegfall des extremen Gefälles liegt die Terrasse jetzt rund 12 cm höher. Am Ausgang der Terrasse muss eine Stufe eingebaut werden.
  15. Setzstufen einschlagenSetzstufen einschlagen© Selbermachen

    Setzstufen einschlagen

    Die Setzstufen werden eingeschlagen.
  16. Übereinstimmung überprüfenÜbereinstimmung überprüfen© Selbermachen

    Übereinstimmung überprüfen

    ... die Übereinstimmung mit dem Sandbett überprüft und ...
  17. ÜberprüfenÜberprüfen© Selbermachen

    Überprüfen

    ... sichergestellt, dass sie waagerecht eingebaut sind.
  18. Sandbett abziehenSandbett abziehen© Selbermachen

    Sandbett abziehen

    Jetzt endlich kann das Sandbett für das Randmuster abgezogen werden. Auch dafür werden wieder die Stahlschienen eingebaut und sorgfältig ausgerichtet.
  19. Erstes Dreieck positionierenErstes Dreieck positionieren© Selbermachen

    Erstes Dreieck positionieren

    Das erste Dreieck wird mittig zur bereits verlegten inneren Fläche des Musters positioniert. Auch hier ist wieder Sorgfalt geboten, damit das Muster symmetrisch wird.
  20. Dreiecke verlegenDreiecke verlegen© Selbermachen

    Dreiecke verlegen

    Die Dreiecke zu verlegen ist – auch vom Gewicht her – relativ leicht. Bei den Klinkern treffen immer ein gerader und einer mit Gehrung aufeinander.
  21. Passstücke herstellenPassstücke herstellen© Selbermachen

    Passstücke herstellen

    Abhängig von der Größe der Terrasse müssen für die Ecken Passstücke hergestellt werden. Wenn sie so schmal sind wie hier, ist Vorsicht geboten: Solche Stücke brechen leicht
  22. Fugen einschlämmenFugen einschlämmen© Selbermachen

    Fugen einschlämmen

    Zum Schluss werden die Fugen mit Sand und viel Wasser eingeschlämmt.
  23. TippTipp© Selbermachen

    Tipp

    Soll ein Gefälle eingemessen werden, kann man an einem Ende der Wasserwaage ein entsprechendes Holz befestigen. Das heißt: Bei einer 1-m-Wasserwaage muss das Hölzchen für 1 % Gefälle 1 cm dick sein, für 2 % sind es 2 cm ... Sollen 1,5 % Gefälle mit einem 2-m-Richtscheit angelegt werden, dann muss das Abstandsholz – wie im Bild zu sehen – 3 cm dick sein.

Eine Terrasse – viele Entwürfe

  1. Karo-MusterKaro-Muster© Selbermachen

    Karo-Muster

    Es gibt noch viele weitere Entwürfe, vier davon stellen wir Ihnen hier vor. Der erste ist konsequent hell-dunkel, ähnlich einem Schachbrett.
  2. Schlichter EntwurfSchlichter Entwurf© Selbermachen

    Schlichter Entwurf

    Der zweite ist der schlichteste: Hellgraue Platten, diagonal verlegt, mit dunklen Dreiecken als Rand.
  3. Betonplatten und PflasterklinkerBetonplatten und Pflasterklinker© Selbermachen

    Betonplatten und Pflasterklinker

    Der dritte besteht aus einer Sorte Betonplatten – hell oder dunkel – und ist mit viel Rot in Form von Pflasterklinkern akzentuiert.
  4. Extravagante VarianteExtravagante Variante© Selbermachen

    Extravagante Variante

    Nummer 4 ist der extravaganteste. In eine graue Fläche ist ein Muster eingelassen, das an einen Teppich erinnert. Mit einer Sitzgruppe an dieser Stelle wird die Terrasse zu einem kunstvoll gestalteten Wohnzimmer im Freien.

Wo gibt's...?

Pflasterklinker: Röben | Telefon (0 44 52) 88-0

Steinplattenschneider und Rüttler: Max Bahr | Telefon (0 40) 6 56 66-0

SELBER MACHEN 07/2010

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