Terrasse einfach verschönern und Geld sparen
Gartengestaltung

Terrasse einfach verschönern und Geld sparen

Gleich ob Sie sich für unsere Insellösungen entscheiden oder für eine Grundsanierung mit neuem Material und schönen Kanten: Mit diesen Ideen werten Sie im Handumdrehen Ihre alte Betonterrasse auf.

 
Sitzbank © Michael Holz
Sitzbank, Blumenbeet und Mini-Teich in Einem

Der Sommer ist da und Sie brauchen eine Veränderung auf der Terrasse, haben aber wenig Zeit? Der Trick: Entfernen Sie Ihre alte Terrasse nicht, sondern nutzen Sie diese als Fundament. Wer auf einen neuen Terrassenbelag verzichtet, kann die Betonterrasse trotzdem umgestalten. Mit dieser Methode bekommen Sie nicht nur eine schöne neue Terrasse, sondern sparen viel Geld.

1. Terrassen-Inseln: Blumenkasten, Mini-Teich und Sitzbank

Die einfachste Lösung, den Beton-Look zu verbergen, ist das Verlegen von Holzfliesen. Terrassen werden aber noch schöner, wenn Sie diese mit Terrassen-Inseln auflockern. Terrassen-Inseln können Blumenkästen, Hochbeete oder Mini-Teiche sein. Auch mit integrierten Sitzbänken, erhält Ihre Terrasse eine neues Aussehen.

  1. Sitzbank© Tillman Straszburger

    Sitzbank

    Zusätzlichen Platz für Besuch, schaffen Sie mit einer Terrasseninsel mit Sitzfläche.
  2. Blumenkasten© Tillman Straszburger

    Blumenkasten

    Platz für Stämmchen, bietet die Terrasseninsel als Blumenkasten. Hohe Pflanzen auf der Terrasse schaffen mehr Struktur und untergliedern die Terrasse bei Bedarf in mehrere Bereiche.
  3. Bepflanzte Terrasseninsel© Tillman Straszburger

    Bepflanzte Terrasseninsel

    Alternativ können Sie die Terrasseninsel auch direkt bepflanzen. Um das Holz vor Feuchtigkeit zu schützen, pflanzen Sie die Blumen in eine Plastikwanne mit Ablauf oder verwenden Sie Teichfolie. Achten Sie aber darauf, dass Regenwasser gut abfließen kann. Dann entsteht keine Staunässe.
  4. Terrasseninsel: Miniteich mit Wasserpflanzen© Tillman Straszburger

    Mini-Teich

    Auch ein Miniteich oder ein kleines Refugium für Wasserpflanzen lassen sich prima aus den Stapelelementen und Kunststoffkästen herstellen. Kästen unterschiedlicher Art gibt’s als Pflanztröge oder als Stauraumkisten im Baumarkt oder im Pflanzencenter. Aber Achtung: UV-stabil und frostfest sollten sie schon sein! Damit alles perfekt passt, wird zunächst der Kunststoffkasten eingesetzt und dann die Mittelwand festgeschraubt.

Die Konstruktion

Unsere Terrasseninseln lassen sich nach Lust und Laune in einen Blumenkasten, eine Sitzbank oder in ein Wasserbecken verwandeln. Die Grundkonstruktion bleibt immer dieselbe. 

Zeichnung Terrassen-Insel
Zeichnung: Tillman Straszburger

Tipp: Legen Sie die Maße so fest, dass sie immer die Fläche einer bestimmten Anzahl an Holzkästen abdecken. In unserem Beispiel nehmen die Kästen eine Fläche von zwei Holzfliesen ein. So können Sie die Kästen versetzen und Ihre Terrasse entsprechend der Jahreszeiten umgestalten. Damit die Terrassen-Inseln lange schön bleiben lohnt es sich, diese im Winter einzulagern.

Praktisch: Die einzelnen Elemente sowie der Deckel werden lose übereinander gestapelt. So bleiben die Objekte variabel und lassen sich ohne große Mühen auf der Terrasse neu platzieren.

Stapelbare Holzkisten

Material

Zur Herstellung eines Universalkastens benötigen Sie als Material: Vierkanthölzer der Dimension 3,5 x 3,5 cm, Bretter jeder Art mit Abmessungen von etwa 13 bis 16 cm, einen Konstruktionskleber, ein paar Schrauben, Kunststofffüße und etwas Farbe. Als Materialkosten sollten Sie etwa 25 Euro plus Farbe kalkulieren.

Terrassen-Insel bauen: So geht's

  1. Vierkanthölzer verleimen© Michael Holz

    Vierkanthölzer verleimen

    Mit einem Konstruktionskleber für den Außenbereich und zwei Schraubzwingen werden die Vierkanthölzer stumpf, also ohne jede weitere Verbindung, auf die Seitenbretter geleimt.
  2. Material verleimen© Michael Holz

    Material verleimen

    Die kurzen Seiten sowie das Mittelbrett erhalten zudem noch die Füße aus dem gleichen Holzvierkantmaterial aufgeleimt.
  3. Rohholz grundieren© Michael Holz

    Rohholz grundieren

    Ist der Konstruktionskleber abgebunden, wird das noch rohe Holz grundiert.
  4. Kasten anstreichen© Michael Holz

    Kasten anstreichen

    Nach dem Trocknen erhält der Kasten einen Anstrich mit außentauglichem Buntlack. Ist auch der Buntlack trocken, empfiehlt es sich, eine zweite Buntlackschicht aufzutragen, damit Ihnen das Objekt auch lange Freude bereitet. Dazu sollten vorher die gesamten Holzteile mit Schleifpapier der Körnung 180 kurz übergeschliffen werden. (Vorsicht, den Lack nicht durchschleifen!) Ebenso empfehlen wir, die Grenzen von dunkelrot und hellgrün beim Streichen mit Malerband abzukleben, um eine saubere Farbkante zu erzielen. Ist auch die zweite Buntlackschicht durchgetrocknet, was bei Kunstharzlacken durchaus zwei bis drei Tage dauern kann, werden die Kunststofffüßchen unter die Beine geschraubt. Legen Sie dazu das Füßchen auf, stecken Sie die Schraube hinein und markieren Sie den Sitz der Schraube, indem Sie der Schraube einen nicht zu kräftigen Schlag mit dem Hammer auf den Kopf verpassen. Nun alles wieder abnehmen und mit einem 2-mm-Holzbohrer das Schraubenloch vorbohren, damit Sie das Bein beim Eindrehen der Schraube nicht spalten. Anschließend befestigen Sie die Füße mit Schrauben.
  5. Bauteile verschrauben© Michael Holz

    Bauteile verschrauben

    Zuletzt werden die fünf Bauteile stumpf mit Holzschrauben zusammengeschraubt. Auch hier dürfen Sie das Vorbohren nicht vergessen! Die Schraubverbindungen werden von innen ausgeführt (siehe Bohrlöcher in Bild 5), damit die unschönen Schraubenköpfe von außen nicht zu sehen sind.

Terrassen-Insel aus Granit

Neben Kästen die Sie als Terrassen-Insel einsetzen, können Sie einer Betonterrasse auch mit Granitsteinen ein neues Aussehen verleihen. Nehmen Sie dafür eine Betonplatte hoch und verfüllen Sie das so entstandene Quadrat mit Granitsteinen. Nach Belieben können Sie einheitliche Farbflächen ebenso verlegen wie Muster.
 

Terrasseninsel aus Granitstein

Tipp: Es müssen aber nicht gleichförmige Granitsteine sein. Probieren Sie doch einmal, ein Bodenbild zu gestalten. Gießen Sie dazu das Quadrat mit Beton aus und verlegen Sie im nassen Material farbige Scherben, Muscheln oder Kieselsteine zu einem künstlerischen Objekt. Sie möchten bei Beton bleiben? Dann gießen Sie Pflastersteine einfach selbst, zum Beispiel mit Blatt-Abdruck. Mit ein paar gestalterischen Elementen wirkt Ihre Terrasse wie neu!

Bepflanzte Terrassen-Insel

Wer keine Pflanzkästen mag und Grünes lieber bodennah erleben möchte, der kann die Pflanzen auch direkt ins Erdreich setzen. Nehmen Sie die Betonplatten hoch, graben Sie den alten Verlegesand frei und füllen Sie das entstandene Loch wieder mit Muttererde auf, damit die Pflanzen Nährboden bekommen.


Eine bepflanzte Insellösung können Sie mit einem nachträglich verlegten Holzdeck kombinieren
 

Sandkiste 

Sie möchten Ihre Kleinen beim Spielen im Blick haben? Entfernen Sie vier Betonplatten und setzen Sie an diese Stelle eine passgenau gearbeitete Sandkiste. Die Sandkiste wird aus gehobelten Brettern hergestellt, die in den Ecken mit Vierkanthölzern verschraubt sind. Das Sitzbrett wird ebenfalls verschraubt und kann zusätzlich noch mit Holzwinkeln stabilisiert werden. Wenn Sie auf der Suche nach etwas Größerem sind, finden Sie hier die Anleitung für einen Sandkasten für den Garten.

2. Ein neuer Terrassen-Belag

Wer alte Beton-Terrassenbeläge flink renovieren möchte, dem empfehlen wir, die vorhandenen Platten liegen zu lassen und den neuen Belag einfach oben drauf zu setzen. Das hat den Vorteil, dass man bereits das perfekte Fundament hat und zudem den Boden nicht wieder neu austarieren muss. Nur sollten Sie darauf achten, dass das Regenwasser weiterhin gut ablaufen kann. Als Unterkonstruktion nutzt man generell ein witterungsbeständiges Hartholz.

Der Grund: Die Unterkonstruktion hat einen direkteren Kontakt zum feuchten Boden als die Deckkonstruktion. Man darf also an der Unterkonstruktion nie sparen, denn sollte einmal das Deck erneuert werden, so kann durchaus die Unterkonstruktion bestehen bleiben! Ein Tipp: Verwenden Sie Thermo-Buche. Das harte Buchenholz wird thermisch so behandelt, dass es jeder Witterung standhält und ist damit eine super Alternative zu tropischen Harthölzern.

Industriell vorgefertigte Holzfliesen sind für jeden Heimwerker einfach zu handhaben. Sie werden in unterschiedlichen Abmessungen von 50 x 50 cm bis hin zu 90 x 90 cm oder sogar rechteckig in 60 x 120 cm angeboten. Als Unterkonstruktion verwenden Sie einfach Ihre alten Terrassenplatten, denn die Holzfliesen brauchen nicht zwangsläufig in der Fläche verschraubt werden. An den Kanten jedoch empfehlen wir ein rundherum umlaufendes Brett anzuschrauben, um der gesamten Terrasse Halt zu geben. Hersteller solcher Holzfliesen sind etwa: Aicher, Brügmann und Osmo.

Thermo-Buche

Blackwood oder Thermo-Buche ist thermisch behandeltes Buchenholz. Und zwar wird das Holz so mit Hitze und Wasserdampf behandelt, dass es zu einem Zellenkollaps kommt.

Da nun die Zellen zerstört wurden, bietet das Holz keinen Nährboden mehr für zerstörerische Pilze und Bakterien. Die Folge: eine hohe Lebensdauer von über 20 Jahren. Das Produkt wird in verschiedenen Oberflächenstrukturen angeboten und ist in Deutschland bundesweit in den I&M-Baumärkten erhältlich. Wo genau, sagt Ihnen der Hersteller SPM, Telefon (0 46 62) 88 22-0

Klick-System

Mit Klick-Böden lassen sich Bodendielen ohne sichtbare Verschraubungen verlegen. Dazu werden die Kunststoff-Clips auf die Unterkonstruktion oder direkt auf die Fliesen oder den Estriche (für den Innenbereich, Sauna etc.) geschraubt und anschließend die Dielenbretter durch Drücken beziehungsweise leichtes Schlagen mit einem Gummihammer und Zulage eingeklickt. Die Dielenbretter sind jeweils etwa 118 cm lang und 14 cm breit, bei einer Dicke von 2,8 cm. Weitere Informationen gibt’s direkt beim Hersteller Sahm GmbH, Telefon (0 27 77) 60 61.

 

Stein auf Stein verlegen 

Eine neue Schicht aus Bodenplatten in Stein oder Beton muss nicht immer im Sandbett verlegt werden. Auch dieser Belag lässt sich einfach und unkompliziert auf Ihre alte Betonterrasse legen.

Stein auf Stein verlegen

Dafür gibt es kleine runde Gummilager namens Plattenfix, die jeweils unter eine Kreuzfuge montagelos gelegt werden. Die Vorteile: 1. stets gleicher Fugenabstand der Platten untereinander, 2. Platten haben keinen direkten Kontakt zum Boden, so dass Regenwasser gut abfließen kann, 3. Platten können jederzeit einfach entfernt werden. Kaim, Telefon (0 93 82) 998 40.

3. Neue Terrassen-Kanten

Nicht nur das Material des Terrassendecks selbst sollte genaustens ausgesucht werden. Auch die Terrasseneinfassung spielt eine wichtige optische Rolle. So können etwa Holzumrahmungen farbig abgesetzt werden oder die Steineinfassung in unterschiedlichsten Materialien (Klinker, Pflastersteine, Kiesel) ausgeführt sein. Doch gleich für welches Material Sie sich entscheiden, es sollte stets gewährleistet sein, dass das Regenwasser, das nunmal durch die Zwischenräume von Dielen oder Platten rinnt, immer gut ablaufen kann und es keine Stellen gibt, an denen sich Wasser stauen kann.

Tipp: Wenn Sie ein Holzdeck mit einer Steinkante einfassen möchten, ermitteln Sie vor den Holzarbeiten, wie hoch die Unterkonstruktion sein muss, damit Steinkante und Terrasse eine stolperfreie Ebene ergeben.

Beispiel: Die gewünschte Steineinfassung ist 6,2 cm hoch (1 DF-Stein von 5,2 cm plus 1 cm Mörtel für die Befestigung) und die Holzdielen 2,8 cm. Dann muss die Unterkonstruktion 3,4 cm hoch sein, damit alles in einer Ebene liegt.

  1. Abschlussbretter verschrauben© Tillman Straszburger

    Abschlussbretter verschrauben

    Quer zur Unterkonstruktion, also mit dem Längsverlauf der Dielenbretter, werden die Abschlussbretter schlicht und einfach mit Holzschrauben in die Kanten geschraubt. Hierbei nicht das Vorbohren vergessen.
  2. Holzabschnitt als Distanzstück© Tillman Straszburger

    Holzabschnitt als Distanzstück

    Parallel zur Unterkonstruktion werden kurze Holzabschnitte als Distanzstücke aufgeschraubt. Das Distanzstück muss so groß sein, dass mindestens 5 mm Luft zwischen Dielen und Abschlussbrett bestehen.
  3. Steinkante © Tillman Straszburger

    Steinkante

    Die Steinkante aus Pflasterklinkern wird mit Mörtelbatzen auf die Betonplatten gesetzt. Rundum darf kein durchgehendes Betonbett entstehen, damit Regenwasser ungehindert ablaufen kann.

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Fotos: 
Michael Holz, Chris Lambertsen, Tillman Straszburger (Zeichnungen)
Artikel aus selber machen Ausgabe 06/2012. Jetzt abonnieren!
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