Sichtschutzwände | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Sichtschutz, Garten

Sichtschutzwände

Sehen und gesehen werden ist nicht immer erwünscht. Mit Sichtschutzwänden bauen Sie sich geschützte Ecken und ruhige Hintergründe für Pflanzen.

 
Wellblech Zeichnung © Tillman Straszburger
Wellblech Zeichnung

Schmal und breit im Wechsel

Für den Sitzplatz im ländlichen Garten ist die Bretterwand eine ideale Ergänzung. Rustikale Naturstein- oder Klinkerpflaster passen in Stil und Farbe sehr gut zum naturbelassenen, leicht angewitterten Holz, und Blumen kommen vor dem unaufdringlichen Hintergrund schön zur Geltung. Der Bau ist sehr einfach: Die Wand hat ein Gerüst aus Pfosten und Querlatten, auf das Bretter und Leisten im Wechsel aufgenagelt werden. Breite und schmale Hölzer können wie hier nach einem regelmäßigen Muster angebracht werden, sie können aber auch frei wechseln. Die Abstände zwischen den Brettern beziehungsweise Leisten sollten annähernd gleich sein. Mit leichten Abweichungen wirkt die Fläche jedoch interessanter. Wichtiger als das Distanzbrett für gleichmäßige Fugen ist ein Lot, mit dem die Hölzer exakt senkrecht aufgerichtet werden.

Schimmernde Platten aus Metall

© SelbermachenZu modern gestalteten Gärten passen moderne, technische Materialien wie die Platten aus verzinktem Wellblech, aus denen hier eine Sichtschutzwand gebaut wurde. Die Platten nehmen im Lauf der Zeit einen mattgrauen Ton an und glänzen weniger als zu Beginn. Wer den Glanz mag, kann Platten aus rostfreiem Stahl nehmen; warme Rosttöne bietet Corten-Stahl. Das Gerüst, an dem die Platten befestigt werden, sollte ein kleines Raster aus Quer- und Längslatten haben, damit es in sich stabil ist und viele Befestigungspunkte bietet. Sind die Abstände zwischen Schraubpunkten zu groß, kann die Platte bei Wind in Schwingungen kommen und Geräusche machen. Geschraubt wird wegen der besseren Stabilität anders als beim Dach in der Welle. Auch wenn man die Köpfe der Schrauben kaum sieht: Sie sollten Linie und gleiche Abstände halten.

Starke Halme: Bambus

© SelbermachenEs gibt kaum ein Naturmaterial, das so hart und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit ist wie Bambus. Dicke Bambusrohre sind deshalb wie geschaffen für alle möglichen Bauten im Garten, natürlich auch für Sichtschutzwände. Für diese Wand wurden dicke Rohre dicht an dicht in den Boden eingegraben und nicht miteinander verbunden. Gegenüber hölzernen Konstruktionen mit Pfosten und Zaunfeldern hat das den Vorteil, das die Wand nicht nur gerade, sondern auch in Bögen verlaufen kann. Der Verlauf der Wand wird erst als Linie auf den Boden aufgezeichnet, dann hebt man einen 50 bis 80 cm tiefen Graben aus. Die Rohre hineinstellen, lotrecht ausrichten und Erde anschütten. Die Erde kann mit etwas Zement versetzt werden, damit die Rohre fester darin stehen.

So stehen die Pfosten gut

Eine Sichtschutzwand ist so gut wie die Pfosten, an denen Zaunfelder und Gerüstlatten befestigt sind. Und von deren Verankerung im Boden hängt es ab, wie lange die Wand fest steht und ihren Zweck erfüllt. Bis vor einigen Jahren wurden Pfosten aus druckimprägniertem Holz direkt in den Boden eingegraben oder in Betonsockel eingegossen. Inzwischen hat sich gezeigt, dass auch behandeltes Holz nach einigen Jahren an der Übergangsstelle zwischen Erde und Luft zu faulen beginnt und wackelig wird. Deshalb wird jetzt nur noch mit Pfostenankern gearbeitet. Für leichte Wände reichen Einschlaghülsen, wo mehr Halt gefordert ist, werden die Anker in selbstgegossene oder fertig gekaufte Betonsockel eingesetzt.

Bodeneinschlaghülsen

© SelbermachenKräftige Schläge mit einem Vorschlaghammer treiben den Anker in den Boden. Manche Hersteller bieten Einschlagwerkzeug als Schlagfläche. Ein Drehgelenk dient zum Ausrichten, seitliche Bohrungen zum Befestigen des Pfostens.© Selbermachen Ein Schlüsselschraube setzt das Gelenk fest.

Einbetonierte Anker

Exakt gradlinig werden die H-Anker in ihrem Betonbett ausgerichtet, bevor der Beton abbindet. Untergelegte Hölzer halten sie hoch. Eingezwängt zwischen den Ankerschenkeln hält eine Zwinge den Pfosten. © SelbermachenJetzt wird vorgebohrt und mit VA-Schlüsselschrauben montiert.

Schilfmatten und Naturholz

Auch Allerweltsmaterialien wie Schilfmatten eignen sich für den Bau von Sichtschutzwänden. Da sie in sich nicht sehr stabil sind, brauchen sie jedoch ein solides Gerüst aus Pfosten und Querlatten, an denen sie mit Draht befestigt werden. Sie sollten an der Unterkante möglichst keinen Bodenkontakt haben, weil sie bei Dauerfeuchtigkeit leicht verrotten. Schilf ist leicht zu schneiden. Diese Eigenschaft wurde hier genutzt, um etwas Schwung in die Sache zu bringen: Die Oberkante der Wand verläuft in weichen Bögen und nimmt die Form auf, die aus Ästen und Stämmchen davor gesetzt wurde. Die Äste sind mehr Dekoration als Stütze für die Wand; Wer will, kann sie als Rankhilfe für Kletterpflanzen nutzen. Damit sie sicher stehen, befestigt man sie mit Draht oder Schrauben am Gerüst der Wand.

Artikel aus selber machen Ausgabe 07/2011. Jetzt abonnieren!
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