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Baumhäuser

Baumhaus

Zwei Meter über dem Boden tobt das Leben: Die Plattform zwischen großen Bäumen ist für die Kinder der schönste Spielplatz der Welt.

 
 
Dank der Rutsche geht´s runter! © Selbermachen
Dank der Rutsche geht´s runter!

© SelbermachenWie wäre es, wenn wir ein Baumhaus bauen? Eltern sollten diese Frage erst stellen, wenn sie sie für sich schon mit „Ja“ beantwortet haben. Denn für die Kinder ist sowieso alles klar: Es gibt nichts Besseres als einen Platz zum Spielen, den man nur durch Klettern erreicht und der ein bißchen versteckt liegt, aber trotzdem vollen Überblick über die Welt rundherum erlaubt.

© SelbermachenDie Suche nach dem Platz ist meist einfach. Wenn es nur einen großen Baum gibt, kann das Haus entweder zwischen stabile Seitenäste in die Krone hinein oder an den Stamm angebaut werden. Gibt es mehrere dicht zusammenstehende Bäume, kommt das Haus dazwischen. Natürlich muss es gar nicht unbedingt ein richtiges Haus sein. Schon ein geräumiges, stabil gebautes Podest ist ein toller und sehr wandelbarer Spielplatz: Die Fantasie der Kinder macht daraus mal eine Höhle, dann eine Burg, ein Piratenschiff oder eine Hütte im Urwald. Das sieht man deutlich am großen Foto. Obwohl es den Kindern streng verboten war, die halbfertige Piattform zu betreten, waren sie nicht zu bremsen.

Standardkonstruktionen gibt es beim Baumhausbau praktisch nicht, denn alles hängt vom Stand, von der Wuchsform und von der Stabilität der Bäume ab. Das ist bei diesem Podest gut zu erkennen. Seine vieleckige Form ergab sich aus der Stellung der Bäume zueinander und daraus, dass die Rutsche genau auf dem Rasen enden sollte. Es ist an drei Bäumen befestigt – geschraubt, gehängt und auf eine Zange aufgelegt – und mit drei Pfosten abgestützt.

© SelbermachenKlettern auf der Strickleiter erfordert Geschicklichkeit. Wer es nicht schafft, fällt weich: Der Boden ist mit Rindenmulch abgedeckt.

Achtung, Besuch! Mit der Schiffsglocke können sich Gäste anmelden und Bewohner Alarm geben.

Drei Bäume umgeben das geräumige Podest. Das Geländer ist noch im Bau. Eine zweite Latte sowie eine Belegung mit senkrechten Brettern machen es kindersicher.

Spielplatz für Kletterkünstler

Ein gezeichneter Plan ist für die Berechnung der Materialmengen wichtig, doch eigentlich entsteht das Baumhaus an Ort und Stelle. Zunächst errichtet man nämlich ein provisorisches Grundgerüst aus langen Latten und einigen Pfosten, das mit Schraubzwingen und Spanngurten zusammengehalten wird. In diesem Stadium kann man ausprobieren, wo die Pfosten stehen müssen und welche Form das Podest überhaupt haben wird.

Wenn alles passt, wird es ernst: Die Lagerbalken werden auf Maß geschnitten, Pfostenhülsen eingeschlagen, Pfosten gesetzt. Dann können die Lagerbalken montiert werden – erst die äußeren, dann, wenn nötig weitere, die je nach Form des Podests auch diagonal zwischen den Pfosten verlaufen können. An den Bäumen wird das Podest fest, aber flexibel befestigt, denn Bäume können sich im Wind bewegen. Schließlich kommen die Dielen – bei einem vieleckigen Podest wie diesem Feinarbeit.

Baumhaus bauen

  1. © SelbermachenZeichnung mit Maßen
    Bäume und Pfosten sind die Stützen des Podests. Das umlaufende Geländer soll bei diesem Podest in die Wände des geplanten Hauses integriert.
  2. © SelbermachenZeichnung
    Die farbige Koski-Decor-Platte benötigt an den Schnittkanten unbedingt eine Wetterschutzimprägnierung, da sie sonst sehr schnell aufquillt. Ebenso bedarf die mit Phenolharz beschichtete Oberfläche von Zeit zu Zeit einer Auffrischung mit Kunststoff- Pflegemittel, wie man sie von Kunststoffmöbeln kennt.
  3. © SelbermachenPodest ausrichten
    Mit Latten, Pfosten und Schraubzwingen wird an Ort und Stelle festgelegt, wie das Podest aussehen wird.
  4. © SelbermachenRundhölzer ausrichten
    Richten Sie zunächst die kesseldruckimprägnierten Rundhölzer auf einer ebene Fläche aus. Die Maße der Abstände entnehmen Sie der Zeichnung. Damit die Rundhölzer nicht wegrollen, werden sie mittels Dachlatte und Schrauben fixiert.
  5. © SelbermachenRahmen verstärken
    An den Ecken wurde der Lagerholz- Rahmen mit Streben verstärkt.
  6. © SelbermachenRundhölzer einsägen
    Ist auch die Position der Konstruktionshölzer/Balken festgelegt, werden die Rundhölzer an dieser Stelle für eine kraftschlüssige Verbindung um etwa 2 bis 3 cm eingesägt.
  7. © SelbermachenEcken
    An rechtwinkligen Ecken können die Rahmenhölzer mit Bolzen am Pfosten verschraubt werden.
  8. © SelbermachenTeile wegschlagen
    Den eingesägten Bereich mit einem Stecheisen herausarbeiten.
  9. © SelbermachenBewegliche Verbindung
    Bewegliche Verbindung: Der dünne Stamm klemmt zwischen Latte und Lagerholz und das Podest liegt lose auf.
  10. © SelbermachenHolzschutzlasur
    Anschließend das nun ungeschützte Holz mit einer Holzschutzlasur versehen.
  11. © SelbermachenAufhängen
    Es kann auch aufgehängt werden. Ein untergelegter Streifen Gummi verhindert, dass das Seil einschneidet. Bild 2 zeigt das Provisorium mit Spanngurt.
  12. © SelbermachenKanten abrunden
    Bevor die Balken auf die Rundhölzer montiert werden, sollten die scharfen Kanten mit einem Hobel angefast werden. Wer keinen Hobel zur Hand hat, kann hierzu auch einen Handbandschleifer mit grobkörnigem Schleifband (Körnung 60/80) benutzen.
  13. © SelbermachenKnoten
    Der Blick von unten: Viele Knoten halten gut.
  14. © SelbermachenBalken festschrauben
    Der Balken wird eingepasst und danach festgeschraubt. Dazu wird mit einem 40-mm-Forstnerbohrer, der genau den Durchmesser der Unterlegscheibe für die Schraube hat, ein schraubenkopftiefes Sackloch gebohrt. Anschließend bohrt man mit einem Holzbohrer den Balken komplett durch. Die 140 mm lange Sechskantschraube mit einem Hammer kurz einschlagen und dann mittels Schraubenschlüssel oder Knarre eindrehen.
  15. © SelbermachenLagerholz anschrauben
    Wird das Lagerholz direkt an den Stamm geschraubt, sollten die Schrauben übereinander sitzen, weil der Saftfluss des Baums am wenigsten gestört wird.
  16. © SelbermachenGrundgerüst aufstellen
    So wird das Grundgerüst aufgestellt, ausgerichtet und mit Dachlatten fixiert.
  17. © SelbermachenKeil einsetzen
    Das letzte Brett ist durchlaufend und deckt so die Schrägschnitte ab. Der verbleibende Keil wird mit einem Stück Restholz ausgefüllt.
  18. © SelbermachenGerüst ausrichten
    Besonders bei unebenem oder abschüssigem Gelände sehr wichtig: Den Sitz der anderen Balken mit der Wasserwaage ermitteln und, wie in Bild 3, 4 und 7 gezeigt, befestigen.
  19. © SelbermachenRutsche verschrauben
    Im letzten Schritt die Rutsche mit nichtrostenden Holzschrauben (3,5 x 30 mm) am Podest befestigen.
  20. © SelbermachenGerüst verschrauben
    Gerüst verschrauben.
  21. © SelbermachenBodenplatte auflegen
    Für den Boden des Stelzenhauses werden 18 mm dicke Karosseriebauplatten verwendet. Legen Sie diese auf die Balkenkonstruktion und zeichnen Sie den Sitz der Rundhölzer an. Anschließend werden die Aussparungen mit der Elektrostichsäge in U-Form herausgesägt.
  22. © SelbermachenBodenplatte festschrauben
    Die Platte wird in Position gebracht und festgeschraubt. Dabei muss die Karosseriebauplatte vorgebohrt und mit einem Vorreiber angesenkt werden. Nur so schließen die Schraubenköpfe flächenbündig ab. Die Schrauben sollten mindestens eine Dimension von 4 mm haben. Auch sehr gut geeignet sind 5 mm dicke Schrauben, die somit einen größeren Schraubenkopf haben.
  23. © SelbermachenBodenplatte zusägen
    Ist auch die hintere Bodenplatte eingeschoben und befestigt, wird mit der Stichsäge die kurvige Form herausgearbeitet. Als Vorlage für eine harmonische Kurve nutzen Sie einfach einen Zollstock. Diesen komplett ausklappen, auf die schmale, lange Seite legen, zu zweit in Position biegen und den Verlauf mit einem weißen Stift (Marker oder Fettstift) anzeichnen.
  24. © SelbermachenBalken montieren
    Die oben ringsumlaufenden Balken werden mit einem Gefälle für die Dachneigung montiert, danach die vorderen Palisaden gekappt.
  25. © SelbermachenLatten zusägen
    Als Vorbereitung für die Seitenwandmontage werden Dachlattenabschnitte im Kurvenverlauf auf Bodenplatte und Dach geschraubt.
  26. © SelbermachenBausperrholzplatten befestigen
    An diesen Dachlatten können nun die 5/6 mm dicken Bausperrholzplatten befestigt werden.
  27. © SelbermachenForm aufzeichnen
    Als Außenschalung benutzten wir mit Phenolharz rot beschichtete Multiplexplatten (Koski- Decor-Platten), die wir ...
  28. © SelbermachenPlatten zurechtsägen
    ... in organischer Form aussägten und dabei etwa 10 cm (etwa Breite eines Richtscheits) länger ließen, als es die Sperrholzplatten sind.
  29. © SelbermachenBretter anschrauben
    Die kurvigen Bretter werden in gleichmäßigen Abstand, etwa in Zollstockdicke, aufgeschraubt.
  30. © SelbermachenSpielhaus Rückseite
    An der Rückseite zeigt sich die Form der Plattenabschnitte. Sie werden individuell der gewählten Stelzenhausform angepasst.
  31. © SelbermachenTeerpappe festschrauben
    Die Teerpappe auf dem Dach mit Schrauben und kleinen Unterlegscheiben befestigen. Die Schraubenköpfe gegen Rost mit Bitumen bestreichen. Damit der Wind die Teerpappe nicht hochweht, wird umlaufend noch eine Leiste aufgeschraubt.

Bücher, die beim Bauen helfen

© SelbermachenEinfach und originell sind die Bau- und Bastelvorschläge, die in diesem Buch gemacht werden. Die meisten der 40 Projekte sind schnell zu realisieren, so zum Beispiel der Hänge-Tipi, der aus einem Pfosten, einer Bodenplatte, vier starken Seilen und einem Stück Stoff entsteht. Die Spanne der Themen reicht vom schnell gebauten Eimer-Grill über die mobile Sichtschutzwand, einen Hänge-Liegestuhl oder ein Sari- Zelt bis hin zu Gartendekorationen, Rezepten und Spielanleitungen. © PRDas einzige wirklich aufwendige ist ein großes Podest, das rund um einem Baum gebaut wurde. Clare Matthews, Clive Nichols, „Draußen wohnen“, 160 Seiten, 350 Farbfotos, 19,95 Euro, Kosmos Verlag, ISBN 978-3-440-11028-7

Mit Vergnügen lesen, lernen, bauen

© Selbermachen© Selbermachen

Weil kein Baum dem anderen genau gleicht, braucht man solide Grundkenntnisse, um selbst ein Baumhaus zu bauen. David und Jeanies Stiles vermitteln diese Kenntnisse ebenso umfassend wie unterhaltsam, von Material und Werkzeug über Konstruktionen und Verbindungstechniken bis zu Tricks, die sich aus langjähriger eigener Baupraxis entwickelt haben. © PRDie fertigen Baumhäuser verführen endgültig: Sie sind fantasievoll und gelungen. David und Jeanie Stiles, „Baumhäuser“, 126 Seiten, zahlreiche, zumTeil farbige Abbildungen, 19,80 Euro, Verlag Th. Schäfer, ISBN 3-87870-579-4

Gebaute Träume

© SelbermachenPiratenschiff oder Spukschloss, fliegender Teppich oder Vogelnest: Hier gibt es Vorlagen, Materiallisten und Zuschnittpläne für zwölf Fantasiebauten. Das Besondere daran: Die meisten kommen ohne zusätzliche Stützpfosten aus. Wer es ein bisschen schlichter haben möchte, kann die Pläne leicht abwandeln oder nach denselben Prinzipien eigene Bauten entwerfen. © PRIn der ausführlichen Einleitung geht es um Grundsätztliches wie die Auswahl des Baums, Materialien, Verbindungstechniken, Werkzeuge. David Parfitt, „Baumhäuser“, 160 Seiten, 150 Farbfotos, 103 Schwarzweißbilder und Pläne, 19,90 Euro, Verlag Eugen Ulmer, ISBN 3-8001-5092-100

SELBER MACHEN 10/2007

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