Kaninchenstall selber bauen: Anleitung
Gehege im Garten

Kaninchenstall selber bauen

Kaninchen sind keine Stubenhocker, sondern unternehmungslustige Wesen. Sie benötigen ausreichend Auslauf sowie die Möglichkeit zu spielen, sich zu verstecken und zu schlafen. Beim Bau von Gehegen gilt es, einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.

 
Kaninchenstall selber bauen © Fotos: Reinhard / Wegler, Illustration: Straszburger
In der Natur können Zwergkaninchen nach Herzenslust herum toben und finden abwechslungsreiche Kost

Kinder lieben sie, und deswegen werden die schnuckeligen Zwergkaninchen oft genug ausschließlich in der Wohnung gehalten. Hier müssen sie dann in viel zu kleinen Käfigen ihr Leben fristen, was wenig artgerecht ist. Und werden sie herausgelassen, ist allerhöchste Vorsicht geraten. Denn Kaninchen sind Nagetiere und zu nagen ist nun einmal ihre liebste Beschäftigung. Türen und Zargen, Füße von Tischen, Sesseln und Schränken – alles was irgendwie hölzern und nagbar ist, wird von den harmlosen kleinen Mümmelmännern beschädigt. Ganz zu schweigen von herumliegenden Elektrokabeln!

Der Schaden, den ein Kaninchen in einer unbeaufsichtigten Stunde in der Wohnung anrichten kann, ist immens. Um wie viel besser ist es für alle Seiten, wenn die Tiere im Garten oder auf dem Balkon gehalten werden! Hier leben die Tiere richtig auf, was man am Rennen, am Hakenschlagen und an den Luftsprüngen erkennen kann, mit denen vor allem junge Tiere ihrer unbändigen Lebensfreude Ausdruck verleihen.

Kaninchen können rund ums Jahr draußen gehalten werden. Statt sie in der Wohnung in eine Käfighaltung zu zwingen, fühlen sie sich hier wesentlich wohler. Bei der Planung sollten Sie jedoch die speziellen Eigenheiten der Nager berücksichtigen.

Gehege für Kaninchen planen: Was ist dabei zu beachten?

Wer Kaninchen im Außengehege halten möchte, sollte sich intensiv mit der Lebensweise der Nager beschäftigen. Kaninchen sind sehr soziale Tiere, die sich viel mit ihren Artgenossen austauschen. Deshalb sollte man ein Kaninchen nie allein halten.

Ein Gehege sollte den Tieren genügend Auslauf bieten, denn sie sind gern unterwegs und toben auch gern einmal durch das gesamte Areal, wenn ihnen danach ist oder wenn es ausnahmsweise Streit gibt unter den Bewohnern.

Besonders wichtig bei der Planung ist, darauf zu achten, dass die Tiere Schatten finden. Kaninchen sind zwar „wetterfest“, aber starke, direkte Sonnenstrahlung mögen sie nicht. Es wäre also nicht schlecht, wenn das Gehege zum Teil im Schatten liegen würde. Ansonsten muss für einen guten, künstlichen Sonnenschutz gesorgt werden.

Gehege für Kaninchen bauen: Mit dem Vermieter abklären

Falls Sie zur Miete wohnen, sollten Sie den Bau eines Außengeheges, egal ob auf dem Balkon oder im Garten, mit dem Vermieter absprechen. Das erspart beiden Seiten böse Überraschungen.

Kaninchengehege absichern

So mancher Besitzer eines Zwergkaninchens weiß, wie fix diese aus dem Außengehege entwischen können. Kaninchen sind Fluchttiere, und die Natur hat ihnen gleich mehrere Fähigkeiten mitgegeben, die oft unterschätzt werden.

Da Kaninchen in unterirdischen Höhlen leben, ist das Graben eine ihrer liebsten und leichtesten Übungen. Die Außengehege werden deshalb von unten gesichert. Den Boden etwa einen halben Meter tief auskoffern, Drahtgeflecht auslegen, an den Seiten hochziehen und das Ganze wieder mit Erde auffüllen. Das Drahtgeflecht mit dem Zaun des Geheges verbinden.

Apropos Zaun: Eine weitere unterschätzte Eigenschaft von Kaninchen ist ihre Sprungkraft. Niedrige Zäune nehmen sie gern als sportliche Herausforderung an. Der Zaun aus Volierendraht (ohne Kunststoffummantelung!) sollte deutlich mehr als 0,5 Meter hoch sein.

Kaninchengehege angemessen einrichten

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, entscheidet sich für ein geschlossenes Gehege. So werden auch Katzen, Marder und andere Störenfriede hundertprozentig ausgesperrt.

Bei der Einrichtung eines Außengeheges sollte man den Kaninchen verschiedene Klettermöglichkeiten, aber auch Rückzugsmöglichkeiten anbieten. Optimal sind mehrere Ebenen, auf denen sie sich tummeln können.

Ist der Untergrund zum Buddeln zu hart, etwa, weil das Tier auf dem Balkon oder einem Plattenboden gehalten wird, sollte man ihm eine Sandkiste zur Verfügung stellen.

Und weil wir es hier mit Nagern zu tun haben, sind leckere Holzstücke auch immer gern gesehen, etwa aus Korkeiche aus dem Tierbedarfsladen oder hohle Baumstämme. Die gibt es etwa beim lokalen Förster.

Maße des Kaninchenstalls

Ein einfacher Kaninchenstall für Aufenthalte im Garten. Praktisch: Links ein überdachter Sonnen- und Regenschutz, rechts das Freigehege.

 

Kaninchenstall selber bauen: Anleitung

  1. Torbogen aussägen© Reinhard, Wegler

    Torbogen aussägen

    Der Torbogen wird mit einem Keksdosendeckel aufgezeichnet. Bogen, 15°-Dachschräge und Ecken mit einer Stichsäge aussägen.
  2. Bauteile verbinden© Reinhard, Wegler

    Bauteile verbinden

    Die Bauteile stumpf verschrauben und die Torbogenwand ein setzen. Dabei Vorbohren und Ansenken der Löcher nicht vergessen.
  3. Bodenplatte durchbohren© Reinhard, Wegler

    Bodenplatte durchbohren

    Das Bodenbrett für den Innenbereich mit 10-mm durchbohren, damit „kleine Geschäfte“ der Bewohner gleich absickern können.
  4. Farbe© Reinhard, Wegler

    Farbe

    Den richtigen Farbton, am besten ein frisches Hellgrün, mischt man sich aus Acrylfarbe in den Tönen Grün, Gelb und Weiß selbst an.
  5. Kaninchendraht© Reinhard, Wegler

    Kaninchendraht

    Der Kaninchendraht wird in zwei 50 cm breiten Bahnen mit Krampen (U-förmige Nägel) rundherum aufs Gestell aufgenagelt.
  6. Dachschindeln© Reinhard, Wegler

    Dachschindeln

    Die Dachschindeln, man sollte dafür einen dunkleren Grünton wählen, einfach mit kleinen Nägeln von unten nach oben aufnageln.
  7. Fertig!© Reinhard, Wegler

    Fertig!

    Nun ist der Kaninchenstall bezugsfertig.
Fotos: 
Reinhard / Wegler
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