Wildbienen im Garten
Insekten

Bienen und Wildbienen im Garten - Tipps vom Imker

Fehlende Lebensräume und Nahrung erschweren Bienen das Leben. Doch Sie können etwas dagegen tun! Eine erfahrene Imkerin erklärt, wie man dabei am besten vorgeht.

 
Bienen im Garten © Dorothea Baumjohann/www.gruene-kamera.de, Naturschutzbund Deutschland e.V./H. J. Sessner
Nektar- und pollenreiche Blüten sowie Nistmöglichkeiten erleichtern Wildbienen das Leben

Sie möchten den Bienen hlfen? Wir zeigen Ihnen, wie es geht: Imkerin Barbara Strobl, hat uns einige Tipps im Umgang mit den Insekten verraten.

Wildbienen im Garten

selber machen: Wie kann man als Garten- oder Balkonbesitzer Wildbienen helfen?

Barbara Strobl: Man muss geeignete Lebensbedingungen für Wildbienen schaffen: Dazu gehören Nistmöglichkeiten wie ein Insektenhotel. Am wichtigsten sind aber Blumen, die als Bienennahrung dienen und Nektar und Pollen bereitstellen: Statt Rasen und Zierpflanzen sollten Sie Wildblumen im Garten ziehen; anstelle von Forsythien besser Kornelkirschen pflanzen, die haben Pollen und Nektar. Ziel ist, dass von ganz früh im Jahr bis spät in Herbst und Winter immer etwas blüht. Mein Tipp: Pflanzen Sie Kräuter, wie Salbei, Rosmarin oder Oregano. Blühen die Kräuter, sind sie bei den Insekten sehr begehrt. Gleichzeitig können Sie sie als Gewürz zum Kochen oder für Tee verwenden.

Wildbienen in den Garten locken

selber machen: Wenn trotz Insektenhotel und Blumen keine Wildbienen kommen, woran liegt das?

Barbara Strobl: Meist stimmt dann das Nahrungsangebot nicht: Im Gegensatz zur Honigbiene, die beinahe jeden Nektar und allen Pollen sammelt, sind Wildbienen Spezialisten: Bestimmte Wildbienenarten haben sich auf eine ganz bestimmte Pflanzenart eingeschossen und besuchen nur deren Blüten. Wenn aber genau diese Pflanze in Ihrem Garten fehlt, wird diese Wildbienenart sich nicht bei Ihnen ansiedeln. Mit einer möglichst großen Blumenvielfalt, wie auf einer natürlichen Blumenwiese, locken Sie auch die Wildbiene in Ihren Garten.

Aus Rasen wird eine Bienenweide

selber machen: Wie mache ich aus meinem Rasen eine Blumenwiese?

Barbara Strobl: Das größte Problem ist der magere Boden, den Sie für eine große Blumenvielfalt benötigen. Die Böden in unseren Gärten sind zu stark gedüngt. Verzichten Sie als Erstes auf das Düngen, lockern Sie den Boden leicht auf und säen Sie eine Wildblumenmischung. Mähen Sie die Wiese zwei- bis dreimal im Jahr und entsorgen Sie den Schnitt auf dem Kompost, so wird der Boden immer nährstoffärmer. Mit der Zeit werden sich auch regionale Blumen ansiedeln und selbst wieder versämen.

Was brauche ich zum Imkern?

selber machen: Was brauche ich, um mit einem eigenen Bienenstock das Imkern zu erlernen?

Barbara Strobl: Für den Start als Imker benötigen Sie vieles: Die richtige Kleidung wie ein Hut mit Schleier, Werkzeuge wie Besen, Stockmeißel und eine passende Beute (der Bienen-Kasten), um nur ein paar Dinge zu nennen. Das Wichtigste ist das Imker-Wissen: Wie funktioniert ein Bienenstock, wie überwintere ich die Bienen, was mache ich bei Krankheiten? Gerade in den letzten Jahren hat die Zahl derer zugenommen, die zwar einen Bienenstock haben, aber nicht damit umgehen können. Meine Empfehlung: Gehen Sie noch vor dem Kauf zum Imker-Verein, dort werden tolle Kurse angeboten, mit denen man das Imkerhandwerk erlernen kann.

Bienen brauchen Wasser: Die Insektentränke

Bienen und Wildbienen benötigen täglich Wasser. Sie verwenden es zur Brutaufzucht und um die Temperatur im Bienenstock zu senken. Bienen und Wildbienen nehmen die Feuchtigkeit normalerweise über den Morgentau von Blättern auf oder decken ihren Wasserbedarf an Teichen und Bächen. Gibt es in der näheren Umgebung diese Möglichkeiten nicht, sollte man eine Insektentränke aufstellen. Geeignet sind flache, mit Wasser gefüllte Gefäße, in die man einige Steine legt. So gelangen die Bienen sicher ans Wasser.

Der Start als Imker

selber machen: Immer mehr Leute interessieren sich für Bienen, doch praktisches Wissen zu erlangen ist schwer...

Barbara Strobl: Der Imker-Verein in Ihrer Nähe hilft Ihnen da sicherlich weiter. Dort können Sie Kontakt zu anderen Mitgliedern und Imkern aufnehmen. Eventuell bildet sich auch eine Imker-Patenschaft. Dabei nimmt ein erfahrener Imker einen Jung-Imker als Paten. Er lässt ihn bei sich mitlaufen und betreut ihn später mit dem eigenen Bienenvolk.

Tags: 
Mehr zum Thema