Garten neu anlegen: Was ist zu beachten?
Tipps vom Profi

Garten neu anlegen: Was ist zu beachten?

Wer ein Haus gekauft hat oder seinem Garten eine umfassende Neugestaltung verpassen möchte,  muss viele Entscheidungen zu treffen. Mit unseren Profitipps erfahren Sie, wie Sie am besten vorgehen. 

 
Gartengestaltung © pixabay
Bei der Gartengestaltung gibt es viele Faktoren, die eine wichtige Rolle spielen

Auf was kommt es bei der Gartengestaltung an? Um bei diesem Thema die wichtigsten Fehler zu vermeiden, gibt selber machen-Redakteur Thomas Armonat (selber Landschaftsgärtner und Landschaftsarchitekt) Empfehlungen, was Sie bei Planung und Umsetzung beachten sollten.

1. Gartengestaltung: Was muss ich beim Anlegen des Gartens beachten?

Bei der Anlage eines Gartens gibt es viele Variablen, die schon bei der Planung berücksichtigt werden sollten. Neben der geplanten Nutzung und der Größe des Gartens spielen auch die Geländebeschaffenheit, das lokale Klima, die Bodeneigenschaften und die Exposition, also die Ausrichtung des Gartens und damit die Lichtverhältnisse in den verschiedenen Bereichen eine Rolle. Auch der spätere Pflegeaufwand wird schon im Planungsstadium festgelegt.

Dafür sollten Sie die Eigenschaften der verwendeten Materialien, wie etwa Holz, WPC (Wood-Plastic-Composites) als langlebiger Ersatz für Holzdecks (Tipp: WPC-Terrassen verlegen), Beton, Naturstein und Pflanzen berücksichtigen.

Der Reihe nach: Zunächst steht die Überlegung im Vordergrund, wie der Garten genutzt werden soll. Als Rückzugsort zum Entspannen, als draußen fortgeführter Wohnraum mit modernem Lounge-Design, als abwechslungsreiches Spielareal für Kinder oder als naturnahes Biotop für Tiere und Pflanzen. Je nach Grundstücksgröße lassen sich diese Nutzungen natürlich auch gut kombinieren.

Mein Tipp: Vor Beginn der Planungen unbedingt auf einer Skizze mit Grundstück und Haus maßstabsgetreu die unterschiedlichen Nutzungsbereiche festlegen. Praktische Überlegungen berücksichtigen: Ein Kräutergarten macht am meisten Sinn in unmittelbarer Nähe der Küche, der Kompost sollte bei nasser Witterung auf einem befestigten Weg erreichbar sein und so weiter.

Auch die Wegebeziehungen, also von wo nach wo möchte ich gehen und wo benötige ich einen fest definierten Weg mit Belag, sind eine wichtige Vorüberlegung. Davon ausgehend können Sie die Gestaltung der Bereiche weiter ausformulieren.

Von den Platzverhältnissen hängt auch ab, ob es sinnvoll ist größere Bäume zu pflanzen. Im Privatgarten muss man vorausschauend planen. Denn über die Jahre und Jahrzehnte wachsen bei der Pflanzung noch kleine Bäumchen je nach Art zu mächtigen Bäumen mit starkem Wurzelwerk (eine potentielle Gefahr für Fundamente und Leitungen!) und mächtiger Krone heran. Was einerseits schön ist, kann später den Wohnbereich verschatten, die Dachrinnen mit Blättern verstopfen und gerade im Bereich unterhalb der Baumkrone die Pflasterbeläge oder Dachziegel vermoosen lassen.

Eine Frage, die Sie auch beantworten sollten: Möchte ich – gerade in wenig genutzten Randbereichen – wirklich eine Rasenfläche, die im Sommerhalbjahr wöchentlich gemäht werden muss? Oder sind dort pflegeleichte Beete mit Bodendecker-Stauden die bessere Wahl?

Von der Exposition Ihres Gartens hängt ab, ob dort vor allem sonnenliebende Gehölz- und Staudenarten oder schattenverträgliche Pflanzen gefragt sind. Während Obst- und Gemüsegärten und die meisten Gewächse mit auffälligen Blüten eher sonnige Südlagen präferieren, gibt es für schattige Gartenbereiche Grünpflanzen wie Farne, Funkien und Lorbeerkirsche.

Bei der Gartenplanung hilft Ihnen unser Ratgeber oder Sie wenden sich an Landschaftsgärtner. Den passenden Fachbetrieb in Ihrer Nähe finden Sie auf der Webseite www.mein-traumgarten.de. Auch viele Baumärkte oder Gartencenter bieten online umfassende Planungshilfen und Tipps an.

2. Was ist nach der Gartenplanung zu tun?

Sind die Planungen angeschlossen, müssen Sie eine grundsätzliche Entscheidung treffen: Möchte ich den Garten inklusive aller (Erd-)Arbeiten selber anlegen oder sollen das besser Fachleute übernehmen? Das hat manche Vorteile: Neben ihrer Expertise haben Landschaftsgärtner auch die geeigneten Maschinen sowie Geräte und organisieren die Lieferung der Pflanzen. Für die geleistete Arbeit und den Anwuchserfolg der Pflanzen stehen sie innerhalb der Gewährleistungsfrist gerade.

Wer das lieber selbst in die Hand nimmt und dabei natürlich bares Geld sparen kann, der beginnt nun damit, die Mengen der benötigten Materialien und Pflanzen zu ermitteln. Und: Mit welchen Maschinen sollen beispielsweise die Erdarbeiten werden? Minibagger, Motorschubkarren und vieles mehr lässt sich bei Baumärkten und Mietservices mieten. Auch für das Verlegen von Betonpflaster oder Natursteinbelägen gibt es dort das passende Gerät. Am besten lassen Sie sich beim Mietservice beraten!

3. Mit welchen Tätigkeiten sollte ich bei der Gartengestaltung beginnen?

Beginnen Sie mit den groben Erdarbeiten, wie zum Beispiel das Gelände aufzuschütten oder abzugraben und einen Teich anzulegen. Danach erfolgt die Feinmodellierung für Wege, Terrasse, Rasenfläche und Pflanzflächen. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt, um Fundamente, etwa für Zaunpfosten anzulegen.

Danach bauen Sie Beläge ein, wie Terrassenplatten, Pflaster für Gartenwege sowie Beet- und Wegeeinfassungen. Steht erst einmal dieses „harte Gerüst“, kann bepflanzt werden und ganz zum Schluss säen Sie den Rasen an oder verlegen den Rollrasen.

4. Was muss ich beachten, wenn Kinder den Garten nutzen?

Im Garten gibt es für Kinder sehr viel Spannendes zu entdecken. Im heimischen Obst- und Gemüsegarten lernen sie spielerisch Pflanzen und Früchte kennen, viel besser als im Supermarkt. Toll- und Spielbereiche mit Sandflächen sowie Spielgeräte zum Klettern bieten ihnen idealen Bewegungsraum.

Wenn Sie Spielgeräte aufstellen, achten Sie unbedingt darauf, dass diese TÜV-geprüft sind. Außerdem sind beim Aufstellen die Anweisungen des Herstellers zu beachten, gerade was Sicherheitsabstände und Fallschutzbeläge wie Sand oder Rindenmulch oder Hackschnitzel aus Holz angeht. So verhindern Sie unliebsame Überraschungen beim Spielen. Zu harten Gegenständen wie Pfosten oder Betonpflaster müssen Sie ausreichend Abstand vorsehen. Auch nicht zu vergessen: Sehen Sie dort auf jeden Fall eine Beschattung vor.

Ein ganz wichtiges Thema sind giftige Pflanzen. Einige Pflanzenarten, die für Kinder sehr verlockende Früchte oder andere Bestandteile haben, können tödlich giftig sein. Beispielsweise zählen dazu die Samen in den roten Fruchtkörpern der Eibe, Bestandteile von Christrosen, Eisenhut, Seidelbast, Maiglöckchen und viele mehr. Bei Bedarf sind Landschaftsgärtner oder Mitarbeiter von Gartencentern hier kompetente Ansprechpartner.

So lange die Kinder noch klein sind, sollten Wasserflächen wie Teiche entweder mit einem Netz geschützt oder gar nicht erst angelegt werden. Sinnvoll ist eine Einzäunung Richtung Auffahrt oder Straße, damit sich unbeaufsichtigte Kinder nicht in den Gefahr begeben können.

5. Welche Hecke brauche ich für Begrenzung und Sichtschutz?

Um Sichtschutz zu bieten, eignen sich besonders gut immergrüne Arten, da diese auch während des Winterhalbjahrs blickdicht sind. Dazu zählen Arten wie Eibe, Lebensbaum, Scheinzypressen, Buchs und Kirschlorbeer. Sogenannte wintergrüne Arten sind Laubgehölze, deren Blätter im Winter an den Zweigen haften bleiben, zum Beispiel Rot-Buche (Fagus) und Liguster in der Sorte 'Atrovirens'.

Wenn Sie nur wenig Platz haben: Ein stabiler Gitterzaun lässt sich mit immergrünem Efeu als Sichtschutz beranken. Alternativ zu Hecken gibt es aber noch eine Reihe anderer Pflanzen, mit denen Sie transparenten oder kompletten Sichtschutz erreichen.

6. Wie gestalte ich den Garten individuell und kreativ?

Was so reizvoll an einem Garten ist: Er ist nie „fertig“. Die Pflanzen wachsen ständig weiter, durch wechselndes Wetter und über die Jahreszeiten ist er einem ständigen Wandel unterworfen. Darüber hinaus bietet er unzählige Möglichkeiten kreativ zu werden: Beeteinfassungen aus Holz, Beton oder Stein, Hochbeete, Gartenlauben, Pergolen und Rankgerüste, Trittplatten, Sichtschutzelemente aus Holz oder Bambus, Wegebeläge aus farbigem Kies oder Glas, Wasserspiele am Teich, Beleuchtung, Fackeln, Kerzen, Gartenküche , Grillstation... Es gibt nichts, was sich nicht kreativ aufwerten lässt!


Bilder: pixabay
 

Thomas Armonat
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