Gasgrills im Test | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
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Gasgrills im Test

Seitdem die Tage wieder wärmer und die Abende länger geworden sind, stehen die Deutschen wieder im Freien, um über offener Flamme kulinarische Genüsse zuzubereiten. Dabei sind es die Gasgrills, die sich zunehmend ihren Platz bei Grillfreunden erobern. Unser Prüflabor PZT in Wilhelmshaven hat sechs Geräte getestet.

 
Gasgrills im Test © Selbermachen
Gasgrills im Test

Etwa drei Viertel aller Deutschen grillen im Sommer mit Ihrer Familie, mit Freunden oder Nachbarn. Meist ist es der übliche Holzkohlegrill, der dem Griller das Essenzubereiten über offenem Feuer vorgaukelt. Kein Wunder, dass dabei zu rund 80 Prozent Männer am Grill stehen. Doch neben den Gefahren, die ein Holzkohlegrill so birgt – Feuer, ungesunder Rauch und meist auch verbrennendees Fett – ist es relativ aufwendig, ihn anzuheizen. Der schnell gegrillte Maiskolben zum Abendbrot fällt da schon mal aus.

Ganz anders ist das mit einem Gasgrill: Die Flamme ist sofort da und die Hitze schon nach wenigen Minuten gleichmäßig über die Grillfläche verteilt. Sicher ein Grund, warum Gasgrills in den deutschen Gärten auf dem Vormarsch sind. Natürlich haben Gasgrills etwas mehr Technik, und sie nutzen verschiedene Methoden, um die Grillfläche möglichst gleichmäßig heiß zu bekommen.

Bei einfachen Modellen wird dies meist über sogenannte Lavasteine oder Keramikbriketts erreicht, die über dem Brenner liegen und erhitzt werden. Sie nehmen dann auch herabtropfendes Fett auf. Wenn man mehr Geld für den Grill ausgibt, sind es oft mehrere Brenner, die parallel angeordnet schon für eine relativ gleichmäßige Hitzeverteilung sorgen. Unterstützt wird dies oft noch von Wärmeleitblechen darüber, die die Hitze der Gasflammen verteilen.

Als Zusatzeffekt wird das Aroma von herabtropfendem, darauf verdampfendem Grillfett als Vorteil genutzt. Da es nicht verbrennt, sollen hier auch keine gesundheitsgefährdenden Stoffe entstehen.

Wir haben sechs Grills ausgewählt, die im Schnitt zwischen etwa 300 und 750 Euro kosten und einen zusätzlichen Deckel haben, um, wie in einem Umluftofen, auch indirekt grillen und großes Grillgut zubereiten können. Sie dominieren inzwischen das Händlerangebot, denn damit haben Grillfreunde schon eine richtige Draußenküche.

Grillen mit Gas – Luxus oder Vernunftentscheidung?

Grills im Überblick

  1. Weber Spirit E-310 PremiumWeber Spirit E-310 Premium© Selbermachen

    Weber Spirit E-310 Premium

    **Weber Spirit E-310 Premium** **Preis 699 Euro** Positiv: Verarbeitung, Deckel mit Temperaturanzeige, große Grillfläche, Warmhalterost, gleichmäßig hohe Temperaturen auf der Grillfläche, Grillen bei offenem Deckel gut, fahrbar, geschützte Brenner, Crossover-Zündsystem: Zuschalten des zweiten und dritten Brenners ohne weiteres Zünden, einfach herausnehmbare Fettschale und Grillwanne. Negativ: Viel Platzbedarf (grillen und lagern), kein Sichtfenster, hoher Gasverbrauch, nur Platz für kleine Gasflaschen im Schrank, kleine Räder. **Gesamturteil: Gut**
  2. Weber Genesis E-310Weber Genesis E-310© Selbermachen

    Weber Genesis E-310

    **Weber Genesis E-310** **Preis 999 Euro** Positiv: Verarbeitung, Deckel mit Temperaturanzeige, sehr große Grillfläche, Gussrost, Warmhalterost, gleichmäßige Temperaturverteilung, Grillen bei offenem Deckel möglich, sehr großer Schrank, fahrbar, Schienen schützen Brenner, Crossover-Zündsystem: Zuschalten des zweiten und dritten Brenners ohne weiteres Zünden, einfach herausnehmbare Fettschale und Grillwanne. Negativ: Sehr viel Platzbedarf (grillen und lagern) kein Sichtfenster, nur kleine Gasflaschen im Unterschrank einsetzbar, kleine Räder. **Gesamturteil: Gut**
  3. Landmann Avalon GasgrillwagenLandmann Avalon Gasgrillwagen© Selbermachen

    Landmann Avalon Gasgrillwagen

    **Landmann Avalon Gasgrillwagen** **Preis 599 Euro** Positiv: Seitenbrenner, Deckel mit Temperaturanzeige, sehr große Grillrostfläche, Gussgrillrost, Warmhalterost, Grillen bei offenem Deckel gut, großer Unterschrank und Seitenablagen, fahrbar, Schienen schützen Brenner. Negativ: Sehr viel Platzbedarf (grillen und lagern), kein Sichtfenster, hoher Gasverbrauch, hohe Wärmeentwicklung an der Rückseite, nur kleine Gasflaschen im Unterschrank einsetzbar, unkomfortabler Transport auf Grund kleiner Räder. **Gesamturteil: Gut**
  4. Outdoorchef ParisOutdoorchef Paris© Selbermachen

    Outdoorchef Paris

    **Outdoorchef Paris** **Preis 749 Euro** Positiv: Deckel mit Fenster und Temperaturanzeige (nur High/Low, kein °C-Wert), Warmhalterost im Deckel integriert, hohe Temperatur bei geschlossenem Deckel, herausziebare Grillwanne, zieh-/schiebbar (zwei Räder), Frontgewürzkorb. Negativ: Grillrost per Hand aufwendig zu reinigen (aber spülmaschinengeeignet), ungleichmäßige Temperaturverteilung = relativ ungleichmäßiges Grillen (häufiges Drehen und Verlagern erforderlich), Lackbeschichtung nach Praxistest zum Teil abgelöst, für offenes Grillen ungeeignet. **Gesamturteil: Befriedigend**
  5. Campingaz RBS ClassicCampingaz RBS Classic© Selbermachen

    Campingaz RBS Classic

    **Campingaz RBS Classic*+ **Einkaufspreis 329 Euro** Positiv: Deckel mit Fenster und Temperaturanzeige (nur High/Low, kein °C-Wert), Warmhalterost im Deckel integriert, hohe Temperatur bei geschlossenem Deckel, herausziebare Grillwanne, zieh-/schiebbar (zwei Räder), Frontgewürzkorb. Negativ: Grillrost per Hand aufwendig zu reinigen (aber spülmaschinengeeignet), ungleichmäßige Temperaturverteilung = relativ ungleichmäßiges Grillen (häufiges Drehen und Verlagern erforderlich), Lackbeschichtung nach Praxistest zum Teil abgelöst, für offenes Grillen ungeeignet. **Gesamturteil: Befriedigend**
  6. Tepro Gauchos Grilly 2Tepro Gauchos Grilly 2© Selbermachen

    Tepro Gauchos Grilly 2

    **Tepro Gauchos Grilly 2** **Preis 89,95 Euro** Positiv: Deckel mit Sichtfenster, wenig Platzbedarf, sehr hohe Temperatur bei geschlossenem Deckel, geringer Gasverbrauch, zieh-/schiebbar (zwei Räder). Negativ: Ungleichmäßige Temperaturverteilung, Grillrost per Hand aufwendig zu reinigen (aber spülmaschinengeeignet), Grillwanne nicht herausnehmbar, kleine Flammen durch abtropfendes Fett, unkomfortabler Transport, Gerät zum Teil leicht scharfkantig, Erwärmung von Ablagefläche und Griff (keine Verbrennungsgefahr). **Gesamturteil: Befriedigend**

In den entsprechenden Internet-Foren (Beispiel: www.kuechengoetter.de) wird über die Frage, ob mit Holzkohle oder Gas gegrillt wird, regelmäßig mit Hingabe gestritten. Doch es gibt auch ganz rationale Gründe, die bei einer Entscheidung berücksichtigt werden wollen.

• Für die bis zu 999 Euro Neupreis unserer Testgeräte können Sie sich ein Leben lang Holzkohle kaufen und alle Paar Wochen einen neuen Blech-Grill anschaffen. Ein Auswuchs der Wegwerfgesellschaft?

• Auch Gasgrills brauchen Brennstoff! Eine kleine 5-kg-Gasflasche (Propan!) kostet mindestens 35 Euro, jede Füllung weitere 8 bis 10 Euro.

• Wo wollen Sie grillen? Zur Not kann man mit dem Gasgrill auf dem Balkon arbeiten, mit Holzkohle niemals!

• Ein Gasgrill ist nach etwa 15 Minuten heiß, Holzkohle braucht rund 45 Minuten.

• Haben Sie einen trocken Unterstand für Ihren teuren Gasgrill?

Gasgrills auf dem Prüfstand

So haben wir getestet

Grillen testen© SelbermachenVon jedem Grill hat unser Prüflabor, das Wilhelmshavener Testinstitut PZT, im April 2009 je ein Gerät zum Testen bekommen. Dabei wurden die Geräte von den Herstellern in Originalkartons angeliefert. Der Aufbau wurde vor Ort erledigt. Der Aufbau wurde nicht bewertet, benötigt aber bei penibler Befolgung der Montageanleitung wenigstens eine Stunde. Geprüft wurden Gasverbrauch, die nutzbare Grillfläche, die Aufheizzeit, die Temperaturverteilung auf der Grillfläche, die Handhabung und die Erwärmung von Bedienteilen. Dazu wurden die technischen Daten der Geräte verglichen.

Der Gasverbrauch wurde durch wiegen der Gasflasche nach 15 Minuten Betrieb errechnet. Für die Temperaturverteilung wurden, bei geöffnetem und geschlossenem Deckel, mindestens neun Temperaturpunkte auf der Grillfläche gemessen. Die Aufheizzeit ermittelten die Tester mit einem Temperaturfühler in der Mitte des Grillrostes bei geschlossenem Deckel. Als betriebsfähige Temperatur wurden mindestens 200°C angesetzt. Die Handhabung beurteilten drei von einander unabhängige Testpersonen.

Grilltest

  1. Temperatur Grillrost testenTemperatur Grillrost testen© PR

    Temperatur Grillrost testen

    In der Mitte des Grillrostes wurde die Aufheizzeit bis zum Erreichen von 200°C gemessen.
  2. Temperatur Allgemein testenTemperatur Allgemein testen© PR

    Temperatur Allgemein testen

    An neun festgelegten Positionen maßen wir die jeweilige Temperatur bei geschlossenem und bei geöffnetem Deckel.
  3. Temperatur der Bedienelemente testenTemperatur der Bedienelemente testen© PR

    Temperatur der Bedienelemente testen

    Auch die Temperatur von Bedienelementen und Gehäuse wurde nach 15 Minuten Betrieb auf voller Leistung gemessen. In allen Fällen lagen die Werte unter 70° C. Die Gehäusedeckel hingegen wurden so heiß, dass man sich daran verbrennen kann.
  4. Temperaturverteilung testenTemperaturverteilung testen© PR

    Temperaturverteilung testen

    Die Temperaturverteilung wurde auch in der Praxis überprüft. Bei einigen Geräten war sie so ungleichmäßig, dass ohne Drehen und Verlegen des Grillguts keine gleichmäßigen Grillergebnisse möglich waren.
  5. Auffangschale für FettAuffangschale für Fett© PR

    Auffangschale für Fett

    **Was uns aufgefallen ist:** Abtropfendes Fett sollte in einem herausnehmbaren Behälter gesammelt werden können.
  6. AuffangwanneAuffangwanne© PR

    Auffangwanne

    Eine Wanne mit Fettecke. Unterm Rost soll eine Auffangwanne über einen Falz Fett und Saft in den Auffangbehälter leiten.
  7. Gasflasche mit DruckmindererGasflasche mit Druckminderer© PR

    Gasflasche mit Druckminderer

    Ein Gasgrill arbeitet nur unter Druck. Zum Lieferumfang gehören ein Anschlussschlauch und ein Druckminderer für Propan- und Butangas.

 

Artikel aus selber machen Ausgabe 06/2012. Jetzt abonnieren!
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