Grillanzünder

Grillanzünder

Heiße Glut und kaltes Bier bilden den Rahmen für der Deutschen liebste Beschäftigung im Sommer: das Grillen. Wir zeigen, womit Sie schnell und sicher das Feuer entfachen, um die Wurst heiß zu bekommen.

 
Heißluftgebläse © Selbermachen
Heißluftgebläse

Grillen soll ein Vergnügen sein. Und damit das ungetrübt bleibt, lässt man die Finger von Brennspiritus, Benzin, Lösungs- und Verdünnungsmitteln. Diese Stoffe verdunsten schnell, und über dem Grill entsteht ein explosives Gas-Luft-Gemisch. Auch die meisten Kaminanzünder sind nicht geeignet, da deren Inhaltsstoffe den Geschmack des Grillguts beeinträchtigen oder gar die Gesundheit gefährden können. Verwenden Sie nur ausgewiesene Grillanzünder, und achten Sie beim Kauf auf die Kennzeichnung DIN EN 1860-3 oder DIN CERTCO. Diese Anzünder sind weder explosiv noch gesundheitsgefährdend. Es gibt sie flüssig (um 3 Euro/1000 ml), gelförmig (ab 2,50 Euro/ 500 ml) und fest (etwa 2 Euro für 12 bis 36 Stück).

Paraffinhaltige Flüssiganzünder sind wie Lampenöl gesundheitsschädlich, wenn sie verschluckt werden. Kleinkinder verwechseln sie leicht mit Getränken. Schon aus diesem Grund sollte man nur Produkte mit Sicherheitsverschluss benutzen. Die Flüssigkeit wird gleichmäßig über die Kohle verteilt. Vor dem Anzünden ein bis zwei Minuten warten, damit die Kohle das Mittel gut aufsaugt. Flüssige Grillanzünder dürfen keinesfalls in die Glut gegossen werden. Sie können sich plötzlich entzünden und sogar den Behälter zur Explosion bringen. Anzündgels sind auch nicht ohne Probleme, denn sie durchtränken die Kohle nicht, sondern haften nur auf der Oberfläche. Feste Anzünder sind besser zu dosieren, auch lässt sich leicht erkennen, wenn sie abgebrannt sind. Zwei bis drei Würfel reichen, um den Grill anzufeuern.

Eine ungiftige und bequeme Alterative zu den chemischen Anzündhilfen stellen gas- und strombetriebene Anzünder dar. Sie führen schnell zu einer gleichmäßig durchgeglühten Kohle.

Schnell und ganz ohne Chemie

Mit einem Heißluftgebläse bekommt man die Kohle schnell und ohne den Zusatz von Chemie in Gang. Neu auf dem Markt und speziell für diesen Zweck konstruiert ist das HL1000 von Steinel. Mit etwa 700 Grad wird Kaminholz und Grillkohle in wenigen Minuten entfacht. Dabei wirkt das Gerät gleichzeitig wie ein Blasebalg. So wird auch die Wirkung von chemischen Grillanzündern verstärkt und das ohne den gefährlichen Griff zur Flasche mit dem Brennspiritus. Preis etwa 40 Euro.

Chemische Grillanzünder in den handelsüblichen Formen

Chemische Grillanzünder© SelbermachenDie meisten enthalten Erdölprodukte wie Paraffin oder Kerosin als eigentlichen Brandbeschleuniger. Interessant für Nichtraucher ohne Feuerzeug sind Anzünder mit Zündkopf und Reibefläche. Welche Anzündhilfe die beste ist, da gehen die Meinungen auseinander. Sie eignen sich aber alle, um die Grillkohle zu entfachen. Egal, auf welchen Anzünder die Wahl fällt: Er muss vollständig abgebrannt sein, bevor man das Grillgut auf die Glut gibt, um eine Geschmacksbeeinträchtigung zu verhindern.

Ohne Nebenwirkung für Geschmack und Umwelt

Elektrische Grillanzünder© Selbermachen.Ein elektrischer Grillanzünder ist die Alternative ohne Nebenwirkungen für Geschmack und Umwelt. Ähnelt in Form und Funktion einem Tauchsieder. Einfach unter die Kohle geben, anschließen, und nach wenigen Minuten glüht die Kohle. Ebenfalls geeignet sind gasbetriebene Lötlampen und Abflammgeräte (mit Stechkartusche ab 15 Euro im Handel). Damit lassen sich auch größere Mengen Kohle und Briketts in einem BQ-Grill in kürzester Zeit anzünden.

Pfiffige Grillhilfe: Der Anzündkamin

Anzündkamin© SelbermachenWer chemische Anzündhilfen bevorzugt, kann den ganzen Vorgang mit einem Anzündgrill (zum Beispiel dem Rapidfire von Weber für etwa 26 Euro) deutlich beschleunigen. Das Gerät besteht aus einem Rohr mit Handgriff und einem Rost im Innern. So simpel die Konstruktion, so überzeugend die Wirkung. Das Gefäß wird von oben mit Kohle beschickt und auf die brennenden Anzünder gestellt. Durch den auftretenden Kamineffekt wird die Kohle sehr schnell und gleichmäßig durchgeglüht und anschließend einfach auf den Grill geschüttet. Das ganze funktioniert sogar mit Zeitungspapier. Allerdings sollten dann die Brandrückstände sorgfältig entfernt werden.

Artikel aus selber machen Ausgabe 06/2010. Jetzt abonnieren!
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