Igel richtig überwintern | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Igelpflege

Igel richtig überwintern

Igel sind Nutztiere und in Gärten gerne gesehen. Doch besonders Jungigel haben es oftmals schwer, unbeschadet durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Igelfutter, Schlafplatz und Pflege – wir beantworten die drei wichtigsten Fragen rund um den Igel.

 
© Pixabay

 

Wann darf ich Igeln helfen?

Bringen Jungigel Anfang November, im Flachland etwa Mitte November, weniger als 500 g auf die Waage, sind sie als hilfsbedürftig einzustufen. Allerdings sind auch erfolgreiche Überwinterungen bedeutend leichterer Tiere bekannt geworden. Ihr Winterquartier nutzen sie bei Schlechtwetterperioden bis in den April und Mai. Gesunde Igel ab 350 g kann man im Herbst im Garten im Freien versorgen.

Sind Igel krank oder verletzt müssen diese unbedingt von einem Tierarzt untersucht werden und im Warmen  (bei etwa 18 bis 20 Grad) zur Pflege untergebracht werden. Kann der stachelige Pflegling nicht mehr rechtzeitig vor dem Winter ausgewildert werden, so muss er in menschlicher Obhut in einer kalten, aber frostfreien Unterkunft mit gut isoliertem Schlafhaus Winterschlaf halten.

Was fressen Igel und wieviel darf ich füttern?

Stellen Sie jeden Abend ein Schälchen Futter an einen trockenen Futterplatz. Dazu eignen sich beispielsweise Rührei ohne Salz und Gewürze, 2 EL Trockenfutter mit 30 g Dosenkatzenfutter oder auch gut durchgebratenes Hackfleisch. Ein abgekochter Hühnerflügel zum Knabbern hilft gegen Zahnstein, zusätzlich kann man etwas Katzen - Trockenfutter zum Knabbern geben. 

Kleine Igel mögen die Nahrung gern breiig; man kann das Katzenfutter mit der Gabel zerdrücken und mit Haferschleim etwas dünner machen. Igelbabys ( bis 150 g ) oder Igel, die nicht fressen wollen, müssen mit Nahrungsbrei aus der Pipette ernährt werden. Hier hilft das Tierheim oder die Igelstation. 

Zu Trinken bitte nur Wasser, bei Durchfall Fencheltee, aber keine Milch. Von Milch bekommen Igel Durchfall, trocknen aus und können sterben.

Wo können Igel überwintern?

Trockene Winterschlafplätze mit Holzstapel und Reisighaufen unter Gartenüberständen sind ein beliebter Unterschlupf für Igel. Alternativen sind Kisten mit Stroh unter trockenen Nadelbäumen oder Immergrün oder ein selbstgebautes Igelhaus. Bei Reisighaufen achten Sie darauf, dass diese nicht in einer Mulde errichtet werden, in der sich Niederschlagswasser sammelt oder die feucht ist.

Wichtig: 

Achten Sie auf einen naturnahen Garten und verzichten Sie aufjedenfall auf den Einsatz von Mährobotern. Da Igel sich bei Gefahr zusammenrollen und nicht weglaufen, erleiden sie durch automatische Rasenmäher schwerste Verletzungen die bis zum Tod führen.

 

Thomas Armonat
Tags: 
Das könnte Sie auch interessieren