Rechen oder kompostieren?

Laub im Garten

Jedes Jahr versinkt der Garten in einer Flut von Blättern von Bäumen und Büschen. Wie damit umgehen und vor allem die Frage: Wohin da mit?

 
© Gerald Freyer / Outpost PR
Immer noch eine gute Idee: Die Verwendung eines Laubrechens ist für viele Grundstücke ausreichend. Macht dabei noch Spaß und schont die Umwelt.

Neben den klassischen Methoden der Beseitigung mit Rechen und Laubsäcken, bietet die Industrie mit dem wahrscheinlich umstrittensten Produkt der Gartenbranchen, dem Laubsauger und -bläser, eine motorisierte Alternative zur Muskelkraft an. Doch wann erscheint der Einsatz der Geräte sinnvoll?

Blatt ist leider nicht gleich Blatt. Viele Blätter von Pflanzen wie Kastanie, Eiche oder Walnuss enthalten viel Gerbsäure und verrotten nur langsam. Gerade diese Baumarten sind als Singulärbäume vor dem Haus seit langer Zeit sehr beliebt. Wohin also mit dem Laub?

Laub im Garten: Entfernen oder liegen lassen?

Wenn die langsame Verrottung nicht störend ist, kann das Laub liegenbleiben. Stehen aber in dem Bereich der Bäume Sonnenstauden muss es entfernt werden, damit die jungen Staudentriebe im Frühjahr Licht bekommen.

Bringt man das Laub auf Beeten aus, wird es hier zu einer natürlichen Mulchschicht. Und auch ein kleiner Hügel aus Laub und Ästen am Rande des Gartens schadet nicht, denn er bietet nebenbei perfekten Schutz für überwinternde Igel, Insekten und andere Kleintiere. Hier erfahren Sie, wie Sie ein Haus für den Igel bauen.


 

Laub kompostieren: Was ist zu beachten?

In kleineren Mengen lassen sich die Laubabfälle auch gut kompostieren. Grundsätzlich gilt, wenn Sie das Laub einsammeln wollen, nicht lange warten, denn unter dem Laub siedeln sich schnell Kleintiere und Insekten an. Darum sollten Sie sobald, dass Laub am Boden ein gewisse Menge erreicht hat, es zusammenkehren und mit etwas Steinmehl versetzt auf den Komposthaufen geben.

Das Steinmehl neutralisiert die Gerbsäure und sorgt somit für einen schnellere Kompostierung. Wenn Sie das Laub mit stickstoffhaltigen Gartenabfällen wie Rasenschnitt vermengen, beschleunigt sich der Prozess der Verrottung. Wenn Sie als Zuschlag Hornspäne dazugeben, setzen es die Mikroorganismen auch schneller um. Hier erfahren Sie mehr über das Herstellen von gutem Kompost.

Auf großen Grundstücken fällt oftmals sehr viel Laub an, dass der eigene Komposthaufen schnell an seine Grenzen kommt. Fällt Laub in größere Mengen an, sollten Sie das Laub in der Biotonne entsorgen oder es an städtische Sammelstellen geben.
 

Lohnt sich ein Laubbläser?

Wer jedoch sein Garten oder Einfahrt sauber haben möchte, muss kehren. Neben den Kunststoff- oder Metallrechen gibt es schon seit langen benzin- und nun auch akkubetriebene Blasgeräte. Früher waren diese Geräte durch ihre Anschaffungskosten den Kommunen und professionellen Betrieben vorbehalten. Doch mit der Produktion günstiger Geräte, gibt es Modelle für unter 100 Euro.

Doch diese Geräte haben es in sich - mit Luftgeschwindigkeiten von mehr 200 kmh und Saugleistungen von mehr als zehn Kubikmetern pro Stunde nehmen die Geräte den Kampf gegen das Laub auf. Auf der Strecke bleiben dabei nicht nur die Blätter, sondern vor allem Käfer, Spinnen, und viele für die Bodenqualität wichtige Insekten. Sie können sich kaum dem Turbo-Blas- und Saugstrom widersetzen. Laubblasgeräte mit Verbrennungsmotor stoßen darüber hinaus gesundheitsschädliche Abgase aus.

Laut und schlecht für die Umwelt – Laubblasgeräte stehen seit langem in der Kritik. Viele stören sich an den sehr lauten Geräten. 

Neben der Zerstörung von Kleinlebewesen ist der Lärm, der von diesen Geräten ausgeht, oftmals Stein des Anstoßes und Ursache für manchen Streit unter Nachbarn. Denn Laubsauger und -bläser können im Betrieb zwischen 90 und 120 Dezibel laut werden und liegen damit auf dem Niveau einer Benzinkettensäge oder eines Presslufthammers.
 

Laubbläser: Was ist zu beachten?

Daher hat der Gesetzgeber den Einsatz der Geräte in der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung der 32. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung klar geregelt. Die Nutzung von Laubbläsern und Laubsaugern durch Privatpersonen in Wohngebieten ist auf Arbeitszeiten von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr beschränkt. Jedoch sind kommunale Mitarbeiter und Firmen, die das Laub im Auftrag der Gemeinde entfernen, von dieser Regel ausgenommen.
 

Wie laut dürfen Laubbläser sein?

Es gibt keine gesetzliche Grenzwerte, wie laut Laubbläser und -sauger sein dürfen. Jedoch plant die Europäische Kommission, Lärmgrenzen für Laubsauger und –bläser in einer künftigen Verordnung einzuführen. Mit dieser Verordnung ist allerdings nicht vor 2020 zu rechnen. Viele Städte, wie Graz oder Leibnitz in Österreich oder einige Städte in den USA haben die Geräte schon lange per Verordnung aus ihren Gebieten verbannt.

Lärmwerte wie eine Kreissäge – Laubblasgeräte erreichen sehr hohe Werte in ihrer Lärmemission und sind daher nur zu bestimmten Tageszeiten erlaubt.

Laubblasgeräte erzeugen neben Lärm und Abgasen auch einen Luftstrom aus den im Laub befindliche Mikroben, Pilzen, und Tierkot. Daher ist der Betrieb der Geräte auch für Benutzer bedenklich, da er diesen Luftstrom während der Arbeit einatmet. Alles in Allem sollte der Einsatz dieser Geräte mit Bedacht ausgeführt werden.

Laub verbrennen: Erlaubt oder verboten?

Auch keine gute Idee ist das Verbrennen von Pflanzenabfällen im eigenen Garten. Seit 2015 ist dies durch das Kreislaufwirtschaftsgesetz verboten. Denn danach ist das Verbrennen von Gartenabfällen wie Laub, Rasen-, Strauch- oder Baumschnitt unzulässig und kann bei Verstößen als Ordnungswidrigkeit und daher mit Geldbuße geahndet werden.

Der Rauch von Gartenfeuern verunreinigt die Luft mit gesundheitsschädlichen Stoffen wie Feinstaub. Laub gehört deshalb auf den Kompost oder in die Biotonne. Schauen Sie doch mal in den Abfallkalender Ihrer Gemeinde, viele Kommunen bieten in der Herbstzeit eine kostenlose Abholung von Grünschnitt und Laubsäcken an.

Zum Weiterlesen: Hier erfahren Sie mehr über die Laubbeseitigung im Garten.

Text und Bilder: Gerald Freyer / Outpost PR

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