Rosen richtig schneiden: Mit dieser Anleitung klappt es
Rosenschnitt

Rosen schneiden: So geht's richtig

Vielen Gartenfreunden bereitet das fachgerechte Rosen schneiden schlaflose Nächte. Dabei ist die Arbeit ganz einfach – wenn man weiß, wie es geht. Wir erklären zu jeder Gattung den richtigen Schnitt und nennen die jeweils schönste Rosensorte für die Rabatte.

 
Rosen schneiden © iStockphoto
Wer dauerhaft prachtvolle Rosenblüten möchte, der muss richtig schneiden

Das fachgerechte Trimmen von Rosen ist ganz einfach – wenn man weiß, wie es geht. Hier erfahren Sie alles über die richtige Schnitttechnik.

Wann sollten Rosen geschnitten werden? 

Im Frühjahr, wenn im Garten die Forsythien blühen – meist Ende März bis Anfang April –, ist die beste Zeit für den Rosenschnitt. Mit scharfer Gartenschere bringt man die alten Sträucher in Frühlingslaune. Oder schneidet neu gekaufte Rosen zurecht: Bis Monatsende kann man Rosen aus dem Kühlhaus pflanzen. Vorher sollten sie aber 24 Stunden in Wasser lagern, damit sich die Pflanze vollsaugen kann und leichter austreibt. Ganz wichtig: Bei Rosen keinen Dünger ins Pflanzloch geben, er verbrennt die Wurzeln. Blühende Rosen gibt es ab Mai im Container – sie kann man ganzjährig pflanzen.

So geht's: Rosen schneiden - Anleitung

Seitenzweige, die im Sommer voller Blüten waren, schneidet man auf zwei Augen. Alle drei Jahre entfernt man einen alten Trieb bodennah.
Falsch: Nicht zu knapp ans Auge oder zu weit weg vom Auge schneiden.
Richtig: Der Schnitt wird 5 mm über einem Auge und leicht schräg ausgeführt. So heilt die Wunde schnell ab.

Grundregeln für einen guten Rosenschnitt

 

  • Abgestorbene Triebe EntfernenZuerst werden abgestorbene, erfrorene und kranke Triebe bis ins gesunde Holz entfernt.

  • Lang oder kurz​: Ein rigoroser Schnitt führt zu weniger Trieben mit großen Blüten. Lässt man das Holz beim Schnitt länger, entstehen viele neue Triebe mit mehr, aber kleineren Blüten.

  • Schwache Äste entfernen: Zu schwache Äste entfernt man ganz.​ Vergabelungen alter Triebe werden auf einen Trieb abgeleitet, damit wieder stärkere Austriebe entstehen.

  • Schwachwüchsige Sorten anregen: Schwachwüchsige Sorten werden stärker, starkwüchsige weniger tief geschnitten.

  • Ober sticht Unter: Die an den Trieben höher stehenden Augen treiben auch am stärksten aus.

  • Vor dem Schnitt schärfen: Eine Bypass-Schere immer vorher per Wetzstein scharf machen!

Richtig schneiden: Wildrosen

Sie gedeihen auf der sandigsten Erde und nehmen auch einen sonnig-heißen Streifen neben der Garagenzufahrt oder an der Südseite vom Haus nicht übel: Böschungsrose, Glanzrose und Kartoffelrose sind perfekte Flächendecker und lassen sich auch zur Hangbefestigung einsetzen. Besonders hübsch sind auch ihre bunten Früchte und die intensive Herbstfärbung.

Auf Handbreite werden die bodendeckenden Wildrosen heruntergeschnitten. Dabei braucht man nicht auf die Knospen zu achten, sondern kann auch beherzt mit der Heckenschere ans Werk gehen. Gern bilden die Pflanzen Ausläufer und erobern mit der Zeit immer größere Flächen im Garten. Um das zu verhindern, helfen Rasenborde aus Beton oder eine Rhizomsperre als effektive Grenze. Man kann Ausläufer auch per Spaten abstechen.

Anders im Wuchs sind die Großen wie Hechtrose oder Hundsrose, die sich für Naturhecken und als Sichtschutz im hinteren Garten eignen. Man schneidet sie gar nicht und erhält so den natürlichen Wuchscharakter. Im Jahr nach der Pflanzung kann man lange Triebe einkürzen. Sonst wird nur alle drei Jahre ein großer Ast bodennah abgeschnitten.

 

Richtig schneiden: Strauchrosen

Als Solitär am Gartenende oder im Hintergrund einer großen Rabatte sind Strauchrosen nicht wegzudenken. Die einmalblühenden Sorten wie ‘Maigold’, ‘Fritz Nobis’ oder ‘Nevada’ überraschen durch ihre Blütenfülle. Öfterblühende Züchtungen wie ‘Gishlaine de Féligonde’, ‘Lichtkönigin Lucia’ oder ‘Rosarium Uetersen’ gehören wegen ihres Blütenreichtums bis zum Frost näher an Hauseingang oder Terrasse.
Rosen richtig düngen: Für Strauchrosen gilt das Gleiche wie bei Beet-, Stamm- oder Kletterrosen: Je besser der Boden, desto schöner die Blütenpracht. Arme Sandböden sollte man mit Lehm aufwerten. Kompost und verrotteter Tierdung reichern die oberste Bodenschicht an.

Einmalblühende Sorten werden im Winter mit der Heckenschere auf eine halbkugelige Form getrimmt. Alle drei Jahre entfernt man ein bis zwei Grundtriebe komplett.  
 
 

 
 

 
 
 
Im Sommer darauf

kürzt man alle Triebe direkt nach der Blüte mit einer Heckenschere ca. 10 cm über dem Winterschnitt. Im Winter darauf schneidet man wieder auf die vorjährige Höhe.

 
 
 
 
 

Öfterblühende Strauchrosen blühen am neuen Holz. Jedes Jahr schneidet man den Strauch auf ein harmonisches Grundgerüst zurück. Starke Triebe bleiben länger, schwache entfernt man ganz. Einjährige bodennahe Triebe werden halbiert. Achtung: Öfterblühende Rosen brauchen mehr Nährstoffe. Vergessen Sie also nicht das Düngen im Frühjahr und nach dem ersten Blütenschub. Weiteres lesen Sie im Düngekalender nach. 

Richtig schneiden: Stammrosen

Durch die Veredelung in luftiger Höhe sind Stammrosen immer etwas Besonderes. In Beeten nah am Haus, umspielt von Stauden oder Sommerblumen, verleihen sie dem Garten etwas Aristokratisches. Schöne Sorten sind ‘Schneewittchen’, ‘Sommerwind’ und ‘Leonardo da Vinci’.
 
 
 
Beim Schnitt
der Stammrose vermeidet man das Kürzen bis an den Kronenansatz, weil er zu sehr in die Veredelungsstelle hineintrocknet. Im Allgemeinen gilt: Triebe von Edelrosen werden auf drei bis fünf Augen, die von Beetrosen auf fünf bis sieben Augen zurückgeschnitten. Alte Triebe werden ganz entfernt.

Kompakte Kronen sind bei Stammrosen das Ziel. Die Stärke des Schnitts richtet sich danach, ob eine Edel-, Beet- oder Bodendecker-Rose veredelt wurde. Wichtig ist auch ein stabiler Halt. Starke Triebe werden für buschigeren Wuchs im Juni einfach entspitzt.
  
 
 

Richtig schneiden: Beetrosen

Der ungemeine Blütenreichtum zeichnet die Beetrosen aus – wir zählen auch Edel- und Zwergrosen mit dazu. Sie wirken am besten in großen Gruppen. Die schönsten sind ‘Aprikola’, ‘Bonica 82’ und ‘Nostalgie’. Wie bei allen Rosen düngt man für eine gute Frosthärte letztmalig Ende Juli.

Von allen Rosen werden Beet-, Edel- und Zwergrosen am stärksten geschnitten: Schwache Triebe kürzt man auf zwei bis drei Augen, starkwüchsige Sorten und Triebe auf etwa fünf Augen.
  

Richtig schneiden: Kletterrose

An der Hauswand, im alten Apfelbaum oder am Sichtschutz zum Nachbargrundstück: Kletterrosen bringen die Vertikalen zum Blühen und brauchen dabei nur wenig Standraumgut für kleine Gärten. Wichtig zu wissen: Im ersten Jahr wachsen sie mit meterlangen Trieben in die Höhe. Erst im zweiten Jahr erscheinen hier an kurzen Seitentrieben die Blüten. Umso waagerechter die Triebe am Spalier verteilt sind, desto mehr Blüten kommen hervor. Schöne Sorten sind: ‘Bajazzo’, ‘Ilse Krohn Superior’, ‘Sympathie’ und ‘New Dawn’. Bei Pflanzung weisen die Wurzeln von der Wand weg – mit 40 cm Abstand.

Seitenzweige, die im Sommer voller Blüten waren, schneidet man auf zwei Augen. Alle drei Jahre entfernt man einen alten Trieb bodennah.
Danach wird die Kletterrose am Spalier waagerecht angeordnet. Ein Sommerschnitt von Verblühtem bringt nach sechs Wochen neuen Flor.
 

Anleitung: Rosen einpflanzen

Bis Ende April kann noch gepflanzt werden!
Kühlhausware wird am Trieb zur Hälfte bis zwei Drittel eingekürzt. An der Wurzel nur frisch angeschnitten. Ein Brett zeigt die richtige Tiefe an. Die Veredelungsstelle (Verdickung) muss 5 cm darunter liegen. Wichtig ist das Anhäufeln der Rose als Verdunstungsschutz. Das passiert nach dem Verfüllen, Festtreten und sorgfältigen Einschlämmen der Pflanze.

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