Gartenerde bestimmen und verbessern
Bodenanalyse

Gartenerde analysieren und verbessern

Wer seine Gartenerde richtig analysiert und entsprechend gezielt verbessert, dem ist das Gärtnerglück sicher! In diesem Beitrag zeigen wir, wie Sie Ihre Gartenerde richtig bestimmen, helfen Ihnen bei der Interpretation der Bodenanalyse und geben Ihnen praktische Hilfestellungen zur Verbesserung Ihrer Gartenerde.

 
Gute Erde © Baumjohann
So sieht gute Gartenerde aus

Für Erfolg im Garten müssen Sie Ihren Boden kennen. Dann wissen Sie im Voraus, welche Pflanzen in Ihrem Garten gut gedeihen werden und welche es sich nicht lohnt zu pflanzen. Zudem sparen Sie Geld, wenn Sie weniger, dafür aber gezielter düngen. Bodenzusammensetzung, pH-Wert und der Nährstoffgehalt gehören dabei zu den Schlüsselgrößen, wir zeigen Ihnen, wie sie ermittelt werden:
 

Die Bodenart ermitteln – im Selbsttest

Für die erste Probe brauchen Sie lediglich Ihre Hände, mit denen Sie den Bodentyp ertasten. Nehmen Sie dafür etwas Erde aus einem Beet auf. Bearbeiten Sie die Erde mit den Händen. Entscheiden Sie, welchem der drei im Folgenden beschriebenen Typen er am ehesten entspricht:

  • Leichter Boden: Wenn die Erde beim Kneten nicht zusammenhält sondern zwischen den Fingern hindurchrieselt, handelt es sich um einen leichten Boden, der zu großen Teilen aus Sand besteht. Man erkennt dies auch an den beim Reiben zwischen den Fingern spürbaren Körnchen. Sandböden sind leicht mit dem Spaten und der Grabgabel zu bearbeiten. Sie enthalten viel Luft und können sich im Frühling schnell erwärmen. Ihre Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe zu speichern, ist jedoch nur gering.
  • Schwerer Boden: Rollen Sie die Erde zwischen den Handflächen. Wenn sie sich etwas fett anfühlt und dabei gut formbare Würste entstehen, enthält der Boden viel Ton. Dieser vermag Wasser und Nährstoffe prima zu speichern. Die Kehrseite der Medaille: Tonboden lässt oft wenig Luft an die Wurzeln, verdichtet schnell und seine Bearbeitung geht nur schwer von der Hand.
  • Wenn die Erde sich zwar formen lässt, dabei aber Risse entstehen, handelt es sich um einen Bodentyp, der zwischen Ton- und Sandböden liegt. Wie immer bei der goldenen Mitte ist er für die meisten Pflanzen ideal, da Wasser, Luft und Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis vorliegen.

 Zwischen diesen drei Bodenarten gibt es natürlich alle Arten von Übergängen. Außerdem sagt die Fingerprobe nichts über den Gehalt an organischer Substanz aus, die jedoch von großer Bedeutung für Struktur und Fruchtbarkeit des Bodens ist. Wollen Sie es etwas genauer wissen, machen Sie sich an das Experiment Nummer zwei: die Schlämmprobe.
 
Gut zu wissen: Als Parabraunerde bezeichnet man einen bestimmten Bodentyp, der im gemäßigt-humiden Klima weit verbreitet ist. Parabraunerden sind sandig bis lehmig, dabei mäßig nährstoffreich und tiefgründig. Sie zählen zu den besten Ackerböden in Deutschland, sind gut durchlüftet und haben ein gutes Wasserspeichervermögen.  

Bodenbestandteile mit der Schlämmprobe identifizieren

Dafür brauchen Sie ein größeres Glas, idealerweise mit Schraubdeckel und weiter Öffnung, einen Esslöffel und etwas Wasser. Füllen Sie Gartenerde sowie Wasser in die Gläser und schütteln Sie sie kräftig durch.
Obwohl das Ergebnis auf den ersten Blick ziemlich trübe aussieht, verschafft es Ihnen mehr Klarheit über Ihren Bodentyp. Das liegt daran, dass durch das Aufschlämmen in Wasser die verschiedenen Bestandteile der Erde getrennt werden.

Je nach ihrer Größe und ihres Gewichts sinken die Teilchen unterschiedlich schnell und lagern sich am Boden des Glases schichtweise ab. Manche schwimmen auch an die Wasseroberfläche. Je nach Dicke der Schichten können Sie erkennen, in welchem Verhältnis die Bestandteile zueinander stehen.

  • Gröbere Sandkörner lagern sich bereits nach einigen Minuten in der untersten Schicht ab
  • Staubfeinen Tonteilchen bleiben lange in Lösung
  • Ton färbt das Wasser eher rötlich
  • Humus färbt das Wasser fast schwarz. Je dunkler das Wasser wird, desto mehr Humus ist im Boden vorhanden
  • Unzersetzte Pflanzenteile schwimmen bei der Schlämmprobe oben

  1. © Baumjohann

    Schlämmprobe: Bodenprobe einfüllen

    Die Schlämmprobe: Füllen Sie ein Schraubglas zu etwa einem Viertel mit frischer Gartenerde.
  2. © Baumjohann

    Wasser auffüllen

    Leitungswasser bis zirka 1 cm unterhalb des Rands in das Glas gießen.
  3. © Selbermachen

    Probe aufschütteln

    Den Deckel aufschrauben und das Glas kräftig durchschütteln.
  4. © Baumjohann

    Auswertung der Bodenprobe

    Auswertung: Nach 15–30 Minuten haben Sie das Ergebnis: Bei schwerem Boden (links) bleiben die Tonteilchen lange in der Schwebe und färben das Wasser trüb. Bei leichten Böden (rechts) setzten sich die Sandpartikel schnell ab. Die dunkle Färbung des Wassers weist auf den Humusgehalt hin. Pflanzenreste schwimmen oben. Der Lehmboden (Mitte) liegt optisch dazwischen .

So messen Sie den pH-Wert im Boden

Mit einem pH-Selbsttest aus dem Gartencenter (z.B. Neudorff) kann man schnell herausfinden, ob der Boden sauer oder basisch ist.

So geht’s:
Entnehmen Sie die Bodenprobe aus der richtigen Bodenschicht (5–10 cm Tiefe für Rasen, 20–30 cm im Gemüsegarten). Geben Sie etwas von der Erde ins Glasröhrchen und gießen Sie diese mit destilliertem Wasser auf. Jetzt die Tablette dazugeben und das geschlossene Röhrchen schütteln, bis sie sich auflöst. Haben sich die Sedimente gesetzt, ermittelt man das Ergebnis, indem man die Farbe der Flüssigkeit mit der Farbskala auf der Packung vergleicht.
 

Eine professionelle Bodenanalyse machen lassen

Mit einer professionellen Bodenanalyse aus dem Labor verschaffen Sie sich einen guten Einblick in den aktuellen Nähr- und Mineralstoffgehalt ihres Bodens. Diese Investition macht sich schnell bezahlt: Neben den aktuellen Nährstoffgehalten erhalten Sie eine Düngeempfehlung. Häufig sparen Sie bei der nächsten Düngung Geld, denn oft reicht der Vorrat an Phosphat oder Kalium in der Erde bereits völlig aus. Mit den Informationen der Bodenanalyse kommen Sie über die folgenden fünf bis sechs Jahre. Erst dann ist eine neue Untersuchung fällig.
 

Bodenprobe richtig entnehmen

Ob Gemüse- oder Erdbeerbeet, Beerensträucher, Rasen, Obstwiese, Frühbeet, Ziergarten oder Nadelgehölze: Für jeden Gartenbereich, den Sie analysieren lassen möchten, benötigen Sie eine separate Probe. Diese sollte aus jeweils auch aus mindestens zehn möglichst gleichmäßig über den betreffenden Bereich verteilten Einstichen bestehen, die Sie gut miteinander vermischen. Je mehr Einstiche Sie vornehmen, desto genauer wird nachher das Ergebnis. Ziehen Sie die Proben sehr sorgfältig – dabei lauert die größte Fehlerquelle.

Wie genau Sie die Probennahme handhaben sollten, ist auf diesen Seiten beschrieben. Sie erhalten dazu auf Anfrage aber auch detaillierte Hinweise vom Analyselabor. Aus der gut gemischten Bodenprobe entnehmen Sie ausreichend Bodenmaterial (meist mindestens 300g) und packen die in eine gut verschließbare Tüte. Nicht vergessen: Beschriften Sie die Bodenprobe immer genau mit Ort der Probeentnahme und Datum.

  1. © T. Straszburger

    Der erste Stich

    Die Tiefe der Bodenprobe richtet sich nach dem Wurzelbereich der Kulturen. Bei Rasen genügt eine Probe der oberen 10 cm, bei anderen Kulturen 20 cm und bei Gemüse bis 30 cm. Ziehen Sie die Probe mit einem Spaten, gehen Sie in zwei Schritten vor: Heben Sie für den so genannten 1. Stich eine Grube in der erforderlichen Tiefe aus. Den Aushub legen Sie neben der Grube ab. Achten Sie auf möglichst senkrechte, gerade Wände.
  2. © T. Straszburger

    Der zweite Stich

    Der zweite Stich ist der entscheidende: Er liefert das Material für die einzuschickende Bodenprobe. Stechen Sie dabei mit dem Spaten eine dünne Erdscheibe aus der Grubenwand. Schneiden Sie dann zu beiden Seiten der Probe den Großteil der Erde weg, sodass nur noch ein von oben nach unten verlaufender 2 cm schmaler Streifen verbleibt. Diesen mit mindestens neun weiteren solcher Proben in einem Eimer gut vermischen.
  3. © T. Straszburger

    Probenehmen mit Bohrstock

    Einfacher geht die Probennahme mit einem speziellen Bohrstock. Drücken Sie das Werkzeug 10 bzw. 20–30 cm tief in die Erde. Dann wird es gedreht, damit sich die Nut in der Metallstange mit Erde füllt. Ziehen Sie den Bohrstock wieder heraus und geben Sie die Probe in einen Eimer. Wiederholen Sie dies mindestens neun Mal. Bohrstöcke können Sie sich beim Landwirtschaftsamt ausleihen.

Wann macht man eine Bodenanalyse?

Unsere Empfehlung: Schicken Sie Ihre Proben schon im November zur Untersuchung ein! Theoretisch könnten Sie zwar bis zum Frühjahr damit warten. Doch dann haben die Labors Hochsaison. Im Spätherbst dagegen ist der Boden weder frisch gedüngt noch verändern sich die Nährstoffgehalte über den Winter in nennenswerter Weise. Und Sie kommen schnell an Ihre Ergebnisse und können die nächste Düngephase in Ruhe planen. Sollten Sie dennoch im Sommer Ihre Bodenprobe einschicken, dann planen Sie auf jeden Fall 3-4 Wochen Zeit ein, bis Sie vom Labor Ihre Ergebnisse bekommen.

Welche verschiedenen Bodenanalysen gibt es?

Bei fast allen Bodenanalysen wir primär der Nährstoffgehalt des Bodens ermittelt. Getestet wird, wie hoch der Anteil an organischem Kohlenstoff ist, denn dieser zeigt an, wie humusreich ein Boden ist. Auch die Versorgung mit Phosphor und Kalium wird überprüft. Es gibt neben den pauschalen Bodenanalysen auch spezielle Analysen, die gezielt auf einen bestimmten Verwendungszweck abgestimmt sind. So wird bei einer Rasenboden-Analyse zusätzlich auch der Gehalt an Molybdän und der Stickstoff bestimmt.
 
Sonderfall Stickstoff: Stickstoff wird bei den meisten Analysen für Hausgärten nicht erfasst. Sein Gehalt ändert sich ständig in Abhängigkeit von Temperatur, Feuchtigkeit und Durchlüftung des Bodens sowie durch Auswaschung nach Regen. Gerade der Gehalt von mineralisiertem Stickstoff (dieser wird von Pflanzen leicht aufgenommen) lässt sich in einer Bodenanalyse nur annäherungsweise ermitteln, da er sich schnell verflüchtigt. Kann die Analyse nicht sofort nach der Probenentnahme durchgeführt werden, muss die Probe möglichst gekühlt und feucht ins Labor geschickt werden.
 
Neben dem Nährstoffgehalt kann man den Boden auch auf Schadstoffe testen lassen. Interessant ist dies für Gemüsegärten und Familien mit kleinen Kindern, die leicht Bodenpartikel aufnehmen können. Schadstoffe sind nicht nur ein Problem von ehemaligen Industriestandorten oder Bergbaugebieten – auch in der Nähe von Straßen können sich Schwermetalle im Boden anreichern. Getestet wird im Labor auf Schwermetalle, die für Pflanzen leicht verfügbar sind und sich in ihnen anreichern können. Solche Analysetests gibt es auch für Gewässer oder Altlasten. Ein umfassendes Sortiment verschiedener Bodenanalysen finden Sie z.B. beim Bodenanalyse-Zentrum.

Ergebnisse der Bodenanalyse richtig interpretieren

pH-Wert: Der pH-Wert gibt an, ob ein Boden neutral (pH-Wert um 7), sauer (kleiner als 7) oder mehr basisch (über 7) reagiert. Gartenerde sollte einen pH-Wert zwischen 5,5 und 7,2 aufweisen. Abhängig von der Zusammensetzung (Sand, Lehm oder Ton) hat jeder Boden aber immer einen spezifischen idealen pH-Wert:

  • Sandboden: 5,3–5,7
  • Sandiger Lehm: 6,3–6,7
  • toniger Lehm: 6,9
  • Moorboden: 3,8–4,3

 
Ist ein Boden zu sauer oder basisch (zum Beispiel sandiger Lehm mit einem pH-Wert unter 6) werden Nährstoffe schlechter von den Pflanzen aufgenommen. So kann es trotz ausreichender Nährstoffe im Boden zu Mangelerscheinungen kommen.
 
Organischer Kohlenstoff (C org.) / Humusgehalt: Organisch gebundenen Kohlenstoff (C org.) findet man in Bodenorganismen, abgestorbenen Pflanzen und Tieren und im Humus. Aus der Menge an organischem Kohlenstoff im Boden kann man Rückschlüsse auf den Humusgehalt, die Fruchtbarkeit und Nährstoffverfügbarkeit ziehen. Ist der Anteil an organischem Kohlenstoff im Boden sehr hoch, besteht eine gute Basis für eine ausreichende Nährstoffversorgung.
 
C/N Verhältnis: Damit eine gute Nährstoffversorgung gegeben ist, muss das Verhältnis von organischem Kohlenstoff zu Stickstoff stimmen. Das Verhältnis Kohlenstoff zu Stickstoff (C/N) sollte dabei im Verhältnis von 8/1 bis maximal 20/1 liegen.
 
Phosphorgehalt (P2O5): Phosphor ist für Pflanzen ein essentieller Bestandteil und wird für viele verschiedene Funktionen benötigt. Unter anderem bei der DNA, Energiehaushalt und als Botenstoffe spielt Phosphor eine große Rolle. Phosphatmangel begrenzt das Pflanzenwachstum und die Pflanzen reagieren dann mit verstärktem Wurzelwachstum.
 
Kalium (K2O): Auch Kalium ist ein essentielles Element, das von Organismen zum Stoffwechsel benötigen. Bei Kaliummangel kommt es zu Wachstumsstörungen und Nekrosen an den Blatträndern. Vorsicht: Auch eine zu hohe Kaliumkonzentration schädigt Pflanzen, da ein Überangebot an Kalium die Aufnahme von z. B. Magnesium und Calcium verhindert. Kalium ist in Deutschland in Gartenböden in der Regel ausreichend vorhanden. Daher sollte mit einer Erhaltungsdüngung nur die Menge an Kalium nachgedüngt werden, die durch die Ernte verloren geht.
 
Magnesium (MgO): Der Gehalt an Magnesium ist stark vom geologischen Ausgangsmaterial abhängig, wobei Sandböden meist wenig Magnesium enthalten. Charakteristisch für Magnesiummangel sind Aufhellungen der ältesten Blätter und von der Blattspitze her absterbende Blätter. Die Aufnahme von Magnesium kann aber durch ein Überangebot von anderen Mineralien wie Kalium, Calcium und Mangan verringert sein.
 
Spurenelemente wie Bor, Kupfer, Mangan, Eisen, Zink, Molybdän spielen bei der Pflanzenentwicklung zwar eine große Rolle, werden aber nur in sehr geringen Mengen benötigt. Es sollte nur bei konkretem Mangel nachgedüngt werden, denn häufig hat auch die Überversorgung negative Auswirklungen auf die Pflanzen.
 
Sonderfall Eisen: Eisen ist wichtig für den Aufbau von Chlorophyll, sowie die Bildung von Kohlenhydraten und Eiweißen. Eisen ist in den Böden meist ausreichend vorhanden, ein Mangel entsteht häufig nur durch eine verringerte Verfügbarkeit. Das kann zum einen durch einen zu hohen pH-Wert ausgelöst werden oder durch eine zu hohe Konzentration an Kalzium und Magnesiumcarbonat-reiche Böden. Meist ist an einem Eisenmangel jedoch die Verwendung von hartem Gießwasser (Kalkhaltiges Leitungswasser) Schuld, das die Aufnahme von Eisen hemmt. Das kann man verhindern, indem nur enthärtetes Wasser verwendet wird (am besten Regenwasser). Akuter Mangel kann durch Eisengaben in Form von Fe-EDDHA (ein Cheleat) behoben werden.
 
Schadstoffe, wie Blei, Cadmium, Chrom, Nickel, Quecksilber gehören zu den toxischen Schwermetallen und führen bei Mensch und Tier zu Stoffwechselstörungen. Pflanzen nehmen Schwermetalle zum Teil auf, relevant ist das, wenn sie verzehrt werden. Eine konkrete Analyse des Bodens auf den gefundenen Schadstoff kann genaueren kann Aufschluss über den Gehalt geben.

Schadstoffe im Boden – was jetzt?

Wurde eine Schadstoffbelastung im Boden festgestellt, gibt es einige Tricks, um die Aufnahme der Schadstoffe möglichst gering zu halten. Das beginnt damit, dass man geeignete Pflanzen auswählt. Nicht alle Gemüsepflanzen nehmen Schadstoffe gleich gut auf:  Erdbeeren oder Radieschen etwa sind dafür bekannt, dass sie Blei besonders stark anreichern. Wenig belastet sind hingegen Tomaten oder Zucchini. Auch die richtige Bodenpflege spielt eine Rolle: Ein pH-Wert von 7 und ein ausreichend hoher Humusgehalt verringern die Aufnahme von Schwermetallen durch Pflanzen. Bodennahe Pflanzenteile, Wurzeln und Blätter sollte man vor dem Verzehr gründlich waschen oder entfernen. Bedeckt man den Boden zudem mit Stroh oder Mulch, verhindert man, dass sich Bodenpartikel an den Pflanzen ablagern. In der Nähe von Straßen schützen Folientunnel vor Schadstoffen aus Luft und Niederschlag.
 
Tipp: Blatt- und Wurzelgemüse reichern viele Schadstoffe wie Blei oder Cadmium an. In Baum- und Strauchobst ist die Belastung meist kaum messbar. Also, statt Kohlrabi und Mohrrüben lieber Weintrauben oder Sauerkirschen pflanzen.
 

Gartenboden verbessern: Jetzt gezielt vorgehen

  • Der Boden ist zu sauer: Einen zu niedrigen pH-Wert kann man mit Misch- oder Gartenkalk erhöhen.
  • Der Boden ist zu alkalisch: Ist der pH-Wert zu hoch, kann er mit versauerndem Dünger aus Nadelkompost gesenkt werden. Auch mit Humuserde lässt sich der pH-Wert senken.
  • pH-Wert ideal: Hat der Boden den idealen pH-Wert erreicht, sollte alle zwei Jahre eine Erhaltungskalkung durchführt werden. Dies wirkt der natürlichen Versauerung des Bodens entgegen. Der richtige Zeitpunkt für eine Kalkung ist der Herbst: Wenn man Gartenkalk oberflächlich einharkt, wird er bis zum folgenden Frühjahr schon etwas aufgeschlossen.

 

Die Bodenzusammensetzung verändern

  • Sandboden: Bei leichten und sandigen Böden helfen Tonminerale, wie Betonit die Speicherfähigkeit von Wasser und Nährstoffen zu erhöhen. Dafür werden 100 bis maximal 300 g/qm empfohlen.
  • Tonboden: Damit Tonboden locker und durchlässig wird gibt man grobe Gesteinsmehle und Sand zu. Sie sorgen für eine bessere Durchlüftung und machen die Erde durchlässiger für Wasser und natürlich auch für die Pflanzenwurzeln.

 

Richtiges Vorgehen bei Nährstoffmangel

Ist der Nährstoffzustand der Gartenerde erst einmal ermittelt, kann die Erde gezielt mit den fehlenden Nährstoffen und Spurenelementen versorgt werden. Volldünger ist dazu ungeeignet, denn er deckt alle Nährstoffe ab und führt so schnell zur Überdüngung – mit negativen Auswirkungen auf Pflanzen und Bodengewässer. Besser verwendet man Spezialdünger, der nur die jeweils fehlenden Stoffe enthält.
 
Richtig düngen: Wie viel und wann Sie im Garten düngen sollten, hängt von der Pflanze selbst, von ihrer Nutzungsart und von der Düngerform ab. Klar: Pflanzen brauchen Nährstoffe. Aber wann? Mit diesem Düngekalender behalten Sie die Übersicht!
 

Mineralischer oder organischer Dünger?

Mineralischer Dünger ist für Pflanzen sofort verfügbar. In sandigen Böden kann er jedoch schnell ausgewaschen werden. Daher sollte man ihn hier nur in kleinen Mengen, dafür aber häufiger ausbringen. Im Gegensatz dazu muss organischer Dünger wie Hornmehl erst von den Bodenorganismen aufgeschlossen werden, dann aber hält er sich auch in leichten Böden gut. Hornmehl und -späne werden hergestellt aus den Hörnern und Hufen von Rindern. Er ist ideal für den Garten, denn er enthält vorwiegend Stickstoff und nur einen geringen Anteil an Phosphat und Kalium.

Humuserde verbessern mit Kompost

Für die Bodenfruchtbarkeit sind organische Bestandteile von entscheidender Bedeutung. In den obersten 10–30 cm werden sie von den Bodenorganismen zu Humus umgebaut, der dann wiederum in Form von Nährstoffen von den Pflanzen aufgenommen werden kann. Will man den Humusanteil am Boden erhöhen, verwendet man am besten Kompost. Schließlich werden pflanzliche Abfälle, die im Garten und in der Küche sowieso anfallen, auf dem Weg über den Kompost in ein wertvolles Bodenverbesserungsmittel umgewandelt.

Man kann natürlich auch gekaufte Komposterde, zum Beispiel aus Rinde, in diesem Sinne nutzen. In die Erde kommt der Kompost, indem man von gut verrottetem Material ein, zwei Handvoll beim Pflanzen der Gewächse in den Aushub mischt. Weiter arbeitet man jedes Jahr im März/April 2–3 kg/qm reifen Kompost in die obersten 15 cm Boden ein. Bei humusarmen und leichten Böden darf es auch bis 10 kg sein. Eine ganzjährige Mulchdecke aus halb verrottetem Kompostmaterial tut ein Übriges, um den Humusgehalt und somit die Bodenstruktur und die Bodenfruchtbarkeit dauerhaft zu verbessern.
 
Lesen Sie hier, wie Sie eine Kompostanlage richtig anlegen und Acht Tipps für guten Kompost.  

Gartenerde kaufen: Auf was kommt es dabei an?

Für Blumenkästen, Zimmerpflanzen oder das Hochbeet, reicht die eigene Gartenerde häufig nicht aus. Auch wenn die Erde im eigenen Garten mit Schadstoffen belastet ist, verwendet man besser Pflanzerde aus dem Gartencenter oder Baumarkt. Diese Erde ist speziell auf bestimmte Pflanzen abgestimmt. Pflanzerde oder Pflanzhumus aus dem Gartencenter ist immer eine Mischung aus verschiedenen Bestandteilen, die dann in der Summe ideale Bedingungen für den jeweiligen Pflanzentyp schaffen.

Eine wichtige Rolle spielen dabei Durchlüftung, Wasserspeicherung, Strukturstabilität und Nährstoffspeicherung. In torffreien Erden mischt man Grünschnittkompost, Rindenhumus, Tonmineralien, Holzfasern und Kokosfasern. Grünschnittkompost dient als Nährstofflieferant, Holz- und Kokosfasern sorgen für eine gute Durchlüftung und verbessern die Stabilität des Substrates. Tonminerale wiederum verbessern die Nährstoffspeicherung und –Freisetzung ebenso wie die Wasserspeicherung. Auch der pH-Wert und Dünger sind in gekaufter Pflanzenerde bereits auf die Pflanzen abgestimmt.

Anzuchterde z.B. enthält wenig Dünger, Tomatenerde hingegen viel. Die Mehrzahl der verkauften Erden in Gartencenter und Baumarkt enthält Torf. Bei Torf handelt es sich um einen endlichen Rohstoff, beim Abbau werden empfindliche Ökosysteme zerstört. Daher lässt sich der Einsatz von Torf im privaten Garten kaum rechtfertigen. Achten Sie beim Kauf also möglichst auf komplett torffreie Erden. Damit sie sicherlich frei von Torf und nicht nur „bio“ oder „torfreduziert“ sind, muss auf der Verpackung „torffrei“ oder „ohne Torf“ stehen.

Bildnachweis: D. Baumjohann, Fotolia Zeichnungen: T. Straszburger

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