Gartengestaltung | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Garten, Gestaltung

Gartengestaltung

Es ist bei Gärten nicht viel anders als bei Menschen: Idealmaße sind selten. Doch was zunächst als Nachteil erscheint, bietet oft ganz besondere Möglichkeiten.

 
Schlauchgarten © Selbermachen
Schlauchgarten

Zeichnung Langer Garten© SelbermachenFreuen Sie sich, wenn Ihr Grundstück eine ungewöhnliche Form hat, denn die Wahrscheinlichkeit, dass daraus ein spannender Garten mit interessanten Perspektiven wird, ist groß. Die Standard- Anlage mit Rasen in der Mitte und Beeten rundherum mag bei quadratischen oder rechteckigen Grundstücken noch einigermaßen gut aussehen, für lange schmale oder kurze breite Räume ist sie ungeeignet.

Hier müssen Unterteilungen errichtet und Durchblicke geschaffen oder verwehrt werden, damit ein neuer Raumeindruck entsteht. Ganz nebenbei entstehen dabei getrennte Bereiche, die ganz unterschiedlich bepflanzt werden können – aus einem großen werden viele kleine Gärten.

Hecken und Pergolen© SelbermachenDas wichtigste Gestaltungsmittel sind gebaute oder gepflanzte Wände und Durchgänge. In großen Gärten ist Platz genug für freiwachsende Hecken, für kleinere sind Schnitthecken besser geeignet. Wo möglichst wenig Pflanzfläche geopfert werden soll, sind Rankgitter oder geschlossene Elemente aus Holz genau richtig; sie sind nicht nur optisch wirksame Unterteilungen, sondern bieten auch noch Platz für Kletterpflanzen.

Ohne Plan geht natürlich gar nichts: Ehe Sie zum Spaten greifen, um Pfostenlöcher auszuheben oder Gehölze einzusetzen, machen Sie es sich erst einmal auf der Terrasse bequem und sehen sich Ihren Garten genau an. Schließlich geht es um den Blick, den Sie von hier aus haben. Notieren Sie sich, was an Vorhandenem erhalten bleiben soll, wo die sonnigen und die schattigen Bereiche liegen, was Sie verdecken oder hervorheben wollen. Auch die Terrasse selbst verdient Aufmerksamkeit: Fühlen Sie sich wohler, wenn sie von viel Freifläche umgeben ist oder mögen Sie es geschützt lieber?

Zeichnung breiter Garten© SelbermachenMit diesen Notizen haben Sie eine gute Grundlage für den nächsten Schritt, die Planung der Trennwände, mit denen Sie das Grundstück gliedern. Das Ziel ist klar: Bei einem langen schmalen Grundstück sollen die Wände den Durchblick von der Terrasse zum Gartenende verhindern oder zumindest durch Blickpunkte zwischendurch ablenken; das gelingt zum Beispiel mit dichten Hecken, die nur schmale Durchgänge lassen, oder Blickfängen, die mal links, mal rechts an den Längsseiten des Gartens angeordnet sind. Trennwände in einem langen, schmalen Garten sollten möglichst blickdicht sein, damit das Gartenende wirklich verborgen bleibt und man von einem geschlossenen Raum in den nächsten gelangt.

Bei einem kurzen, breiten Grundstück soll der Blick dagegen ungehindert bis zum Ende geleitet werden, während Sichtschutzwände seitlich Bereiche abtrennen und den einsehbaren Raum auf diese Weise schmaler erscheinen lassen. Ein wirksames Mittel zur optischen Raumverlängerung ist ein Mittelweg, der beidseitig von Kulissenwänden gesäumt wird. Er erscheint von der Terrasse aus gesehen länger, wenn er nach hinten hin schmaler wird und die vorderen Kulissen nur schmal sind und nach hinten hin immer breiter werden.

Natürlich sollte es am hinteren Gartenende etwas geben, was die Blicke auf sich zieht und einen attraktiven Endpunkt für den Weg darstellt. In den breiten Räumen zwischen den Kulissen können je nach Platz kleine Gärtchen oder auch nur breite Beete angelegt werden. Auch Gartenhäuschen oder Geräteschuppen gehören an die Seite des Gartens, um keine Tiefe zu verlieren. Mit einem kleinen Sitzplatz davor kann man eine weitere Blickrichtung einbringen und auch damit die Dimensionen des Gartens nutzen.

Beim Spiel mit optischen Täuschungen hat Farbe eine wichtige Funktion. Kühle Farben wie Blau, Grau, Violett, Weiß scheinen weiter entfernt, warme und leuchtende Farben rücken näher.

Vogelperspektive länglicher Garten© SelbermachenDurch Hecken und Wände ist eine Reihe von Gartenräumen entstanden, die jeweils einen eigenen Mittelpunkt haben. Die Sitzplätze liegen an den Seiten und schaffen auf diese Weise Perspektiven quer zur Längsausrichtung des Gartens.

Vogelperspektive© SelbermachenWie Kulissen ragen Sichtschutzwände von den Seiten her in den Gartenraum und engen den Weg ein. Der freie Raum in der Mitte des Gartens wird von der Terrasse über den Brunnenplatz bis zur Bank immer schmaler.

Gartenzimmer

Wände aus Schnitthecken© SelbermachenMit grünen Wänden kann man jedem Grundstück, egal ob es schmal, breit oder verwinkelt ist, eine neue Struktur geben. Die eigentlichen Dimensionen sind kaum noch zu erkennen, weil viele eigenständige Räume entstanden sind. Ein so gegliederter Garten ist nicht nur interessanter, sondern auch besser zu nutzen als einer, der nur aus einem Raum besteht. Er bietet Platz für verschiedene Sitzplätze, Blumen-, Küchen-, Wasser- oder Spielgarten, je nachdem, was erwünscht ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Teile perfekt zueinanderpassen, denn sie sind ja deutlich voneinander getrennt.

  1. RankgitterwändeRankgitterwände© Selbermachen

    Rankgitterwände

    Deutlich getrennt, doch nicht blickdicht abgeschottet liegt der Sitzplatz am Teich. Der mit Rankgitterwänden eingefasste Raum wirkt schön luftig und trotz seiner geringen Größe nicht beengt.
  2. Gestaffelte HöhenGestaffelte Höhen© Selbermachen

    Gestaffelte Höhen

    Wände mit gestaffelten Höhen: Der kleine Rasengarten ist mit niedrigen Buchsbaumhecken und Spalierbäumen gerahmt. So ist eine klare Gliederung entstanden, ohne dass der Garten an Weite und Großzügigkeit verliert. Hübsch sind die Streifen von unterschiedlichen Grüntönen, die Storchschnabel und Hortensien vor den Bäumen einbringen.
  3. Hohe HeckeHohe Hecke© Selbermachen

    Hohe Hecke

    Hinter der Eibenhecke sitzt man schön versteckt vom Haus abgewandt mit Blick auf Blumen und Teichbecken. Besonders in Stadtgärten sind Gartenzimmer mit blickdichten Hecken angenehm, denn diese grünen Wände schlucken Lärm und Staub, sind ein guter Windschutz und spenden Schatten. Zwischen diesem Sitzplatz und dem Haus liegt ein kleiner Blumengarten.

Transparente Wände

Metallgitterwand© SelbermachenUm den Blick durch den ganzen Garten zu erhalten, ihn andererseits aber zu gliedern, eignen sich transparente Wände. Sie schaffen voneinander getrennte Räume, erhalten aber gleichzeitig den Eindruck von Weite. Kletterpflanzen haben hier eine wichtige Funktion: Sie machen die eigentlich transparenten Wände stellenweise blickdicht und lassen den Eindruck von zufällig entstandenen Einblicken und Durchblicken entstehen. Die Gartenbilder, die so entstehen, wechseln je nach Blickrichtung und Jahreszeit und haben deshalb einen großen Reiz.

  1. BaustahlmattenBaustahlmatten© Selbermachen

    Baustahlmatten

    Sehr einfach und preiswert sind Wände aus Pfosten und Baustahlmatten. Da die Wände so leicht und durchlässig sind, haben sie kaum Winddruck auszuhalten und Bodeneinschlaghülsen reichen als Verankerung der Pfosten im Boden aus. Die Baustahlmatten werden mit Krampen an den Pfosten befestigt.
  2. Fertige RankgitterFertige Rankgitter© Selbermachen

    Fertige Rankgitter

    Fertige Rankgitter gibt es in vielen Variationen. Sie wirken rustikaler als Baustahlmatten und geben auch ohne Bewuchs etwas Sichtschutz. Eine solche Wand lässt sich leicht aus einem Pergolasystem zusammenstellen. Die Gitterzaunfelder sind in den Maßen in der Regel darauf abgestimmt.
  3. SchwartenbretterSchwartenbretter© Selbermachen

    Schwartenbretter

    Die Wand aus Schwartenbrettern, die mit Querlatten zu Zaunfeldern zusammengebaut wurden, gewährt streifenweise Einblick. Der Reiz besteht aus dem Kontrast zwischen den rohen, nur teilweise entrindeten Brettern und dem dahinter liegenden gepflegten und farbenfrohen Blumengarten.

Durchgänge

Kletterrosen© SelbermachenWenn Hecken und hohe Zäune die Wände im Garten sind, so sind Durchgänge die Fenster und Türen, durch die der Blick von einem Raum in den anderen wandern kann. Sie rahmen das Bild, dass sich auf der anderen Seite zeigt, können aber auch für sich schon ein Blickfang sein. So ist es zum Beispiel im Frühsommer, wenn die Rosen blühen und der Rankbogen nur noch aus Blüten und Blättern zu bestehen scheint. Üppige Pflanzen haben übrigens ein beachtliches Gewicht und erreichen nicht nur eine große Höhe, sondern wachsen auch in die Breite. Der Bogen muss deshalb sehr stabil und gut im Boden verankert sein. Damit ein bequemer Durchgang bleibt, sollte er mindestens 160 cm breit sein.

Artikel aus selber machen Ausgabe 08/2011. Jetzt abonnieren!
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