Rankgitter

Rankgitter selber schweißen

Ein Rankgerüst selbst zu schweißen ist auch für Schweiß-Novizen kein Problem. Man braucht nur eine einfache Basisausrüstung und einen Tag Zeit.

 
Rankgerüst mit Blumen © Selbermachen
Rankgerüst mit Blumen

Es braucht schon etwas Überwindung, um sich als „Holzwurm“ ans Schweißen zu trauen. Wir haben diesen Schritt gewagt und sind mit einer schicken Ranksäule für den Garten belohnt worden. Mit einem simplen Elektrodenschweißgerät ausgestattet, haben wir aus Stahlprofilen und Zaunspitzen ein ansehnliches Rankgerüst „zusammengebraten“. Eckpfeiler sind vier Quadratprofile (10 x 10 x 2000 mm). Verbunden wurden sie mit 40 cm langen Flachprofilen. Die Flachprofile sind im Wechsel 40 mm und 25 mm breit. Pflanze und Rankgitter© Selbermachen Die Stahlprofile (hier von Alfer) bekommt man in jedem größeren Baumarkt. Auch den krönenden Abschluss, die Zaunspitzen, bekommen Sie dort. Wer Rostobjekte im Garten mag, der kann das Gerüst sofort nutzen und wartet einfach bis sich der Rost von selbst einstellt. Alle anderen sollten das Metall vor Korrosion schützen. Simpelste Methode: halbjährlich mit Leinölfirnis einstreichen. Besser ist Rostschutzlack, der dem Gitter dauerhaft Farbe gibt.

Elektroden© SelbermachenAuf Augenhöhe sollten Pflanze und Rankgerüst sein. Das heißt, die Pflanze sollte nicht wesentlich höher wachsen, als das Rankgerüst hoch ist. Elektroden gibt es für fast alle Metalle. Ihr Durchmesser bestimmt den Schweißstrom und soll etwa halber Materialstärke entsprechen.

Viel Übung macht den Meister

Was für jedes Handwerk gilt, gilt für das Schweißen wohl im Besonderen: „Nur Übung macht den Meister.“ Gerade wenn man sich das erste Mal ans Schweißen wagt, werden die ersten Nähte vermutlich nicht so toll aussehen. Doch nach einer Zeit weiß man, wie die Elektrode über die Schweißstelle zu führen ist. Also vor dem ersten Bauwerk unbedingt einige Probeschweißungen einplanen!

Bevor es aber los geht, muss der gut belüftete Schweißplatz eingerichtet werden. Ideal ist ein alter Lichtschachtrost als Unterlage. Hier fällt die Schlacke durch und stört nicht auf dem Arbeitstisch. Außerdem sollte man einen Sichtschutz in Richtung Tür, Weg und dergleichen aufbauen, damit niemand unbeabsichtigt in den grellen Lichtbogen der Schweißelektrode schaut. Das gilt auch für die abgelegte Elektrode, die niemand berühren soll – sie ist höllisch heiß.

Die Wahl der richtigen Elektrode hängt vom Material ab, das Sie verschweißen wollen, doch am Anfang sollte man sich auf handelsübliche Stähle beschränken und hier eine Rutilumhüllte Elektrode wählen. Sie ist an einem oder zwei „R“ in der Typenbezeichnung zu erkennen. Als Faustregel gilt: Dick umhüllte Elektroden sind leichter zu verarbeiten als dünn umhüllte. Den richtigen Schweißstrom bestimmt übrigens der Durchmesser: pro Millimeter Elektrodendurchmesser müssen 35 bis 40 Ampere Schweißstrom zur Verfügung stehen. – Mit einem Gesichtsschutz nach DIN und einem komplett geschützten Körper können Sie jetzt das erste „britzeln“ wagen.

Rankgitter selber schweißen

  1. Geeigneter ArbeitsplatzGeeigneter Arbeitsplatz© Selbermachen

    Geeigneter Arbeitsplatz

    Die Grundlage für ein gutes Ergebnis ist ein geeigneter Arbeitsplatz. Das Schweißgerät muss in erreichbarer Nähe stehen und der Tisch sollte eine angenehme Höhe haben, um im Stehen daran zu arbeiten. Ein alter Lichtschachtrost ist die ideale Unterlage. Hier kann Schweißschlacke hindurchfallen, und die Auflagefläche ist plan.
  2. "Leiter" auslegen und fixieren"Leiter" auslegen und fixieren© Selbermachen

    "Leiter" auslegen und fixieren

    Nach dem Zuschneiden der Bauteile und dem blankschleifen der Schweißstellen, wird die erste „Leiter“ des Gerüsts ausgelegt, positioniert und fixiert. Hierbei ist ein Magnetwinkel (Baumarkt) sehr hilfreich. Kleine untergelegte Leisten sorgen für die exakte Höhe der Flachprofile in der Mitte der Quadratprofilseite.
  3. Querprofile anpunkten, ausrichten und schweißenQuerprofile anpunkten, ausrichten und schweißen© Selbermachen

    Querprofile anpunkten, ausrichten und schweißen

    Jetzt werden die Querprofile angepunktet, rechtwinkelig ausgerichtet und die Nähte auf beiden „Leiterseiten“ geschweißt.
  4. Flachprofile anpunktenFlachprofile anpunkten© Selbermachen

    Flachprofile anpunkten

    Wenn zwei „Leitern“ fertig sind, stellen Sie sie senkrecht auf. Fixieren sie im richtigen Abstand zueinander mit einer Leiste sowie Zwingen und legen die Flachprofile der dritten Seite dazwischen aus. Diese werden zunächst nur angepunktet.
  5. Diagonale messenDiagonale messen© Selbermachen

    Diagonale messen

    Dasselbe wird auf der gegenüberliegenden Seite gemacht. Sind alle Profile angepunktet misst man die Diagonalen. Sind diese gleich lang ist die Grundfläche quadratisch. Sind sie ungleich, sorgen sie mit etwas seitlichem Druck für die richtige Grundform.
  6. Schweißstellen verbindenSchweißstellen verbinden© Selbermachen

    Schweißstellen verbinden

    Jetzt verbinden Sie auch diese Schweißstellen mit einer sauberen Naht.
  7. Spitzen blank schruppenSpitzen blank schruppen© Selbermachen

    Spitzen blank schruppen

    Den oberen Abschluss der vier Eckpfeiler bilden Zaunspitzen aus dem Baumarkt. Sie sind gegossen und müssen vorm Verschweißen an der Unterseite mit dem Einhandwinkelschleifer blank geschruppt werden. Kräftige Arbeitshandschuhe sind hier Pflicht!
  8. Spitzen anpunkten und verschweißenSpitzen anpunkten und verschweißen© Selbermachen

    Spitzen anpunkten und verschweißen

    Jetzt werden die Spitzen an den Enden der liegenden Säule positioniert. Dabei helfen wieder kleine Leisten. Dann anpunkten und anschließend verschweißen.
  9. RostschutzlackRostschutzlack© Selbermachen

    Rostschutzlack

    Wer die Säule nicht rosten lassen will, streicht das Metall mit einen Rostschutzlack. Schmiede nehmen auch Leinölfirnis, das aber alle halbe Jahr neu aufgetragen werden muss.

Schweißen für Schweiß-Novizen

  1. Grundausstattung zum SchweißenGrundausstattung zum Schweißen© Selbermachen

    Grundausstattung zum Schweißen

    Die Grundausstattung eines Schweiß-Novizen: Neben dem Gerät und den Elektroden sind es Lederschürze, Schweißschild und -handschuhe, Schlackehammer und Drahtbürste. Außerdem Winkelschleifer mit Trenn- und Schruppscheiben.
  2. EinhandwinkelschleiferEinhandwinkelschleifer© Selbermachen

    Einhandwinkelschleifer

    Stahlprofile lassen sich am schnellsten mit einem Einhandwinkelschleifer mit Trennscheibe zuschneiden. Ein Trennständer für Winkelschleifer (hier von Wolfcraft) garantiert dabei exakte Schnitte im richtigen Winkel.
  3. Schweißstellen schleifenSchweißstellen schleifen© Selbermachen

    Schweißstellen schleifen

    Nach dem Zuschneiden werden alle Schweißstellen mit Winkelschleifer und Schruppscheibe blank geschliffen, da neuer Stahl oft korrosionsgeschützt ist.
  4. Elektroden einklemmenElektroden einklemmen© Selbermachen

    Elektroden einklemmen

    Zum Schweißen die Elektroden in den Halter klemmen und etwas schräg biegen, um die Elektrode etwa im 45° Winkel über die Schweißstelle zu führen.
  5. Teile zusammen "punkten"Teile zusammen "punkten"© Selbermachen

    Teile zusammen "punkten"

    Zuerst die Teile zusammen „punkten“, um sie noch ausrichten zu können.
  6. Schlacke abklopfenSchlacke abklopfen© Selbermachen

    Schlacke abklopfen

    Nach dem Schweißen wird die anhaftende Schlacke abgeklopft.
  7. Schweißnaht glattschruppenSchweißnaht glattschruppen© Selbermachen

    Schweißnaht glattschruppen

    Zum Schluss schruppt man die Schweißnaht glatt.

Die optimale Schweißnaht

  1. Naht liegt obenNaht liegt oben© Selbermachen

    Naht liegt oben

    Mit zu geringem Strom geschweißt, ist die Naht zu „kalt“, und liegt auf dem Material.
  2. Naht durchgebranntNaht durchgebrannt© Selbermachen

    Naht durchgebrannt

    Ist sie zu „heiß“ (zu hoher Strom) brennt sie sich ins (durchs) Material.
  3. Korrekte NahtKorrekte Naht© Selbermachen

    Korrekte Naht

    Eine gute Naht ist leicht gewölbt und mit dem Material verbunden.
Artikel aus selber machen Ausgabe 09/2012. Jetzt abonnieren!
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