Fertigrasen: sattes Grün von der Rolle | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Rollrasen

Fertigrasen: sattes Grün von der Rolle

Immer mehr Eigenheimbesitzer nutzen Fertigrasen: Gerade auf kleinen bis mittleren Flächen verlegt, macht er ganz schnell einen perfekten Eindruck. Das Instant-Grün gibt es mittlerweile zu erschwinglichen Preisen und in großem Angebot – wer will da noch mit Rasensamen hantieren?

 
Fertigrasen lässt sich schnell verlegen und kann sich sehen lassen! © Chris Lambertsen
Fertigrasen lässt sich schnell verlegen und kann sich sehen lassen!

Wer träumt nicht auch vom satten Grün rund ums Haus? Als schicke Visitenkarte im Vorgarten oder als gemütlicher Teppich zum Spielen für die Kinder. Doch oft sieht die Realität beim Neueinzug oder nach Jahren schlechter Rasenpflege ganz anders aus: Der Rasen ist lückig, verunkrautet und voller Fehlstellen.

Rollrasen sorgt hier für die perfekte Abhilfe! Sind die Vorarbeiten erst einmal erledigt, geht das Verlegen ganz schnell. Zudem sieht die Fläche gleich perfekt aus. Als Vergleich: Bei der Aussaat von Rasen muss man Kinder und Haustiere für rund drei Monate von der Fläche fernhalten.

Bei der Anlage mit Fertigrasen sollten Sie beachten: Die alte Narbe wird komplett entfernt! Schälen Sie dabei ganz flach ab, es sollte so viel Mutterboden wie möglich erhalten bleiben. Die anfallenden Soden lässt man über eine Mulde vom Entsorger abtransportieren. Oder kompostieren Sie sie mit wenigen Hornspänen pro Lage unter schwarzer Folie an einem sonnigen Standort. Alle paar Monate gewässert und wieder verdeckt, ergibt sich nach zwei Jahren bester Kompost. Den Boden lockern Sie mit einer Grabgabel oder Bodenfräse und entfernen Wurzelunkräuter und grobe Wurzeln oder Steine. Bei schweren Lehmböden arbeitet man groben Sand zum besseren Wasserabzug ein.

Weg mit der alten Rasennarbe

Die Grasnarbe entfernen.© SelbermachenBevor das neue Grün verlegt wird, muss die alte Grasnarbe weichen. Das kann bei großen Flächen mit einer Rasenschälmaschine passieren. Kleine Partien schält man von Hand mit einem frisch geschärften Spaten. Die Rasen-Sandwich-Methode ist ganz neu. Dabei wird die alte Narbe kurz gemäht und sehr tief vertikutiert. Dann werden die neuen Soden direkt auf der alten Fläche verlegt.

Die Vorbereitung benötigt viel Zeit

Die Motorhacke lockert die Erde auf.© SelbermachenAls Nächstes wird das Planum hergestellt. Der Boden wird geharkt und gewalzt, bis alles eben ist. Bei Übergängen zu Wegen und zum Terrassenbelag sollte man die Stärke der Soden von zwei Zentimetern beachten. Dann wird noch Rasenstartdünger aufgestreut und die Fläche per Harke aufgeraut, damit eine bessere Verbindung mit den Soden erfolgt. In ländlichen Gebieten lohnt die Verlegung von einem Maulwurfnetz, das jahrzehntelang ein gepflegtes Grün garantiert. Zumal die Tiere unter Naturschutz stehen und ein Bejagen verboten ist. Hat man alles vorbereitet, kann man auf die Anlieferung des Rollrasens warten und sich nach dem Verlegen, Anwalzen und Einwässern auf die weitere Pflege konzentrieren: Eine Woche nach der Aktion wird der Rasen bereits auf sechs Zentimeter gekürzt, danach wöchentlich auf vier. Nach drei Wochen darf er regulär bespielt werden. Als Faustregel für die Pflege gilt: je häufiger gemäht wird, desto besser. Außer beim Mulchmäher wird der Schnitt aufgefangen und verkompostiert. Düngen Sie Ihren Rasen nur mit einem Langzeitdünger, und nutzen Sie einen Streuwagen – dann wächst die Narbe dicht. Moos und Unkraut haben kaum eine Chance. Vertikutiert wird ein Jahr nach der Verlegung zwischen Ende April und September. Dabei dürfen die Messer die Rasennarbe nur kurz anritzen. Wichtig ist die Bewässerung in Hitzeperioden: Alle fünf Tage lässt man den Regner in den Morgen- oder Abendstunden laufen, bis sich eine Kaffeetasse auf dem Rasen zur Hälfte gefüllt hat – so bleibt Ihr neues Grün rund ums Jahr perfekt.

  1. Tonmehl ausstreuenTonmehl ausstreuen© Chris Lambertsen

    Tonmehl ausstreuen

    Tonmehl – auch Bentonit – gibt es im Gartenfachhandel. Es sorgt gerade auf leichten Sandböden für eine bessere Wasserspeicherfähigkeit der Erde. So verringert es später die Gießintervalle und spart eine Menge Wasser.
  2. Tonmehl einarbeitenTonmehl einarbeiten© Chris Lambertsen

    Tonmehl einarbeiten

    Auf kleinen Flächen oder im Gemüsegarten wird das Tonmehl intensiv mit der Holzharke eingearbeitet.
  3. Kalk ausstreuenKalk ausstreuen© Chris Lambertsen

    Kalk ausstreuen

    Streuen Sie auch den Kalk entsprechend des Bedarfs nach Packungsangabe aus.
  4. Motorhacke einsetzenMotorhacke einsetzen© Chris Lambertsen

    Motorhacke einsetzen

    Bei größeren Neuanlagen lohnt sich der Einsatz einer Motorhacke. Sie garantiert die feine Verbindung der Hilfsstoffe mit dem Boden. Man kann die Geräte in vielen Baumärkten vor Ort mieten.
  5. Motorhacke einsetzenMotorhacke einsetzen© Chris Lambertsen

    Motorhacke einsetzen

    Mit ein wenig Übung und Druck auf den Führungsholm graben sich die Messer bis zu 15 cm Tiefe in die Erde.
  6. Boden einebnenBoden einebnen© Chris Lambertsen

    Boden einebnen

    Ist alles gelockert, wird der Boden grob mit einer Holzharke eingeebnet.
  7. Mauerschnur spannenMauerschnur spannen© Chris Lambertsen

    Mauerschnur spannen

    Nun schlägt man Schnurnägel an den Seiten ein und spannt eine weiße (gut sichtbare) Maurerschnur über die Länge.
  8. Mauerschnur spannenMauerschnur spannen© Chris Lambertsen

    Mauerschnur spannen

    Nun schlägt man Schnurnägel an den Seiten ein und spannt eine weiße (gut sichtbare) Maurerschnur über die Länge.
  9. Schnur auf Höge bringenSchnur auf Höge bringen© Chris Lambertsen

    Schnur auf Höge bringen

    Per Wasserwaage bringt man die Schnur auf Höhe.
  10. Unebenheiten ausgleichenUnebenheiten ausgleichen© Chris Lambertsen

    Unebenheiten ausgleichen

    Per Schaufel gleicht man Unebenheiten aus, bis der Boden überall ganz plan ist.
  11. Entlang der Schnüre messenEntlang der Schnüre messen© Chris Lambertsen

    Entlang der Schnüre messen

    Dafür misst man immer entlang der Schnüre, harkt mit der Holzharke zusammen und befördert überzähligen Boden in etwaige Dellen.
  12. Fläche harkenFläche harken© Chris Lambertsen

    Fläche harken

    Das letzte Feintuning der Fläche erfolgt mit der Harke.
  13. Fläche walzenFläche walzen© Chris Lambertsen

    Fläche walzen

    Dann werden die Schnüre entfernt und mit der wassergefüllten Rasenwalze (Leihgerät) geht es kreuz und quer über die Fläche. Geben Sie sich dabei besonders viel Mühe! Hier entscheidet sich für die nächsten Jahre und Jahrzehnte, ob der Rasen schön eben wird.
  14. Boden harkenBoden harken© Chris Lambertsen

    Boden harken

    Nun glättet man mit der Metallharke Huckel und zieht die Erde in vorhandene Dellen. Mindestens fünfmal muss man über die Fläche walzen und harken, damit der Rasen später richtig eben wächst. Die Mühe lohnt in jedem Fall!
  15. Boden aufrauenBoden aufrauen© Chris Lambertsen

    Boden aufrauen

    Ein letztes Mal wird alles per Holzharke aufgeraut.
  16. Maulwurfnetz ausrollenMaulwurfnetz ausrollen© Chris Lambertsen

    Maulwurfnetz ausrollen

    Nun kommt das Maulwurfnetz aus Kunststoff auf die Erde – sichert die Mühe vor den geschützten Plagegeistern und Insektenlarven.
  17. Schachtdeckel ausschneidenSchachtdeckel ausschneiden© Chris Lambertsen

    Schachtdeckel ausschneiden

    Schachtdeckel bzw. Leitungen schneidet man aus.

  1. Kalk-Bedarf ermittelnKalk-Bedarf ermitteln© Chris Lambertsen

    Kalk-Bedarf ermitteln

    Er gibt an, wie viel Kalk im Boden fehlt, damit die Rasengräser gut an- und weiterwachsen können. Mit einem Test-Set (z.B. „pH-Bodentest“ von Neudorff) ermittelt man den Bedarf.
  2. Kalk abwiegenKalk abwiegen© Chris Lambertsen

    Kalk abwiegen

    Dann wird die benötigte Menge Kalk pro Quadratmeter abgewogen.
  3. Einmachglas markierenEinmachglas markieren© Chris Lambertsen

    Einmachglas markieren

    Markieren Sie sie in einem kleinen Einmachglas mit Kreppband.
  4. Quadratmeter markierenQuadratmeter markieren© Chris Lambertsen

    Quadratmeter markieren

    Ein Rahmen aus zwei Zollstöcken erleichtert Ihnen das Augenmaß für einen Quadratmeter Fläche.

  1. Grasbahnen auslegenGrasbahnen auslegen© Chris Lambertsen

    Grasbahnen auslegen

    Jetzt geht alles fix: Auf erdfeuchtem Boden beginnt man in einer Ecke und rollt die erste Bahn aus. Dabei wählt man die längste Senkrechte der neuen Fläche. Arbeiten Sie immer mit der Verlegerichtung und legen wieder neue Bahnen an. Ein langes Richtscheit oder eine gespannte Schnur sorgt für eine gerade Strecke. Legt man die zweite Reihe, wird diese um ein Drittel der Bahnenlänge versetzt angeordnet.
  2. Stoßkanten gerade schneidenStoßkanten gerade schneiden© Chris Lambertsen

    Stoßkanten gerade schneiden

    Die Stoßkanten schneidet man mit einem scharfen Messer gerade.
  3. Stoßkanten aneinander legenStoßkanten aneinander legen© Chris Lambertsen

    Stoßkanten aneinander legen

    Dann legt man sie aneinander und klopft sie kräftig fest.
  4. St0ßkanten festklopfenSt0ßkanten festklopfen© Chris Lambertsen

    St0ßkanten festklopfen

    Dann legt man sie aneinander und klopft sie kräftig fest.
  5. Boden überwalzenBoden überwalzen© Chris Lambertsen

    Boden überwalzen

    Nach dem Verlegen wälzt man in diagonaler Richtung über die frischen Soden. Das ist wichtig für einen guten Bodenschluss und eine schnelle Einwurzelung der Rasengräser.
  6. Rasen befeuchtenRasen befeuchten© Chris Lambertsen

    Rasen befeuchten

    Bleibt am Ende ein schmaler Streifen an der Längsseite über, legt man zuerst eine ganze Bahn entlang der Außenkante und schneidet schmale Keile zu, die man zwischen die beiden vollständigen Bahnen zwickelt. Nun muss der Rasen in den ersten drei Wochen abends an jedem zweiten Tag mit 20 Litern pro Quadratmeter gewässert werden. Stellen Sie eine Kaffeetasse auf den Rasen. Ist diese vom Sprengerregen zur Hälfte gefüllt, reicht die Menge.

Text: Arne Janssen; Fotos: Chris Lambertsen, PR

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