Mähroboter | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Technik: So funktioniert

Mähroboter

Mit nur 4 km/h Höchstgeschwindigkeit erobert der vollautomatische Mähroboter unaufhaltsam jeden Rasen. Die autonomen Akku-Geräte werden immer ausgeklügelter und ausgereifter – obwohl ihre Fahrten total chaotisch wirken …

 
Der Robo-Gärtner erleichtert die Gartenarbeit und mäht den Rasen wie ein Profi. © Tillman Straszburger
Der Robo-Gärtner erleichtert die Gartenarbeit und mäht den Rasen wie ein Profi.

Immer im Einsatz: Lässt es die Witterung zu, arbeiten Roboterrasenmäher täglich. Im Dauereinsatz liegt das Erfolgsprinzip dieser – im Vergleich zu einem Benzinmäher – schwachen Maschinen. Wenn man den Zeitaufwand für manuelle Geräte gegenrechnet, amortisieren sich die ca. 1.500 Euro teuren Roboter für immer mehr Gartenbesitzer.

Schwachpunkt: Bei sehr unebenen Rasenflächen fahren sich Robo-Mäher oft fest. Kritisch sind auch Gegenstände wie Fallobst oder Spielsachen.

Die Sensoren

Neben magnetischen Bodensensoren an der Frontseite, die den Begrenzungs- bzw. Führungsdraht erkennen können, verfügen die Geräte zusätzlich noch über Neigungssensoren (ab ca. 35 Prozent Gefälle/Steigung schalten die Geräte ab).
Ein Bodenkontaktsensor stoppt die Messer, falls das Gerät im Betrieb angehoben wird. Ein Regensensor auf dem Gehäuse unter bricht den Mähvorgang, bis der Rasen wieder trocken ist. Ein Temperatursensor pausiert den Ladevorgang bei zu großer Hitze.
   

Die Sensoren eines Mähroboters  ©Tillman Straszburger

Der Messerteller

Im Gegensatz zum Benzinrasenmäher, der das Gras mit Power abschlägt und so auch hohe Halme kürzt, schneiden die Akku-Roboter die Gräser immer nur um wenige Millimeter. Der Grasschnitt setzt sich zwischen den Halmen am Boden ab und wird zum natürlichen Dünger.
   

  ©Tillman Straszburger

 

Das Begrenzungskabel

Das Begrenzungskabel wird mit Heringen 30 cm vom Rasenrand eingeschlagen (rot). Durch die Veränderung des Magnetfelds am Draht erkennen die Sensoren die Begrenzung der Mähfläche. Einige Modelle benötigen zusätzlich einen Rückführungsdraht (blau), der sie zur Ladestation leitet.

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Die Mähroute 

​Die meisten Modelle arbeiten mit einer chaotisch anmutenden Zufallsroute. Trifft der Mäher auf ein Hindernis oder den Begrenzungsdraht, dreht er sich um einen zufällig ermittelten Winkel und mäht weiter. Ist so planlos wie es scheint, sorgt aber im Dauermodus für  ein erstaunlich gleichmäßiges Schnittbild (das Prinzip haben sich die Ingenieure bei Schafen abgeguckt). Bei sehr einheitlichen Flächen mähen einige Modelle auch in linearen Bahnen, was etwas weniger zeitaufwendig ist.

©Tillman Straszburger

 

Die Höhenverstellung

Mit dem Hebel wird die Schnitthöhe zwischen 30 und 60 Millimeter vorgewählt.

  ©Tillman Straszburger

 

Schneidetypen

Je nach Aufgabe und Stärke des Schnittguts stehen diverse Messer formen zur Verfügung. Bei Robomähern kommen meist einzeln anschraubbare, rasiermesserscharfe Klingen zum Einsatz. Die robusteren Stern- und Zweiklingenmesser benötigen etwas höhere Umdrehungszahlen als die kleinen Klingen.

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Die Steuereinheit

Die Elektronik regelt nicht nur den Fahrweg und übernimmt das Batteriemanagement. Sie überwacht auch alle Sensoren und steuert die Mähzeiten nach Uhrzeit und Datum. Manche Modelle lassen sich auch mit einer Hersteller-App über WLAN vom Smartphone aus steuern und kontrollieren. Der Stop-Schalter auf der Gehäuseoberseite ist ein großer (Not-) Stop-Schalter, um das Gerät auch beim Fahren leicht anhalten zu können.

©Tillman Straszburger

 

Antrieb

Beide Antriebsräder sind einzeln steuerbar, dadurch ist der Mäher extrem wendig. Mit einer Akkuladung schaffen die Geräte einen Einsatz von 30 bis 90 Minuten. Je nach Leistung des Modells können sie Flächen von 400 bis 1.200 Quadratmeter bewirtschaften. Mit rund 3 bis 4 km/h surren sie dabei über die Halme. 

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Die Ladestation

Ein Trafo wandelt die 230-Volt- Anschluss-Spannung der Ladestation in Nieder volt (zwischen 24 und 36 Volt) um. Rund 90 Minuten Ladezeit benötigen die Geräte, um wieder zu einer neuen Mährunde starten zu können. Das An- und Abdocken in der Ladestation erfolgt vollautomatisch. Einige Hersteller bieten sogar im Boden versenkbare Lade-Stationen an.

©Tillman Straszburger

Malte Betz
Artikel aus selber machen Ausgabe 05/2016. Jetzt abonnieren!
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