Gartenplanung: So wird aus dem Garten etwas Besonderes
Gartengestaltung

Schwimmteich, Smoker-Ecke und Co. – So wird aus dem Garten etwas Besonderes

Viele Gartenbesitzer fragen sich immer wieder: Was ist eigentlich das Geheimnis eines besonderen Gartens und was unterscheidet ihn von gewöhnlichen, vielleicht eher langweiligen Gärten? Die eine Antwort lautet: Die richtige Pflege und ein Sinn für Ästhetik. Das heißt aber nicht, dass nicht jeder seinen Garten zum Traumgarten machen kann. Denn die zweite Antwort lautet: Mit einigen Tricks und der richtigen Inspiration kann aus jedem Garten der eine optimale Wunschgarten werden.
 

 
Schwimmteich, Smoker-Ecke und Co. – So wird aus dem Garten etwas Besonderes © fotolia.de © white78

Ein schöner Garten wertet jedes Grundstück auf, ganz egal wie klein und unscheinbar er vielleicht auch wirken mag. Außerdem trägt er, wenn sich denn um ihn gekümmert wird und man gerne Zeit in ihm verbringt, maßgeblich zur Wohlfühlatmosphäre im eigenen Zuhause bei. Gerade im Sommer geht nichts über einen entspannten Tag in der Hängematte oder gar am Schwimmteich oder einen Grillabend mit Freunden. Damit sich derlei Möglichkeiten ergeben, muss der Garten aber erst entsprechend aufbereitet werden. 

Simple Tricks, die jeden Garten spannender machen

Natürlich sollte jeder Garten seinen individuellen Charakter haben und nicht genau so aussehen, wie etwa ein Traumgarten in einer Gartenzeitschrift. Bevor wir aber im nächsten Abschnitt erklären, wie sich ein solcher charaktervoller Garten schaffen lässt, sind einige grundsätzliche Tricks zu nennen, die sich auf jeden Garten anwenden lassen. Sie können all jenen helfen, die zwar das Gefühl haben, eigentlich ein ganz gutes Auge für ihr grünes Paradies zu besitzen, aber dennoch irgendetwas zu vergessen:

  • Das menschliche Auge sucht immer und überall nach Dingen, die ihm bekannt vorkommen, nach Wiederholungen. Daher sind diese in jedem Garten ein sofort wirksames Gestaltungselement. Es ist dabei vollkommen egal, ob es sich um eine bestimmte Farbe, um eine bestimmte Form der Pflanzenkübel oder um die Pflanzen selbst handelt. Wichtig ist nur, dass es mehrere solcher Elemente im Garten gibt – dann kann frei mit ihnen experimentiert werden und umdekoriert, bis das Ganze stimmig aussieht.
  • Das Gleiche gilt für die Symmetrie: ein symmetrischer Garten, bzw. zumindest einer oder mehrere Abschnitte im Garten, in denen sich Symmetrie etwa in Form von Kunstobjekten, Ranken an einer Hauswand oder Ähnlichem findet, schmeichelt dem Auge durch das Gefühl eines natürlichen Ausgleichs, durch eine Art Harmonie. Der Test kann ganz einfach erfolgen, indem neben einem Gartenmöbel nur auf einer und dann auf beiden Seiten eine Pflanze positioniert wird. Die Ergebnisse sprechen für sich!
  • Das Auge sucht weiterhin immer nach irgendwelchen Highlights im Garten, an dem es sich festhalten kann. Egal in welcher Form diese vorhanden sind, kann ihre Wirkung unterstützt werden, indem man als Gartenplaner Sichtachsen schafft. Der Blick etwa aus dem Wohnzimmer- oder Küchenfenster, der vielleicht direkt in eine bestimmte Ecke des Gartens führt, sollte nicht ins Leere gehen, sondern Anker haben, an dem sich festgehalten werden kann. Ob dies nun eine spezielle Vase, ein bestimmtes Gartenmöbel oder ein spannend geformter Buchsbaum ist, bleibt jedem selbst überlassen.
  • Ein schöner Garten lohnt sich nur dann, wenn er das ganze Jahr lang genossen werden kann. Im Herbst und Winter allerdings halten sich die Wenigsten gerne draußen in der Kälte auf. Schön ist es aber dennoch, wenn der Garten zumindest von innen genossen werden kann. Es sollte also nach einer sparsamen, aber effektvollen Beleuchtung gesucht werden, die zumindest in Teile des Gartens auch im Winter ein wenig Licht bringt.
  • Auch wenn es immer ein wenig Recherche und mehr Arbeit erfordert, sollten lediglich Pflanzen gepflanzt werden, die auch perfekt zu dem ausgewählten Standort passen. Denn nur dann bleiben diese Pflanzen dauerhaft auch gesund und entfalten ihre ganze Pracht. Hat man mit einer Pflanze dagegen immer wieder zu kämpfen, wächst sie nicht richtig und bekommt sie kaum Blüten weil der Standort ungünstig gewählt wurde, macht man es der Pflanze und dem eigenen Garten schwer. 
  • Mit kleinen Höhenunterschieden lässt sich in jedem noch so winzigen Gärtchen Abwechslung schaffen. Und die kann gerade für kleine Gärten nicht unwichtig sein. So kann beispielsweise eine Pflanze neben anderen auf einer Erhöhung in Form einer schönen Obstkiste oder in einem hohen Topf stehen, ein Hochbeet angelegt werden oder eine kleine Mauer gebaut werden, die sowohl als Sitzgelegenheit, als auch als Raumteiler dient.

 
Dem Garten Charakter verleihen

Wer die Grundregeln und kleinen Tricks bei der Gartenplanung im Hinterkopf behält, macht schon einmal Vieles richtig. Was sich dadurch allerdings nur selten von alleine ergibt ist der eigenständige Charakter, den jeder wirkliche Traumgarten aufweist.

Charakter bedeutet in diesem Fall: Der Garten strahlt etwa eine ganz bestimmte Stimmung aus, er lädt zu etwas ein oder er scheint eine Geschichte zu haben und erzählen zu können. Das klingt komplizierter als es ist, denn auch hier gibt es einige ganz konkrete Möglichkeiten, wie jeder Gartenbesitzer seinem grünen Paradies die gewisse persönliche Note verleiht.

Eine sinnvolle und nützliche Möglichkeit ist es, sich eine bestimmte Emotion oder eine Einstellung zu überlegen, die man sich beim Betreten des Gartens wünscht. Die einen haben lieber einen entspannenden Garten, in dem sie sofort zur Ruhe kommen und sich und die Augen nicht anstrengen müssen. Andere wiederum mögen es geheimnisvoll und verwunschen, andere bevorzugen ein „Eventambiente“, das zum Zeitverbringen mit Bekannten und zum Feiern einlädt. Je nachdem kommen unterschiedliche Gestaltungselemente zum Einsatz.

Bei einem Garten, der extrem harmonisch wirken soll und in dem man sich schnell entspannen kann, sollte besonders auf die bereits erwähnte Symmetrie und auf Wiederholungen gesetzt werden. Zu viele Gestaltungselemente machen weiterhin die Ruhe kaputt und lenken ab. Besser eignet sich beispielsweise ein etwas größeres Highlight, wie etwa ein kleiner plätschernder Springbrunnen an einer zentralen Stelle im Gärtchen oder ein Bereich im Garten, der zum Zen-Garten umgebaut wurde. Auch ein kleiner Teich mit einigen Fischen oder vielleicht einer leuchtenden Schwimmkugel mit warmem Licht schafft ein ruhiges Bild. Eine Hängematte, die zwischen zwei Bäumen oder der Hauswand und einem Zaun oder einem einzelnen Baum aufgespannt wird, rundet das Entspannungsreich ab und bietet die Möglichkeit, sich nach getaner Arbeit so richtig zu fühlen, wie im Urlaub.

Wer es lieber ein wenig „spannender“ hat und den Garten etwas lebhafter und vielleicht auch verwunschener gestalten möchte, sollte zunächst auf eine dichtere Bepflanzung setzen. Unterschiedlich hohe Sträucher, Blumen, Bäumchen und Hölzer, zwischen denen kleine Pfade angelegt werden, lassen einen kleinen Garten größer erscheinen und laden zum Erkunden ein. Selbst wenn man sich schon an den eigenen Garten gewöhnt hat ist es toll, wenn es bestimmte Ecken gibt, die nicht von überall aus sichtbar sind. In diesen Ecken kann dann zum Beispiel ein kleiner gemütlicher Holzpavillon stehen, der zur Teestunde einlädt, eine Hollywoodschaukel oder sonstige Sitzgelegenheit,  auf der man gerne lesend zur Ruhe kommt oder gar etwa ein größeres Insektenhotel, das an einem Baum angebracht wurde. Ein solches Insektenhotel ist vor allem auch für Kinder immer wieder ein spannendes Highlight im Garten und kann recht simpel selbst gebaut werden.

Wer den Garten letztlich auch ein wenig als Erlebnis-, bzw. Eventparadies betrachtet, sollte wiederum dafür sorgen, dass viel freie Fläche vorhanden ist und man sich eben nicht auf Pfaden durch das Gehölz winden muss. In einem Gartenhäuschen lassen sich nicht nur Gartenutensilien, sondern beispielsweise auch Bierbänke und Tische unterbringen, die somit, bei Gästebesuch, schnell hervorgeholt und aufgebaut werden können. Eine Rattan-Lounge, die bei schlechtem Wetter einfach abgedeckt werden kann, lädt zum genießen von kalten Drinks im Sommer ein und verleiht jedem Garten ein Luxusambiente. Eine Smoker-Ecke im Garten, in der außerdem selbst Allerlei feines Kulinarisches gezaubert werden kann, verspricht außerdem, dass die Gäste im Sommer sich nicht selten selbst einladen werden. Wer also gerne Gesellschaft hat, sollte auf einen schönen Grill setzen – der übrigens mit Holz verkleidet oder eingemauert auch schnell einen individuellen Charakter bekommen kann und sich somit in den Garten harmonisch eingliedert.
 

Ein Schwimmteich im eigenen Garten

Aus jedem vielleicht noch so langweiligen Garten lässt sich mit manchen Dingen sofort eine besondere Oase schaffen. Kaum zu toppen ist unter jenen Dingen der Schwimmteich, ein kleiner Teich, der sich bestenfalls natürlich in den eigenen Garten einfügt, wunderschön aussieht, Harmonie schafft und an warmen Tagen im Sommer sogar zum Baden einlädt.

Das Tolle am Schwimmteich im Unterschied etwa zu einem Naturpool ist, dass er ganz ohne Technik auskommt. Stattdessen übernehmen Pflanzen und Zoo- und Phytoplankton den Großteil der Wasseraufbereitung. Für diese Aufbereitung spielen vor allem Unterwasserpflanzen eine große Rolle; bei exponierteren Lagen des Schwimmteichs empfiehlt sich zusätzlich der Einbau einer Wasseroberflächen-Absaugung.


Wer einen Schwimmteich selbst in seinen eigenen Garten bauen möchte, sollte sich vorher bewusst darüber sein, dass dies eine doch eher komplexe Angelegenheit ist, die ein wenig Erfahrung oder zumindest handwerkliches Geschick erfordert, um späteren Störungen aus dem Weg zu gehen.

Wichtig bei der Gartenplanung:

  • Von Bundesland zu Bundesland gibt es unterschiedliche Regelungen bezüglich einer Baugenehmigung für Schwimmteiche. Beim zuständigen örtlichen Bauamt sollte sich daher in jedem Fall vorab nach geltenden Gesetzen erkundigt werden.
  • Die Qualitätsstandards für den Bau von Schwimmteichen findet man in Deutschland in entsprechenden Ausführungen der FLL, der Forschungsgesellschaft Landesentwicklung, Landespflege e.V. Sie müssen und sollten immer eingehalten werden.
  • Drei entscheidende Fragen während der Planung sollten sein: Wie groß ist das Grundstück? Wie ist der Boden beschaffen? Wie stark ist man finanziell und zeitlich belastbar? Größere Schwimmteiche kosten zwar mehr Geld und Zeit, bei kleineren allerdings muss die geringere Größe der Oberfläche durch größere Tiefe kompensiert werden, um das Biotop stabil zu halten.
  • Bereits im Voraus sollte man wissen, dass jährlich eine Wasseranalyse hinsichtlich Karbonathärte, elektrische Leitfähigkeit, P-Gehalt, pH, Redoxpotential durchgeführt werden muss. Außerdem sind eine Grundreinigung und ein Rückschnitt der Wasserpflanzen wichtig, der Teichboden muss abgesaugt werden, die Teichtechnik kontrolliert, nach Bedarf gedüngt und gekalkt werden. Im Sommer müssen Schwimmteiche bei starken Wasserverlust durch Verdunstung nachgefüllt werden, im Herbst sollten laubschutznetze aufgebaut und die Pumpenanlage (falls vorhanden) vor dem ersten Frost eingewintert werden. Wer sich all dieser Aufgaben gewachsen sieht und daran Freude hat, sollte bereits im Winter mit der Planung beginnen, um am Ende des nächsten Sommers eventuell schon im eigenen Schwimmteich baden zu können!

  Bilder: fotolia
 
 
 

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