Smart Garden: Automatische Bewässerung
Zeit und Wasser sparen

Smart Garden: Automatische Bewässerung

Ohne Wasser läuft nichts, denn schon ein kräftiges Austrocknen genügt, und die lang gehegte Blütenpracht ist dahin. Da hilft an manchen Sommertagen nur tägliches Gießen. Wer viel verreist oder lieber bequem in der Sonne liegen möchte, kann mit einem Bewässerungssystem Zeit und auch Wasser sparen.

 
© Hunter
Mit einer automatischen Bewässerungsanlage sparen Gartenbesitzer Zeit und Geld

Vorbilder für die automatische Bewässerung im Hausgarten waren Golfplätze oder Landschaftsgärten. Mittlerweile gibt es viele Systeme, die selbst in kleineren Reihenhausgärten Erleichterung schaffen. Kein stundenlanges Gießen mit der Handbrause mehr, stattdessen werden die Pflanzen effektiv und Wasser sparend nach ihrem Bedarf über unterirdisch verlegte Wasserleitungen mit Feuchtigkeit versorgt. An die Leitungen lassen sich dann diverse Regner oder Tröpfchenbewässerungen anschließen, die entweder per Hand oder vollautomatisch betrieben und gesteuert werden.

Bewässerungsanlage im Garten planen und installieren

Beim Planen ist eine detailgenaue Zeichnung sinnvoll. So können Sie die Leitungswege und die Regner ideal positionieren.Beim Planen ist eine detailgetreue Planung sinnvoll. So können Sie die Leitungswege und die Regner ideal positionieren. Zwar erfordert die Installation einer Bewässerungsanlage einiges an Aufwand für die Planung und das Verlegen der Rohre, doch es lohnt sich, denn zukünftig können Sie den üppig grünen Garten in vollen Zügen genießen. Bevor Sie jedoch mit Begeisterung drauflos buddeln, sollten Sie eingehend planen. Am besten gemeinsam mit einem Experten einer Bewässerungsfirma. Denn selten brauchen alle Gartenbereiche gleichmäßig viel Wasser. Sonnige Beete trocknen schnell aus, im Schatten kann tägliches Wässern dagegen schon zu viel sein. Sensoren können hier helfen.

Auch die Bodenbeschaffenheit spielt eine Rolle, die bei der Planung zu beachten ist: Sandboden hält die Feuchtigkeit naturgemäß viel schlechter als beispielsweise ein Boden mit hohem Lehmanteil. Die verschiedenen Gartenbereiche sollten daher besser durch unterschiedliche Beregnungskreise erschlossen und je nach ihrem Bedarf gewässert werden.

Zum Weiterlesen: Hier erfahren Sie, wie Ihr Garten smart wird.

Automatische Bewässerung im Garten: Der Wasseranschluss

Als Anschluss für die Anlage kann ein ganz normaler Wasserhahn ausreichend sein. Wichtig ist ein genügend hoher Wasserfließdruck. Bei einer zu bewässernden Fläche von durchschnittlicher Größe kann die Anlage an einen normalen Wasserhahn am Haus oder im Garten angeschlossen werden. Für den Übergang zwischen Leitung und Wasserhahn gibt es passende Adapter. Bei einem großen Garten empfiehlt sich der direkte Anschluss an die Hauswasserleitung. Ist die Verzweigungsstelle am Haus, denken Sie an einen Absperrhahn an der tiefsten Stelle, damit im Winter die Gartenbewässerung von der Hausbewässerung vollständig abgetrennt und zum Schutz vor Frostschäden entleert werden kann.

Wichtig für die Planung der Bewässerung ist der zur Verfügung stehende Wasserdruck. Daher sollten Sie mithilfe eines Durchflussmessgeräts die zur Verfügung stehende Wassermenge (cbm/Std.) im Verhältnis zum Fließdruck (bar) messen, denn aus diesen Werten ergibt sich beispielsweise die mögliche Anzahl der Beregnungskreise (Stationen).

Bewässerungscomputer für den Smart Garden

Über den Bewässerungscomputer kann die Beregnungsanlage vollautomatisch gesteuert werden. Er wird direkt am Wasserhahn oder separat an geschützter Stelle montiert.Über den Bewässerungscomputer kann die Beregnungsanlage vollautomatisiert gesteuert werden. Er wird direkt am Wasserhahn oder separat an geschützter Stelle montiert. Wer häufig verreist oder einen Zweitwohnsitz hat, sollte die Anschaffung eines Bewässerungscomputers erwägen. Über den Computer können einzelne Beregnungsstationen separat voneinander programmiert und angewählt werden. So kann man zum Beispiel einstellen, zu welcher Uhrzeit, an welchen Tagen oder wie lange eine Station beregnen soll. Die Stationen werden dabei nacheinander über Magnetventile aktiviert, die vom Beregnungscomputer über eine 24-V-Leitung angesteuert werden.

Der Computer selbst benötigt einen 230-V-Anschluss. Über einen Transformator wird die Netzspannung in ungefährliche 24 V umgewandelt. Die Steuerung sollte leicht zugänglich im Technikraum des Hauses oder im Geräteschuppen angebracht sein.

Automatische Bewässerung: Feuchtigkeitssensor

Feuchtigkeitssensoren messen die Sättigung des Bodens und helfen damit, unnötiges Wässern zu vermeiden.Mittlerweile werden die meisten Beregnungssysteme mit einem Sensor ausgestattet, der die Bodenfeuchtigkeit oder die Luftfeuchte misst. Die Sensoren sind direkt mit dem Computer oder der App verbunden und senden ihm ihre Messdaten. Wenn genügend natürliche Niederschläge gefallen sind, wird die Anlage ausgeschaltet.

Daneben gibt es auch sogenannte Evapo-Transpirationssysteme (RP-ET-Systeme). Sie messen die Verdunstungsrate und die Lichtintensität und können zusammen mit zuvor eingegebenen Faktoren wie der Bodenbeschaffenheit und dem Wasserbedarf der Pflanzen die Beregnungsanlagen vollautomatisch dem jeweiligen Bedarf anpassen.

Beregner für große Flächen

 Für weitläufige Rasenflächen empfehlen sich Regner mit großer Reichweite. Sprühwinkel und Radius lassen sich einstellen. Als Wasserversorgungsleitungen dienen unterirdisch verlaufende halbelastische PE-Kunststoffrohre. Damit sie bei der Gartenarbeit nicht stören, werden sie in 30–40 cm tiefe Gräben verlegt. Für große Bepflanzungen oder Rasenflächen eignen sich Sprühregner mit einer Reichweite von 3–15 m. Kreisregner beregnen einen Radius von bis zu 360°, Rechteckregner lassen sich gut auf rechteckige Beete und Rasenstücke einstellen.

Die Regner können entweder als Versenkregner im Boden versteckt werden, die sich dann bei Betrieb herausschieben, oder mittels Gartenschlauch an das Leitungsrohr angeschlossen und an beliebiger Stelle im Garten aufgestellt werden.

Miniregner für den Garten

Kleine Miniregner decken einen Radius von bis zu 2 m ab und sind besonders zum Bewässern höherer Stauden und Gehölze geeignet.Kleine Miniregner decken einen Radius von bis zu 2m ab und sind besonders zum Bewässern höherer Stauden und Gehölze geeignet. Im Stauden- oder Rosenbeet, unter Sträuchern und Gehölzen haben sich unauffällige kleine Kreisregner bewährt, die in niedriger Höhe fein verteilte Tropfen versprühen. Die Blüten bleiben trocken – ein Vorteil gegenüber Sprengern, die auf Sommerblumen und zarten Rosenblüten leicht hässliche Wasserflecken hinterlassen und Pilzkrankheiten Vorschub leisten.

Auch interessant: Mit diesen Tipps und Tricks sparen Sie Wasser im Garten.

Smart Garden: Tröpfchenbewässerung

Zur gezielten Wasserversorgung im Gemüsegarten bieten sich unterirdisch verlegte Tröpfchenbewässerungen an.Zur gezielten Wasserversorgung im Gemüsegarten bieten sich unterirdisch verlegte Tröpchenbewässerungen an. Tröpfchenbewässerungen geben das Wasser fein dosiert, sparsam und effektiv ab. Es gibt dabei verschiedene Systeme. Einzeltropfer eignen sich besonders zum gezielten Bewässern einzelner Pflanzen, so zum Beispiel im Gemüsegarten oder für die Topfkultur auf Balkon oder Terrasse. Sie werden mithilfe einer Lochzange auf ein weiches PE-Rohr (16/20 mm ∅) montiert und direkt an der Pflanze im Boden platziert.

Ein Tropfschlauch dagegen entlässt das Wasser großflächiger und tropfenweise aus feinen Löchern. Man kann ihn sowohl überirdisch als auch unterirdisch verlaufen lassen. Tropfrohre empfehlen sich besonders zur Bewässerung von Blumenrabatten und weitläufigeren Pflanzflächen mit Bodendeckern.

Um die minimale Wasserabgabe zu gewährleisten, muss der Wasserdruck an der Station oder am Anschluss mit einem Druckminderer verringert und ein Filter zum Schutz vor Verschmutzung eingebaut werden.

Bewässerung per Funksteuerung

Wer häufig außer Haus ist, kann die Beregnung auch je nach Wettervorhersage über das Telefon oder per Funk an- und ausstellen.Wer häufig außer Haus ist, kann die Beregnung auch je nach Wettervorhersage über das Telefon oder per Funk an- und ausstellen. Einige Systeme lassen sich bequem per Funk oder sogar vom Urlaubsort aus per Telefon oder über das Internet steuern. Dafür braucht man eine entsprechende Hard- und Software sowie einen Funkempfänger am Bewässerungscomputer oder am Magnetventil. Die Reichweite für ein Funkgerät liegt bei bis zu 200 m. Je nach System können sogar andere Geräte wie Teichpumpen oder die Gartenbeleuchtung daran gekoppelt werden.

Automatische Bewässerung: Diese Systeme gibt es

  • Gardena: Hinter dem Komplett-Paket "Gardena smart system" steckt die Idee, die Rasenpflege und die automatische Bewässerung aus einer Hand per App zu steuern. Mit dem "Sensor Control Set" wird die Bodenfeuchtigkeit gemessen und an den Bewässerungscomputer weitergeleitet. Für 2018 hat der Hersteller neue Produkte für den Smart Garden angekündigt - unter anderem die "smart Pressure Pump" als zeitgesteuerte Gartenpumpe oder das Bewässerungssystem "smart Irrigation Control", mit der Sie bis zu sechs verschiedene Bewässerungszonen mit der Gardena-App steuern können. Preis für das Komplettsystem inkl. Mähroboter: 1.850 Euro.
  • Kärcher: Mit dem SensoTimer ST6 Duo eco!ogic bringt Kärcher ein Bewässerungssystem auf den Markt, welches mit zwei Sensoren den Garten feuchtigkeitsgesteuert und bedarfgerecht mit Wasser versorgt. Wird ein entsprechender Wert unterschritten, startet die Bewässerung automatisch. Mit im Paket enthalten sind Hahnanschluss, Vorfilter und Batterien. Preis: ab 140 Euro.
  • Viratec: Das österreichische Startup "Viratec" tritt im Smart Garden 2018 mit dem "Miyo"-System gegen die großen Hersteller an. Auch bei diesem System misst ein Sensor die Temperatur, Helligkeit, Feuchtigkeit und den Niederschlag im Boden und leitet die Daten an ein intelligentes Bewässerungsystem weiter. Der große Unterschied dabei: Sensoren und Ventile sind komplett solarbetrieben. Sie können sich also das Wechseln der Batterien oder das Verlegen von Kabeln quer durch den Garten sparen. Es sollen sogar bereits ein paar Sonnenstunden im Monat reichen, um eine lückenlose Funktionsweise zu gewährleisten. Die App komplettiert das System, um von überall Einblick in Sensorwerte und Bewässerungsstatus zu haben.
  • GreenIQ: Auch dieses Unternehmen aus Israel widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit bei der smarten Bewässerung. Dazu arbeitet der "Smart Garden Hub" von GreenIQ auch mit Werten aus der Daten-Cloud, dem Wetterbericht aus dem Netz und ist kompatibel mit Smart-Home-Systemen wie Amazon Alexa, Google Home oder Conrad Connect. Mit dem System soll der Gartenbesitzer bis zu 50 Prozent des Wasserverbrauchs im Garten einsparen. Das Komplett-Bewässerungs-Kit mit Steuerungseinheit, Sensoren, Ventilbox, Düsen und viel Zubehör für eine Fläche von 175 Quadratmeter ist in Deutschland bei DVS Beregnung für 1.220 Euro erhältlich.

Zeichnungen: Straszburger

Zum Weiterlesen: Mit den richtigen Apps wird Ihr Smartphone zum Pflanzen-Profi. Wir haben fünf Garten-Apps getestet. 

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