Der Weg zum eigenen Brunnen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Brunnen, Brunnenbau, Brunnen bohren

Der Weg zum eigenen Brunnen

Wer einen großen Garten hat und in heißen Sommern richtig Geld sparen möchte, lässt sich einen Brunnen bohren. Wir zeigen, wie es geht, wie wenig Material nötig ist und was man von rechtlicher Seite beachten muss.

 
Der Weg zum eigenen Brunnen © Selbermachen
Der Weg zum eigenen Brunnen

Wer kennt das nicht: seit Wochen kein Regen, dafür Sonne satt. Alle Stauden lassen die Köpfe hängen, und der Rasen hinterm Haus ist eher trocken und braun statt saftig grün. Für eine große Zisterne war nicht genügend Platz im Garten und noch weniger Arbeitsbereitschaft vorhanden, und die Bewässerung über das Leitungswasser ist ohne zweite Wasseruhr schlichtweg zu teuer.

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Was also tun? Ein Brunnen ist die Lösung! Das kühle Nass tief unter der Grasnarbe soll diese schnell wieder zum Grünen bringen. Neben der Anzeigepflicht vier Wochen im Voraus sollte man sich auch auf die Suche nach einem Brunnenbauer in den Gelben Seiten oder über eine Suchmaschine im Internet machen. Denn die Arbeit ist sehr schweißtreibend und der Erfolg oft nicht von langer Dauer.

Gängig sind zum Beispiel Schlagbrunnen mit einem metallenen Filter, dessen Spitze in die Erde gerammt wird. Doch leicht treibt man diese schräg ein, das Filterblech nimmt Schaden oder löst sich gar ab. Zudem setzt sich der Filter nach kurzer Zeit zu, weil ihn kein Filterkies umgibt, der das Dichtsetzen durch einströmenden Sand verhindert.

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Eine weitere Möglichkeit ist das Bohren mit einem Bohrgestänge zum Leihen oder Kaufen. In den ersten zwei Metern geht es in leichtem sandigen Boden gut vorwärts – danach ist das Bohren bis in fünf Meter Tiefe und mehr eine pure Schinderei.

Besonders wenn der Boden lehmig oder kiesig ist. Gemessen an den Verwüstungen im Garten, die so ein Brunnenbau in Eigenarbeit hinterlässt, ist unsere Lösung vom Spezialisten ideal: Hans-Hermann Grimm aus Grasberg, einem Dorf zwischen Bremen und Hamburg, hat einen Winter lang eine Mischung aus Spül- und Bohrtechnik entwickelt. Mit der Maschine, die innerhalb von zwei Stunden auch in kleinen Gärten zu einem sauberen Ergebnis kommt, bohrt er Gartenbrunnen mit 10 cm Durchmesser inklusive Material für Preise zwischen 200 und 300 Euro.

Vor der Arbeit sollte man sich immer bei Nachbarn oder der Gemeinde nach der Tiefe des anstehenden Grundwassers erkundigen. Normale Gartenpumpen können noch Grundwasser aus Tiefen von acht bis neun Metern hochholen. Darunter lohnen sich ein größerer Lochdurchmesser und eine Edelstahl-Tauchpumpe, die Wasser auch aus größeren Tiefen fördert. Am besten in einen Kanalring aus Beton mit Boden, der als Wasserreservoir dient. Oder große Wasserbehälter aus Holzlatten und Teichfolie, die sich schnell aufbauen lassen. Hier wird das Wasser, auch von normalen Gartenpumpen, die an ihre Grenzen gelangen, aus tiefen Bodenschichten hereingepumpt, kann sich erwärmen und macht dann über den Sprenger alles frisch und grün!

Anleitung: Brunnenbau

  1. Bohrwerkzeug eindrehen© Chris Lambertsen

    Bohrwerkzeug eindrehen

    An der ausgewählten Stelle fangen Sie an, das Bohrwerkzeug in die Erde einzudrehen. Zwischendurch ziehen Sie die Schnecke immer wieder heraus, um die Erde auszuheben.
  2. Erdbohrer verlängern© Chris Lambertsen

    Erdbohrer verlängern

    Den Erdbohrer können Sie meterweise verlängern. Dazu entfernen Sie die Schraube des T-Stücks, schrauben die nächste Verlängerungsstange fest und fixieren das T-Stück dann daran.
  3. Rohr einschlagen© Chris Lambertsen

    Rohr einschlagen

    Je nach Erdbeschaffenheit ist es sinnvoll, ab einer bestimmten Tiefe per Rammfilter weiterzuarbeiten. Das verlängerte Rohr ins Loch stecken, Schlagmuffe aufsetzen und weiter einschlagen.
  4. Rohre gut verbinden© Chris Lambertsen

    Rohre gut verbinden

    Da die Rammrohre in der Erde verbleiben, müssen sie dicht miteinander verbunden werden. Drehen Sie dazu eine Koppelmutter auf beide Gewinde auf. Wichtig: Vorher Hanf oder Teflonband gegenläufig zum Gewinde aufwickeln.
  5. Ventil aufdrehen© Chris Lambertsen

    Ventil aufdrehen

    Ist die Tiefe erreicht, drehen Sie ein Ventil und ein Schraubgewinde auf das letzte Rohr. Über das Ventil entleeren Sie das Rohr im Herbst und verhindern so, dass das Rohr durch Frost platzt.
  6. Schwengelpumpe aufsetzen© Chris Lambertsen

    Schwengelpumpe aufsetzen

    Schlagen Sie das Rohr genau so weit ein, dass das Oberteil der Schwengelpumpe höhenmäßig genau auf das letzte Gewindestück passt.

 
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