Filteranlage

Gartenpools

Die Sonne knallt, selbst im Schatten lässt es sich kaum aushalten. Ein Sprung ins erfrischende Nass wäre jetzt die Rettung. Doch mit dem Bau eines Beckens oder dem Aufstellen eines Pools ist es nicht getan. Der Badespaß bleibt nur ungetrübt, wenn das Wasser wirklich sauber ist.

 
Mutter und Kind im Pool © Selbermachen
Mutter und Kind im Pool

An heißen Sommertagen hat wohl jeder schon mal von einem eigenen Swimmingpool im Garten geträumt. Diesen Wunsch kann sich heute jeder erfüllen, auch ohne gleich den ganzen Garten umgraben und den Bausparvertrag plündern zu müssen. Der Handel bietet verschiedene Poolsysteme und Materialien und für jeden Geldbeutel ein passendes Modell an. Allerdings sollte man vor dem Kauf bedenken, dass schon bei einem 8 x 4 m großen Becken rund 200 Euro Betriebsund Wasserkosten für rund 50 cbm (das sind 50000 l) Wasser im Jahr auf einen zukommen. Schon das ist ein guter Grund, das Wasser sauber und in bester Badequalität zu halten.

Abdeckung© PR

Richtiger Schutz vor grobem Schmutz

Direkt neben einer reich belaubten Hecke oder unter einem Baum ist ein Blätter- und Blütenregen in den Pool programmiert. Besser platziert ist er in einiger Entfernung von laubabwerfenden Gehölzen und möglichst in einer windgeschützten Ecke. Mindestens einmal im Jahr, zum Beispiel vor der Inbetriebnahme, steht eine mechanische Generalreinigung an: Wände, Boden, Winkel und Nischen sollten von Kalk- und Schmutzablagerungen befreit werden.Laub im Pool© PR Ist das Wasser einmal eingelassen, hält eine Abdeckung bereits sehr viel Schmutz ab. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: Von der einfachen Abdeckplane mit umlaufendem Spannseil über die isolierende Luftpolsterfolie oder die robuste Sicherheitsabdeckung bis zur bequemen automatischen Rollabdeckung reichen die Angebote.

Mechanische Reinigung© Selbermachen

Eine gute Filteranlage ist ihren Preis wert

Wenn nach einer Nacht ohne Abdeckung oder nach einem Sturm Schmutz und Insekten auf dem Wasser treiben, werden sie am besten mit einem langstieligen Kescher herausgefischt. Während des Betriebs beseitigt die Filteranlage einen Großteil der Schmutzpartikel, die reingeweht oder reingeschleppt werden. Sie reduziert damit den Aufwand für die mechanische Reinigung und auch den Einsatz von Chemikalien. Was Sie brauchen, ist eine leistungsfähige, selbstansaugende Pumpe aus korrosionsbeständigem Material. Sie muss so ausgelegt sein, dass die Füllmenge des Beckens innerhalb von vier bis sechs Stunden einmal komplett umgewälzt wird.

Schmutzpartikel sammeln sich vor allem an der Oberfläche. Dort werden sie über den Oberflächenreiniger, auch Skimmer genannt, erfasst. Die Ansaugdüsen sollten so positioniert sein, dass sie den Einlaufdüsen des Beckens gegenüberliegen. Damit ist eine ständige, gleichmäßige Wasserbewegung gesichert. Grober, schwerer Schmutz sinkt oft zu Boden, bevor die Umwälzpumpe ihn über den Oberflächenreiniger ansaugen kann. Er sammelt sich vorzugsweise in sogenannten Todzonen wie den Ecken zwischen Wand und Boden, in denen das Wasser kaum bewegt wird. Auch die chemische Reinigung kann hier mangels Wasserumwälzung nur sehr reduziert wirken, und der Schmutz wird zum Nährboden für Keime. Deshalb sollte die Filteranlage auch über einen Anschluss für einen Bodenreiniger verfügen, den man als einfaches mechanisches Gerät oder als vollautomatischen Reiniger, der sich sogar an den Wänden hocharbeitet, bekommen kann.

Poolreinigung-Zeichnung© SelbermachenDas über den Oberflächen- und den Bodenreiniger angesaugte Wasser wird von der Pumpe durch den Filter gedrückt. Dort bleiben die Schmutzteilchen hängen. Ein Sandfilter ist dafür nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten die erste Wahl. Anders als ein Kartuschenfilter, wie man ihn beispielsweise für die preiswerten Pools aus den Warenhäusern bekommt, bietet der Sandfilter die Möglichkeit des Rückspülens und erlaubt zudem den Einsatz von sogenannten Flockungsmitteln. Diese bewirken, dass feine Schmutzteile verklumpen und dadurch überhaupt erst vom Filter erfasst werden können. Den Filter sollten Sie in der Badesaison wöchentlich reinigen.

Algenbefall© PR

Regelmäßige Wasserkontrolle ermöglicht Pflege nach Maß

Eine vernünftige Abdeckung, regelmäßige mechanische Reinigung und eine hochwertige Filteranlage sind zwar eine gute Basis für sauberes Wasser. „Über kurz oder lang kommt man jedoch meist nicht drum herum, auch Chemie einzusetzen“, fasst Ralph Walther, Referent für Umwelt, Produkte und Dienstleistungen bei der Verbraucherzentrale in Erfurt, zusammen. Die Qualität des einmal eingelassenen Wassers verändert sich ständig. Sie ist abhängig von der Temperatur und der Sonneneinstrahlung, dem Standort, der Nutzung und Hygiene. Das Rundum- Sorglos-Paket nach dem Motto „Nimm pro Woche eine Tablette hiervon und eine Tablette davon, und alles ist gut“ gibt es deshalb nicht. Und die automatische Dosierungsanlage, die ständig die Inhaltsstoffe des Wassers misst und entsprechende Mittel aus einem Depot zuführt, findet lediglich im großen Luxusbecken, nicht aber im kleinen Pool ihren Platz.

Quicktest© PR„Möglichst zwei- bis dreimal die Woche sollte jeder Poolbesitzer eine Wasseranalyse durchführen“, rät Frank Eisele, Vorsitzender des technischen Beirats im Bundesverband Schwimmbad & Wellness (BSW) in Köln. Nur so kann er den Zustand des Wassers genau beurteilen und seine Pflegemaßnahmen darauf abstimmen. Wer überhaupt nicht, nicht regelmäßig oder falsch misst, wird hingegen leicht mal von trübem oder gar grünem Wasser überrascht. Das heißt dann Ärger, viel Arbeit, Verschwendung von Pflegemitteln und damit unnötige Kosten.

Reagenz-Tabletten© PRFür die Wasseranalyse gibt es verschiedene Verfahren, die auch für den Laien einfach anzuwenden sind. „Ich empfehle Anfängern, mit Teststreifen zu arbeiten“, sagt Peter Götz, Geschäftsführer der gleichnamigen Schwimmbadzubehörfirma in Germering bei München. „Sie sind zwar nicht ganz so exakt wie Reagenztabletten, aber leichter zu handhaben.“

Wichtigster Grundwert: der Säuregehalt

Zuerst wird der pH-Wert, also der Säuregehalt des Wassers gemessen: „Er sollte zwischen 6,8 und 7,6 liegen“, erklärt BSW-Experte Eisele. „Bei einem höheren pH-Wert tritt verstärkt Kalkausfall auf. Es kann zu Hautunverträglichkeiten kommen. Und wenn Chlor verwendet wird, kann sich dieses nicht richtig entfalten.“ Ist der pH-Wert hingegen niedriger, so kann das auf Dauer Korrosionsschäden an Metallteilen des Beckens verursachen.

Ein zu hoher pH-Wert wird mit einem sogenannten pH-Senker korrigiert. Bei einem zu niedrigen pH-Wert kommt ein pH-Heber zum Einsatz. Bei der Dosierung ist Fingerspitzengefühl gefragt. Nur: Mit einem einfachen Messbecher ist das nicht so einfach. „Bei Qualitätsherstellern sind diese Produkte in Folienbeuteln verpackt und mit genauen Anleitungen versehen, wie viel Pulver bei einer bestimmten Wertabweichung und Wassermenge verwendet werden soll“, beschreibt Fachhändler Götz. Ist der pH-Senker oder -Heber zugefügt, sollte die Pumpe erst mal ein bis zwei Stunden laufen, damit sich das Mittel gleichmäßig im gesamten Wasser verteilen kann.

Desinfektionsmittel gegen Keime und Bakterien

Dann wird noch einmal gemessen – zur Kontrolle des pH-Werts und zur Überprüfung des Desinfektionsmittels. Für die gängigen Mittel wie Chlor oder Brom gibt es kombinierte Teststreifen oder Tabletten, so dass der pH-Wert und der Gehalt an Desinfektionsmitteln in einem Arbeitsschritt ermittelt werden können. Im privaten Pool ist nach wie vor Chlor das am weitesten verbreitete Desinfektionsmittel: Es ist am bekanntesten und wohl auch am preisgünstigsten. Der Gehalt an freiem Chlor sollte zwischen 0,3 und 0,6 mg pro Liter liegen. Wird es zu hoch dosiert, riecht Chlor nicht nur unangenehm, es kann sich auch negativ auf die Gesundheit auswirken. „Häufige Folgen sind Reizungen der Schleimhäute und der Augen. Bei dauerhaft hoher Konzentration können chlororganische Verbindungen wie Chloroform entstehen, welche die Gesundheit insgesamt schädigen können“, erläutert Verbraucherberater Ralph Walther.

Eine Alternative zu Chlor ist Brom. Da dies ebenfalls ein Halogen ist, sind die Nebenwirkungen bei Überdosierung jedoch vergleichbar. BSW-Experte Frank Eisele mahnt zu einem vorsichtigen Umgang: „Aus Brom können sich Bromate bilden, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein.“ Wem das zu risikoreich erscheint, dem bleiben Mittel auf Aktivsauerstoffbasis (Wasserstoffperoxid). „Auch sie haben zwar bei Überdosierung reizende Nebenwirkungen, doch diese sind insgesamt milder. Außerdem sind diese Substanzen umweltfreundlicher und stellen kein Entsorgungsproblem dar“, urteilt Verbraucherschützer Walther. „Allerdings, so Verbandsexperte Eisele, entfalten die Sauerstoffmittel ihre desinfizierende Wirkung vergleichsweise träge.“

Dosierung nach Bedarf: Algizide

Nicht nur Keime und Bakterien können zum Problem im Poolwasser werden, sondern auch Algen machen sich bei mangelnder Pflege breit (siehe Foto Seite 51 oben). „Nur in einem Pool, der mit einer automatischen Dosieranlage und mit Chlor betrieben wird, kann auf ein Algizid verzichtet werden“, weiß Fachhändler Peter Götz. Ansonsten sollten Poolbesitzer ein algenabtötendes Mittel separat nach Bedarf zuführen. Es gibt aber auch Produkte, in denen bereits ein Desinfektionsmittel und ein Algizid kombiniert wurden. Sie sind dadurch zwar bequemer in der Anwendung, meist jedoch auch etwas teurer und schwieriger zu dosieren. Zugegeben: Wer dieses Generalreinigungspaket anwendet, der muss einiges an Zeit investieren. Der Aufwand wird aber mit strahlenden Kindergesichtern, Anerkennung durch Nachbarn und Freunde sowie entspannten Stunden am und im erfrischenden, sauberen Swimmingpool belohnt.

PVC- oder Vinyl-Planschbecken© PR

Gartenpools für Einsteiger

Für die Kleinsten ist nach wie vor ein aufblasbares PVC- oder Vinyl-Planschbecken mit zwei oder drei Ringen und Ablassventil am Boden gefragt. Klar, dass hier Farben und Design eine wichtige Rolle spielen. Von Baumeister Bob bis zur fröhlichen Unterwasserwelt ist alles zu haben.

Maße: Durchmesser zwischen 100 und 200 cm, Höhe von 20 bis 30 cm Befüllung bei 75 %: ab 0,24 cbm

Extras: gepolsterte Böden, mehr Stabilisierungskammern, dickere und damit stabilere Folie, Überdachungen, Abdeck- und Unterlegplanen

Preis: ab 10 Euro

Fix-Planschbecken© PRRunde Fix-Planschbecken bestehen ebenfalls aus PVC oder Vinyl, haben jedoch feste, stehende Seitenwände. Vorsicht: Diese sind nicht zum Sitzen geeignet. Ein aufblasbarer Wulst am oberen Rand stabilisiert zusätzlich. Das Wasser wird in der Regel durch ein Seiten- und ein Bodenventil abgelassen. Auch bei diesen Produkten spielt die Optik eine wichtige Rolle.

Maße: Durchmesser zwischen 155 und 240 cm, Höhe von 30 bis 50 cm Befüllung bei 75 %: ab 0,85 cbm

Extras: Abdeck- und Unterlegplanen

Preis: ab 20 Euro

Jumbo-Pool© PRJumbo- oder Family-Pools sind meist viereckige aufblasbare Becken für die ganze Familie. Über die dicken Wülste ist der Einstieg garantiert sanft. Die Folie ist etwas stärker als bei den Kinder-Planschbecken.

Maße: Länge meist 200 bis 300 cm, Breite zwischen 150 und 200 cm, Höhe 50 bis 60 cm Befüllung bei 75 %: ab 1,1 cbm

Extras: Pumpe zum Aufblasen, Abdeck- und Unterlegplanen

Preis: ab 25 Euro

Quickup-Pool© PREin runder Quick-Pool oder ein FAST-SET ist je nach Größe innerhalb von 15 bis 30 Minuten auch von einer Person aufgebaut: Der Umlaufring wird aufgeblasen – am besten nicht mit einer gewöhnlichen Luft- oder Fußpumpe, sondern mit einem Kompressor. Dann wird das Wasser auf die ausgebreitete Bodenfolie gegeben. Dieses hebt dann den Beckenrand an. Solche selbstaufbauenden Pools sind aus mehreren beschichteten, reißfesten Kunststoffschichten gefertigt. Sie werden in der Regel mit einer Filterpumpe (Kartuschenfilter) verkauft.

Maße: Durchmesser von 240 bis 540 cm, Höhe von 60 bis 110 cm Befüllung bei 75 %: ab 4 cbm

Extras: Sandfilter, Skimmer, Einstiegsleiter, Abdeckplane und anderes Zubehör

Preis: ab 65 Euro

Frame-Set© PREin sogenanntes Frame-Set aufzubauen dauert nach Herstellerangaben eine Stunde, möglichst mit zwei bis drei Helfern: Dieser Pool wird durch ein Gestänge aus Metall in Form gebracht. Den oberen Abschluss bildet ein Handlauf. Auf dieses Gestänge wird eine Folie gehängt. Auch hier ist eine Filterpumpe mit Kartusche üblicherweise im Preis inbegriffen.

Maße: Durchmesser bei runden Modellen zwischen 300 und 550 cm, Höhe zwischen 75 und 120 cm Befüllung bei 75 %: ab 8 cbm

Extras: Sandfilter, Skimmer, Treppe, Abdeckplane und anderes Zubehör

Preis: ab 200 Euro

Stahlwandbecken© PREin Stahlwandbecken ist besonders strapazierfähig und korrosionsbeständig: Es besteht aus einem Metallrahmen und einer ausrollbaren Metallwand. Für den Aufbau werden viele helfende Hände benötigt. Durch eine Kunststoff-Innenhülle ist das Becken wasserdicht.

Maße: Durchmesser zwischen 300 und 800 cm, Höhe zwischen 120 und 150 cm Befüllung bei 75 %: ab 8 cbm

Extras: Unterlegvlies, Treppe, Abdeckplane, Scheinwerfer und anderes Zubehör

Preis: ohne Zubehör ab knapp 500 Euro, im Set mit Sandfilter, Skimmer, Handlauf, Einlaufdüse und Verbindungsschläuchen ab rund 1000 Euro

Artikel aus selber machen Ausgabe 08/2012. Jetzt abonnieren!
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