Der eigene Schwimmteich - Teil 2 | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Schwimmteich

Der eigene Schwimmteich - Teil 2

Ungetrübtes Vergnügen: Bis weit in den Herbst bietet der Teich Badefreuden – ganz ohne Trubel und Chlorbelastung. Im ersten Teil haben wir Erdarbeiten und Folieneinbau dokumentiert. Jetzt wird die Technik installiert und die Anlage fertiggestellt.

 
Oase im Garten: der eigene Schwimmteich © Selbermachen
Oase im Garten: der eigene Schwimmteich

Wasser im Garten ist für viele Eigentümer das i-Tüpfelchen der Gestaltung. Besonders attraktiv ist ein Schwimmteich, der auch noch die eigene Gesundheit fördert. Damit beim Badevergnügen der Bodenkontakt nicht lästig wird, ist eine Tiefe von eineinhalb bis zwei Metern sinnvoll. In den meisten Bundesländern braucht man für Teiche über 100 m3 eine Baugenehmigung. Ein Anruf beim Bauamt sorgt für Sicherheit.

Sauberes Wasser wird durch reinigende Pflanzenzonen garantiert. Wer den Platz nicht hat oder ihn für Staudenbeete nutzen will, hilft sich – wie in unserem Beispiel – mit einer professionellen Filteranlage. Über Skimmer werden Einträge von der Wasseroberfläche gesaugt, in die Anlage gespült, dort per Grobschmutzabscheider abgefangen bzw. im Filter abgebaut. Täglich sollten die Pumpen bis zu sechs Stunden in Kurzintervallen im Einsatz sein: So steht für die Bakterien im Filtersystem möglichst viel Sauerstoff zur Verfügung. Sinnvoll ist auch eine automatische Wassernachführung als Ausgleich zur Verdunstung. Die gesamte Technik wird außerhalb des Teichs in einer Kammer installiert, wir haben sie unter einem Holzdeck mit großen Serviceklappen versteckt. Bau und Technik führen dabei am besten ein spezialisiertes Garten-und Landschaftsbauunternehmen aus (www.dgfnb.de).

Bevor es an die Steinschüttung geht, wird das Wasser eingelassen: Lassen Sie Ihr Trinkwasser vorher auf Phosphat untersuchen, die Hauptquelle für Algenwuchs. Chemische Phosphatblocker oder das Phosphatbinder-Modul von Oase können gegensteuern. Jetzt wird noch der Kies am Teichrand aufgebracht: Er verlängert die Lebensdauer der PVC-Folie durch den Schutz vor UV-Strahlung, ist Teil der Kapillarsperre und sorgt auch noch für prima Optik.

  1. FilteranlageFilteranlage© Selbermachen

    Filteranlage

    Garant für klares Wasser ist die große Filteranlage. Schutzvlies und olivgrüne Teichfolie werden über die Betonelemente geführt und die Rohre mit speziellen Durchführungen wasserdicht mit der Teichfolie verschweißt.
  2. Filter gegen AlgenwuchsFilter gegen Algenwuchs© Selbermachen

    Filter gegen Algenwuchs

    In der Kammer beseitigen Oase-„Proficlear Classic“-Filter Algenwuchs.
  3. RundskimmerRundskimmer© Selbermachen

    Rundskimmer

    Rundskimmer saugen zuverlässig Pollen und Laub von der Wasseroberfläche ab, sind besonders nach der Baumblüte und im Herbst hilfreich.
  4. Einlässe der FilteranlageEinlässe der Filteranlage© Selbermachen

    Einlässe der Filteranlage

    Durch Kanalrohre kommt Skimmerschmutz in die Filteranlage. Sauberes Wasser fließt durch exakt verschweißte Einlässe in den Teich zurück.
  5. Tangit-Kleber auftragenTangit-Kleber auftragen© Selbermachen

    Tangit-Kleber auftragen

    Für die feste Verbindung von Rohren und Anschlüssen aus PVC sorgt Tangit-Kleber.
  6. FiltermoduleFiltermodule© Selbermachen

    Filtermodule

    Das Filtermodul mit groben und feinen Schwämmen ist Heimat für eine vielfältige Mikrofauna. Sie wird ständig mit Wasser umspült und filtert z.B. Ammonium und Nitrit heraus.
  7. Rohr mit Silikonfett einstreichenRohr mit Silikonfett einstreichen© Selbermachen

    Rohr mit Silikonfett einstreichen

    Große KG-Rohre oder Kanalrohre als Zuleitung vom Skimmer zum Filter werden mit Silikonfett (Sanitärbedarf) eingestrichen. Die Dichtungen halten besser, Rohre können leichter nachjustiert bzw. neu gesetzt werden.
  8. AbsperrschieberAbsperrschieber© Selbermachen

    Absperrschieber

    Absperrschieber schützen den Teich bei der Filterreinigung vor Schmutz.

  1. Elektroerdkabel verlegenElektroerdkabel verlegen© Selbermachen

    Elektroerdkabel verlegen

    Im Bereich der wichtigen Kapillarsperre werden Elektroerdkabel für Steckdosen und Kabelbeleuchtung verlegt. Der Graben der Kapillarsperre wird später mit Erde und Kies verfüllt. Folie verhindert, dass umgebende Erde und Pflanzenwurzeln Wasser aus dem Teich saugen könnten.
  2. Drähte verbindenDrähte verbinden© Selbermachen

    Drähte verbinden

    Bei Verlängerungen oder Abzweigungen des Erdkabels werden alle Drähte über spezielle Klemmen sicher miteinander verbunden.
  3. Schrumpffolie anbringenSchrumpffolie anbringen© Selbermachen

    Schrumpffolie anbringen

    Dann kommt eine Schrumpffolie für den Außenbereich über die Verbindungsstellen. Per Heißluft wird die Stelle wasserdicht.
  4. Container für den AushubContainer für den Aushub© Selbermachen

    Container für den Aushub

    Jetzt kommen Container auf das Grundstück – nicht der ganze Aushub kann als Pflanzwall auf dem Grundstück verbleiben.
  5. Wasser abpumpenWasser abpumpen© Selbermachen

    Wasser abpumpen

    Wasser marsch: Ein Mitarbeiter der Wasserwerke füllt den Teich über den nächsten Hydranten, bis das Nass an der Kapillarsperre anlangt.
  6. Teich füllenTeich füllen© Selbermachen

    Teich füllen

    Wasser marsch: Ein Mitarbeiter der Wasserwerke füllt den Teich über den nächsten Hydranten, bis das Nass an der Kapillarsperre anlangt.
  7. Teichfolie glatt ziehenTeichfolie glatt ziehen© Selbermachen

    Teichfolie glatt ziehen

    Während das Wasser einläuft, wird die Teichfolie rundherum mit Erde beschwert und glatt gezogen. Überstand über 40 cm wird mit einem scharfen Cutter abgetrennt.
  8. Graben füllenGraben füllen© Selbermachen

    Graben füllen

    Nun wird der Graben mit Erde verfüllt. Als Kapillarsperre dient die Folie, sie bildet stets den höchsten Punkt.

  1. Die FilteranlageDie Filteranlage© Selbermachen

    Die Filteranlage

    Unter der wetterfesten Bangkirai-Konstruktion versteckt sich die großzügig dimensionierte Filteranlage.
  2. Balken zusammenfügenBalken zusammenfügen© Selbermachen

    Balken zusammenfügen

    Damit sich später nichts verzieht und durchbiegt, werden die Balken der Unterkonstruktion mit stabilen Winkeleisen zusammengefügt.
  3. Dielen anzeichnenDielen anzeichnen© Selbermachen

    Dielen anzeichnen

    Die starken Dielen stehen zum Teich 10 cm über und werden per Maurerschnur angezeichnet.
  4. Überstände entfernenÜberstände entfernen© Selbermachen

    Überstände entfernen

    Am einfachsten entfernt man überstehende Längen mit einer Handkreissäge. Eine passende Metallschiene sorgt für gute Führung.
  5. Klappen aussparenKlappen aussparen© Selbermachen

    Klappen aussparen

    Für tiefere senkrechte Schnitte bietet sich der Multimaster an (Fein). Seine oszillierende Klinge sägt präzise an kniffligen Stellen. Hier werden gerade die Klappen ausgespart.
  6. Dielen vorbohrenDielen vorbohren© Selbermachen

    Dielen vorbohren

    Für die Befestigung mit Edelstahlschrauben werden die Bangkirai-Dielen vorgebohrt. Eine Begrenzung hält dabei die Bohrlochtiefe im Lot.
  7. Kanten brechenKanten brechen© Selbermachen

    Kanten brechen

    Alle Kanten werden per Schwingschleifer und Sandpapier mit 60er- Körnung gebrochen. Gerade beim Barfußlaufen tritt man sich zu leicht Splitter in die Fußsohlen.
  8. Geöffnete KlappenGeöffnete Klappen© Selbermachen

    Geöffnete Klappen

    Praktisch sind die großen Klappen, die auf Metall-L-Schienen auflagern. Leicht lassen sie sich zur Pflege der Filter zur Seite legen.

  1. Erde harkenErde harken© Selbermachen

    Erde harken

    Mit einem stabilen Rechen wird die Erde am Hang glatt geharkt (Gardena). Nichts darf in den Teich gelangen – dann werden Stauden gepflanzt.
  2. Dekosteine und SandsteinsplittDekosteine und Sandsteinsplitt© Selbermachen

    Dekosteine und Sandsteinsplitt

    Große Dekorsteine und grober Sandsteinsplitt für den Teichrand kommen vom Natursteinhändler vor Ort in Stahlmulden oder Big Bags.
  3. Dekosteine setzenDekosteine setzen© Selbermachen

    Dekosteine setzen

    Die Dekoration ist Handarbeit. Goldene Regel: 10 Prozent eines Steins landen im Boden, dann ergibt sich ein natürlicheres Bild im Garten.
  4. Teichsäcke anlegenTeichsäcke anlegen© Selbermachen

    Teichsäcke anlegen

    Kiesgefüllte Teichsäcke verhindern, dass die anschließende Splittschüttung in tiefere Bereiche abrutscht. Nach kurzer Zeit sind sie durch Pflanzenbewuchs kaum vom Rest zu unterscheiden (re-natur).
  5. SplittschüttungSplittschüttung© Selbermachen

    Splittschüttung

    Kiesgefüllte Teichsäcke verhindern, dass die anschließende Splittschüttung in tiefere Bereiche abrutscht. Nach kurzer Zeit sind sie durch Pflanzenbewuchs kaum vom Rest zu unterscheiden (re-natur).
  6. KiesschüttungKiesschüttung© Selbermachen

    Kiesschüttung

    So lässt sich die Kiesschüttung bis an die Filterkammer führen und sorgt für einen sauberen Abschluss.

Steine: Wichtig für den Schwimmteich

Substrate aus gebrochenem Gestein bieten eine schicke Optik, sind als effektive Filter wichtig für die Wasserreinigung und bilden die Basis für üppiges Pflanzenwachstum.

Die Wahl von Filtersubstraten in Schwimmteichen läuft nach einfachen Regeln, weiß Jörg Baumhauer, Geschäftsführer der Firma re-natur. Durchlässig sollen sie sein, Schwebstoffe aus dem Wasser filtern, und sie dürfen keine Nährstoffe ins Wasser abgeben. Vorrangig handelt es sich dabei um das Element Phosphor, das nur in geringen Mengen im Wasser vorliegen darf (Richtwert für Schwimmteiche: 0,01 mg/l). Einige Gesteine jedoch beinhalten viel Phosphor und geben ihn unter Umständen ans Wasser ab. Das würde zu Algenwachstum führen. Die möglichst große Oberfläche der Substrate hilft bei der Wasserreinigung: Auf dem Bruchstein siedeln sich Mikroorganismen und Biofilm an. Werden diese vom Wasser umströmt, nehmen sie Nährstoffe auf und reinigen das Wasser. Eine grobe Porenstruktur mit Korngrößen zwischen 1–16 mm ist optimal für die Durchströmung. Pflanzsubstrate dagegen sollen optimales Wachstum von Rohrkolben & Co. gewährleisten. Sie sind feinkörniger als Filtersubstrate, oft mit Anteilen von Lehm, Kalk und Sand. Der Vorteil von industriell gefertigten Substraten: Sie unterliegen der Düngemittelverordnung, alle Inhaltsstoffe müssen klar erkennbar aufgelistet sein. Bei selbst gemischten Filter- und Pflanzsubstraten ohne fachliche Analyse kann sich der sparsame Schwimmteichbauer schnell eine dauerhafte Phosphorquelle in den Schwimmteich holen. Es ist also sehr sinnvoll, sich vor dem Bau über das Filter- und Pflanzsubstrat Gedanken zu machen.

Teil 1 unserer Schwimmteich Bauanleitung finden sie hier!

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