Lampen

Licht für Wege und Garten

Wer tappt schon gern im Dunkeln, wenn er abends nach Hause kommt. Welches Licht Sie am besten auf Wegen rund ums Haus und im Garten setzen, zeigen diese Beispiele.

 
Außenleuchten © Lambertsen
Außenleuchten

Lichtquellen am Haus und im Garten erfüllen mehrere Funktionen. Was wären Hausecken, Treppenaufgänge, Kellereingänge, Wegführungen, Terrassen und Teichanlagen auf dem Grundstück ohne eine ausreichende Beleuchtung? Bei Dunkelheit wären diese Orte eine ständige Gefahrenquelle. An der Eingangstür mit Hausnummer ist gutes Licht ein Muss! Hier geht es nicht nur darum, dass man das Schlüsselloch findet, sondern für Rettungswagen ist es ein notwendiger Wegweiser.

Die Beleuchtung von Wegen am Haus und im Garten dient nicht nur der eigenen Sicherheit und dem Schutz vor ungebetenen Gästen, sondern sie schafft auch Atmosphäre. Dabei zählt nicht nur die Lichtwirkung allein, denn die Leuchte ist ja auch am Tag zu sehen. Neben den bewährten Zylinder-, Kugel oder Pilzleuchten eignen sich – je nach Umfeld und Geschmack – moderne Designerlampen oder Formen, die alten Gaslaternen nachempfunden sind. Außerdem gibt es Natur oder Betonsteine mit eingearbeiteten Strahlern, die ihr Licht auf den Weg richten. Auch spezielle in den Boden eingelassene Lampen, die kaum sichtbar sind, erleuchten zum Beispiel Auffahrten.

Aber bevor es an die Auswahl der Modelle geht, braucht man zunächst eine gute Planung. Wo sollen die Außenleuchten platziert werden und welche elektrischen Anschlüsse sind vorhanden? Der Einbau von Erdkabeln sollte zum Schutz vor Spaten und Frost 60 cm tief erfolgen. Einbauten kann man in Eigenregie erledigen, die Anschlussarbeiten darf nur ein Elektriker durchführen. Wer auf Erdarbeiten gern verzichten möchte, kann auf Niedervoltsysteme mit oberirdisch verlegten Kabeln umsteigen. Alternativ bieten sich mobile Solarleuchten an, die man beliebig umsetzen kann.

Licht-Charakteristik

© SelbermachenDiffuses Licht dient streng genommen der Orientierung. Die Lichtstreuung wird ohne bevorzugte Richtung verteilt. Es blendet nicht und bewirkt eine gleichmäßige und schattenarme Beleuchtung, zum Beispiel Lampenschirme aus Opalglas. Sie sind gut geeignet für Nebenschauplätze wie Seitentüren am Haus.

© SelbermachenMit direktem Licht werden gezielt Gebäudeteile, Pflanzen und Objekte hervorgehoben. Strahler geben punktgenau Licht ab. Gelungene Lichtinszenierung braucht geplante Übergänge von hell nach dunkel. Dann kommen Lichteffekte richtig zur Geltung.

© T. StraszburgerIndirektes Licht hat eine blendfreie Abdeckung nach vorne, so dass der umgebende Bereich durch reflektierendes Licht erhellt wird. Optimal an der Haustür.

Leuchtende Auffahrt

Solar-Pflastersteinleuchten weisen bei Dunkelheit in der Hofeinfahrt, auf dem Gehweg oder im Garten immer den richtigen Weg. Die Stromversorgung erfolgt über zwei handelübliche NiMh-Akkus, die bei Sonnenschein über eine integrierte Solarzelle aufgeladen werden. Als Leuchtmittel dienen zwei langlebige und superhelle Leuchtdioden, die über einen eingebauten Helligkeitssensor bei Dämmerung automatisch einbeziehungsweise ausgeschaltet werden. Die robusten Leuchten sind mit dem PKW befahrbar. Ein Vorteil dieser Beleuchtung: Man kann sie auch nachträglich noch einbauen. Dafür muss zunächst ein Stein herausgearbeitet werden. Damit die Solarleuchte (6 cm hoch) mit den übrigen Steinen auf einem Niveau bleibt, die Lücke mit Sand auffüllen und gut feststampfen. Dann wird die Pflastersteinleuchte eingesetzt und mit Zement rundherum aufgefüllt und fixiert. Die Leuchtsteine sind 19,3 x 9,8 x 6 cm groß und kosten 12,90 Euro (Conrad).

Licht auf Schritt und Tritt

© SelbermachenWenn es Stufen zum Hauseingang oder in den Garten gibt, ist ausreichendes Licht hier unerlässlich. Denn eine unbeleuchtete Treppe ist die Stolperfalle Nummer eins. Hier sollten Sie bei der Auswahl der Beleuchtung darauf achten, dass das Licht nicht blendet. Die Leuchten müssen also so platziert werden, dass man beim Begehen nicht direkt in die Lichtquelle hineinschaut. Optimal sind Lampen mit niedriger Lichtpunkthöhe wie zum Beispiel das ausgeklügelte System „Stella“, das für eine Neuanlage geeignet ist und passgenau in die Steinmauer „Santuro“ integriert werden kann. Das Licht strahlt über die gebürsteten Edelstahlflächen blendfrei nach unten ab. Kompakt-Leuchtstoffmittel mit Vorschaltgerät sorgen für sicheren Auftritt.

Mauer mit Licht

© SelbermachenDer Einbau der Leuchte „Stella“ ist ziemlich einfach und wird beim Aufbau der Mauer „Santuro“ gleich mit eingeplant. Bei dem Modulsystem kann man sicher sein, dass die Maße der Leuchte (15 x 30 x 12,5 cm, zirka 270 Euro) zu den Steinen (etwa 142 Euro/qm) passen. Zunächst muss das Einbaugehäuse der Leuchte bündig an den oberen Laschen oder an der Bodenfläche mit dem Stein verschraubt oder verklebt werden. Danach wird der Leuchteneinsatz eingeschoben. Eine Durchgangsverkabelung zu anderen Leuchten ist möglich. Der Anschluss erfolgt über das Hausnetz und muss vom Fachmann ausgeführt werden.

© SelbermachenZum Schluss wird die Abdeckung montiert. Das Einbaugehäuse wird mit einem ganzen Stein abgedeckt und sollte beidseitig 10 cm aufliegen (Braun).

© SelbermachenEine wassergeschützte Steckdose verbirgt sich im Innern des Keramiktopfes. Diese Ausstattung hat den Vorteil, dass man mehrere Leuchten miteinander verbinden kann und im Endeffekt nur eine Steckdose im Haus für den Anschluss benötigt. Diese Art der Leuchten lassen sich – im Gegensatz zum Mauersystem – ganz leicht nachträglich aufstellen. © SelbermachenDas mobile Modell „Luxor“ besteht aus einem frostfesten Keramikkorpus sowie einer Lichtkuppel aus Opalglas. 29 cm hoch, 198 Euro (Wood, Steel and more).

Tipp

© SelbermachenBei allen mobilen Außenleuchten, die mit elektrischen Kabeln verbunden sind, sollte man Stecker und Kupplung zur Sicherheit vor eindringender Feuchtigkeit mit einem zusätzlichen Schutzgehäuse versehen. In der Box werden die Kabel in Klemmen fixiert und sorgen auch für Zugentlastung. Die roten Boxen sind absolut wasserdicht. In allen Baumärkten für 5 Euro.

Silizium ist der Rohstoff, aus dem Solarzellen hergestellt werden. Es muss dazu mit anderen Elementen regelrecht verunreinigt (fachlich „dotiert“) werden. Je nach dafür eingesetzten chemischen Elementen entsteht dabei entweder das n-Silizium, bei dem durch das Dotieren ein überflüssiges Elektron im Molekülaufbau entsteht, oder das p-Silizium, in dessen Struktur ein Elektron fehlt. Bringt man nun diese beiden Siliziumarten zusammen und stößt dann auch noch Sonnenlicht dazu, findet automatisch ein Ausgleich der Elektronen statt, in dessen Folge ein elektrisches Feld entsteht. Die Ladungsträger werden so nach ihrer Polarität getrennt und können über die beiden Kontakte einer Solarzelle als Strom abgenommen werden.

© SelbermachenSolarbetriebe Leuchten kann man im Baumarkt bereits für rund 10 Euro erwerben und meist mittels Erdspieß variabel einsetzen. Aber Achtung bei den Billigangeboten. Statt leuchtender Köpfe in der Nacht erkennt man höchstens kleine Funzeln, die noch nicht mal zur Orientierung dienen. Laut Herstellerangaben soll die Leuchtdauer bis zu sieben Stunden anhalten! Stimmt meist nicht – hier zahlen sich nur teurere Modelle aus.

Bewegungsmelder mit Infrarot-Sensoren reagieren auf Wärme und spenden bei Eintritt in den Radius gezielt Licht. Sie können so platziert werden, dass weitere Leuchten mit Sensor sich anschalten und eine größere Fläche ausgeleuchtet wird. Die Dauer des Lichts sowie der Erfassungswinkel sind einstellbar (Steinel).

Die richtige Position

© Selbermachen© Selbermachen© Selbermachen

Wenn Sie einen Bewegungsmelder installieren wollen, sollten Sie ein paar Grundregeln beachten: Einbauhöhe und -position sollen so gewählt werden, dass der Melder nicht durch Büsche oder Bauwerke behindert wird, dass der Weg zur Tür vollständig erfasst wird und dass es keine toten Winkel neben der Tür gibt, die Einbrechern die Arbeit erleichtern.

Auch die Ansprechsensibilität der Geräte müssen Sie so anpassen, dass nicht jede streunende Katze Ihren Garten beleuchtet.

© Selbermachen© Selbermachen

© SelbermachenSicherheit geht vor. Beim Anschließen der Außenleuchten muss ein Schutzleiter (gelb-grün, siehe Foto) vorhanden sein (Steinel). Sie müssen über einen FISchalter (Fehlerstromschutzschalter) abgesichert werden. Diese Arbeit darf nur vom Elektriker ausgeführt werden.

SELBER MACHEN 10/2007

Artikel aus selber machen Ausgabe 10/2012. Jetzt abonnieren!
Mehr zum Thema