Hereinspaziert!

Gartentür aus Holz selbst gebaut

Die Gartentür ist nicht nur die Visitenkarte des Hausherrn, sondern quasi das i-Tüpfelchen auf dem Gesamtgarten. Unsere Gartenpforte aus Holz besticht durch seine schlichte Eleganz.

 
Die Gartenpforte selber bauen © Lambertsen
Die Gartenpforte selber bauen

Gartenpforte© SelbermachenDas alte Gartentor im Jägerzaunstil war einfach in die Jahre gekommen: wackelnde Pfosten, ausgerissene Scharniere und ein schmuddeliges Gesamtbild machten die Entscheidung einfach – hier musste etwas Neues her. Die Idee dabei war, aus einer unscheinbaren Gartenpforte ein repräsentatives Gartentor zu machen, das den Garten schmückt und aufwertet und durch das man gern hindurchgeht. Der große Nachteil eines Tortausches sind die bereits vorhandenen Fundamente, aus denen die alten Pfosten mit brachialer Gewalt entfernt werden müssen.

Der große Vorteil: Sind die alten Pfosten raus, können Sie deren Löcher oder die alten Fundamente eventuell als Grundlage für den neuen Estrichbeton nutzen. Die Löcher müssen dazu aber größer sein als etwa 15 x 15 cm, damit sich die Hanker der neuen Pfosten darin ausrichten lassen. Der Abstand der beiden Anker und die Torbreite sind durch dieses Verfahren natürlich festgelegt. Die Durchgangshöhe unter dem aufgesetzten Torbogen richten Sie am besten nach Ihrer Körpergröße plus etwa 30 bis 40 cm aus.

Gartentor selber bauen: Schlagen Sie Bögen

Torbogen mit Hausnummer© Selbermachen

Die handwerklich größte Herausforderung an unserem Gartentor ist das Aufreißen der Rundungen und Strahlen auf der Multiplexplatte des eigentlichen Tores. Der dafür nötige Kreismittelpunkt liegt an einer der kürzeren Seiten der 95 cm breiten und 97 cm hohen Platte 1 cm von der Unterkante entfernt exakt in der Mitte.

Torbogen mit Schmetterling© Selbermachen

Von dort aus schlagen Sie die beiden Kreisbögen mit 20 und 30 cm Radius. Die beiden Bögen am oberen Ende des Tores müssen einen anderen Mittelpunkt haben, weil durch den vergleichsweise kleinen Kreis der Bogen sonst zu stark und das Tor an den Seiten zu niedrig wird. Als „Zirkel“ verwenden Sie eine gerade Latte, an der Sie den Kreismittelpunkt per Nagel markieren und von dort aus 220 und 210 cm für die beiden Radien anreißen.

Um die beiden Bögen zu schlagen, müssen Sie die Torplatte auf dem Boden fixieren, deren Mittelachse nach unten verlängern und von der Toroberkante 220 cm abmessen – dort ist der Kreismittelpunkt. Um die angedeuteten Sonnenstrahlen auf dem Tor aufzuzeichnen, teilen Sie den 210-cm-Kreisbogen einfach in 10-cm-Abschnitte auf und verbinden diese Punkte mit dem Kreismittelpunkt auf der Platte.

Emblem© SelbermachenStatt Gekauftem können Sie sich auch selbst ein kleines Ornament aus der Multiplexplatte schneiden. Diese Vorlage ist zum Vergrößern auf Ihr Maß geeignet.

Anleitungen zum Gartentor-Bau

  1. Fundamente entfernenFundamente entfernen© Lambertsen

    Fundamente entfernen

    Entfernen Sie die alten Fundamente mit einem Brecheisen oder heben Sie ganz neue Löcher für den Estrichbeton aus. Die frostfreie Mindesttiefe beträgt etwa 70 cm.
  2. H-Anker fixierenH-Anker fixieren© Lambertsen

    H-Anker fixieren

    Die beiden H-Anker fixieren Sie exakt in Abstand und Lot ausgerichtet an einer rechtwinklig geschnittenen Holzplatte. Zwei passend zugeschnittene Leisten fixieren die Platte zwischen den H-Schenkeln.
  3. Fundamentlöcher ausfüllenFundamentlöcher ausfüllen© Lambertsen

    Fundamentlöcher ausfüllen

    Füllen Sie den erdfeucht angemischten Beton per Kelle in die Fundamentlöcher und verdichten Sie ihn mit einer Stange.
  4. H-Anker setzenH-Anker setzen© Lambertsen

    H-Anker setzen

    Setzen Sie die Platte mit den Ankern in den frischen Beton und richten Sie sie per Wasserwaage genau aus.

  1. KreissegmenteKreissegmente© Selbermachen

    Kreissegmente

    Reißen Sie die Kreissegmente auf die Sperrholzplatte auf. Der Kreismittelpunkt liegt 1 cm von der unteren Plattenkante entfernt, damit Sie den Zirkel noch einstechen können.
  2. Loch bohrenLoch bohren© Lambertsen

    Loch bohren

    Haben Sie die Strahlen aufgerissen, markieren Sie die auszuschneidenden Segmente und bohren sie mit je einem Loch pro Ecke vor, dann
  3. Segmente aussägenSegmente aussägen© Lambertsen

    Segmente aussägen

    . . . können Sie die Stichsäge zum Ausschneiden der Segmente nämlich besser einsetzen.
  4. Kanten mit Oberfräse abrundenKanten mit Oberfräse abrunden© Lambertsen

    Kanten mit Oberfräse abrunden

    Alle Kanten runden Sie per Oberfräse ab. Die Ecken mit feiner Feile nacharbeiten.
  5. Ausklinkungen herausarbeitenAusklinkungen herausarbeiten© Lambertsen

    Ausklinkungen herausarbeiten

    Die Ausklinkungen für die H-Anker an den Pfosten arbeiten Sie freihändig mit der Oberfräse heraus.
  6. Anker fixierenAnker fixieren© Lambertsen

    Anker fixieren

    Die Anker fixieren Sie am Pfosten und bohren die 10-mm- Löcher vor. Bohren Sie nach dem Entfernen der Anker auf 14 mm auf, damit Sie bei der Montage genug Spiel haben.
  7. Fichtenbretter ausreißenFichtenbretter ausreißen© Lambertsen

    Fichtenbretter ausreißen

    Mit der ausgeschnittenen Sperrholzplatte als Schablone reißen Sie die jeweils vier Fichtenbretter pro Seite auf Länge und Rundung an und schneiden sie sauber aus.
  8. MessenMessen© Lambertsen

    Messen

    Die Rundung der Torbögen messen Sie über Länge (170 cm), Gesamtbreite (30 cm) und Bogenbreite (15 cm) ein. Die Holzleiste nach Auge biegen.
  9. Bögen schraubenBögen schrauben© Lambertsen

    Bögen schrauben

    Setzen Sie die Pfosten in die Anker.
  10. Pfosten in die Anker setzenPfosten in die Anker setzen© Lambertsen

    Pfosten in die Anker setzen

    Die Bögen an den Pfosten fixieren und mit Edelstahlschrauben verankern.
  11. Bänder verschraubenBänder verschrauben© Lambertsen

    Bänder verschrauben

    Die Bänder am Tor und die Kloben am Pfosten verschrauben.
  12. Schubriegel befestigenSchubriegel befestigen© Lambertsen

    Schubriegel befestigen

    Ein kleiner Schubriegel mit Anschlag hält das Tor auf der anderen Seite fest.
  13. AusklinkungenAusklinkungen© Lambertsen

    Ausklinkungen

    Falls Sie keine Oberfräse besitzen, können Sie die Ausklinkungen auch mit Stechbeitel und Hammer ausarbeiten. Zuerst die Ränder abstechen.
Artikel aus selber machen Ausgabe 10/2013. Jetzt abonnieren!
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