Holz richtig verarbeiten | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
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Holz richtig verarbeiten

Holz so zu behandeln, dass es lange Freude bereitet, ist heutzutage kein Kunststück mehr. Selbst die gern genutzte Ausrede mangelnder Zeit ist angesichts moderner Produkte und Verarbeitungsmethoden hinfällig.

 
Gartenhaus Lasur © PR
Gartenhaus Lasur

Kaum ein Werkstoff lässt sich im Garten so vielfältig einsetzen wie Holz, zum Beispiel für Gartenhäuser, Zäune, Sichtblenden uvm., schließlich passt es dort auch ganz „natürlich“ hin. Und individuellen Gestaltungswünschen sind keine Grenzen gesetzt, es gibt ein enormes Angebot an Hölzern und diverse Optionen zur weiteren Gestaltung. Der Begriff Gartenholz bezeichnet alle Holzprodukte, die ausschließlich oder überwiegend im Garten Verwendung finden.

Man unterscheidet drei Kategorien:

1. Vorbehandeltes Holz, wie zum Beispiel kesseldruckimprägniertes Holz, das bereits über einen Basisholzschutz verfügt. Für einen dauerhaften Schutz vor Nässe, Bläue etc. ist eine zusätzliche Behandlung mit einem Garten- Holzschutzprodukt jedoch empfehlenswert.

2. Tropen- bzw. Hartholz (zum Beispiel Teak, Bangkirai), für das Pflege und UV-Schutz wichtig sind, damit es seine schöne natürliche Färbung behält und nicht vergraut.

3. Unbehandeltes Weichholz (zum Beispiel Kiefer), wie es beispielsweise für Gartenmöbel verwendet wird. Dieses Holz ist im Freien jeder Witterung ausgesetzt und deshalb hinsichtlich Fäulnis und Bläue gefährdet. Umfassender Schutz durch geeignete Anstriche ist erforderlich. Eine breite Palette an Mitteln – Reiniger, Lasur, Öl – steht für Schutz und Pflege zur Verfügung.

Kein Jägerlatein:

© PRWer hat in seinem Leben nicht schon mal einen Jägerzaun gestrichen – wenn vielleicht auch nicht den eigenen. So traditionell der Zaun, so traditionell das erforderliche Holzschutzmittel dafür: Für Neu- oder Renovierungsanstriche kommt nur klassisches „Echtbraun“ als Farbton in Frage. So kommt die Maserung zur Geltung, und das Holz erhält tief eindringenden Schutz vor Fäulnis.

Häufige Fehler beim Terrassenbau:

Beim Bau eines Holzdecks sollten einige Tipps bei der Konstruktion beachtet werden, sonst kann es selbst bei sorgfältiger Auswahl des Holzes nach kurzer Zeit böse Überraschungen geben. Wenn die Terrasse aus edlem – und teurem – Holz bereits nach wenigen Jahren zerbröselt, ist daran meistens Nässe schuld. Denn während die Holzoberfläche auch nach heftigen Regengüssen schnell abtrocknet, steht die Unterkonstruktion oft noch sehr lange in Pfützen, wenn das von oben kommende Wasser nicht ordentlich abgeleitet wird und nicht im Erdreich versickern kann. Es gilt also, einige Hinweise bezüglich der Unterkonstruktion zu beachten, um die guten Terrassendielen zu schützen. Wenn diese dann auch noch gut gepflegt werden, droht keine übermäßige Gefahr durch Witterungseinflüsse.

Drei Lasurtypen bieten Schutz und Schönheit

Lasuren kommen als Wetterschutz zum Einsatz, wenn die natürliche Holzstruktur erhalten bleiben oder zumindest durchscheinen soll. Heute unterscheidet man drei Arten: Dünnschichtlasur, zum Beispiel Xyladecor Holzschutz- Lasur, ist die klassische Lasur für neue und alte Hölzer im Außenbereich. Sie dringt mit ihren Wirkstoffen tief in das Holz ein. So behält das Holz seine natürliche Optik und Oberflächenstruktur. © PRAuch, wenn es sich um einen „Holzschutz-Klassiker“ handelt, wird die Lasur ständig weiterentwickelt. So perlt, durch den „Aqua-Tech“-Nässeschutz, Wasser regelrecht ab, und das behandelte Holz ist gegen Nässe und Bläue gewappnet. Zudem wird bei der Holzschutz- Lasur von Xyladecor durch das „2 in 1“- System beim Lasieren gleichzeitig die Grundierung aufgebracht. Ein Vorgrundieren ist nicht mehr nötig! Dickschicht-Lasur hat eine Konsistenz wie Lack und verfügt über ähnliche Eigenschaften. Sie bildet einen Schutzfilm auf der Oberfläche, der u.a. die Feuchtigkeitsaufnahme stark reduziert. Folgeanstriche sind wesentlich später erforderlich als bei Dünnschichtlasuren – dafür aber aufwendiger. Durch ihre Eigenschaften ist diese Lasur der ideale Immobilienschutz und somit für Fenster und Türen sowie andere besonders hochwertige Bauteile bestens geeignet.

Darüber hinaus werden auch Mittelschicht-Lasuren, beispielsweise Xyladecor Dauerschutz- Lasur (siehe Bauanleitung), angeboten. Diese vereint die Vorteile von Dünnund Dickschicht-Lasuren, indem sie sowohl tief in das Holz dringt, als auch eine Schutzschicht an der Oberfläche bildet. Auch diese Lasur basiert auf dem „2 in 1“-System und liefert die Grundierung gleich mit.

Grundsätzlich unterscheidet man:

© PR• Dünnschicht-Lasuren, die in das Holz eindringen und von innen wirken (für Zäune, Pergolen etc.), bis zu 4 Jahre Schutz.

© PR• Mittelschicht-Lasuren, die nach dem Eindringen von innen wirken und gleichzeitig eine Schutzschicht an der Oberfläche bilden (für Gartenhäuser, Fassaden, Fenster und Türen etc.), bis zu 6 Jahre Schutz.

© PR• Dickschicht-Lasuren, die einen stabilen Schutzfilm zum Beispiel für hochwertige Bauteile bilden, und so einen idealen Immobilienschutz für bis zu 7 Jahre bieten.

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So wird die Terrasse wieder schön

Da Holz ohne Pflege in kurzer Zeit vergraut, sind Maßnahmen zur Reinigung und Auffrischung des ursprünglichen Holzfarbtons sinnvoll.

Arbeitsschritte

  1. Terasse fegen© PR

    Terasse fegen

    Vom Terrassenboden zunächst den losen Schmutz mit einem groben Besen entfernen.
  2. Reiniger und Entgrauer auftragen© PR

    Reiniger und Entgrauer auftragen

    Den Reiniger und Entgrauer mit dem Pinsel oder Flächenstreicher auftragen und mindestens 10 Minuten lang einwirken lassen.
  3. Reiniger und Entgrauer einarbeiten© PR

    Reiniger und Entgrauer einarbeiten

    Anschließend mit einer harten Bürste (zum Beispiel Kunststoff- oder Wurzelbürste) oder einem Schrubber gründlich in das Holz einarbeiten. Dabei – wie zuvor beim Auftrag – Schutzhandschuhe tragen.
  4. Mit Schlauch abspritzen© PR

    Mit Schlauch abspritzen

    Nach dem Reinigen gründlich mit viel Wasser abspülen, zum Beispiel mit dem Gartenschlauch abspritzen.
  5. Gartenholz-Öl auftragen© PR

    Gartenholz-Öl auftragen

    Nach einer ausreichend langen Trocknung (mindestens zwei Tage lang) macht der Auftrag eines Gartenholz-Öls die Auffrischung komplett und imprägniert das Holzdeck – durch Wachs entsteht ein Wasserabperl-Effekt. So erstrahlen Harthölzer wieder im natürlichen Farbton und sind zugleich vor Nässe und UV-Strahlen geschützt.

Welche Richtung fürs Gefälle?

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Falsch ist es, wenn das Gefälle in Richtung des Hauses verläuft, da sich dann direkt am Haus Wasser sammelt. Wenn das Gefälle vom Haus weg zeigt, läuft das Wasser einfach ab.

Wieviel Unterbau ist ratsam?

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Falsch ist es, den Unterbau vollflächig auszulegen. So kann das Regenwasser nur schwer ablaufen, und die Traghölzer liegen zu lange im Feuchten. Richtig ist es, Gehwegplatten streifenförmig in Tragholzrichtung zu verlegen.

Was gilt bei Schnittkanten?

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Falsch ist es, kesseldruckimprägniertes Holz zu schneiden und unbehandelt zu lassen. Richtig ist es, die Schnittkanten mit Holz- und Bläueschutz zu streichen.

Was gehört unter Dielenstösse

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Falsch ist es, Dielenstöße direkt auf ein Unterkonstruktionsholz zu legen, dann kann das Wasser dort nicht ablaufen. Richtig ist es, ein zweites Unterkonstruktionsholz einzubauen

Wie die Fugenbreite einmessen?

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Falsch ist es, den Dielenabstand nach Keiloder Zollstockbreite abzustecken, da die Dielenbreite leicht variiert. Richtig ist es, Nennmaß der Dielen und Mindestfugenbreite

Wie schrauben richtig eindrehen?

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Falsch ist es, die Schraubenköpfe komplett in den Dielen zu versenken, da dann Mulden entstehen, in denen sich Wasser sammelt. Richtig ist es, die Schrauben oberflächenbündig einzudrehen. zu addieren und vorab anzuzeichnen. und den Stoß zwischen die Hölzer zu legen.

Artikel aus selber machen Ausgabe 06/2013. Jetzt abonnieren!
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