Holzschutz rund ums Haus | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Holzschutz

Holzschutz rund ums Haus

Holz im Außenbereich ist dem ständigen Angriff von Sonne, Feuchtigkeit, Pilzen und Insekten ausgesetzt - Hier ist die Checkliste mit den wichtigsten Holzbauteilen rund ums Haus und dem Grundwissen, wie man sie am besten schützt.

 
Holzschutz rund ums Haus © Chris Lambertsen
Holzschutz rund ums Haus

Holz unter freiem Himmel muss eine Menge Strapazen ertragen. Dabei ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Witterung ihre sichtbaren Spuren hinterlässt. Zunächst führen diese Umstände zum Vergrauen des Holzes, nach einiger Zeit zeigen sich Risse und der allmähliche Abbau der Oberfläche setzt ein. Ist dies der Fall, sind Tür und Tor geöffnet für holzverfärbende Pilze (Bläue- und Schimmelpilze), holzzerstörende Pilze (echter Hausschwamm, Braunfäule) und Insekten (etwa Hausbock oder Splintholzkäfer). Doch wie kann Holz davor geschützt werden?

In erster Linie durch konstruktive Maßnahmen und materialgerechte Verarbeitung, die bereits in der Planung dafür sorgen, dass Holz auf Dauer trocken bleibt, Feuchtigkeit nicht tief in das Holz eindringen kann und nach Regengüssen schnell abtrocknet. So wird verhindert, dass sich Lebensräume für Pilze und Insekten bilden. Zweitens durch physikalischen Holzschutz (Oberflächenversiegelung), der je nach Zusammensetzung im wesentlichen zwei Schutzwirkungen übernimmt: Zum einen bewahren die lichtundurchlässigen Farbpigmente vor Schäden durch Sonneneinstrahlung, zum anderen schützen Imprägnierungs- und Versiegelungsmittel vor Feuchtigkeitseinwirkung und Abrieb.

Holzschutz rund ums Haus

© SelbermachenDer Anstrich kann filmbildend oder offenporig sein. Filmbildende Lacke bewirken eine porentiefe Versiegelung der Oberfläche; der für das Material wichtige Austausch von Wasserdampf wird unterbunden. Diese Art der Versiegelung ist etwa für einen Gartenstuhl richtig gewählt, da hier mechanischer Schutz wichtig ist und Gartenmöbel meist geschützt unter Vordächern stehen. Problematisch wird’s bei geschlossenen Oberflächen dann, wenn die Beschichtung Risse bekommt. Hier dringt Feuchtigkeit ein, die sich im Material verteilt und kaum wieder austreten kann – das Holz beginnt zu faulen.

Für Holzfassaden eignen sich Anstrichmittel, die eine offenporige Oberfläche bilden. Natürliche Öle und Lasuren sind wasserabweisend und atmungsaktiv, dringen tief ins Holz ein und haften ausgezeichnet. Diese Anstrichmaterialien nutzen sich im Laufe der Jahre zwar auch ab, können aber im Gegensatz zu filmbildenden Anstrichen bei Bedarf einfach übergestrichen werden.

Drittens: Chemischer Holzschutz (mehrere Millimeter tief eindringend), ist dort gefordert, wo Holz in direktem Kontakt mit dem Untergrund steht wie etwa bei Zäunen, Carportpfosten, Palisaden oder Stufen. In den meisten Fällen wird (statisch beanspruchtes) Holz aber schon als rohes, unverbautes Material durch industrielle Behandlungen – Tauch- oder Kesseldruckimprägnierungen – für einige Jahre geschützt, so dass erst nach dieser Zeit ein Überholungsanstrich mit geeigneten Anstrichmitteln notwendig wird.

  1. Fäulnisbildung© Chris Lambertsen

    Fäulnisbildung

    So sollte ein Pfahl immer ausreichend Abstand zum feuchten Erdreich haben und nie eingegraben werden, da sonst Fäulnisbildung unabwendbar ist.
  2. Metallpfostenschuh© Chris Lambertsen

    Metallpfostenschuh

    Daher betoniert man besser einen Metallpfostenschuh 30 bis 40 cm tief in die Erde und montiert darauf den Pfosten.
  3. Pfahlköpfe© Tilman Straszburger

    Pfahlköpfe

    Um dem Regen auf den Pfahlköpfen keine Stauflächen zu bieten, müssen diese gerundet, geschrägt oder mit einem separaten Hut versehen werden.
  4. Fundament© Tilman Straszburger

    Fundament

    In erster Linie löst man bei Pfählen die Probleme durch konstruktiven Holzschutz.

  1. Mit Algenreiniger schrubben© Chris Lambertsen

    Mit Algenreiniger schrubben

    Um dieser Algen Herr zu werden, müssen sämtliche Teile auseinandergebaut und mit einem speziellen Algenreiniger geschrubbt werden.
  2. Hölzer glattschleifen© Chris Lambertsen

    Hölzer glattschleifen

    Nach dem Trocknen alles gründlich mit 120er-Schleifpapier glattschleifen.
  3. Mit Holzöl streichen© Chris Lambertsen

    Mit Holzöl streichen

    Mit einem pigmentierten Holzöl oder Holzentgrauer streichen. Sind Ihre Möbel flächig lackiert, so werden Sie ebenso bearbeitet, wie die Fensterrahmen.
  4. Geölter Gartenstuhl© Chris Lambertsen

    Geölter Gartenstuhl

    Geölte Möbel setzen nach einiger Zeit Algenbewuchs an, der sich gerne an Hosenbeinen grün anheftet.

© Selbermachen© Selbermachen

Palisaden sind anfällig

Da Palisaden immer im feuchten gründen, führt dies stetig zur Holzzerstörung. Deshalb ist die Verwendung von kesseldruckimprägniertem Holz oder Holz mit natürlicher Dauerhaftigkeit wie etwa Eichenkernholz ein Muss! Darüber hinaus empfiehlt sich – wie in den Zeichnungen gezeigt – jeweils eine Kiesschicht sowie bei Palisadenstützwänden eine Folien sperre zum seitlichen Erdreich, um Staunässe zu vermeiden.

  1. Bretter verschrauben© Chris Lambertsen

    Bretter verschrauben

    Wer ein <a href="http://heimwerkerlexikon.selbermachen.de/holzdeck-fuer-den-garten-a232">Holzdeck</a> neu anlegt, sollte unbedingt auf folgende Punkte achtgeben: Verwenden Sie Schrauben aus rostfreiem Edelstahl, und schrauben Sie diese so weit ins Holz, dass die Schraubenköpfe plan mit der Holzfläche abschließen.
  2. Beschädigtes Holz© Chris Lambertsen

    Beschädigtes Holz

    Sitzen die Schraubenköpfe tiefer, kann leicht Feuchtigkeit ins Holz eindringen und erhebliche Schäden verursachen.
  3. Holzbrett© Chris Lambertsen

    Holzbrett

    Das Holzdeck sollte ein leichtes Gefälle von etwa zwei Prozent erhalten, um Regenwasser zügig abfließen zu lassen. In regenreichen Gebieten sollte jene Brettseite oben liegen, die gröber und tiefer geriffelt ist, denn dann kann mehr Wasser abtransportiert werden. Bei der Verwendung von lose auf der Unterkonstruktion verlegten Holzrosten empfiehlt sich eine Schicht Teerpappe, um stetige Staunässe zu vermeiden.
  4. Betonboden© Chris Lambertsen

    Betonboden

    Gleiches gilt für Betonböden.
  5. Holzdeck© Chris Lambertsen

    Holzdeck

    Die beste Lösung stellt die aufgeständerte Unterkonstruktion dar, denn hier hat das Holz keinerlei Erdkontakt.

© Selbermachen© Selbermachen

Zäune richtig schützen

Zaunfelder bestehen überwiegend aus druckimprägniertem Holz, was die Pflege sehr erleichtert, nehmen Sie doch mit dem Auftrag von Holzpflegeölen ihre alte Farbe wieder an und erscheinen in kräftigem Holzton. Die ergrauten Zaunelemente werden einfach vor dem Anstrich grob von Sand und Schmutz gereinigt, kurz angeschliffen und mit dem Pflegeöl satt gestrichen. Doch auch bei Zäunen lässt sich noch etwas konstruktiver Holzschutz betreiben: schrägen Sie mittels Handhobel oder Handbandschleifer mit 40er- /60er-Schleifpapier die Querriegel an. So kann das Regenwasser besser ablaufen.

  1. Wandbekleidung© Selbermachen

    Wandbekleidung

    So muss die Wandbekleidung überlappend oder mit den Tropfnasen nach unten angebracht werden. Was hier wie selbst verständlich klingt, hat schon so mancher Heimwerker verdreht – besonders beim Verarbeiten von Nut-und- Feder-Brettern.
  2. Abschlussbrett© Selbermachen

    Abschlussbrett

    So muss das untere Abschlussbrett der Wandbekleidung eine schräge Abtropfkante haben.
  3. Hirnholzkanten-Abstand© Selbermachen

    Hirnholzkanten-Abstand

    So muss bei aufeinanderstoßenden Hirnholzkanten ein Abstand von 1 cm beachtet werden, damit keine Staunässe entsteht.
  4. Carport© Selbermachen

    Carport

    Carports aus druckimprägniertem Holz benötigen die gleiche Pflege wie Zäune. Entscheidender aber ist es, bereits beim Aufbau die Regeln des konstruktiven Holzschutzes zu beachten.

Fenster müssen gut geschützt sein  

Aufgeplatzte Lacke sind wie eine Einladung für Feuchtigkeit, Pilze und Schwamm. Schleifen Sie für einen Neuanstrich sämtliche Oberflächen leicht an und entfernen Sie lose Lackreste vollständig – wenn es sein muss, bis aufs blanke Holz. Weiches Holz muss ausgetauscht werden! Das freigelegte Holz wird mit Holzschutzgrund imprägniert (Holzschäden mit Füllmasse ausbessern), grundiert und endlackiert. Streichreihenfolge: Beginnen Sie mit den Sprossen (falls vorhanden). Erst die Flanken, dann die Vorderkanten. Nun das Flügelholz ringsherum. Zuletzt Rahmen und Wasserschenkel streichen.

  1. Rückstände entfernen© Chris Lambertsen

    Rückstände entfernen

    Sämtliche Rückstände von Pflanzen (Haftwurzeln) mit einerm Schaber entfernen, da diese auch nach dem Anstrich sichtbar bleiben.
  2. Bretter abbürsten© Chris Lambertsen

    Bretter abbürsten

    Sägeraue Flächen mit grobem Feger (Wurzelbürste) säubern.
  3. Bretter säubern© Chris Lambertsen

    Bretter säubern

    Bei glatten Brettern feuchtes Schwammtuch benutzen.
  4. Bretter streichen© Chris Lambertsen

    Bretter streichen

    Mit Pinsel streichen und die Farbe in die Holzfasern einarbeiten.
  5. Dachüberstände© Chris Lambertsen

    Dachüberstände

    Je größer der Dachüberstand (auch bei Gartenhaus und Carport), desto geringer ist die Belastung durch Schlagregen und Spritzwasser und um so langlebiger ist auch die Fassade. Wenn die Fassade dann renoviert werden soll:

  1. Betonstufe als Schutz© Tillman Straszburger

    Betonstufe als Schutz

    Eine massive Antrittstufe aus Beton oder Stein schützt vor Spritzwasser, ein Streifen Teerpappe oder Neopren – zwischen die Antrittstufe und die Holzwangen gelegt – vermindert eine direkte Befeuchtung, und der Treppenhandlauf sollte leicht auswechselbar sein.
  2. Angeschrägtes Geländer© Tillman Straszburger

    Angeschrägtes Geländer

    Das Geländer sollte auf beiden Seiten um 15 Grad angeschrägt sein sowie eine eingefräste Tropfnase haben
  3. Treppengeländer© Tillman Straszburger

    Treppengeländer

    Treppen und Geländer sind der Witterung weitgehend ungeschützt ausgesetzt und sollten daher jährlich gestrichen werden wie die Zaunfelder. Darüber hinaus gibt es aber noch bauliche Maßnahmen, die schützen helfen.

Unser Expertentipp

von Ludger Overhageböck, Geschäftsbereichsleiter Holzhandwerk der Firma Remmers Baustofftechnik GmbH.

Profilbretter in Holzfassaden (etwa Nut und Feder) gehören zu den sogenannten nicht beziehungsweise begrenzt maßhaltigen Holzbauteilen und sollten in jedem Fall mit einem diffusionsoffenen Anstrich geschützt werden: Bei diesen Holzkonstruktionen kann ein Eindringen von Feuchtigkeit ins Holz nie ganz vermieden werden – etwa über das Hirnholz, Risse im Holz oder in einer Konstruktionsfuge. Dickschichtlasuren sind hier kontraproduktiv: Sie schützen zwar die Fläche vor eindringender Feuchtigkeit, hindern aber die an den genannten Problemstellen eingedrungene Feuchtigkeit am „Verdunsten" aus dem Holz. Es kommt zu einer Staunässe unter dem Anstrich und mit der Zeit zur Bildung von Bläue und Fäulnis. Das Holz verrottet im Extremfall unter dem Anstrich.

Dünnschichtlasuren wie unsere Aidol-HK-Lasur sind deshalb für diesen Anwendungsbereich optimal: Sie dringt tief ins Holz und schützt es durch den RAL-geprüften Sechsfachschutz vor jeglichen Holzschädlingen. Nässe, die sich im Holz bildet, kann durch den dünnen Film wieder nach außen diffundieren. Das Holz wird nicht durch Fäulnis geschädigt. Weiterer Vorteil von Dünnschichtlasuren für diesen Anwendungsbereich: Sie können später ohne große Vorarbeiten wie Schleifen einfach durch Überstreichen renoviert werden. Dickschichtlasuren neigen bei diesem Einsatzbereich durch das Quellen und Schwinden des Holzes zur Rissbildung und zum Abplatzen – sind also wesentlich schwieriger zu renovieren. Das heißt nun aber nicht, dass Dickschichtlasuren generell schlecht sind: Sie sind erste Wahl für maßhaltige Bauteile wie Holzfenster und -türen. Hier ist es besonders wichtig, die Dimensionen des Bauteils zu erhalten. Diese besonders hochwertigen Bauteile müssen deshalb wirksam und rundum vor eindringender Feuchtigkeit geschützt werden. Sonst verändert sich das Volumen oder die Form des Bauteils durch die Feuchtigkeit und die Tür oder das Fenster lässt sich nicht mehr richtig öffnen oder schließen.

Artikel aus selber machen Ausgabe 04/2010. Jetzt abonnieren!
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