Glastürbeschläge | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Glastürbeschläge

Glas wird als Material für Möbeltüren immer beliebter. Die Industrie liefert dafür Spezialbeschläge, die auch Selbermacher verarbeiten können.

 
Rahmenlose Möbeltüren aus Glas lassen sich mit speziellen Scharnieren problemlos anschlagen. Für Mineralglas und Acrylglas werden die gleichen Beschläge verwendet. © Selbermachen
Rahmenlose Möbeltüren aus Glas lassen sich mit speziellen Scharnieren problemlos anschlagen. Für Mineralglas und Acrylglas werden die gleichen Beschläge verwendet.

Der Trend im modernen Möbelbau geht zu leichten, durchsichtigen Konstruktionen, zu Vitrinen und vor allem zu viel Glas. Heimwerker, die ihre Möbel selber bauen, folgen diesem Trend, haben aber naturgemäß nicht die gleichen Verarbeitungsmöglichkeiten für den spröden und bruchempfindlichen Werkstoff Glas, wie die möbelherstellende Industrie.

Die Hersteller von Beschlägen machen es dem Heimwerker jedoch relativ einfach, denn sie liefern Scharniere und Griffe, die sich ohne zu bohren für Türen aus Glas verwenden lassen. Bei ihnen wird das Material einfach eingeklemmt.

Das geht mit Hilfe von besonderen Schrauben, die gegen das Glas drücken und rutschfesten Zwischenlagen auf der Gegenseite des Scharniers. Beim Einsetzen der Einklemmscharniere ist wichtig, dass sie auf die Glasstärke abgestimmt sind.

Ist das Glas zu dick, muss es mit Gewalt in den Scharnierschlitz gebracht werden, und kann dabei leicht brechen. Bei zu dünnem Glas reicht der Gewindeweg der Schraube häufig nicht aus, um das Glas wirksam einzuklemmen. Die meisten Glasscharniere dieser Art sind für Glasdicken von 4 bis 6 mm vorgesehen.

Eine Türdicke von 6 mm ist dann genau das richtige Maß. Auf die gleiche Art, nämlich durch Einklemmen, werden auch die entsprechenden Griffe an der Glasscheibe befestigt.

Verschiedene Anschlagarten

Einklemmscharniere sind meist aus Zinkdruckguß und werden mit verschiedenen Oberflächen geliefert. Es gibt sie für außenliegende und innenliegende Türen. Außenliegende Türen liegen außerhalb von Seitenwänden und Böden vor dem Schrankkorpus, während in­nen­liegende zwischen Seiten und Böden platziert sind.

Sie müssen entsprechend genau passen, damit sie beim Schließen nicht klemmen. Beim Festlegen der Glasgröße muss die Dicke der Scharnierseiten, die um das Glas herumgreifen, berücksichtigt werden. Da man die Scharniere nicht in das Glas einlassen kann, schließt eine Glastür niemals vollkommen staubdicht. Auch die außenliegenden Türen liegen nicht bündig am Schrankkorpus an. Es bleibt in beiden Fällen ein Spalt von 2 bis 3 mm.

Mit Bohrungen im Glas

Auch die Scharniere, für die Löcher in das Glas gebohrt werden müssen, können von Selbermachern eingesetzt werden, wenn die Löcher keinen größeren Durchmesser haben müssen als 10 mm. Bis zu dieser Größe gibt es spezielle Glasbohrer (Preise je nach Durchmesser etwa 5 bis 8 Euro).

Erforderlich sind zum Bohren außerdem eine langsam laufende Bohrmaschine und ein Bohrständer. Gebohrt wird dann mit viel Gefühl und mit Hilfe eines Kühlmittels (Wasser oder Terpentinersatz), das ständig an den Bohrer gegeben werden muss.

Das Bohren größerer Löcher wie für die auf der Vorderseite gezeigten Scharniere oder die auf dieser Seite gezeigten Schlösser sollte man dem Glaser überlassen. Er arbeitet mit Spezialbohrgeräten und diamantbestückten Bohrern.

Türen aus Acrylglas

Leichter als das mineralische Glas ist Acrylglas (Plexiglas®) selber zu bearbeiten. Es ist sehr leicht, hat fast die gleichen optischen Eigenschaften wie Glas und kann mit hartmetallbestückten Werkzeugen gesägt, gefräst und gebohrt werden. Auch die Sägekanten kann man selber fein nass schleifen und sogar polieren.

Allerdings ist Acrylglas kratzempfindlich und lädt sich leicht elektrostatisch auf, das heißt, es zieht Staub an. Zum Bohren sind auch hier ein Bohrständer und die Kühlung des thermoplastischen Kunststoffes mit Wasser erforderlich, weil er bei zu großer Erwärmung schmilzt und zu einer unförmigen Masse verklebt.

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Rahmenlose Möbeltüren aus Glas lassen sich mit speziellen Scharnieren problemlos anschlagen. Für Mineralglas und Acrylglas werden die gleichen Beschläge verwendet.

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Klemmscharniere benötigen keine Bohrungen im Glas. Diese innenliegende Tür hat ein Federscharnier, welches die Tür durch Federdruck geschlossen hält.

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Außenliegende Türen bekommen gekröpfte Scharniere. Die Tür liegt vor dem Schrankkorpus und muß deshalb nicht millimetergenau eingepaßt werden.

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Beim Bohren von Acrylglas wird der hartmetallbestückte Bohrer mit wenig Vorschub und unter ständigem Kühlen mit Wasser in das Material gesenkt. Der Bohrständer sorgt für die senkrechte Führung des Bohrers. 

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Innenliegende Türen können nur mit Seitenabstand eingesetzt werden, weil das Scharnier nicht um das Glas greift. Für diese Montage ist eine 20-mm-Bohrung nötig.

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Mit einem Spezialschlüssel wird die Nutmutter angezogen, die das Scharnier in der Glasplatte festhält. Im Drehgelenk kann die Tür leicht ausgehängt werden.

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Für kleine und leichte Türen ist dieses zierliche Phonoscharnier ausreichend. Der Türabstand zur Seite beträgt 3 mm, nach oben und unten jeweils 2,5 mm.

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Für schwere Türen ist dieses Gleitscharnier gedacht. Geringe Abstände der Tür sind möglich, weil das Scharnier in die Konstruktionsböden eingelassen werden kann.

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Das Zylinderschloß benötigt für den Einbau in die Tür eine 26-mm-Bohrung durch das Glas. Für den Schließkloben bohrt man in die Schrankseite ein 5-mm-Loch.

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Für außenliegende Türen ist dieses flache Zylinderschloß gedacht. Der Schließhebel faßt hinter das Schließblech, das man gegen die Schrankinnenseite schraubt. 

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Der Druckmagnetschnäpper hält die Tür geschlossen, läßt sie aber beim Drücken von außen aufspringen. Das Gegenblech wird auf das Glas geklebt oder geklemmt.

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Türgriffe werden angeschraubt oder wie die einfachen Glastürscharniere mit einer Schraube aufgeklemmt. Zum Schrauben sind Bohrungen durch das Glas erforderlich.

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