Leim richtig angeben | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Leim richtig angeben

Leime und Kleber fehlen in keiner Heim­werkstatt. Wir zeigen Ihnen, wie man sie richtig aufträgt.

 
Anleimer als Plattenkanten werden mit Weißleim angebracht. Der Leim wird mit der Leimflaschentülle aufgetragen und dann mit einem Pinsel verteilt. Bei einer dichten Trägerplatte (z.B. Tischlerplatte) reicht der einseitige Leimauftrag. Ist der Unter­grund grobporig (z.B. bei Span­platten), sollte auch Leim auf die Platten­kante gegeben und verteilt werden. © Selbermachen
Anleimer als Plattenkanten werden mit Weißleim angebracht. Der Leim wird mit der Leimflaschentülle aufgetragen und dann mit einem Pinsel verteilt. Bei einer dichten Trägerplatte (z.B. Tischlerplatte) reicht der einseitige Leimauftrag. Ist der Unter­grund

Zwei Sorten Klebstoffe sind es, mit denen der Selbermacher bei seiner Arbeit zu tun hat. Weiß­leim in Standardausführung, als Expressleim, in wasserfest und als Lackleim, der auch auf lackierten und auf Kunststoff-Flächen haftet und außerdem Kontaktkleber in verschiedenen Ausführungen. Weiß­leime sind wassergelöste Dispersionskleber, die aber nach dem Trock­nen auch in den nicht wasserfesten Ausführungen kaum noch mit Wasser auflösbar sind.

Umgang mit Leim und Kleber

Möbelbauteile, die miteinder verschraubt werden oder die man mit Beschlägen verbindet, lassen sich wieder voneinder trennen. Anders ist das bei Verklebungen oder geleimten Teilen. Einmal zusammengefügt, bilden Sie eine Materialschlüssige Verbindung, die sich nur durch Materialzerstörung wieder trennen lässt.

Für unterschiedliche Werkstoffe stehen entsprechende Klebstoffe zur Verfügung. Für alle Verklebungen gilt: Je besser die Flächenhaftung (Adhäsion) und je größer die innere Festigkeit (Kohäsion) des Klebers sind, desto haltbarer die Verbindung. Beide Kräfte wirken um so besser, je enger der Kontakt zwischen den Klebeflächen ist. Deshalb muss der Kleber gleichmäßig und nicht unnötig dick aufgetragen werden. Staub- und Fettreste auf den Klebeflächen vermindern die Haftfähigkeit des Klebers erheblich.

Zum zügigen Angeben und Verteilen des Klebers eignen sich, je nach Art des Klebers und Form der Klebeflächen, Tülle, Pinsel, Spachtel, Rolle und Spraydose. Die Auftragewerkzeuge sollten sofort nach Gebrauch durch Auswaschen, Abwischen oder Leersprühen der Düse (Spraydose überkopf halten) gereinigt werden.

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Anleimer als Plattenkanten werden mit Weißleim angebracht. Der Leim wird mit der Leimflaschentülle aufgetragen und dann mit einem Pinsel verteilt. Bei einer dichten Trägerplatte (z.B. Tischlerplatte) reicht der einseitige Leimauftrag. Ist der Unter­grund grobporig (z.B. bei Span­platten), sollte auch Leim auf die Platten­kante gegeben und verteilt werden.

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Mehrere Brettkanten können gleichzeitig mit Leim versehen werden, wenn man die Bretter mit einer Zwinge zusammenspannt. Dabei bleiben die Brettflächen leimfrei.

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Zum Furnieren wird der Leim mit einem Pinsel im Kreuzgang nur auf die Trägerplatte aufgetragen. Dabei zügig arbeiten, damit sich auf der Leimfläche keine Haut bildet. 

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Bei Zinkenverbindungen muss der Pinsel klein genug sein, um den Leim auch in die scharfkantigen Ecken zu bringen. Bei Weichholz reicht ein einseitiger Auftrag aus.

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Bei Schlitz- und Zapfenverbindungen wird  mit einem Holzspachtel Leim an die Flanken und an den Grund des Schlitzes gege­ben. Den Zapfen mit dem Pinsel einstreichen.

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Ein hochgerissener Span wird wieder angeleimt. Ein Messer satt mit Leim bestreichen und unter den Span schieben. Beim Zurückziehen bleibt der Leim haften.

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Dübelverleimung:  Den Leim per Tülle in die Bohrung geben, mit einem Rundholz verteilen, dann den Dübel einschlagen. Dabei wird der Leim am Dübel hochgepumpt.

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Parkettleim wird sparsam angegeben. Mit der dünnen Tülle der Leimflasche entweder an die untere Flanke der Nut oder auf die Feder. Quillt Leim aus, sofort abwischen.

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Für Flachdübelschlitze gibt es spezielle Leimflaschen, deren flache Tülle seitliche Löcher hat. Damit benetzt der Leim die 
Flanken des Dübelschlitzes ausreichend.

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In ganz enge Fugen presst man den Leim mit einer medizinischen Spritze mit großer Kanüle. Der Leim wird aufgezogen oder von oben in die offene Spritze eingefüllt.

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Zweikomponenten-Kleber muss vor dem Auftragen angemischt werden. Dazu verwendet man spezielle Kunststoffschalen, an denen der Kleber nicht haften bleibt.

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Spezieller Leimbehälter, bei dem der leimnasse Pinsel unter einer Kappe luftdicht abgedeckt stehen  kann. Das spart Leim und Zeit und ermöglicht den schnellen Zugriff.

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Mit einem Zahnspachtel trägt man Kontaktkleber flächig auf beide Seiten auf. Der Kleber muß ablüften, bevor die Teile mit Druck zusammengefügt werden können.

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Fliesenkleber und Kleber für Boden­beläge werden auch mit Zahnspachteln aufgetragen. Zahntiefe und Abstand (Hinweise auf der Dose) regulieren die Klebermenge. 

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Zum Kaschieren mit Stoff, Leder oder Papier darf der Kleber nur sehr dünn aufgetragen werden. Das geht bei lösungsmittelfreien Klebern gut mit einer Moltoprenrolle.

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Sprühkleber lassen sich leicht dünn und gleichmäßig auftragen. Danach die Dose auf den Kopf stellen und die feine Düse mit einem kurzen Treibmittelstoß reinigen. 

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Durch ein passendes Loch im Deckel kann man den Leimtopf luftdicht verschließen, ohne dass der Pinsel heraus­genommen werden muss.

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