Was Bauherren wissen müssen

Mit einem Bausparvertrag das Eigenheim finanzieren

In den vergangenen Jahren entstand der Eindruck, dass das klassischste aller Finanzierungskonzepte für Immobilien – das Bausparen – immer mehr aus der Mode kommt. Hauptursache Nummer eins: die niedrigen Zinsen. Einen Bausparvertrag unter diesen Bedingungen abzuschließen, erscheint auch nicht wirklich attraktiv. Jedoch besteht berechtigte Hoffnung, dass der EZB-Leitzins in den kommenden Jahren steigen und dann auch Bausparen wieder interessanter wird. Und sowieso: es gibt sie auch in diesen Zeiten noch, die Bausparer. Anlass genug also, um den guten alten Bausparvertrag mal wieder etwas genauer zu fokussieren.

 
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Bausparverträge sind Sparverträge, mit denen Bauherren ihre Baufinanzierung auf sichere Beine stellen. Sie setzen sich aus einer aus eigenen Mitteln angesparten Summe und einem Bauspardarlehen von der Bank zusammen. Aufgebaut ist das Ganze als gemeinschaftliches Sparen zusammen mit anderen Bausparern. Der Abschluss dieses Finanzierungskonzeptes erfolgt bei einer Bausparkasse, von denen es in Deutschland aktuell zwölf an der Zahl gibt.

Der Bausparvertrag: Was ist das eigentlich?

Wohnwirtschaftliche Zwecke sind die einzigen Finanzierungsanlässe, für die die Bausparsumme eingesetzt werden darf. Wer nun glaubt, dass damit ausschließlich der Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Hauses beziehungsweise dessen Bau gemeint ist, der irrt sich. Unter wohnwirtschaftlichen Zwecken sind nämlich viele weitere Dinge zu verstehen, die über den bloßen Erwerb einer Immobilie hinausgehen. Renovieren, modernisieren und umbauen: All dies ist mit dem Geld aus einem Bausparvertrag möglich. Sogar eine neue Küche lässt sich kaufen.

Aus welchen Phasen besteht ein Bausparvertrag?

 In der Regel besteht ein Bausparvertrag aus drei Phasen. In der ersten Phase – der Sparphase – sparen Inhaber des Vertrags Guthaben an. Dies gelingt, indem Monat für Monat ein stets gleichbleibender Betrag in den gemeinschaftlichen Topf wandert. Dieses regelmäßige Einzahlen praktizieren Bausparer so lange, bis in etwa die Hälfte der geplanten Bausparsumme erreicht ist. 40 Prozent genügen durchaus auch. Das durch die regelmäßigen Einzahlungen immer weiter wachsende Guthaben verzinst die Bausparkasse natürlich.

Die aktuell niedrigen Zinsen mit all ihren Folgen sind zwar nicht gerade attraktiv, in Kombination mit der Aussicht auf ein garantiertes Darlehen aber verschmerzbar. In der folgenden Phase – der Zuteilung – können sich Bausparer die angesparte Summe sowie die Zinsen auszahlen lassen. Hinzukommt das Bauspardarlehen, das in Höhe der Differenz zwischen vollständiger Bausparsumme und angespartem Guthaben angenommen werden kann. Ist dies der Fall, schließt die Darlehensphase in Form der Tilgung des beanspruchten Darlehens den Bausparvertrag ab.

Welche Vorteile hat der Bausparvertrag zu bieten?

Bausparverträge gibt es in den unterschiedlichsten Tarifen. Den einen, auf die eigenen Bedürfnisse perfekt passenden zu finden, ist die Kunst. Bankberater direkt vor Ort helfen gerne weiter, während bei Online-Tarifen verstärkt Selbstkenntnis vonnöten ist. Ein großer Vorteil von Bausparverträgen liegt darin, dass Zinssicherheit bis zur Schlusstilgung besteht. Die Zinsen für das Sparguthaben und das Darlehen stehen bereits zu Beginn fest und sorgen für Planungssicherheit.

Dank Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage locken Bausparverträge zudem mit staatlichen Förderungen. Jene zahlen Banken in der Regel aber nur aus, wenn eine 7-jährige Sperrfrist während der Sparphase eingehalten wird. Vorzeitiges Auszahlen macht die Vorteile zunichte. Wer einen geeigneten Tarif findet, kann sich mit einem Bausparvertrag den Traum vom Eigenheim vergleichsweise kostengünstig erfüllen.
 

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