Der hat den Dreh raus: ein Spiegel mit kluger Technik

Der hat den Dreh raus: ein Spiegel mit kluger Technik

Verblüffend: Dieser Spiegel lässt sich in jede Richtung drehen und kippen, eine kardanische Aufhängung macht es möglich.

 
Das drehbare Element macht den Spiegel zu einem echten Hingucker. © Selbermachen
Das drehbare Element macht den Spiegel zu einem echten Hingucker.

Das Prinzip dieses Spiegels ist in der Technik ein „alter Hut“: Die Kardangelenke an Automobilen und die Kompassaufhängungen bei Segelbooten bedienen sich lange schon dieser Technik.

Beide müssen nach allen Seiten beweglich sein, das Kardangelenk trotz einer schwingenden Federung die Antriebskraft an die Achse weitergeben, der Kompass soll sich stets in der Horizontalen befinden, auch wenn das Boot rollt oder schaukelt.

Dank dieses Prinzips kann der innere der drei Rahmen mit dem Spiegel für jeden Bedarf eingestellt werden – und interessant sieht er beim Drehen und Wenden allemal aus, keine Situation gleicht der anderen.

Kippsicher trotz seiner umfangreichen Verstellmöglichkeiten wird das Bauwerk durch den Fuß aus nebeneinander angeordneten Leisten, den gleichen, die auch beim Bau der Rahmen verwendet werden.

Ruck, zuck ist der Spiegel fertig

Der Materialaufwand für den Spiegel ist überschaubar, neben einigen Metern Massivholzleisten – z. B. Kiefer oder Buche – stehen Schrauben und Dübelhölzer auf der Einkaufsliste.

Für den Zusammenbau sind einige Elektrowerkzeuge gefragt: eine Tischkreissäge mit Winkelanschlag, um Leisten sauber abzulängen und Nuten für den Spiegel schneiden zu können, und eine stationäre Oberfräse, um alle Kanten mit leicht gerundeter Fase zu versehen.

Wenn diese Maschinen nicht zur Ihrer Ausstattung zählen, lassen Sie die Leistenzuschnitte beim Holzhändler ausführen und die Nutfräsungen beim Tischler in der Nachbarschaft. Das Abrunden der Kanten gelingt, zeitaufwendiger und nicht so exakt, auch per Hand mit Schleifpapier und Schleifklotz.

Auf Bohrmaschine und Bohrständer können Sie allerdings nicht verzichten, sämtliche Löcher für Schrauben und Dübelstäbe werden damit hergestellt – außerdem gehören sie auch dazu, wenn es um andere schöne Bauideen für Selbermacher geht.

 

©Selbermachen

Mit einem Fasenfräser in der Oberfräse gelingen leichte Abrundungen an Hirnholz- und Längskanten der Leisten besonders gut.

©Selbermachen

Unter dem Bohrständer durchbohrt man die Leisten für die Schraubverbindungen und bohrt die Sacklöcher für die Drehachsen.

©Selbermachen

Von der inneren zu den äußeren Leisten wird der Fuß zusammengeschraubt, die äußeren Leisten werden nur angeschraubt.

©Selbermachen

Eine 8 mm tiefe Nut wird für den Spiegel ausgesägt. Bei Einsetzschnitten wird der Rest der Nut mittels Stechbeitel herausgearbeitet.

©Selbermachen

Mit einer Klemmzwinge wird die Rahmenkonstruktion fixiert, wenn der Spiegel eingesetzt ist und der Rahmen verschraubt wird.

©Selbermachen

Nur Dübelachsen und U-Scheiben haben Kontakt zu dem Rahmen mit Spiegel. Die Leisten des zweiten Rahmens werden jetzt verschraubt.

©Selbermachen

Durch den Sockel hindurch werden Holzschrauben gedreht, die den oben noch offenen Rahmen (obere Leiste zuletzt) festsetzen.

©Selbermachen

Auf die Dübelachse gesteckt wird der vorgebohrte mittlere Rahmen, abschließend die obere Querleiste aufgebracht und festgeschraubt.

©Selbermachen

Alle Maße des Drehspiegels auf einen Blick. Gut zu erkennen: die Anordnung der Drehachsen.

TEXT:Ulrich Weiß; FOTO: Selbermachen Media
Das könnte Sie auch interessieren