Das stabile Hochbett mit Spiel- und Arbeitsplatz
Variables Bett für das Kinder- und Jugendzimmer

Das stabile Hochbett mit Spiel- und Arbeitsplatz

Irgendwann wird es allen Kindern im Babybett zu klein. Ein Hoch­­bett muss her. Wer eine realisierbare Anleitung sucht – bitte schön, hier ist eine.

 
Variables Bett für das Kinder- und Jugendzimmer: Das stabile Hochbett mit Spiel- und Arbeitsplatz © Selbermachen Media
Variables Bett für das Kinder- und Jugendzimmer: Das stabile Hochbett mit Spiel- und Arbeitsplatz

Ist Ihr Kind drei bis vier Jahre alt? Dann hat es wahrscheinlich schon öfter den Wunsch nach einem größeren Bett geäu­ßert. Die meisten Babybetten sind gerade mal 120 Zentimeter lang – zu wenig für Dreikäsehochs.

Eine gute Lösung ist dann das Hochbett. Es macht Kindern Spaß, erhöht zu schlafen, und das Hochbett erweist sich als Platzsparer, da man unten einen Spielplatz einrichten kann. Für den Heimwerker ist das Hochbett eine lösbare Aufgabe, da es als Rahmenkonstruktion angelegt ist: vier Pfosten, zwischen die Bretter eingelassen werden. Mehr ist bei einem Bett eigentlich nicht zu bewältigen.

Sein schönster Vorzug: Das Bett ist variierbar und kann für Schulkinder und Teen­ager einfach umgebaut werden.

Konstruktion nach Standards

Ein Hochbett zu konstruieren ist keine schwierige Aufgabe, denn alle Maße richten sich nach Standards wie Stehhöhe und Matratzengröße. Sie beziehungsweise die Größe des Lattenrosts ist das entscheidende Grund­maß für das Hochbett: Das gängigste Maß beträgt 200 × 90 cm, es liegt auch dem Beispielbett zugrunde.

Das Innenmaß des Bett­rahmens wird also mit der Auswahl der Matratze festgelegt. Für das Bett in diesem Bei­spiel wurde eine größere Gesamtbreite, 130 cm, gewählt, um unten ein günstiges Platzangebot machen zu können, etwa damit die Spielzeug­eisenbahn aufgebaut werden kann und Kinder noch mittendrin Platz haben. Wer sich so viel Ausdehnung im Kinderzimmer nicht leisten kann, bleibt bei der Grundbreite von 90 cm.

Bei 130er Breite ergibt sich neben dem großen Spielraum unten auch oben zusätzlicher Platz – für Bücher, Kuscheltiere und eine Nachttischlampe. Die exakten Maße aller Bauteile sind auf der Zeichnung gut erkennbar. Die scheinbaren Abweichungen vom Grundmaß, etwa die 129 cm lichter Breite statt 130 cm oder die 196,3 cm Länge anstelle von 200 cm oben in der Vermaßung, ergeben sich daraus, dass die Zwischenbretter mittig in die Pfosten eingesetzt werden, wodurch sie etwas zurückspringen und damit Luft hinzukommt.

Als Mindesthöhe von der Liegefläche zur Zimmerdecke sollten mindestens 90 cm veranschlagt werden. Wer mehr Raumhöhe zur Verfügung hat, kann längere Pfosten wählen, wer in niedrigen Raumverhältnissen wohnt, kann das Konstruktionsprinzip des Hochbetts für ein normales Bett abwandeln. Dann wird einfach kürzer geplant.

Bretter und Spezialbeschläge

Baumaterial für das Hochbett sind Leimholzstützen, 5,5 × 5,5 cm stark, Leimholzbretter in 1,8 und 2,8 cm Dicke aus Kiefer und 1 cm dickes Sperrholz für die Füllungen. Das Bett wird in vier fest verleimten Elementen gebaut, die dann mit Hilfe von Einhängbeschlägen und Schrauben trocken, also ohne Leim zusammengefügt werden.

Das erste Element ist das 130 cm breite Kopfende, das zweite das ca. 100 cm breite Fußende, und das dritte ist das Seitenteil neben der Leiter. Sie verbindet als viertes Element Fußende und Seitenteil im Winkel von 45 Grad und wird dort verschraubt. Die Bettseiten werden mit Hilfe der Einhängbeschläge zwischen Kopf- und Fußteil gesetzt.

Man bekommt diese Teile in Baumärkten, im Beschlägehandel oder in Eisenwarengeschäften. Damit sie nicht ausgehängt werden können, sind die Bretter der Reling mit verschraubten Eckklötzen befestigt. Auch die Teile der Spielebene werden trocken verschraubt und die unteren Seitenfüllungen aus Sperrholz mit Halteleisten eingesetzt.

Ein Regal wird neu eingebaut

Das Hochbett aus stabilem Kiefernholz hält viele Jahre. Wenn die Spielfläche für Schulkinder ab ca. acht Jahren nicht mehr paßt, muß nicht gleich das ganze Bett einer neuen Lösung weichen. Man tauscht statt dessen nur im unteren Bereich einige Teile aus und ergänzt sie sinnvoll nach den neuen Bedürfnissen – aus dem Spielplatz wird ein Spiel- und Arbeitsplatz.

Der Arbeitsaufwand für den Umbau ist gering: Die Zwischenplatten werden herausgenommen, und es wird ein Regal eingebaut. Die ohne Leim eingesetzten und nur verschraubten Einlagen zwischen den beiden Arbeitsplatten werden herausgenommen.

Die Auflageleisten werden entfernt und die vorhandenen Schraubenlöcher übergeschliffen, ggf. zuvor mit Holzspachtel ausgefüllt, damit man sich nicht an Splittern verletzen kann. Die Höhe der Arbeitsplatten ist mit 73 cm gerade in der ergonomisch günstigen Schreibtischhöhe. Die Tiefe der großen Arbeitsplatte mit 80 cm ist zum Basteln, Spielen, Arbeiten ideal – genug Platz, um Bücher und Schulhefte ausbreiten zu können.

Und sie reicht auch zum Aufstellen eines Computermonitors und einer Tastatur. Rechner und Drucker können auf einem Container unter der Platte ihren Platz finden. Das zusätzliche Regal wird so gebaut, daß es an beiden Seiten auf den Tischplatten aufliegen kann. Die links und rechts von dem Regal verbleibenden Wand­­­flächen können für eine kleine Pinnwand oder als Dekoflächen für Bilder, Kalender oder Figuren genutzt werden.

Die Tiefe des Regals ist mit 20 cm so bemessen, daß nicht zuviel Platz verlorengeht, aber normale Bücher sicher stehen (die meisten Bücher haben eine Breite von ungefähr 20 cm, Taschen­bücher oft sogar erheblich weniger). Damit das Regal nicht nach vorn kippen kann, wird es mit Winkeln an der Wand befestigt.

Als Verbindungen der Regalböden mit den Seitenteilen wurden Flachdübel, auch Lamellos genannt, verarbeitet. Sie werden in schmalen Schlitzen verleimt und bieten hohe Stabilität. Wer über keine spezielle Fräse zum Einlassen der Verleimschlitze verfügt, kann auch die bekanntere Verbindungsart mit Rundholzdübeln anwen­den.

Schritt-für-Schritt zum Hochbett

Alle Maße auf einen Blick.Dübelverbindungen halten alles zusammen. Die Löcher werden am Bohrständer gebohrt, die Positionen mit Dübelmarkern bestimmt.

1.) Alle Maße auf einen Blick. Das Grund­maß ergibt sich aus der Größe der Matratze, nämlich 200 × 90 cm. Hier kommen für einen großzügigen Spielplatz in der Breite noch 40 cm hinzu. (Für eine größere Darstellung, klicken Sie auf das Bild)

2.) Dübelverbindungen halten alles zusammen. Die Löcher werden am Bohrständer gebohrt, die Positionen mit Dübelmarkern bestimmt.

Mit großen Zwingen oder Spannbändern fi­xiert man die Querbretter an Kopf- und Fußteil mit den Pfosten. Leim gut trocknen lassen.Die Längsbretter werden mit Einhängbe­schlä­gen festgemacht, die Reling mit Klötzen. Auflageleisten für den Lattenrost anschrauben.

3.) Mit großen Zwingen oder Spannbändern fi­xiert man die Querbretter an Kopf- und Fußteil mit den Pfosten. Leim gut trocknen lassen.

4.) Die Längsbretter werden mit Einhängbe­schlä­gen festgemacht, die Reling mit Klötzen. Auflageleisten für den Lattenrost anschrauben.

Kurze Pfosten sind unten nötig, um die Trageleisten für den Einlegeboden aufzunehmen. Die Seitenteile mit Sperrholzwand einhängen.In die Sperrholzfüllungen am Fußende kommen zwei Fensterausschnitte. Mit der Stichsäge ausschneiden und mit Leisten auskleiden.

5.) Kurze Pfosten sind unten nötig, um die Trageleisten für den Einlegeboden aufzunehmen. Die Seitenteile mit Sperrholzwand einhängen.

6.) In die Sperrholzfüllungen am Fußende kommen zwei Fensterausschnitte. Mit der Stichsäge ausschneiden und mit Leisten auskleiden.

Mit Halteleisten, die seitlich überstehen, werden die Füllungen zwischen den Pfosten verschraubt. Das Sperrholz ggf. vorher streichen.Die Ablage neben dem Bett besteht aus einer 40 cm breiten Leimholzplatte, die an der Einstiegseite auf 45 Grad abgeschrägt wird.

7.) Mit Halteleisten, die seitlich überstehen, werden die Füllungen zwischen den Pfosten verschraubt. Das Sperrholz ggf. vorher streichen.

8.) Die Ablage neben dem Bett besteht aus einer 40 cm breiten Leimholzplatte, die an der Einstiegseite auf 45 Grad abgeschrägt wird.

Die Arbeitsplatten bekommen Aussparungen, die um die Pfosten greifen. Die Befestigung  an Pfosten und Zargen erfolgt mit Winkeln.Auf der Tischkreissäge entstehen die Leiterholme: Mit Hilfe einer Führung aus Dreieckleisten wird ein Pfosten diagonal aufgetrennt.

9.) Die Arbeitsplatten bekommen Aussparungen, die um die Pfosten greifen. Die Befestigung  an Pfosten und Zargen erfolgt mit Winkeln.

10.) Auf der Tischkreissäge entstehen die Leiterholme: Mit Hilfe einer Führung aus Dreieckleisten wird ein Pfosten diagonal aufgetrennt.

 Die Sprossenlöcher in den Holmen werden mit Hilfe derselben Führung eingesetzt. Bohrständer und 28er Forstnerbohrer verwenden.Die Rundholzsprossen ablängen, in die Holmlöcher einleimen und zusätzlich mit ei­ner von der Seite eingedrehten Stichschraube sichern.

11.) Die Sprossenlöcher in den Holmen werden mit Hilfe derselben Führung eingesetzt. Bohrständer und 28er Forstnerbohrer verwenden.

12.) Die Rundholzsprossen ablängen, in die Holmlöcher einleimen und zusätzlich mit ei­ner von der Seite eingedrehten Stichschraube sichern.

Die Holme der Leiter werden an die Eckpfosten des Bettes geschraubt. Nicht verleimen, wenn später evtl. demontiert werden soll.Die losen Platten im Spielbereich einlegen. Die Holzoberfläche kann vor der Endmontage mit Holzwachs oder Lasur behandelt werden.

13.) Die Holme der Leiter werden an die Eckpfosten des Bettes geschraubt. Nicht verleimen, wenn später evtl. demontiert werden soll.

14.) Die losen Platten im Spielbereich einlegen. Die Holzoberfläche kann vor der Endmontage mit Holzwachs oder Lasur behandelt werden.

Mit einem Vorsatz für den Einhandwinkel­schlei­fer werden die Verleimschlitze für die Flachdübel in Böden und Seiten eingefräst.Das Regal aus Böden und Seitenteilen wird fest verleimt. Dazu lange Schraubzwingen an­setzen, winklig ausrichten und festklemmen.

15.) Mit einem Vorsatz für den Einhandwinkel­schlei­fer werden die Verleimschlitze für die Flachdübel in Böden und Seiten eingefräst.

16.) Das Regal aus Böden und Seitenteilen wird fest verleimt. Dazu lange Schraubzwingen an­setzen, winklig ausrichten und festklemmen.

Alle Kanten und Übergänge werden per Hand oder mit einem Elektroschleifgerät ge­säu­bert und bündig geschliffen. Staub gut absaugen.

17.) Alle Kanten und Übergänge werden per Hand oder mit einem Elektroschleifgerät ge­säu­bert und bündig geschliffen. Staub gut absaugen.

 
TEXT:Ulrich Weiß; Detlef Wittkuhn; FOTO: Selbermachen Media
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