Immer auf Achse mit dem Schlaf- und Spiel-Brummi

Immer auf Achse mit dem Schlaf- und Spiel-Brummi

Ein Lastwagen mitten im Zimmer ist eine Idee, die gut ankommt – und in diesem kann man sogar schlafen: ein Brummi als raum­sparendes Etagenbett.

 
Was für eine geniale Idee, den Platz im Kinderzimmer optimal zu nutzen. Kurzerhand wird das Bett zum Spiel-Brummi umfunktioniert. © Selbermachen
Was für eine geniale Idee, den Platz im Kinderzimmer optimal zu nutzen. Kurzerhand wird das Bett zum Spiel-Brummi umfunktioniert.

Zwei Ideen sind es, die diesen Bauvorschlag besonders interessant machen. Die erste Idee ist zwar nicht neu, aber immer noch gut. Zwei Betten übereinander werden zum Etagenbett und helfen, den in Kinderzimmern häufig knappen Raum zu sparen.

Und mit der zweiten Idee wird aus einem Etagenbett Ladefläche und Aufbau eines Brummis – zu dem natürlich noch ein Führerhaus gehört. Neben dem hohen Spielwert ist das Bett auch in seinen Funktionen optimal.

Sind die Kinder aus dem Spielalter heraus, kann man es abnehmen und separat aufstellen, aus dem Etagenbett werden zwei baugleiche Einzelbetten. Die Fallbretter des oberen Betts können leicht abgenommen werden.

Praktisch sind auch die Schubkästen hinter den Rädern, sie sind der ideale Aufbewahrungsort für das Bettzeug und jede Menge Spielsachen.

Das Etagenbett im Brummi-Design – komplett aus Kiefernleimholz

Massives Kiefernleimholz in Stärken von 1,8 und 2,8 cm und Stützen aus Leimholz in den Abmessungen 5,5 × 3,5 cm und 5,5 × 5,5 cm sind die Baumaterialien für den Truck im Kinderzimmer. Nach folgender Zeichnung sollten Sie sich für dieses Bauvorhaben eine genaue Stückliste erstellen, dann kann beim Bauen nichts schiefgehen.

Die beiden baugleichen Betten bestehen aus fest verleimten Rahmen, die durch eingesetzte Zwischenstücke zu Etagenbetten gestapelt werden. Von innen angesetzte Schraublaschen halten Betten und Zwischenstücke unverrückbar zusammen.

Bei der Konstruktion der Betten liegen Standardmaße zugrunde, Lattenroste und Matratzen in den Abmessungen von 90 × 200 cm.

Sollen andere Matratzengrößen verwendet werden, müssen die Bettmaße entsprechend angepasst werden. Auch das Fahrerhaus ist mit den Betten nur durch Schrauben verbunden; so kann der Truck bei Bedarf, beispielsweise beim Umbauen des Kinderzimmers oder bei einem Umzug, in seine Einzelteile zerlegt werden.

Wenn es der Platz erlaubt, kann das Truckbett auch frei im Raum aufgestellt werden, beide Fahrerhaustüren sind beweglich aufgehängt.

Zwei baugleiche Betten

Aus Sicherheitsgründen bekommt das obere Bett rundum Fallbretter. Diese werden jedoch nur gesteckt, damit sie später leicht demontierbar sind, wenn das Bett einzeln aufgestellt werden soll. Das obere der beiden Betten benötigt dann auch Standbeine, die wie beim unteren Bett an Kopf- und Fußende quer angebracht werden.

Die meisten Verbindungen der Bauteile sind rechtwinklig ausgeführt und durch Verschrauben oder Verdübeln mit Flachdübeln, den sogenannten Kamellos, oder Runddübeln einfach herzustellen. Zum Pressen der verleimten Betteile und des Fahrerhauses brauchen Sie Zwingen mit 100 cm Spannlänge oder Spannbänder für mindestens 6 Meter Umfang.

Der richtige Anstrich für Trucks

Kiefernholz ist hell und entsprechend schmutzempfindlich, ein Anstrich mit farblosem Kunstharzlack schützt das Holz – und gibt ihm einen leicht honigfarbenen Ton. Spuren von Schokolade bis Marmelade können einfach und rückstandslos mit feuchtem Tuch entfernt werden.

Vor dem ersten Anstrich werden alle Flächen geschliffen, dabei auch scharfe Kanten an gesägten Teilen gerundet. Bei den großen Flächen ist der Einsatz elektrischer Schleifmaschinen (mit integrierter Staubabsaugung) empfehlenswert.

Reste des Schleifstaubs werden mit Staubsauger und Düsenbürste entfernt. Druckstellen im Holz kann man durch Dämpfen mit Bügeleisen und feuchtem Tuch beseitigen.

©Selbermachen

Pannen sind bei diesem Truck nicht zu befürchten, aber Radwechsel und Verladearbeiten machen an diesem Brummi viel Spaß.

©Selbermachen

Nur zu einer Seite lassen sich die Schubkästen herausziehen, die andere Seite des Trucks steht an der Wand.

©Selbermachen

Baumaterial für den Brummi ist Kiefernleimholz. Einzelne Leisten sind zu Brettern verleimt, so werden Bewegungen durch Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen ausgeglichen.

©Selbermachen

Auf einer Tischkreissäge werden die benötigten Holzbreiten zugesägt. Ausschließlich für fotografische Zwecke wurde hier der Handschutz der Säge entfernt.

©Selbermachen

Exakt rechtwinklig zur Oberfläche müssen die Löcher für die Runddübel in das Holz gebohrt werden. Eine willkommene Hilfe ist ein Bohrmobil, das die Bohrmaschine aufnimmt.

©Selbermachen

Kleinere Bauteile wie die Bettbeine werden unter dem Bohrständer bearbeitet. Der justierbare Tiefenanschlag garantiert die richtigen Tiefen der Bohrlöcher.

©Selbermachen

Mit Dübellochmarkierern werden die Mittelpunkte der Bohrlöcher passgenau auf das Gegenstück übertragen. Ein fester Anschlag sorgt für Bündigkeit der Oberflächen.

©Selbermachen

Für sicheren Stand auf schmalen Kanten von Brettern und Leisten wird die Auflagefläche für die Grundplatte des Bohrmobils durch Anbringen eines Bretts erweitert.

©Selbermachen

Bettseiten und Ecken werden zur Aufnahme von Runddübeln gebohrt, die für eine größere Festigkeit sorgen. Für die weniger belasteten Fallbretter sind die Flachdübel ausreichend.

©Selbermachen

Die vier Bettenden sind baugleich. Es werden die acht Endstücke verleimt, jeweils zwei davon werden mit den Zwischenbrettern und den oberen Fallbrettern zusammengesetzt.

©Selbermachen

Jeweils zwei Bettenden werden anschließend mit den Bettseiten durch Holzdübel und Holzleim verbunden. Mit den Spannbändern, die um das Bett gelegt werden, die Teile pressen.

©Selbermachen

Das obere Bett wird von Zwischenstücken getragen. Diese Verbindungen werden nicht verleimt, innen angeschraubte Laschen verhindern versehentliches Lösen der Steckverbindung.

©Selbermachen

Für den Bau der Leiter, die zum oberen Bett führt, brauchen Sie Stützen (5,5 × 3,5 cm) aus Leimholz. Sprossen und Holme werden miteinander verübelt und verleimt.

©Selbermachen

Die Schubkästen unter Bett und Fahrerhaus bestehen aus einer Zarge, die an den Ecken mit Flach- oder Runddübeln verleimt wird. Die Front wird durch eine Blende abgedeckt.

©Selbermachen

Unter die Zarge wird der Schubkastenboden aus 9 mm starkem Sperrholz geschraubt. Vier untergeschraubte Möbelrollen machen den Kasten beweglich.

©Selbermachen

Etwas kniffliger ist die Herstellung der Fahrerhausfront. Für die Verleihung der auf 17 Grad abgeschrägten Stützen muss eine Lehre angefertigt werden.

©Selbermachen

Führerhausfront, Dach, Rückwand und Boden zusammenfügen, dazu Rückwand und Front mit dem Boden verschrauben und verleimen. Mit Spannbändern Anpressdruck erzeugen.

©Selbermachen

Die Lenkräder, für jeden Piloten eines, finden ihren Platz auf einer schrägen Konsole, die gegen die Fahrerhausfront geschraubt wird. Die Lenkräder sind drehbar gelagert.

©Selbermachen

Grill und Lampen können ganz nach eigenem Geschmack gestaltet und montiert werden. An der Front machen sich Originalteile (vom Schrottplatz) wie Embleme besonders gut.

©Selbermachen 

Eine Lehre aus einem Stück Restholz erleichtert das exakte Positionieren der Radmuttern. Kleine Abschnitte einer Dübelstange werden auf die profilierten Räder geleimt.

TexT:Ulrich Weiß; Detlef Wittkuhn; FOTO: Selbermachen Media
Das könnte Sie auch interessieren