Platz da: Möbel für bislang ungenutzte Ecken | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Platz da: Möbel für bislang ungenutzte Ecken

Wohin mit dem Staubsauger, wo ist noch Raum in Bad oder Schlafzimmer? Verblüffende, witzige und praktische Ideen, mit denen Sie Raumreserven Ihrer Wohnung nutzen.

 
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Die erste Idee ist im Grunde simpel. Parallel zur brachliegenden Wand (z. B. im Flur) wird eine zweite Wand gestellt, hinter der sich erstaunlich viel stauen lässt. Auch störende Einrichtungen der Haustechnik wie Stromverteiler lassen sich dahinter verstecken.

Die Wandelemente messen 200 cm in der Höhe und 30 cm in der Breite, sinnvoll sind – je nach zur Verfügung stehendem Raum – drei bis sieben solcher Elemente. Das Baumaterial ist Tischlerplatte, die sich durch niedriges Eigengewicht und hohe Stabilität auszeichnet.

Bei einer Anordnung wie der gezeigten können Sie die Elemente mittels preiswerter Lamellen­türscharniere (je drei Stück) verbinden. Das erste Element ist, ebenfalls mit diesen Beschlägen, an einer wandbefestigten Leiste angebracht. So wird die Standsicherheit erhöht und der Einsatz einfacher Teewagenrollen möglich.

Wie aus einem Fuß: ein Hort für Flaschen, Puder und Zahnpasta

Der Wandvorsprung gibt das Maß der Schranktiefe vor, die Breite kann beliebig gewählt werden. Der Schrank ist aus beschichteter Spanplatte hergestellt, 16 mm dick, deren Abschnitte stumpf zusammengefügt sind.

Die Spiegeltür entsteht ebenfalls aus Spanplatte, auf der der vom Glaser zugeschnittene Spiegel mit doppelseitigem Klebeband befestigt wird. Wenn seine Abmessungen einem Standardformat wie 40 cm Breite und 60 cm Höhe entsprechen, wird der Einkauf preiswerter.

Die Spiegeltür ist mit einfachen Aufschraubscharnieren angeschlagen.

Auf den Spieß und in die Ecke

Warum Papierrollen im Schrank verstecken? Mit dieser witzigen Idee sorgen Sie für einen grandiosen Auftritt der geschmähten Rollen, haben immer eine in Reichweite und sehen, wann es Zeit ist nachzukaufen.

Die ­Materialien: eine Vorhangstange aus Holz, Kegel und Kappe (Abschlusselemente von Gardinenstangen) und als rutschsicheren Standfuß ein Türstopper oder ein kleiner Springball. Ein Rohr quer im Stab ist das Auflager für den Rollenberg.

Maßanzug für die Waschmaschine

Küche, Bad oder Hauswirtschaftsraum, egal wo sie steht, die Waschmaschine ist selten ein schöner Anblick. Umbauen kann dafür die Lösung sein, und zwar mit einem Hochschrank (oder einem Regal).

Bei der optimalen Raumnutzung innerhalb des Schranks sind Inneneinrichtungen wie Drahtkörbe, Schubladen und verschiedenste Halter hilfreich. Die bekommen Sie im Einzelverkauf in den Bau- und Fachmärkten und überall in den Ikea-Einrichtungshäusern.

Spiegel auf Rahmenkonstruktion

Durchaus möglich, dass Sie auf eine „Hauptgarderobe“ verzichten, weil der Bauvorschlag sie voll und ganz überzeugt. Die Idee dieses Möbels: Ein Spiegel, in dem man sich vollständig von oben bis unten betrachten kann, wird ohnehin gebraucht und häufig im Flur aufgestellt.

Wenn sein Rahmen nur ein klein wenig breiter ausgeführt wird, entsteht eine „Garage“. Und in der kann ein Garderobenrohr geparkt werden, das bei Bedarf mit einem Handgriff hervorgeholt wird. Einfach, nicht wahr? Gute Ideen sind, so heißt es, immer einfach.

Eine Voraussetzung muss der Raum erfüllen, in dem der Spiegel mit dem tragfähigen Innenleben aufgestellt wird: Er muss über einen Wandvorsprung in ausreichender Tiefe verfügen, an dem die Rahmenkonstruktion befestigt werden kann.

Auch die Gestaltung des Spiegels kann sich sehen lassen: Links und rechts wird der Spiegel von markanten Rundprofilen eingerahmt, eines der beiden dient als durchgehende Griffleiste für die Garderobe.

Bücherregal mit Schiebetür

Ein Bücherregal mutiert zur Flurgarderobe: Einem Regal aus dem Möbelhaus haben wir eine Tür verpasst – und zwar eine platzsparende Schiebtür, die vorn Mantel, Schirm und Hut auf Haken und Stange nimmt.

Die Tür aus Tischlerplatte wird von drei an den Regalböden befestigten Schubkastenauszügen geführt, die für diesen Zweck zweckentfremdet eingesetzt wurden. Da Regalböden etwas zurückspringen, wird zum Ausgleich eine Leiste untergeschraubt.

Viele kleine Bettkästen

Fast zu schade, um sie unter dem Bett zu verstecken: Die Boxen aus Pappe mit den metallenen Beschlägen (ersatzweise Schuhkartons) nehmen von Urlaubsfotos bis zum Packmaterial alles auf, was selten gebraucht wird.

Damit die Kästen schnell zur Stelle sind, stehen sie auf einer Grundplatte, die mit Schubkastenrollen bestückt ist. Leisten halten Ordnung in den „Boxengassen“.

Endlich Platz für viele Bücher

Normalerweise werden Bücher in Regalen untergebracht, die in 60, 70 oder 110 cm Höhe montiert sind. Nur, wenn im Laufe der Jahre die Sammlung wächst und wächst, sind die Regalreserven schnell erschöpft. Eine mögliche Lösung ist ­Aussortieren, also der Transport in den Keller oder zum Altpapiercontainer.

Die bessere Lösung: Suchen Sie Ihre Räume nach Raumreserven über den Türen ab. Selbst in Nachkriegsbauten mit niedrigen Decken, die meist etwa 2,5 m hoch sind, haben Sie über den Türrahmen in Arbeitszimmer oder Flur immer noch rund 40 cm zur Verfügung – also genügend Platz für mindestens eine „Etage“ Bücher.

Dort oben haben Sie die Buchschätze immer noch im Blick und entlasten mit den vielen laufenden Metern Borde die Bücherregale in Wohn- und Schlafraum.

Wenn Sie nicht permanent die Regalträger im Blick haben möchten, setzen Sie eine Zierleiste, z. B. eine Stuckleiste aus Hartschaum, unter die Borde. Die wird mit Montagekleber aus der Kartusche befestigt.

Putzmittel hinter großer Blende

Gleich zweimal nützlich ist der mobile Wagen. Er verhindert den Blick auf die Anschlüsse unter dem Waschtisch und schafft Platz für die Reinigungsmittel. Praktisches Detail sind die Rollen unter der Bodenplatte, so kann der Wagen beim Badputzen einfach zur Seite geschoben werden.

Bei der Realisation gibt es nur einen etwas kniffligen Montageschritt. Die beiden Böden werden als Abschluss mit einer bogenförmigen Kontur versehen, der obere der beiden erhält zusätzlich einen Ausschnitt für den Röhrensyphon unter dem Waschtisch.

Eine 3 bis 4 mm dicke Sperrholzplatte wird um die gesägte Kontur der beiden Böden gespannt und während der Abbindezeit des Leims mit Bändern und Zwingen fixiert. Kleiner Kniff für die Verarbeitung: Der Bogen im Sperrholz gelingt schön gleichmäßig, wenn vor und während der Montage die ­Holzoberfläche leicht gewässert wird.

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Jede Menge Fächer über dem Waschtisch: Ein maßgefertigter Schrank mit Spiegeltür nutzt den Raum.

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Doppelseitiges Klebeband hält den Spiegel auf der Tür, die höher als der Schrankkorpus ist. Unten dient ein U-Profil als Griffleiste.

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Einfache Aufschraubscharniere werden direkt auf der Seitenwand befestigt. Versionen mit Feder halten die Tür in geschlossenem Zustand.

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Eine Gardinenstange aus Holz...

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...passende Ab­schlusselemente, ein kleiner Gummiball und als Rollenlager ein Rohrabschnitt.

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Bücherregal mit Schiebetür...

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...das Endergebnis. 
 

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Maßanzug für die Waschmaschine

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Putzmittel hinter großer Blende

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Hilfen beim Verleimen der Sperrholzblende an der Front: Klemmzwingen, Packband von der Rolle und Gepäckbänder.

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Ein oberer und ein unterer Boden mit Rollen sowie zwei senkrechte Platten bilden das Rückgrat des Wagens.

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Versteck für Staubsauger und Co...
 

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eine Wand, die sich wie eine Ziehharmonika bewegen lässt.

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Die Paraventflügel erhalten die gleiche Tapete wie die Wand. Immer beide Seiten tapezieren, sonst verziehen sich die Flügel.

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Lamellentürscharniere an und Teewagenrollen unter den Segmenten sind die benötigten Beschläge zum Klappen und Rollen.

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Viele kleine Bettkästen

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Leisten unterteilen das Grundbrett aus Tischlerplatte in einzelne Felder, in denen jeweils eine Pappbox Platz findet

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Endlich Platz für viele Bücher

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Winkelkonsolen aus Stahlblech tragen die Bücherborde aus Holz. 25 cm Tiefe sind für die meisten Bücher ausreichend.

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Zierleisten aus Hartschaum werden über die ganze Länge unter den Borden angebracht. Klebepunkt auf die Leiste, andrücken – fertig.

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Viel Spiegel auf leichter Rahmenkonstruk­tion: In dem wandgebundenen Rahmen ist die Garderobenstange integriert.

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Gehobelte Latten werden als Unterbau für den Spiegel an die Wand gedübelt. Oben und unten befinden sich die Führungen.

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Mit dem Forstnerbohrer werden in den senkrechten, 40 mm dicken Rundhölzern die Aufnahmen für die 28-mm-Rundstäbe gebohrt.

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Die Rundstäbe oben und unten laufen in einfachen Leistenführungen. In eingeschobenem Zustand ist die Führung abgedeckt.

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Ein Profil aus Aluminium sichert oben den Spiegel, ein zweites Profil unten. Sie werden mit der Unterkonstruktion verschraubt.

TEXT:Ulrich Weiß; FOTO: Selbermachen Media
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