Kleine Räume nutzen

Bett im Podest

Kleine Räume verlangen viel Kreativität, wenn man sie richtig ausnutzen will. Hier kommt ein cleveres Kombimöbelstück, das Bücher ebenso aufnimmt wie Kleidung und dabei noch Sofa und Bett ist.

 
Bett im Podest © Lambertsen
Unser Bett im Podest: Ein Möbel mit guten Aufstiegschancen

Moebel seitlich© Selbermachen Kleiderschrank, Bücherregal, Bett und Sofa – das alles finden Sie vereint in diesem Möbel wieder. Denn gerade wenn Sie wenig Platz zur Verfügung haben, gilt es, den Raum optimal auszunutzen – und das gelingt Ihnen mit dem „Schrankbett“ von selber machen ganz sicher. Denn was tagsüber ein Sofa war, wird zur Nacht ein vollwertiges Bett. Das dazugehörige Bettzeug lässt sich hinter einer Tür im Podest verstauen.

Alles, was Sie dazu benötigen, sind ein paar Konstruktionshölzer beziehungsweise Dachlatten sowie maßgerecht zugeschnittene OSB-Platten aus dem Baumarkt, ein paar Ikea-Möbel sowie ein Schiebetürenbausatz, der aus Alu-Rahmenprofilen und den Beschlägen besteht.

Matrazengestell© SelbermachenDen Schiebetürenbausatz aus Aluminium, den wir hier verwenden, findet man im Netz (beispielsweise www.raumteiler24.de) auf Maß gefertigt zu einem günstigen Preis an. Von ihm bekommen Sie dann auch die Zuschnittmaße für die Türfüllungen mitgeteilt, die Sie sich im Baumarkt ebenfalls zuschneiden lassen können. Und dann müssen Sie alles nur noch zusammenschrauben. Klingt nicht nur einfach, ist es auch!

 

Selbsgebautes Bett auf Rollen: Material und Maße

Aus einfachen Konstruktionshölzern, Bockrollen und zwei Lattenrosten „Sultan Lade“ von Ikea, 70 x 200 cm, für je 10 Euro entsteht das Bett.

Sie benötigen zudem OSB-Platten und Konstruktionshölzer aus Fichtenholz sowie einen Schiebetürenbausatz. Damit Sie dieses Kombimöbel präzise in den vorhandenen Raum einpassen können, benötigen Sie die exakte Deckenhöhe. Um die zu ermitteln, stellen Sie einen Zollstock aufrecht auf den Boden und einen zweiten halten Sie an die Decke mit der 2-m-Marke nach unten. Nun können Sie neben der 2-Meter-Marke des unteren Zollstocks am oberen Zollstock das Maß ablesen, was Sie zu 2 Meter addieren müssen, um die genaue Deckenhöhe zu erhalten. Hier können Sie die Skizze vergrößern.

 

Als Werkstoff für das Podest haben wir eine OSB-Platte (Grobspanplatte) in 15/16 mm Stärke gewählt. Und zwar, weil es die nötige Stabilität für die zu erwartenden Belastungen hat, sich gut verarbeiten lässt, überall erhältlich ist, eine interessante Oberfläche aufweist und mit diesen Eigenschaften bei einem Quadratmeter-Preis von etwa 14 Euro im Zuschnitt sehr günstig ist.

Sollte Ihnen die Optik der OSB-Platte allerdings nicht zusagen, können Sie ohne Probleme auf MDF, Tischlerplatte oder Vollholz ausweichen. Unsere Bauanleitung ist auch für diese Materialien geeignet. (Dicken beachten!)

Das Gestell: Mit den fünf Bockrollen (eine in der Mitte des Bettes), ein paar Dachlatten sowie zwei Vollholz-Lattenrosten von Ikea ist das rollende Bettgestell im Nu zusammengeschraubt. Hier geht's zur Skizze in größerer Ansicht.
 

1. Bett-Podest aus Dachlatten und OSB-Platten

  1. OSB-Platten ausklinkenOSB-Platten ausklinken© Lambertsen

    OSB-Platten ausklinken

    Die im Baumarkt auf Maß zugeschnittenen OSB-Platten werden mit der Elektrostichsäge so ausgeklinkt, dass die Dachlatten aus Kiefern- oder Fichtenholz beziehungsweise die Konstruktionshölzer formschlüssig hineinpassen
  2. Holz zusägenHolz zusägen© Lambertsen

    Holz zusägen

    Die genannten Hölzer lassen Sie sich entweder im Baumarkt zuschneiden (ein Transportschnitt je Holzleiste ist meistens drin!) oder Sie trennen das recht weiche Material mit einer Handsäge und einer Gehrungslade auf.
  3. VerschraubenVerschrauben© Lambertsen

    Verschrauben

    Sämtliche Bauteile werden stumpf miteinander verbunden. Dabei genügt es, ausschließlich Schrauben zu benutzen und keinen Holzleim oder etwa Dübel.
  4. Streben mit Platten verbindenStreben mit Platten verbinden© Lambertsen

    Streben mit Platten verbinden

    Die quer verlaufenden Hölzer werden nun von oben mit Schrauben an den aufrecht stehenden OSB-Platten befestigt.
  5. OSB-Platten befestigenOSB-Platten befestigen© Lambertsen

    OSB-Platten befestigen

    Ebenso werden die flächig aufliegenden OSB-Platten fixiert. Setzen Sie die Holzschrauben stets in die Vollholzleisten, weil sie darin besser halten, als in der Schnittkante der aufrechten OSB-Platten.
  6. Scharnier für die Tür© Lambertsen

    Scharnier für die Tür

    Die Tür erhält als Scharnier ein Topfband, das mit einem 35-mm-Forstnerbohrer eingebohrt wird. Die Justage der Tür erfolgt über die zwei Einstellschrauben am Topfband.
  7. LackierenLackieren© Lambertsen

    Lackieren

    Zuletzt werden sämtliche Flächen sowie die Schnittkanten der Platten lackiert. Wer keine offenen OSBKanten mag, sollte einen Umleimer aufbügeln oder flache Holzleisten aufleimen. Mit derart abgesetzten Kanten lassen sich sehr schöne Akzente setzen.

 

2. Deckenhohe Schiebetüren einbauen

Moebel© SelbermachenDamit es beim Einbau der bestellten Schiebetüren keine Probleme gibt, müssen Sie den Raum genau ausmessen. Interessant sind die jeweils kleinsten Maße in der Höhe und in der Breite, da man die Laufschienen der Türen leicht unterfüttern kann. Kompliziert wird es nur, wenn die Türen zu groß sind. Prüfen Sie also zunächst mit der Wasserwaage, ob die Wände gerade sind. Dann messen Sie die Höhen links, rechts und in der Mitte sowie die Breiten an Decke, Boden und in der Mitte der Raumhöhe. Nun können Sie Ihre Bestellung aufgeben.
 

3. Tapeten als Türoberflächen

  1. SchiebetürenSchiebetüren© Lambertsen

    Schiebetüren

    Die Füllungen der Schiebetüren bestehen aus 8-mm- Rohspanplatten, die es für etwa 6 Euro/qm inklusive Zuschnitt im Baumarkt gibt. Die Platten werden von beiden Seiten tapeziert (kaschiert), damit sie sich nicht verziehen. Eine Tapete von gleicher Qualität ist der ideale „Gegenzug“.
  2. AluminiumprofileAluminiumprofile© Lambertsen

    Aluminiumprofile

    Sind beide Tapeten komplett durchgetrocknet, werden die Aluminiumprofile aufgeschoben. Dabei ist es hilfreich, die Tapetenkanten mit Schleifpapier etwas anzufasen, damit sich die Profile leichter darüberschieben lassen. Beginnen Sie mit dem oberen und dem unteren Profil.
  3. Seitliche ProfileSeitliche Profile© Lambertsen

    Seitliche Profile

    Anschließend werden die seitlichen Profile angesetzt. Ein Gummihammer hilft beim Aufschieben der Profile.
  4. Profile verschraubenProfile verschrauben© Lambertsen

    Profile verschrauben

    Mit den mitgelieferten Inbusschrauben werden dann sämtliche Profile verschraubt.
  5. FührungsrolleFührungsrolle© Lambertsen

    Führungsrolle

    Die Führungsrolle oben in das aufrechte Profil stecken und mit der Verbindungsschraube, die sich ihr Loch selbst geschnitten hat, fixieren.
  6. LaufrolleLaufrolle© Lambertsen

    Laufrolle

    Nun wird die Laufrolle in das untere Profil geschoben und die dazugehörige Inbusschraube per Hand in die Rollenhalterung eingedreht. Fasst die Schraube, steigen Sie aufs Werkzeug um
  7. LaufrolleLaufrolle© Lambertsen

    Laufrolle

    Die Laufrolle soll fast ganz in dem Profil verschwunden sein. Je stärker man die Schraube anzieht, desto weiter tritt die Rolle aus dem Profil hervor. Hiermit wird später die Tür am Objekt ausgerichtet.
  8. DeckenschieneDeckenschiene© Lambertsen

    Deckenschiene

    Deckenschiene anbringen
  9. Ausrichten© Lambertsen

    Ausrichten

    Türen zuerst oben einschieben, dann die Rollen in die Bodenschiene einsetzen, die noch nicht befestigt sein darf, und alles ausrichten.
  10. BodenschieneBodenschiene© Lambertsen

    Bodenschiene

    Zum Schluss wird die Bodenschiene montiert.

 

4. Zusätzlicher Stauraum

  • Zwischen den zwei „Expedit“-Regalen von Ikea lässt sich aus einer Rundholzstange sowie zwei Plattenresten für die seitliche Befestigung eine Kleiderstange bauen.
  • In einer Kunststoffbox wird das gesamte Bettzeug tagsüber im Podest unten links verstaut. Die Tür wurde dafür rechts angeschlagen, damit der Griff beim Öffnen keine Abdrücke auf der Wand hinterlässt.

 

Mehr zum Thema